Na das kann ja nicht gut gehen, wenn ein Truck in Los Angeles einen Unfall baut und als Fracht die toxischen Abfälle eines missglückten Militärprojekts geladen hat, die - getarnt als Babynahrung - im Wasserschutzgebiet entsorgt werden sollten.
Die Fässer geraten in die Hände der vier Jugendlichen Tim, Cindy, Mike und Vanessa, die diese für Bierfässer halten. Ahnungslos mixen sie sich aus deren Inhalt neongrünes Bier-Softeis und mutieren nach dessen Verzehr ohne größere Umschweife zu Zombies. Sie stellen daraufhin auch einige Veränderungen an sich fest, unter anderem die neugewonnene Kraft, die Blutlust oder das Abfallen von Körperteilen. Die Tatsache, dass sie nun zu den Untoten gehören, bleibt ihnen jedoch verborgen und statt dessen empfinden sie alle anderen als fremdartig. Als sie nach kurzem Umherirren in der Stadt auf einen weiteren "Normalen" aka Zombie treffen, kommen sie zu dem Ergebnis, dass alle Menschen in der Stadt mit etwas infiziert wurden und sie allein - dank der toxischen Abfälle - nicht nur immun dagegen sind, sondern dadurch sogar zu Supersoldaten wurden. Die fünf sehen sich nun auf Seiten der Retter, tragen ihre Verantwortung mit Fassung und stellen sich mutig dem Kampf gegen die Verseuchten. Endlich also ein Zombiefilm aus Sicht der eigentlichen Protagonisten!
Filmisch umgesetzt wird das Ganze, indem die Sequenzen aus Sicht der Zombies in Farbe gedreht sind und sie darin wie normale Menschen aussehen, sprechen und gehen. Die Ebene aus Sicht der Menschen spielt sich hingegen in schwarz-weiß ab und nur auf dieser sind die Zombies dann auch als solche erkennbar. Logo, dass sich die infizierten Menschen aus Sicht der Untoten dann auch durch unzombiehaft rasante Bewegungen und unverständlich schnelles Sprechen auszeichnen. Allein dem Alkohol sei Dank, dass sich Betrunkene und Zombies auf einer Ebene zwischen den beiden Wahrnehmungsrealitäten treffen und verständigen können.
Nach einem fantastischen Auftakt schleppt sich die Story allerdings nur müßig bis zur Hälfte des Films und auch die Erwartung an spritzige Dialoge muss erstmal runtergeschraubt werden. Als den Zombies dann aber so langsam zu dämmern beginnt, wer oder was sie wirklich sind, kommt endlich wieder mehr Schwung in die Sache.
Die Geschichte über eine Gruppe Zombies wird schließlich zu einer Geschichte über eine Gruppe von Außenseitern und ist darüberhinaus eine Liebeserklärung an Filme wie "Dawn of the Dead" oder "Night of the living Dead". Wir lernen außerdem, dass Zombies nicht von Grund auf gewalttätig sind, sondern vielmehr missverstanden in ihrem Wesen und Sein.
Somit ist "Wasting Away" nicht nur dank Gehirn-Margarita und würzigem Mexikaner-Fleisch ein besonderes Schmankerl für Genre-Freunde, sondern hat sich - trotz einiger Schwächen in der Dramaturgie - vorallem aufgrund der grandiosen Idee und der kreativen filmischen Umsetzung einen sicheren Platz in der Liste der "Die-muss-man-gesehen-haben"-Zombiefilme verdient.
Wasting Away
R: Matthew Kohnen
D: Michael Terry, Betsy Beutler, Matthew Davis, Julianna Robinson
USA, 2007, Länge: 87 min.
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