Das kleine Universum einer Familie ist nach dem Verlust der Tochter zerstört. Während der Vater (
Zsolt László) in Alkoholsucht versinkt und deswegen auf Entziehungskur fern von zuhause muß, versteckt sich die Mutter (
Catherine Wilkening) vor dem Schmerz in promiskuitivem Sex. In diese Welt tritt Anna ein, ein stummes Mädchen (
Orsolya Schefcsik), das als Zimmermädchen bei der Familie arbeiten soll. Im gleichen Alter wie die verstorbene Tochter, bietet sie der Familie durch ihr Dasein eine neue Chance an, wieder als Familie zu funktionieren.
Ihre erste Liebe lernt Anna auch gerade kennen, in Miklos, der ihr von Kevin Costner in Bodyguard erzählt, von der im Film durch die Rettung entstehenden Liebe. Er scheitert selber, diese Rolle für Anna zu erfüllen.
Genauso wie Anna durch ihre Stummheit, wird der Zuschauer durch den Film einer seiner Sinneswahrnehmungen beraubt, nämlich des Sehens von Farbe. So stehen dem Zuschauer kontrastreiche, klare, mit Requisite expressionistisch beladene und sehr ästhetisch fotografierte schwarz-weiß Bilder gegenüber, in denen das Sehen Stück für Stück zum Scheitern verurteilt ist. In einer verhältnismäßig karussellartigen Abfolge von Kamerabewegungen, die Annas Starrheit in einem Maß betonen, dass sogar der alte „slow Joe in the last row“ auf ihre Augen seinen Blick richtet, entfaltet sich das Versagen der Filmcharaktere über Annas Schönheit, oder wie sie explizit in einer Szene kadriert wird, über Anna als Schmuckstück hinauszusehen. Ständig versucht sie, auf ihre Art, durch den Blick, mit allen zu kommunizieren. Doch dass ihre Augen notgedrungen nicht nur aufnehmen, sondern auch ausstrahlen bleibt allen ein Rätsel.
The Days of Desire erzählt eine sehr gute Geschichte. Leider geht diese Geschichte unbemerkt unter gegenüber den überbordenden Stilisierungen und Formalismen, die den Film vielmehr zu einem mittelmäßigen, um Arthouse mit dem Preis seiner Subtilität bemühten Werk machen, anstatt seine Qualitäten als guter Genrefilm herauszustellen.
The Days of Desire / Tage der Sehnsucht / A vágyakozás napjai
R:
József Pacskovszky
D: Zsolt László, Catherine Wilkening, Orsolya Schefcsik
Ungarn, 2009, 104 Min.
Das kleine Universum einer Familie ist nach dem Verlust der Tochter zerstört. Während der Vater (
Zsolt László) in Alkoholsucht versinkt und deswegen auf Entziehungskur fern von zuhause muß, versteckt sich die Mutter (
Catherine Wilkening) vor dem Schmerz in promiskuitivem Sex. In diese Welt tritt Anna ein, ein stummes Mädchen (
Orsolya Schefcsik), das als Zimmermädchen bei der Familie arbeiten soll. Im gleichen Alter wie die verstorbene Tochter, bietet sie der Familie durch ihr Dasein eine neue Chance an, wieder als Familie zu funktionieren.
Ihre erste Liebe lernt Anna auch gerade kennen, in Miklos, der ihr von Kevin Costner in Bodyguard erzählt, von der im Film durch die Rettung entstehenden Liebe. Er scheitert selber, diese Rolle für Anna zu erfüllen.
Genauso wie Anna durch ihre Stummheit, wird der Zuschauer durch den Film einer seiner Sinneswahrnehmungen beraubt, nämlich des Sehens von Farbe. So stehen dem Zuschauer kontrastreiche, klare, mit Requisite expressionistisch beladene und sehr ästhetisch fotografierte schwarz-weiß Bilder gegenüber, in denen das Sehen Stück für Stück zum Scheitern verurteilt ist. In einer verhältnismäßig karussellartigen Abfolge von Kamerabewegungen, die Annas Starrheit in einem Maß betonen, dass sogar der alte „slow Joe in the last row“ auf ihre Augen seinen Blick richtet, entfaltet sich das Versagen der Filmcharaktere über Annas Schönheit, oder wie sie explizit in einer Szene kadriert wird, über Anna als Schmuckstück hinauszusehen. Ständig versucht sie, auf ihre Art, durch den Blick, mit allen zu kommunizieren. Doch dass ihre Augen notgedrungen nicht nur aufnehmen, sondern auch ausstrahlen bleibt allen ein Rätsel.
The Days of Desire erzählt eine sehr gute Geschichte. Leider geht diese Geschichte unbemerkt unter gegenüber den überbordenden Stilisierungen und Formalismen, die den Film vielmehr zu einem mittelmäßigen, um Arthouse mit dem Preis seiner Subtilität bemühten Werk machen, anstatt seine Qualitäten als guter Genrefilm herauszustellen.
The Days of Desire / Tage der Sehnsucht / A vágyakozás napjai
R:
József Pacskovszky
D: Zsolt László, Catherine Wilkening, Orsolya Schefcsik
Ungarn, 2009, 104 Min.
goEast: The Days of Desire