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BluRay: City of Ember

von Christian Alt, am 5.4.10


Dunkel ist es in Ember. Die Stadt tief im Erdkern wurde von den sogenannten Erbauern vor langer Zeit errichtet, um die Zukunft der Menschheit nach dem nuklearen Holocaust zu sichern. Nach genau 200 Jahren sollte die Erde wieder bewohnbar sein und die Menschen wieder ans Tageslicht treten können. Doch die Anweisungen der Erbauer gingen verloren. Seit 200 Jahren ist das Licht Embers das einzige Zeichen menschlicher Zivilisation in ewiger Dunkelheit. Doch die Stadt ist zusehends am Ende, der mächtige Generator, der die Stadt mit Strom versorgt, droht vollends zu kollabieren. Die beiden Teenager Lina Mayfleet (Saoirse Ronan)und Doon Harrow (Harry Treadaway) machen sich als einzige auf die Suche nach einem Ausweg aus Ember.

Es hätte alles gut werden können für Regisseur Gil Kenan bei seinem ersten Langfilm: Mit Bill Murray und Tim Robbins hatte er zwei hochkarätige Schauspieler in seinem Cast, sein Gesamtbudget betrug 55 Millionen Dollar und sein Team schaffte es, die Stadt Ember großartig in Szene zu setzen, in einer der schönsten Kulissen, die man seit langem gesehen hat. Aber es hat nicht sollen sein. Nur 17 Millionen Dollar hat der Film bisher eingespielt – nicht mal die Hälfte seiner Kosten. Und das liegt vor allen Dingen an der Geschichte. Allzu oft verrennt sich das Drehbuch in Nebensächlichkeiten und handelt wirklich wichtige Szenen viel zu kurz ab. Dazu gesellen sich noch einige Logikfehler. Das Buch ist an der Herausforderung die berühmte Ember-Kinderbuchserie zu adaptieren vollkommen gescheitert. Der Film scheint darauf ausgelegt als Trilogie verfilmt zu werden, so bleiben viele Fragen ungeklärt. Da es die nachfolgenden Teile aber nie geben wird, bleibt man mit einem verstümmelten Film zurück.

Über den Plot hinaus zeigt sich City of Ember allerdings von einer anderen Seite. Die erschaffene Stadt wirkt überaus realistisch. Gil Kenan bringt uns ganz nah heran an die Ständegesellschaft von Ember, überall sprühen Drähte Funken, alles wirkt wie zum hundersten Mal repariert. Zwar fallen Ähnlichkeiten zu großen Vorbildern wie Matrix oder Metropolis auf, bei denen der Film sich zwar bedient (die Stadt Zion aus Matrix und Herzmaschine aus Metropolis), darüber hinaus aber originell bleibt. Auch der Cast kann sich sehen lassen. Bill Murray als korrupter Bürgermeistrer und Tim Robbins als Doons Vater helfen über die ein oder andere träge Filmminute hinweg, können aber aufgrund der Dialoge ihr Potential nicht ganz ausspielen.
Allein Gil Kenans visuellem Stil ist es zu verdanken, dass City of Ember für Genreinteressierte immer noch sehenswert bleibt. Besonders auf Bluray sticht die detailverliebte Stadt besonders heraus.



City of Ember – Flucht aus der Dunkelheit / City of Ember
R: Gil Kenan
D: Bill Murray, Tim Robbins, Harry Treadaway, Saoirse Ronan
USA 2008 (2010), 90 Min.
Capelight


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