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goEast: Blue Mountains, or Unbelievable Story

von Sven Safarow, am 24.4.10

Im Rahmen des diesjährigen Symposiums „Das befreiende Lachen – Eine kurze Geschichte des osteuropäischen Filmhumors“ gab es neben einigen aktuellen Beispielen auch Klassiker zu bestaunen, wie Eldar Shengelayas Blue Mountains, or Unbelievable Story.

Der Film, der sich mit dem bürokratischen Irrsinn der Sowjetzeit auseinandersetzt, handelt von einem Schriftsteller, der mehrere Kopien seines neuen Manuskripts „Blaue Berge“ einem Verlagshaus hinterlegt. Jeder verspricht ihm, es zu lesen, doch alle Versprechungen und Manuskripte gehen in dem ständigen Chaos unter.
So versucht der Schriftsteller jeden Tag aufs Neue, sein Manuskript unter die Leute zu bringen, doch jeder Tag mutet an wie ein absurdes Déjà-vu, er trifft dieselben Leute, die dasselbe tun, dieselben leeren Versprechungen geben. Das Chaos aus Unterschriften, Kopien, Telefonaten, Meetings, Schachspielen und Smalltalk wird jedoch nie durchbrochen.

So erlebt der Schriftsteller jeden Tag seinen persönlichen Groundhog Day, er lebt und erlebt ein System, das gefangen ist in der Stagnation. Und nicht einmal die Kreativität, das ist die bittere Einsicht des Films, durchbricht die dumpfe Mauer der Bürokratie. Und auch wenn das Verlagshaus am Ende einstürzt, so wird es am nächsten Tag wieder aufgebaut. Und nichts ändert sich.
Der dezidiert politische Film versteht es, mit den Mitteln der Groteske ein System zu entlarven, das schon damals dem Untergang geweiht war.

Regisseur Shengalaya, ganz die Prämisse seines Films befolgend, gab schon bald darauf das Filmemachen auf, und wurde Mitglied des georgischen Parlaments.



Blue Mountains, or Unbelievable Story/Tsisperi mtebi anu daujerebeli ambavi
R: Eldar Shengelaya
D: Ramaz Giorgobiani, Vasil Kakhniashvili, Teimuraz Chirgadze, Sesilia Takaishvili
UdSSR (Georgien), 1983, 97 Min.


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