
Der serbische Dokumentarfilmer Želimir Žilnik präsentiert definitiv ein Highlight des Wettbewerbs, die Realsatire The Old School of Capitalism. Eine Polit-Groteske im Dokumentarstil, mit improvisierten Dialogen, und Laiendarstellern (zum Teil ehemalige Arbeiter; auch Dokumentarfilmer) vor einem realen Hintergrund, den Massenprotesten der serbischen Arbeiter in Belgrad.
Wir sehen wütende Arbeiter, die aufgrund der Schließung der Fabrik entlassen wurden, und jetzt nach Schuldigen suchen. Sie suchen nach ihrem Chef, suchen sogar sein Haus auf, wo seine verängstigte Ehefrau versucht, sie durch die Geigerei ihrer Tochter und mit Lebensmitteln loszuwerden.
Als sie endlich ihren Chef treffen, trägt der eine kugelsichere Weste zum Schutz, was die Arbeiter nur noch mehr provoziert. Schließlich wird der Chef "enteignet", indem die Arbeiter seine antiken Möbel mitnehmen. Wir sehen wütende Arbeiter, die aufgrund der Schließung der Fabrik entlassen wurden, und jetzt nach Schuldigen suchen. Sie suchen nach ihrem Chef, suchen sogar sein Haus auf, wo seine verängstigte Ehefrau versucht, sie durch die Geigerei ihrer Tochter und mit Lebensmitteln loszuwerden.
In Žilniks Film gibt es keine Helden- alle Figuren sind nichts weiter als Marionetten in einem undurchdringlichen Geflecht aus organisierten Streiks, Privatisierung, schmutzigem Geld, und internationalen Einflüssen (die Anarchisten werden von Amerikanern unterstützt; die Bonzen haben einen russischen Berater von Gazprom). Zwei extreme Pole (Arbeiter vs. Herrschende Klasse) werden gegeneinander ausgespielt, und nur durch billige Kompromisse wieder angenähert. Das Ende bietet keine Gewinner, und könnte unversöhnlicher nicht sein.
Žilnik gibt uns Einblick in einen Zustand, der nicht nur den Balkan, sondern auch und im Besonderen die westliche Welt angeht. Extreme Zeiten ziehen extreme Ideologien an, egal ob diese Marx oder dem Kapital verpflichtet sind. Das Einzige, was am Ende noch Bestand hat, ist Chaos.
The Old School of Capitalism zeigt Serbien als Pulverfass (vor allem die dokumentarischen Streikszenen sind von einer drängenden Unmittelbarkeit), und doch dirigiert Žilnik den Plot mit minimalistisch lockerer Hand, nur selten verliert der Film seine Leichtigkeit, entstanden aus spottender Anklage.
The Old School of Capitalism/Stara Škola Kapitalizma
R: Želimir Žilnik
D: Živojin Popgligorin, Robert Paroci, Zoran Paroški, Lazar Stojanović Serbien, 2009, 122 Min.
R: Želimir Žilnik
D: Živojin Popgligorin, Robert Paroci, Zoran Paroški, Lazar Stojanović Serbien, 2009, 122 Min.








