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goEast: Sexmission

von Simon Frauendorfer, am 25.4.10

Zwei Wissenschaftler wollen sich für drei Jahre einfrieren lassen. Aus unerfindlichen Gründen schlägt das Experiment fehl und sie erwachen im Jahre 2044. Alle Männer sind ausgestorben und die Frauen haben ein totalitäres System errichtet. Um der drohenden Naturalisierung und Eliminierung zu entkommen, ergreifen die letzten Phallokraten die Flucht.

Sexmission ist eine frivole Komödie im Science-Fiction Gewand, die sich an ein breites Publikum richtet. Der massenkompatibele Humor driftet zu keiner Zeit in allzu geschmacklose Gefilde ab und verleiht dem Film somit trotz vielversprechender Dispositionen eine seichte Note. Es besteht kein Vergleich zu dem puren Wahnsinn eines La Bestia nello spazio von Alfonso Brescia, der ebenfalls eine stark erotisierte Zukunftsvision inszeniert, sie jedoch mit völlig selbstzweckhaften Szenen voller Nuditäten und Perversionen bestückt. Möglicherweise wurde auf eine allzu massive Ausreizung der schmutzigen Facetten aus zwei Gründen verzichtet; um die ohnehin rigide Zensur nicht weiter zu zürnen und um die politisch-gesellschaftliche Dimension des Gezeigten nicht alibihaft erscheinen zu lassen. Denn hinter der vordergründigen Fassade der Albernheit verbirgt sich eine Reflexion über den Geschlechterkampf und totalitäre Systeme, die ihren obsoleten Traum von Autarkie und Abgeschiedenheit demonstrativ frönen. Die beiden Männer bilden das subversive Potenzial, die Infiltratoren einer grausamen Maschinerie, die das sexuelle Verlangen nur mithilfe medikamentöser Behandlungen unterdrücken kann. Der Kulminationspunkt der Geschehnisse ist das äußerst kuriose Ende, das gleichzeitig einen Einblick in das verkommene Innenleben und die Hypokrisie diktatorischer Strukturen gewährleistet. Nur fünf Jahre später brach auch in der Realität die hermetische Zone jenseits des Eisernen Vorhangs in sich zusammen. Implosion des Verdorbenen.



Seksmisja/Sex Mission/ Sexmission
R: Juliusz Machulski
D: Olgierd Lukaszewicz, Jerzy Stuhr, Bozena Stryjkowna
Polen, 1984, 120. Min.


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