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goEast: Vasha

von Simon Frauendorfer, am 25.4.10


Der naive Tom rettet dem Tschetschenen Artur das Leben. Zwischen den beiden unterschiedlichen Figuren entwickelt sich eine Freundschaft, die so manche Hürde passieren muss. Geschickt inszeniert Regisseur Hannu Salonen den Zusammenprall zweier konträrer Welten. Für Tom bedeutet die Begegnung mir Artur vor allem das Ende der Kindheit und das Abstreifen einer gutgläubigen Sicht der Dinge. Er begibt sich in eine Welt, die sich um eine ungewisse Zukunft,  schmerzhafte Erinnerungen und Rachegelüste konstituiert.

Der Film präsentiert sich wie eine Melange divergierender Genres. Elemente des Polizeifilms und des Roadmovies dienen als Rahmen. Damit deutet der Regisseur schon grundsätzlich an, dass auf stringenten Realismus verzichtet wird. Die Eskapaden der beiden Protagonisten lassen sich zu keinem Zeitpunkt als glaubhaft beschreiben. Doch dies schmälert nicht die Qualität von Vasha, der sich ganz unverblümt als „Film“ kennzeichnet, um somit die aufgeblasenen, intellektualistischen Herangehensweisen an Themen wie Freundschaft oder Erinnerung  zu konterkarieren.

Vasha scheitert jedoch in seinem Versuch dem Gezeigten noch eine gewisse seriöse Dimension zu verleihen. Die Transparenz des Films wirkt äußerst erfrischend; die politischen Implikationen dagegen aufgesetzt. Vielleicht hätte man sich gänzlich auf den Unterhaltungsaspekt konzentrieren müssen, da der Film in diesem Rahmen solide funktioniert.   

„This is not Charles Bronson movie“  sagt  Artur. Vom Anspruch her ist er das aber auf jeden Fall. Und das soll an dieser Stelle nicht pejorativ konnotiert werden. Ich bezweifele hingegen, dass es so intendiert war.

Vasha
R: Hannu Salonen
D: Andrus Kasepuu, Mehmet Kurtulus, Einar Kuusk, Tim Seyfi
Estland, Finnland, Irland, Deutschland 2009, 100 Min.


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