DVD: Adventureland
James (Jesse Eisenberg) hat im Sommer 1987 die Schule hinter sich und geht voller Vorfreude in den Sommer. Doch dann trifft ihn eine Ernüchterung nach der anderen: seine Freundin macht mit ihm Schluss und seine Eltern offenbaren, dass sie finanzielle Probleme haben, weshalb er nicht seinen Europaurlaub antreten kann und sich auch noch einen Ferienjob suchen muss, um sein anstehendes Studium am Ivy League-College in New York zu finanzieren. Da er bis jetzt keine Berufserfahrung hat, ist der einzige Arbeitgeber, der ihn nimmt, der örtliche Vergnügunspark namens Adventureland.
Dort wird James dann auch noch, anstatt für die Karussels und Achterbahnen, für die langweilige Arbeit an den Spielständen eingeteilt. Doch wider Erwarten macht ihm die Spass, was allerdings nur seinen Mitarbeitern zu verdanken ist. Neben seinem durchgedrehten Freund Frigo (Matt Bush) arbeiten dort nämlich auch noch der Außenseiter Joel (Martin Starr) und die süße Em (Kristen Stewart), mit denen er sich anfreundet. Mit Em bahnt sich dann sogar noch eine Romanze an, allerdings hat sie heimlich noch eine Affäre mit dem Verheirateten Connell (Ryan Reynolds).
Das 80er Jahre-Setting des Films ist eigentlich nur gewählt, weil Drehbuchautor und Regisseur Greg Mottola in ebendieser Zeit einen Sommer lang in einem Vergnügungspark arbeitete. Aber es ist für Adventureland auch das einzig logische Jahrzehnt, in dem die Handlung spielen kann, da er wie eine moderne Version der damaligen "Coming of Age"-Filme von Regisseuren wie John Hughes (z.B. Breakfast Club) wirkt. Genau wie diese thematisiert er mit Witz die Zweifel, Ängste und Probleme junger Menschen beim Übergang zwischen Kindheit und Erwachsenendasein.
Leider werden diese Themen eher oberflächlich behandelt. Adventureland erzählt zwar sowohl von den Zukunftsängsten von James, sowie den familiären Schwierigkeiten von Em, im Kern dreht sich die Story aber einzig und allein um die Liebesgeschichte der beiden. Dadurch erreicht der Film nicht die Tiefe der erwähnten Vorbilder. Andererseits kippt die Balance zwischen Melancholie und Humor zu sehr in erstere Richtung, als dass es der Film mit moderneren Teeniekomödien wie Juno oder Mottolas eigenem Werk Superbad aufnehmen könnte.
Immerhin entgeht der Film so einigen Fallen, die lauern, wenn man sich den 80ern mit einer Komödie nähert. Respektvoll und gekonnt wird die Musik des Jahrzehnts eingebaut: Yo La Tengo, The Cure oder Hüsker Dü werden von den Figuren gehört und veredeln den Soundtrack, während Falcos Rock Me Amadeus als abschreckendes Beispiel für den musikalischen Mainstream herhalten muss. Auch die Modesünden der Zeit werden nur dezent eingesetzt, so wird auf allzu billige Lacheffekte verzichtet. Diese Herangehensweise zeigt sich auch bei den Darstellern, deren Figuren nur zu leicht als eindimensionale Witzfiguren hätten gespielt werden können. Doch halten sich z.B. die beiden Saturday Night Live-Komiker Bill Hader und Kristen Wiig als Leiter des Parks angenehm zurück.
Unterm Strich ist Adventureland ein ganz passabler Film, der ein melancholisches Stimmungsbild eines Sommers zeichnet, aber für ein wirkliches Drama zu seicht und für eine Komödie schlicht zu unlustig ist.
Adventureland
R: Greg Mottola
D: Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Bill Hader, Kristen Wiig
USA 2009, 102 min.
Disney / Buena Vista Home Entertainment
Veröffentlichung: 06.06.2010
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch, Englisch für Hörgeschädigte, Hebräisch, Serbisch, Kroatisch
Extras: Nur mein Leben: Making Of Adventureland, Zusätzliche Szenen, Audiokommentar von Greg Mottola und Jesse Eisenberg










