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DVD: MR73 - Bis dass der Tod dich erlöst

von Memuta, am 1.6.10


Es ist tiefste Nacht und der Regen peitscht in Strömen, als ein bewaffneter und besoffener Mann einen besetzten Bus entführt!
Es ist der Polizist Schneider, der nach dem tragischen Verlust seiner Familie selbst am Leben scheitert und zum Trinker wird. Nach dieser öffentlichen Entgleisung, wird Schneider strafversetzt und sein aktueller Fall, die Suche nach einem mehrfachen Vergewaltiger und Frauenmörder, wird ihm entzogen. Doch wie seine Sucht nach Alkohol, wird auch die Suche nach dem Täter zu einer Besessenheit und er ermittelt weiter unerlaubt in dem Fall.

Parallel erzählt der Film das Schicksal der jungen Justine, die als Kind Zeugin an dem brutalen Mord ihrer Eltern wurde, und seit dem ein von Trauer dominiertes Leben führt. Ihr Leben gerät nun - 25 Jahre nach dieser Tat - noch mehr aus den Fugen als sie erfährt, dass Charles Subra, der Serienkiller und Mörder ihrer Eltern, vorzeitig aus der Haft entlassen werden soll. Justine will die Freilassung verhindern und wendet sich hilfesuchend an Schneider, der den Fall damals behandelte.

Die Konfrontation mit grausamem Mord und tragischem Tod haben aus Schneider und Justine jene gescheiterten Menschen gemacht, die sie heute sind. Sie führen ein gefühlloses, schattenhaftes Dasein, in dem sie lediglich durch den Hass auf die Täter und das Pochen auf Strafe getrieben werden. All ihre Motivationen begründen sich nur noch aus jener Thematik heraus. Doch trotz ihrer Gemeinsamkeiten - oder gerade wegen ihnen - setzen sie ihre Suche allein fort. Unter solchen Bedingungen werden keine Teams gebildet, sondern jeder kämpft für sich allein.


Die Suche nach den Mördern bestimmt dabei zwar die Handlungsabfolge des Films, ist jedoch so eng an das gesamte Wesen der Protagonisten gekoppelt, dass sie dabei fast schon wieder in den Hintergrund tritt. Gegen Ende des Films spitzt sich somit nicht nur die Suche nach den Mördern, sondern vor allem auch das Leid von Schneider und Justine, immer weiter zu und führt schließlich in einen verstörenden Ausgang, der den Zuschauer desillusioniert zurücklässt


MR73 ist ein eiskalter Polizeithriller im Neo-Noir-Stil mit einem sehr sehenswerten Daniel Auteuil. Der Film ist dabei in jeder Hinsicht sehr konsequent: Die Stimmung ist düster und unheilvoll. Keine der handelnden Figuren ist gut, manche sind schlecht, aber die meisten sind einfach gescheitert. Gemeinsam ist ihnen vor allem die Einsamkeit.

Durchweg mit reduzierter Farbe gefilmt, wird in MR73 eine dunkle kalte Welt gezeichnet, in der alles Gute untergehen muss und nur das Schlechte und Korrupte bestehen können.
Diese konsequente Umsetzung bringt es gerade bei dieser Stimmung mit sich, dass der Film jeglicher Höhen und Tiefen entbehrt und vollständig in seiner Tristesse verharrt. Insofern macht er zwar nichts falsch, ist aber auch dann mit stolzen 125 Minuten Laufzeit ziemlich dröge. Klares Fazit zum Schluss: Nicht unbedingt nicht sehenswert, aber auch nicht unbedingt sehenswert.




MR73
R: Olivier Marchal
D: Daniel Auteuil, Olivia Bonamy, Catherine Marchal, Francis Renaud
Frankreich 2008, 125 min.
EuroVideo







Veröffentlichung: 11.3.2010
Bildformat: 16:9
Sprache: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making Of


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