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Moon

von Sascha Eggers, am 15.6.10


Irgendwann in der Zukunft sind die Rohstoffe der Erde nahezu am Ende, so dass Energie- und Treibstoffengpässe drohen. Doch es wurde eine Möglichkeit entwickelt, aus Mondgestein Helium-3 zu gewinnen und dieses als Energiequelle zu nutzen. Hierfür wurde eine Station auf der der Erde abgewandten Seite des Mondes errichtet, welche von nur einem Menschen bedient zu werden braucht.

Dieser Mensch ist Sam Bell (Sam Rockwell). Da der Funkkontakt zur Erde beschädigt ist, empfängt er nur ab und an Nachrichten von seiner Frau Tess (Dominique McElligott) und Töchterchen Eve, bei deren Geburt er schon nicht mehr auf der Erde war. Für drei Jahre ist er, bis auf das Robotersystem GERTY (im Original gesprochen von Kevin Spacey), alleine auf der Station.

Eigentlich kommt der Astronaut mit der Isolation, bis auf ein bisschen Heimweh, halbwegs gut zurecht, doch als er nur noch wenige Wochen auf dem Mond zu verbingen hat, beginnt er zu halluzinieren. Nachdem er, dadurch bedingt, einen Unfall baut, sieht er etwas Schreckliches, was ihn an seiner ganzen Mission zweifeln lässt.


Nach langem hin und her und beinahe ein Jahr, nachdem der Film in Deutschland auf dem Fantasy Film Fest gespielt wurde, läuft Moon, das Langfilmdebüt von Regisseur Duncan Jones, nun endlich in den deutschen Kinos. Ein Grund, warum der Film es so schwer hatte, einen Starttermin zu bekommen, dürfte sein, dass es nicht leicht ist ihn zu kategorisieren: nach dem Wortsinne her ist er Science-Fiction, doch an das Genre an sich erinnert, außer dem Ort der Handlung, wenig.

Stattdessen beginnt der Film als psychologisches, leicht kafkaeskes Drama, das die totale Einsamkeit von Sam Bell beleuchtet. Am Anfang zählt er zwar schon die Tage bis zur Heimkehr, findet sich aber in seiner Situation zurecht. Doch durch seine Halluzinationen beginnt der körperliche und geistige Verfall der Figur. Diese Entwicklung gibt Sam Rockwell, der den Film komplett alleine trägt, die Möglichkeit, unglaublich viele Facetten zu spielen. Später im Film übernimmt er sogar noch eine zweite Rolle. In den ersten Szenen mit dieser Figur hat der Film seine stärkste Phase, die die psychologischen Komponenten des Anfangs noch weiter aufrecht erhält und durch ein neues Mysterium (über das hier noch nichts verraten wird), einen zusätzlichen Reizpunkt erhält.

Doch als dieses Rätsel wenig später gelöst wird, entwickelt sich Moon in Richtung eines Thrillers. Diese finale Phase des Films ist eindeutig die schwächste, weil sie etwas zu lange dauert und man sich als Zuschauer ein bisschen mehr die Dramatik und die psychologischen Feinheiten der ersten Hälfte zurückwünscht.

Dennoch bleibt der Film auf hohem Niveau, was vor allem auch an Sam Rockwell liegt, der es schafft, zwei Menschen in unterschiedlichen Zuständen parallel zu spielen und sogar noch die Beziehung zwischen den beiden herzustellen. Dieser schauspielerischen Meisterleistung zusehen zu dürfen, ist ein Erlebnis und macht Moon absolut empfehlenswert, auch wenn sonst, wie gesagt, an manchen Stellen das Potential der Ausgangsidee verschenkt wurde.



Moon
R: Duncan Jones
D: Sam Rockwell, Kevin Spacey
UK 2009, 97 min.
Copyright: Koch Media
Starttermin: 15.07.2010




3 Kommentare zu "Moon"

Ben hat gesagt…

Sehr guter Film!

Ciprian David hat gesagt…

Ich freue mich auf dem Film, bin vor allem sehr gespannt, was er in die 2001:A Space Odissey und Solaris zu bieten hat!

Anonym hat gesagt…

Super Film, endlich mal ein "leiser", aber sehr intensiver sf-Film. Ich fand ihn an keiner Stelle langamtmig, sondern sehr dazu geeignet, über die Selbstbestimmtheit des Menschen und vieles mehr nachzudenken.

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