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DVD: Anvil - Die Geschichte einer Freundschaft

von Sascha Eggers, am 28.7.10


Letztes Jahr passierte eine Sensation für Heavy Metal-Fans: die so genannten Big Four gaben erstmals gemeinsam ein paar Konzerte. Bei den Big Four handelt es sich um die vier bekanntesten Thrash Metal-Bands der Welt, die allesamt Anfang der 80er Jahre gegründet wurden: Metallica, Slayer, Anthrax und Megadeth. Mitte der 80er erlebten sie ihren Durchbruch, hatten Charterfolge und füllten die größten Hallen oder sogar Stadien. Bis heute haben diese vier Bands großen Erfolg. Beeinflusst wurden sie alle u.a. von der kanadischen Band Anvil.

Diese brachte ihr erstes Album Hard 'N' Heavy 1981 raus. Vor allem das wilde Auftreten des Frontmannes Steve Kudlow alias Lips und das virtuose Spiel des Schlagzeugers Robb Reiner machten sie schnell in der Szene bekannt und verhalfen ihnen zu einigen großen Auftritten. Doch der große kommerzielle Durchbruch kam nicht und die Band musste von da an wieder in kleinen Clubs auftreten. Aber trotzdem hielten Lips und Reiner an Anvil fest und veröffentlichen seit nunmehr circa 30 Jahren Album für Album, während sie sonst normalen Berufen nachgehen und Familienväter sind.


Als der alte Fan Sacha Gervasi mitbekam, das seine ehemalige Lieblingsband immer noch aktiv ist, aber keinen wirklichen Erfolg hat, fang er an, ihr aktuelles Bandleben zu dokumentieren. Und er bekam einige äußerst schwierige Momente der Bandkarriere vor die Linse, so zum Beispiel eine Europatournee, die Anvils größte seit den Achtzigern sein sollte, bei der sich aber die Missgeschicke häufen und von der die Band ernüchtert zurrückkehrt. Und auch die Aufnahmen zum neuen Album laufen nicht so recht, denn Lips und Reiner haben weder Geld noch eine Plattenfirma.

Zwischen den Szenen aus dem musikalischen Geschehen gibt es viele Einstellungen, die die Bandmitglieder mit ihren Familien zeigen. Diese kommen auch desöfteren zu Wort und geben ihren Blick auf Anvil preis, genau wie einige prominente Musiker, die von der Band beeinflusst wurden, wie z.B. Lars Ulrich (Metallica), Lemmy (Motörhead) oder Slash (Guns'n'Roses). Doch am Interessantesten bleiben die Aussagen von Anvil selber. Immer dann, wenn es einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Karriere der Band gibt, und diese darauf restlos euphorisiert sind, zeugen sie von einem beeindruckenden Enthusiasmus, der wohl auch mit einigem an Naivität gepaart ist.

Insofern greift der Untertitel, den der deutsche Verleih dem Film gegeben hat, die Geschichte einer Freundschaft, zu kurz. Ja, der Film zeigt viel über die Freundschaft zwischen Lips und Reiner. Aber es geht es hier viel allgemeiner um Liebe. Um die Liebe zwischen den beiden alten Freunden, die in manchen Szenen wie ein altes Ehepaar wirken, die Liebe zu ihren Familien, aber vor allem um ihre Liebe zur Musik und zu ihrer Band. Anvil - Geschichte einer Freundschaft ist ein ergreifendes Plädoyer, zu dem zu stehen, was man liebt, egal welche Rückschläge man erleiden muss. Auch wenn man mit Heavy Metal, oder Rockmusik im Allgemeinen, nichts anfangen kann, wird man diese Botschaft teilen und von dem Film berührt worden sein, nachdem man ihn gesehen hat.





Anvil - Die Geschichte einer Freundschaft
(Anvil - The Story Of Anvil)

R: Sacha Gervasi
D: Steve "Lips" Kudlow, Robb Reiner
USA 2008, 78 min.
Copyright: Rapid Eye Movies




Veröffentlichung: 16. Juli 2010
Audio: Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Extras: Interviews, Deleted Scenes, Audiokommentare, Trailer & Booklet


 

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