Vom 28. August bis zum 10. Oktober 2010 reist das Cine Móviles mit 14 argentinischen Filmen durch alle Bundesländer und veranstaltet dabei rund 60 Filmvorführungen an den unterschiedlichsten Orten, von Kinos, über Gemeindezentren und Schulen bis hin zu Gefängnissen. Anlaß der Veranstaltung ist das Jahr des Bicentenario, denn vor 200 Jahren wurden die ersten südamerikanischen Länder unanbhängig.
In Argentinien sind die Menschen auf Wanderkinos angewiesen:
"Kinofreie" Regionen gibt es viele auf der Welt. Mehr und mehr Kinosäle schließen auch hierzulande, knapp 1000 deutsche Städte haben noch ein Kino. Wie bringt man daher in Zeiten von TV, DVD und Internet qualitativ gutes Kino in "kinoarme" Regionen?
Argentinien hat dafür eine Lösung, die anderen Ländern als Modell dienen kann. Wie in den Zeiten des früheren Wanderkinos versorgt das riesige Land, 80 Prozent sind "kinofrei", seit 1997 seine Bürger mit den Cine Móviles, einem vom INCAA und den Provinzen getragenen Programm. In jeder der 24 Provinzen Argentiniens verfügt ein Vorführ-Team über einen Mercedes-Sprinter-Bus und mobiles Projektions-Equipment, mit dem das nationale Kino gratis im ganzen Land gezeigt wird.
"Cultura para todos" ‒ Kultur für alle ‒ wird in Argentinien mit vielen Gratis-Angeboten für die Menschen sehr ernst genommen, die Cine Móviles sind dabei eines der wichtigsten Projekte. Besucht werden noch in den entlegensten Orten Schulen und soziokulturelle Institutionen, darunter auch Altenheime und Gefängnisse. Ein vergleichbares mobiles Kino gibt es in Deutschland bisher nur in zwei von 16 Bundesländern, in Baden-Württemberg und Niedersachsen.
In Deutschland haben sich eine Fülle von Initiativen und Institutionen begeistern lassen und stellen Spielorte zur Verfügung. Initiiert wurde die Reise durch die in Córdoba lebende deutsche Autorin und Filmmacherin Ute T. Schneider, die durch einen Dokumentarfilm die alltägliche Arbeit der Cine Móviles aus Erfahrung kennt.
Die Deutschlandtour beginnt am 28. August im Iberoamerikanischen Institut in Berlin mit einer Open-Air-Vorführung
El Abrazo Partido (
Die verschwundene Umarmung) von
Daniel Burman (2003).
Das Finale erlebt die Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse, wo sie mit einem Sonderprogramm zu Gast sein wird.
Auf der
Internetseite von Cine Móviles werden dann jeweils vor Vorführungstermin die Einzelheiten bekanntgegeben werden. Der Eintritt ist immer kostenlos.
Hier schon einmal eine Vorschau auf das Filmprogramm, die erkennen läßt, daß ausnahmeslos sehr erfolgreiche, meist aktuelle Filme aus Argentinien präsentiert werden, die einen Einblick in die Kultur des Landes und sein Filmschaffen bieten:
Das „neue argentinische Kino”: Ende der 90er Jahre stellt eine junge Generation ihre ersten Filme vor. Sie machen auf Festivals Furore, gewinnen Preise und internationale Anerkennung. Die Stärke dieses Kinos liegt in seiner Vielzahl talentierter Filmemacher, die sich aller Genres, Themen und Stile bedienen. Nicht zuletzt gehören dazu ausgezeichnete Dokumentarfilmer.
Für das Programm des Cine Móvils wurden Filme der letzten Jahre ausgewählt, die Themen behandeln, die auch in Deutschland, wenn auch unter anderen Aspekten, diskutiert werden und zum Vergleich einladen.
Emigration und Migration: Argentinien war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein Einwanderungsland, in dem viele Europäer eine neue Heimat fanden. Europa heute ist für viele Argentinier europäischer Abstammung ein Sehnsuchtsort, ihrer schlechten Lage zu entkommen. „El abrazo partido” und „Los paranoicos” greifen dieses Thema auf.
Auseinandersetzung mit der Diktatur: Die Diktatur von 1976 bis 1982 beeinflusst den Alltag der Argentinier bis heute. Die Verbrechen der Junta sind unvergessen und werden erst jetzt in Prozessen gesühnt. Und immer noch finden die „Großmütter der Plaza de Mayo” verschollene Enkel wieder, die ihren Eltern damals in der politischen Gefangenschaft weggenommen wurden. „Victoria”, „Hermanas” und „Sr. Presidente” zeigen, wie die Diktatur auch Jahre später das Schicksal von Familien belasten kann.
Lebensperspektiven und wirtschaftliche Krisen: Viele Argentinier sind gut ausgebildet, finden jedoch keine Arbeit oder schlagen sich mit Jobs durchs Leben. Zu den Folgen gehören sozialer Abstieg und Kriminalität. Von fehlenden Perspektiven
erzählen „Los paranoicos” und „Un oso rojo” ebenso wie die Dokumentarfilme „Pulqui”
und „Corazón de fábrica”. Letztere zeigen den Weg Argentiniens von einem einst reichen zu einem armen Land, aber auch Wege, wie die Wirtschaft des Landes regeneriert werden kann.
Sonderprogramm für Kinder und zur Buchmesse: Kinder gehören zu den Haupt-Zielgruppen der Cine Móviles, also sind auch zwei Filme für kleinere und etwas ältere Kinder im Programm. Im Jahr des Bicentenario ist Argentinien Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Das Cine Móvil hat dafür ein literarisches Filmprogramm ausgewählt.
Die Chance, diese leider in Deutschland selten zu sehenden Filme, zumal auf der Leinwand und auch noch gratis, anzuschauen, sollte nicht verpasst werden!
Informieren Sie sich daher über die vielen Spielorte und interessanten Filme auf der
Internetseite des Wanderkinos sowie unter 01577- 482 65 44 und info@cinemoviles.de.
Vom 28. August bis zum 10. Oktober 2010 reist das Cine Móviles mit 14 argentinischen Filmen durch alle Bundesländer und veranstaltet dabei rund 60 Filmvorführungen an den unterschiedlichsten Orten, von Kinos, über Gemeindezentren und Schulen bis hin zu Gefängnissen. Anlaß der Veranstaltung ist das Jahr des Bicentenario, denn vor 200 Jahren wurden die ersten südamerikanischen Länder unanbhängig.
In Argentinien sind die Menschen auf Wanderkinos angewiesen:
"Kinofreie" Regionen gibt es viele auf der Welt. Mehr und mehr Kinosäle schließen auch hierzulande, knapp 1000 deutsche Städte haben noch ein Kino. Wie bringt man daher in Zeiten von TV, DVD und Internet qualitativ gutes Kino in "kinoarme" Regionen?
Argentinien hat dafür eine Lösung, die anderen Ländern als Modell dienen kann. Wie in den Zeiten des früheren Wanderkinos versorgt das riesige Land, 80 Prozent sind "kinofrei", seit 1997 seine Bürger mit den Cine Móviles, einem vom INCAA und den Provinzen getragenen Programm. In jeder der 24 Provinzen Argentiniens verfügt ein Vorführ-Team über einen Mercedes-Sprinter-Bus und mobiles Projektions-Equipment, mit dem das nationale Kino gratis im ganzen Land gezeigt wird.
"Cultura para todos" ‒ Kultur für alle ‒ wird in Argentinien mit vielen Gratis-Angeboten für die Menschen sehr ernst genommen, die Cine Móviles sind dabei eines der wichtigsten Projekte. Besucht werden noch in den entlegensten Orten Schulen und soziokulturelle Institutionen, darunter auch Altenheime und Gefängnisse. Ein vergleichbares mobiles Kino gibt es in Deutschland bisher nur in zwei von 16 Bundesländern, in Baden-Württemberg und Niedersachsen.
In Deutschland haben sich eine Fülle von Initiativen und Institutionen begeistern lassen und stellen Spielorte zur Verfügung. Initiiert wurde die Reise durch die in Córdoba lebende deutsche Autorin und Filmmacherin Ute T. Schneider, die durch einen Dokumentarfilm die alltägliche Arbeit der Cine Móviles aus Erfahrung kennt.
Die Deutschlandtour beginnt am 28. August im Iberoamerikanischen Institut in Berlin mit einer Open-Air-Vorführung
El Abrazo Partido (
Die verschwundene Umarmung) von
Daniel Burman (2003).
Das Finale erlebt die Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse, wo sie mit einem Sonderprogramm zu Gast sein wird.
Auf der
Internetseite von Cine Móviles werden dann jeweils vor Vorführungstermin die Einzelheiten bekanntgegeben werden. Der Eintritt ist immer kostenlos.
Hier schon einmal eine Vorschau auf das Filmprogramm, die erkennen läßt, daß ausnahmeslos sehr erfolgreiche, meist aktuelle Filme aus Argentinien präsentiert werden, die einen Einblick in die Kultur des Landes und sein Filmschaffen bieten:
Das „neue argentinische Kino”: Ende der 90er Jahre stellt eine junge Generation ihre ersten Filme vor. Sie machen auf Festivals Furore, gewinnen Preise und internationale Anerkennung. Die Stärke dieses Kinos liegt in seiner Vielzahl talentierter Filmemacher, die sich aller Genres, Themen und Stile bedienen. Nicht zuletzt gehören dazu ausgezeichnete Dokumentarfilmer.
Für das Programm des Cine Móvils wurden Filme der letzten Jahre ausgewählt, die Themen behandeln, die auch in Deutschland, wenn auch unter anderen Aspekten, diskutiert werden und zum Vergleich einladen.
Emigration und Migration: Argentinien war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein Einwanderungsland, in dem viele Europäer eine neue Heimat fanden. Europa heute ist für viele Argentinier europäischer Abstammung ein Sehnsuchtsort, ihrer schlechten Lage zu entkommen. „El abrazo partido” und „Los paranoicos” greifen dieses Thema auf.
Auseinandersetzung mit der Diktatur: Die Diktatur von 1976 bis 1982 beeinflusst den Alltag der Argentinier bis heute. Die Verbrechen der Junta sind unvergessen und werden erst jetzt in Prozessen gesühnt. Und immer noch finden die „Großmütter der Plaza de Mayo” verschollene Enkel wieder, die ihren Eltern damals in der politischen Gefangenschaft weggenommen wurden. „Victoria”, „Hermanas” und „Sr. Presidente” zeigen, wie die Diktatur auch Jahre später das Schicksal von Familien belasten kann.
Lebensperspektiven und wirtschaftliche Krisen: Viele Argentinier sind gut ausgebildet, finden jedoch keine Arbeit oder schlagen sich mit Jobs durchs Leben. Zu den Folgen gehören sozialer Abstieg und Kriminalität. Von fehlenden Perspektiven
erzählen „Los paranoicos” und „Un oso rojo” ebenso wie die Dokumentarfilme „Pulqui”
und „Corazón de fábrica”. Letztere zeigen den Weg Argentiniens von einem einst reichen zu einem armen Land, aber auch Wege, wie die Wirtschaft des Landes regeneriert werden kann.
Sonderprogramm für Kinder und zur Buchmesse: Kinder gehören zu den Haupt-Zielgruppen der Cine Móviles, also sind auch zwei Filme für kleinere und etwas ältere Kinder im Programm. Im Jahr des Bicentenario ist Argentinien Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Das Cine Móvil hat dafür ein literarisches Filmprogramm ausgewählt.
Die Chance, diese leider in Deutschland selten zu sehenden Filme, zumal auf der Leinwand und auch noch gratis, anzuschauen, sollte nicht verpasst werden!
Informieren Sie sich daher über die vielen Spielorte und interessanten Filme auf der
Internetseite des Wanderkinos sowie unter 01577- 482 65 44 und info@cinemoviles.de.
Cine Móviles - argentinisches Wanderkino auf Deutschlandtour