Ein Sommer in New York - The Visitor gehört zu den korrekten Filmen, die den Gegensatz zwischen Politik und Menschenrechten durchleuchten und somit einer der Kategorien von Festivallieblingen angehören.
Konkret geht es in
Thomas McCarthys Film um das Treffen zwischen der gutgesinnten theoretischen Herangehensweise der oberen amerikanischen Mittelschicht, vertreten durch Walter Vale (
Richard Jenkins, demnächst in
Eat Pray Love in den deutschen Kinos zu sehen), Universitätsprofessor und Witwer, seit Jahren an Büchern über Ökonomie der Entwicklungsländer schreibend - oder vielmehr nichtschreibend vor sich hin vegetierend, und dem Puls dieser Entwicklungsländer, der rohen Realität, vertreten durch den illegalen syrischen Immigranten Tarek Khalil (
Haaz Sleiman, eine der Stimmen aus Assassin’s Creed), seiner Mutter Mouna (gespielt von der politisch engagierten palästinischen Schauspielerin
Hiam Abbas) und seiner Freundin Zainab (
Danai Gurira).
Auch wenn der Grundriss der Geschichte, die Kameraführung und der nicht diegetische Teil des Soundtracks sich gut im Konzept des politisch korrekten Dramas kadrieren lassen, hat
Ein Sommer in New York - The Visitor einige herausragende Aspekte zu bieten. Man kommt zum Beispiel nicht umhin, die hervorragende Leistung der Schauspieler zu bemerken, und zwar so weit, dass es keinen einzigen Charakter im Film gibt, der den Zuschauer enttäuschen kann. Von
Richard Jenkins, dem die Rolle des in sich zurückgezogenen, latent frustrierten Professor wie angegossen scheint, über Hiam Abbas, die stellvertretend die Unsicherheiten und Hoffnungen von Immigranten in jeder Geste, in jeder Zeile auszudrücken weiß, bis hin zu den, auch wenn pointierten, sehr beeindruckenden Nebencharakteren, wie zum Beispiel die New Yorker Polizeibeamten.
Die Qualität der Schauspieler weiß der Film nicht nur dramaturgisch auszunutzen, als Drama der großen Gefühle, sondern auch, um den Zuschauer mit einzigartigen Szenen zu begeistern. Alles, was in Walters Leben fehlt, bekommt er von seinen neuen Bekannten. Und es sind natürlich ganz einfache Dinge, die ihm die Lebensfreude wieder bekannt machen. Sei es das ungewisse Etwas, das er seit dem Tod seiner Frau (Klavierspielerin) im Klavierunterricht erfolgslos sucht und durch Tarek in wenigen Stunden während den Djembé-Lektionen findet, sei es die zärtliche Liebesgeschichte, die zwischen ihm und Mouna entsteht - eine der zärtlichsten, die auf der Kinoleinwand je zu sehen war - oder schlicht die Gelegenheit, auch mal anderen zu helfen, die ihn zuerst dazu treibt, überhaupt die Immigranten näher kennenzulernen (die vielleicht raffinierteste Nuance des Films).
Zusammenfassend lässt sich
Ein Sommer in New York - The Visitor als ausgesprochen feinfühlig inszeniertes Arthouse Drama beschreiben, das zwar auf einer erfolgsversprechenden Idee basiert, aber diese mit Bravur ausarbeitet.
Ein Sommer in New York - The Visitor / The Visitor
R: Thomas McCarthy
D: Richard Jenkins, Hiam Abbas, Haaz Sleiman, Danai Gurira
USA, 2007 (2010), 100 Min.
Copyright Ascot Elite
Veröffentlichung: 19. August 2010
Bildformat: 1.85:1 / 16:9
Sprache: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
FSK: 0
Ein Sommer in New York - The Visitor gehört zu den korrekten Filmen, die den Gegensatz zwischen Politik und Menschenrechten durchleuchten und somit einer der Kategorien von Festivallieblingen angehören.
Konkret geht es in
Thomas McCarthys Film um das Treffen zwischen der gutgesinnten theoretischen Herangehensweise der oberen amerikanischen Mittelschicht, vertreten durch Walter Vale (
Richard Jenkins, demnächst in
Eat Pray Love in den deutschen Kinos zu sehen), Universitätsprofessor und Witwer, seit Jahren an Büchern über Ökonomie der Entwicklungsländer schreibend - oder vielmehr nichtschreibend vor sich hin vegetierend, und dem Puls dieser Entwicklungsländer, der rohen Realität, vertreten durch den illegalen syrischen Immigranten Tarek Khalil (
Haaz Sleiman, eine der Stimmen aus Assassin’s Creed), seiner Mutter Mouna (gespielt von der politisch engagierten palästinischen Schauspielerin
Hiam Abbas) und seiner Freundin Zainab (
Danai Gurira).
Auch wenn der Grundriss der Geschichte, die Kameraführung und der nicht diegetische Teil des Soundtracks sich gut im Konzept des politisch korrekten Dramas kadrieren lassen, hat
Ein Sommer in New York - The Visitor einige herausragende Aspekte zu bieten. Man kommt zum Beispiel nicht umhin, die hervorragende Leistung der Schauspieler zu bemerken, und zwar so weit, dass es keinen einzigen Charakter im Film gibt, der den Zuschauer enttäuschen kann. Von
Richard Jenkins, dem die Rolle des in sich zurückgezogenen, latent frustrierten Professor wie angegossen scheint, über Hiam Abbas, die stellvertretend die Unsicherheiten und Hoffnungen von Immigranten in jeder Geste, in jeder Zeile auszudrücken weiß, bis hin zu den, auch wenn pointierten, sehr beeindruckenden Nebencharakteren, wie zum Beispiel die New Yorker Polizeibeamten.
Die Qualität der Schauspieler weiß der Film nicht nur dramaturgisch auszunutzen, als Drama der großen Gefühle, sondern auch, um den Zuschauer mit einzigartigen Szenen zu begeistern. Alles, was in Walters Leben fehlt, bekommt er von seinen neuen Bekannten. Und es sind natürlich ganz einfache Dinge, die ihm die Lebensfreude wieder bekannt machen. Sei es das ungewisse Etwas, das er seit dem Tod seiner Frau (Klavierspielerin) im Klavierunterricht erfolgslos sucht und durch Tarek in wenigen Stunden während den Djembé-Lektionen findet, sei es die zärtliche Liebesgeschichte, die zwischen ihm und Mouna entsteht - eine der zärtlichsten, die auf der Kinoleinwand je zu sehen war - oder schlicht die Gelegenheit, auch mal anderen zu helfen, die ihn zuerst dazu treibt, überhaupt die Immigranten näher kennenzulernen (die vielleicht raffinierteste Nuance des Films).
Zusammenfassend lässt sich
Ein Sommer in New York - The Visitor als ausgesprochen feinfühlig inszeniertes Arthouse Drama beschreiben, das zwar auf einer erfolgsversprechenden Idee basiert, aber diese mit Bravur ausarbeitet.
Ein Sommer in New York - The Visitor / The Visitor
R: Thomas McCarthy
D: Richard Jenkins, Hiam Abbas, Haaz Sleiman, Danai Gurira
USA, 2007 (2010), 100 Min.
Copyright Ascot Elite
Veröffentlichung: 19. August 2010
Bildformat: 1.85:1 / 16:9
Sprache: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
FSK: 0
DVD: Ein Sommer in New York - The Visitor