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DVD: Robo-Geisha

von Ciprian David, am 5.8.10



Wenige Einstellungen und noch wenigere Dialogzeilen bedarf Robo Geisha, um den Zuschauer auf die kommenden 100 Minuten vorzubereiten. Denn was darauf folgt, lässt sich konsequent, und zwar Szene für Szene und Handlungsstrang für Handlungsstrang, in den Olymp des Trash platzieren.

Der Film ähnelt in seinem Aufbau einem Vaudeville der Special Effects und absurdesten Kämpfe. Geishas sind die Supersoldaten der Zukunft, die besten Auftragsmörderinnen, und kein Geheimnis hinter dieser Idee bleibt im Film ungelüftet: Sie ähneln den großen Industriellen, die sich an die Politik anpassen und diese beeinflussen. Doch dazu brauchen sie einige Upgrades. Und wenn es um die Ingeniösität von Robo Geisha geht, dann spielen diese Upgrades eine beträchtlich Rolle: Raketen schießen den Geishas aus den Frisuren, Automatikwaffen aus den Brüsten, die Achselhöhlen lassen Katanas hervorspringen und vieles, vieles mehr. Es geht so weit, dass diese Upgrades den Film bestimmen, denn den Kern des Films machen die visuellen „Visionen“ der Schöpfer aus, und diese wurden umgesetzt, egal mit welchen technischen Mitteln.

Die Handlung erweist sich ebenso flexibel und abhängig von den „zu zeigenden“ Special Effects. Mal will der Bösewicht die Welt erobern, mal entscheidet er, sich umzubringen, und zwar, weil sein Vater tot ist und nun er das tun darf, was er will. Natürlich nicht irgendeinen alltäglichen Selbstmord, sondern aus einem Palast aus, der zum wandelnden Roboter wurde und eine Bombe an der Halskette trägt, die zehnmal stärker als jede Atombombe ist. Eine Vielzahl an kleinen doch so großen Motiven à la Hollywood sind auch vorhanden: Eine kontroverse Schwesterbeziehung zwischen den Protagonistinnen, ein Opferdrama und anderes wird nur aufgenommen um irgendwann mit reichlich schwarzem Humor demontiert zu werden.

Robo Geisha scheut sich nicht, sich von der üblichen (lese: nachvollziehbaren) Narration zu entfernen, und genau dies tut dem Film gut: somit sind die visuelle und die narrative Ebene im Einklang und spätestens nach zehn Minuten Film wird man nur noch Spaß damit haben. Alles wird in spektakulären Schnittfolgen serviert. Ein Paradebeispiel in dieser Hinsicht ist die erste Szene des Films, über die man sich nicht selten fragen wird, wann im Film sie wieder aufgenommen wird. Die Antwort darauf lautet: nie, aber warum überhaupt? Großartige Unterhaltung eben, aber Warnung: man muss sich darauf einlassen können!





Robo-Geisha
R: Noboru Iguchi
D: Asami, Cay Azumi, Takumi Saito, Naoto Takenaka
Japan, 2009 (2010), 101 Min.

Copyright I-ON New Media
Veröffentlichungstermin: 30.Juli.2010
Bildformat:Widescreen (1.85:1 - anamorph)
Sprache: DD 5.1 Deutsch, DD 5.1 Japanisch
Untertitel: Deutsch
FSK 18


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