
Es läßt sich vermuten, daß viele, die sich die Fernsehserien ihrer Kindheit auf DVD kaufen, seien es
Bonanza,
Die bezaubernde Jeannie oder
Unsere kleine Farm, nicht wirklich alle Serienfolgen noch einmal schauen wollen.
Bonanza zum Beispiel hat es auf unglaubliche 14 Staffeln gebracht und nicht jedes Abenteuer der Cartwrights muß man sich auf DVD ansehen. Die Gründe, die hinter der Anschaffung stehen, sind wohl eher ein nostalgisches Gefühl der persönlichen Vergangenheit und der alten Fernsehzeit gegenüber. Auch befriedigt die Vorstellung, die Serien komplett immer zur Verfügung zu haben, wo man sie früher höchstens mühsam auf Video aufzeichnen konnte oder eben jahrelang auf eine Wiederausstrahlung hoffen mußte.
Auch die wenigsten werden sich alle 32 Folgen der
Thunderbirds anschauen. In gewisser Weise ist die Serie sogar stärker gealtert, als die oben genannten Produktionen. Denn bei
Thunderbirds handelt es sich um eine Marionettenserie und das erscheint in einer Zeit, in der sogar normaler, zweidimensionaler Zeichentrick aus der Mode gerät, doch sehr altmodisch und fremd. Läßt sich jedoch ein Zuschauer darauf ein, wird er mit einer Fülle an Retrocharme belohnt, die sich selbst in den schönsten alten Serien kaum finden läßt.
Erstmals 1965 ausgestrahlt, setzte die englische Fernsehserie zur damaligen Zeit Maßstäbe im Puppentrick und Miniaturenbau.
Gerry Anderson heißt der Mann, der hinter dem Erfolg steht. Vor den
Thunderbirds hatte er schon mehrere Puppenserien kreiert und war später für die Realserien
UFO und
Mondbasis Alpha 1 verantwortlich. Seine Technik nennt sich
Supermarionation und verbindet Marionettenspiel mit Trick. Selten nur sind die Fäden an den Puppen zu sehen und die mehrfach beweglichen Gesichter ermöglichen den Ausdruck glaubhafter Emotionen. Auch die restliche Ausstattung wurde äußerst sorgfältig gebaut, die vielen futuristischen Fahrzeuge ermöglichen erstaunlich rasante Action und die Gebäude und anderen Setbauten spiegeln mit ihrer Architektur sowie den vielen technischen Spielereien perfekt den Aufbruchscharakter und den Fortschrittsglauben Mitte der 1960er Jahre wider. Auch die hohen Produktionskosten der Serie (in heutiger Währung ungefähr 2 Millionen Dollar pro Episode) unterstreichen die Detailgenauigkeit. Die Effekte beeindruckten auch andere Filmemacher. So soll
Kubrick mehrfach versucht haben,
Anderson zur Mitarbeit an
2001: A Space Odyssee zu bewegen, was dieser ablehnte.
Kubrick verpflichtete daraufhin andere Mitarbeiter aus
Andersons Team.
Andersons Assistent
Derek Meddings war später für die Spezialeffekte in einigen
James Bonds und
Superman-Filmen verantwortlich und gewann für die Effekte beim ersten
Superman-Film den Oscar.
Zur Idee der Geschichte fand
Anderson durch einen Bericht über das Grubenunglück in
Lengede. Bei der Rettung der Bergarbeiter mußte großes Gerät über weite Strecken in möglichst kurzer Zeit herangeschafft werden. In
Thunderbirds sind die zentralen Figuren dann als Angehörige einer International Rescue genannten Rettungsgruppe entworfen worden. Ins Leben gerufen wurde die im 21. Jahrhundert operierende Organisation vom Ex-Astronauten Jeff Tracy. Zusammen mit dem Wissenschaftler Brains hat er eine geheime Basis auf einer versteckten Insel errichtet, von der aus er zusammen mit seinen Söhnen Scott, Virgil, Gordon, Alan und John überall auf der Welt Rettungsmissionen durchführt. John Tracy fängt auf seiner Raumstation Thunderbird 5 alle Notrufe auf und leitet diese an seinen Vater und die Brüder weiter, von denen jeder einen Thunderbird, ein besonderes, hochentwickeltes Fahrzeug besitzt. Meist sind die Notfälle durch technische Probleme oder menschliches Versagen verursacht, allerdings hat auch einige Male der Bösewicht The Hood seine Finger mit im Spiel, der unbedingt an die Technik der Thunderbirds gelangen möchte. Unterstützt werden die Tracys noch von Lady Penelope, einer reichen Agentin aus der Nähe von London.

Die einzelnen Episoden widmen dem jeweiligen Rettungsauftrag viel Zeit. Beim Sehen mehrerer Folgen hintereinander kann dies mitunter ein wenig langweilig werden, weil die Serienmacher doch sehr stark und zu Recht auch stolz ihre für die damalige Zeit innovativen Effekte zur Schau stellen, doch in der Wiederholung ist dies vielleicht doch etwas zu viel betont. Dennoch ist zu bemerken, daß die Actionszenen überraschend spannend sind. Die einzelnen Figuren und ihre Dialoge erscheinen, wenn auch recht stereotypisch, doch glaubhaft und auch humorvoll.
Es ist auch nicht so, daß sich die Serie per se an ein Publikum aus kleinen Jungen richtet. Vielmehr ist sie die perfekte Essenz ihrer Entstehungszeit, was die Faszination für die Technik der Zukunft anbetrifft. Nicht von ungefähr sind alle Tracy-Sprößlinge nach Astronauten des amerikanischen Mercury-Programms benannt. Auch fühlt sich der Zuschauer an vielen Stellen an
James Bond erinnert. So wurden die Gesichtszüge von Scott Tracy angeblich denen
Sean Connerys nachempfunden. Doch das heißt nicht, daß die
Thunderbirds Bond mit Marionetten sind. Es ist der allgemeine Zeitgeist, der sich in der Serie spiegelt.
Damit wird
Thunderbirds zusätzlich einfach als Zeitdokument interessant. Trotzdem ist die Serie auch heute noch vor allem unterhaltsam und die DVD-Veröffentlichung ermöglicht nun auch den deutschen Zuschauern ein paar nostalgische Stunden, wann immer einem danach ist. Vielleicht setzt man eines Tages seine Kinder einfach mal vor die
Thunderbirds oder eine andere der alten Serien. Es ist sogar zu vermuten, daß sie Gefallen daran finden.
Für den eingefleischten Fan beinhaltet die Gesamtedition, die bei epix erscheint, viele Featurettes und Bildergalerien zu der Entstehung der Serie und ihren Figuren. Ton- und Bildqualität verraten das Alter der Serie durchaus, tragen aber eher zum Seherlaubnis bei, statt es zu stören.
Es sei noch zu erwähnen, daß die
Thunderbirds bis heute eine große Fangemeinde, vor allem im angelsächsischen Raum, haben. Die Figuren und Fahrzeuge finden sich in vielen Werbungen, Musikvideos, anderen Filmen und Merchandising-Produkten. Als Beispiel hier eine britische Werbung aus dem Jahr 2008, in dem sich Wissenschaftler Brains noch beweglicher als in der Originalserie zeigt:
Natürlich gab es auch Kinoadaptionen der ursprünglichen Serie, schon in den 1960ern entstanden zwei Spielfilme. 2004 wurden gleich zwei Kinofilme produziert, die auf den
Thunderbirds basieren, jedoch mit anderen Vorzeichen.
Jonathan Frakes (der Commander Riker aus
Star Trek)
Realversion der ursprünglichen Geschichte stieß eher auf negative Kritiken. Dies mag einerseits an der Fokussierung auf die Figur des zum Teenagers gemachten Alan Tracy liegen. Vor allem aber nimmt die Computeranimation der Fahrzeuge und Gebäude ihnen trotz aller Modernisierung auch etwas von ihrem Charme, vielleicht kann dies in dem Trailer des Films nachvollzogen werden:
Die
South Park-Macher hingegen stellten in einem auf der Optik der
Thunderbirds aufgebauten, satirischen Puppentrickfilm bösartigen Terroristen eine Truppe ähnlich der International Rescue entgegen, das
Team America:
Hier dann natürlich noch das Intro der Originalserie:
Thunderbirds
Cr: Gerry Anderson, Lynn Anderson u.a.
Großbritannien 1965, 32 Episoden à 50 Minuten
Copyright: epix
Bildformat: 4:3
Audio: 2.0 DD
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Trailer, Bildergalerien, Brains geheimes Wissen, Episodenführer, Figurenportraits, Infos zu Pod-Vehikeln, Pannen, Epix-Trailershow
FSK: 6
Veröffentlichung: 28.5.2010

Es läßt sich vermuten, daß viele, die sich die Fernsehserien ihrer Kindheit auf DVD kaufen, seien es
Bonanza,
Die bezaubernde Jeannie oder
Unsere kleine Farm, nicht wirklich alle Serienfolgen noch einmal schauen wollen.
Bonanza zum Beispiel hat es auf unglaubliche 14 Staffeln gebracht und nicht jedes Abenteuer der Cartwrights muß man sich auf DVD ansehen. Die Gründe, die hinter der Anschaffung stehen, sind wohl eher ein nostalgisches Gefühl der persönlichen Vergangenheit und der alten Fernsehzeit gegenüber. Auch befriedigt die Vorstellung, die Serien komplett immer zur Verfügung zu haben, wo man sie früher höchstens mühsam auf Video aufzeichnen konnte oder eben jahrelang auf eine Wiederausstrahlung hoffen mußte.
Auch die wenigsten werden sich alle 32 Folgen der
Thunderbirds anschauen. In gewisser Weise ist die Serie sogar stärker gealtert, als die oben genannten Produktionen. Denn bei
Thunderbirds handelt es sich um eine Marionettenserie und das erscheint in einer Zeit, in der sogar normaler, zweidimensionaler Zeichentrick aus der Mode gerät, doch sehr altmodisch und fremd. Läßt sich jedoch ein Zuschauer darauf ein, wird er mit einer Fülle an Retrocharme belohnt, die sich selbst in den schönsten alten Serien kaum finden läßt.
Erstmals 1965 ausgestrahlt, setzte die englische Fernsehserie zur damaligen Zeit Maßstäbe im Puppentrick und Miniaturenbau.
Gerry Anderson heißt der Mann, der hinter dem Erfolg steht. Vor den
Thunderbirds hatte er schon mehrere Puppenserien kreiert und war später für die Realserien
UFO und
Mondbasis Alpha 1 verantwortlich. Seine Technik nennt sich
Supermarionation und verbindet Marionettenspiel mit Trick. Selten nur sind die Fäden an den Puppen zu sehen und die mehrfach beweglichen Gesichter ermöglichen den Ausdruck glaubhafter Emotionen. Auch die restliche Ausstattung wurde äußerst sorgfältig gebaut, die vielen futuristischen Fahrzeuge ermöglichen erstaunlich rasante Action und die Gebäude und anderen Setbauten spiegeln mit ihrer Architektur sowie den vielen technischen Spielereien perfekt den Aufbruchscharakter und den Fortschrittsglauben Mitte der 1960er Jahre wider. Auch die hohen Produktionskosten der Serie (in heutiger Währung ungefähr 2 Millionen Dollar pro Episode) unterstreichen die Detailgenauigkeit. Die Effekte beeindruckten auch andere Filmemacher. So soll
Kubrick mehrfach versucht haben,
Anderson zur Mitarbeit an
2001: A Space Odyssee zu bewegen, was dieser ablehnte.
Kubrick verpflichtete daraufhin andere Mitarbeiter aus
Andersons Team.
Andersons Assistent
Derek Meddings war später für die Spezialeffekte in einigen
James Bonds und
Superman-Filmen verantwortlich und gewann für die Effekte beim ersten
Superman-Film den Oscar.
Zur Idee der Geschichte fand
Anderson durch einen Bericht über das Grubenunglück in
Lengede. Bei der Rettung der Bergarbeiter mußte großes Gerät über weite Strecken in möglichst kurzer Zeit herangeschafft werden. In
Thunderbirds sind die zentralen Figuren dann als Angehörige einer International Rescue genannten Rettungsgruppe entworfen worden. Ins Leben gerufen wurde die im 21. Jahrhundert operierende Organisation vom Ex-Astronauten Jeff Tracy. Zusammen mit dem Wissenschaftler Brains hat er eine geheime Basis auf einer versteckten Insel errichtet, von der aus er zusammen mit seinen Söhnen Scott, Virgil, Gordon, Alan und John überall auf der Welt Rettungsmissionen durchführt. John Tracy fängt auf seiner Raumstation Thunderbird 5 alle Notrufe auf und leitet diese an seinen Vater und die Brüder weiter, von denen jeder einen Thunderbird, ein besonderes, hochentwickeltes Fahrzeug besitzt. Meist sind die Notfälle durch technische Probleme oder menschliches Versagen verursacht, allerdings hat auch einige Male der Bösewicht The Hood seine Finger mit im Spiel, der unbedingt an die Technik der Thunderbirds gelangen möchte. Unterstützt werden die Tracys noch von Lady Penelope, einer reichen Agentin aus der Nähe von London.

Die einzelnen Episoden widmen dem jeweiligen Rettungsauftrag viel Zeit. Beim Sehen mehrerer Folgen hintereinander kann dies mitunter ein wenig langweilig werden, weil die Serienmacher doch sehr stark und zu Recht auch stolz ihre für die damalige Zeit innovativen Effekte zur Schau stellen, doch in der Wiederholung ist dies vielleicht doch etwas zu viel betont. Dennoch ist zu bemerken, daß die Actionszenen überraschend spannend sind. Die einzelnen Figuren und ihre Dialoge erscheinen, wenn auch recht stereotypisch, doch glaubhaft und auch humorvoll.
Es ist auch nicht so, daß sich die Serie per se an ein Publikum aus kleinen Jungen richtet. Vielmehr ist sie die perfekte Essenz ihrer Entstehungszeit, was die Faszination für die Technik der Zukunft anbetrifft. Nicht von ungefähr sind alle Tracy-Sprößlinge nach Astronauten des amerikanischen Mercury-Programms benannt. Auch fühlt sich der Zuschauer an vielen Stellen an
James Bond erinnert. So wurden die Gesichtszüge von Scott Tracy angeblich denen
Sean Connerys nachempfunden. Doch das heißt nicht, daß die
Thunderbirds Bond mit Marionetten sind. Es ist der allgemeine Zeitgeist, der sich in der Serie spiegelt.
Damit wird
Thunderbirds zusätzlich einfach als Zeitdokument interessant. Trotzdem ist die Serie auch heute noch vor allem unterhaltsam und die DVD-Veröffentlichung ermöglicht nun auch den deutschen Zuschauern ein paar nostalgische Stunden, wann immer einem danach ist. Vielleicht setzt man eines Tages seine Kinder einfach mal vor die
Thunderbirds oder eine andere der alten Serien. Es ist sogar zu vermuten, daß sie Gefallen daran finden.
Für den eingefleischten Fan beinhaltet die Gesamtedition, die bei epix erscheint, viele Featurettes und Bildergalerien zu der Entstehung der Serie und ihren Figuren. Ton- und Bildqualität verraten das Alter der Serie durchaus, tragen aber eher zum Seherlaubnis bei, statt es zu stören.
Es sei noch zu erwähnen, daß die
Thunderbirds bis heute eine große Fangemeinde, vor allem im angelsächsischen Raum, haben. Die Figuren und Fahrzeuge finden sich in vielen Werbungen, Musikvideos, anderen Filmen und Merchandising-Produkten. Als Beispiel hier eine britische Werbung aus dem Jahr 2008, in dem sich Wissenschaftler Brains noch beweglicher als in der Originalserie zeigt:
Natürlich gab es auch Kinoadaptionen der ursprünglichen Serie, schon in den 1960ern entstanden zwei Spielfilme. 2004 wurden gleich zwei Kinofilme produziert, die auf den
Thunderbirds basieren, jedoch mit anderen Vorzeichen.
Jonathan Frakes (der Commander Riker aus
Star Trek)
Realversion der ursprünglichen Geschichte stieß eher auf negative Kritiken. Dies mag einerseits an der Fokussierung auf die Figur des zum Teenagers gemachten Alan Tracy liegen. Vor allem aber nimmt die Computeranimation der Fahrzeuge und Gebäude ihnen trotz aller Modernisierung auch etwas von ihrem Charme, vielleicht kann dies in dem Trailer des Films nachvollzogen werden:
Die
South Park-Macher hingegen stellten in einem auf der Optik der
Thunderbirds aufgebauten, satirischen Puppentrickfilm bösartigen Terroristen eine Truppe ähnlich der International Rescue entgegen, das
Team America:
Hier dann natürlich noch das Intro der Originalserie:
Thunderbirds
Cr: Gerry Anderson, Lynn Anderson u.a.
Großbritannien 1965, 32 Episoden à 50 Minuten
Copyright: epix
Bildformat: 4:3
Audio: 2.0 DD
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Trailer, Bildergalerien, Brains geheimes Wissen, Episodenführer, Figurenportraits, Infos zu Pod-Vehikeln, Pannen, Epix-Trailershow
FSK: 6
Veröffentlichung: 28.5.2010
DVD: Thunderbirds