Die junge Novalee Nation (Natalie Portman) und ihr Freund Willy Jack Pickens (Dylan Bruno) brechen Richtung Kalifornien auf, um ein neues Leben zu beginnen. Als sie beim Wal-Mart halten, damit Novalee auf´s Klo kann, lässt der Macho die Hochschwangere einfach zurück. Nach 6 Wochen als heimlicher Untermieter bekommt sie in einer vom Sturm gebeutelten Nacht ihr Kind im Wal-Mart und wird von dem äußerst talentierten, durch seine kranke Schwester an die Provinz gefesselten, Stadtbibliothekar Forney (James Frain) ins Krankenhaus gebracht.
Nachdem ihre Mutter (ja, Mama Gump, Sally Field) nach Jahren der Abwesenheit wider Erwarten auftaucht, sie um 500 Dollar erleichtert und erneut sitzen lässt, findet Novalee ein neues Zuhause bei dem verschrobenen, aber warmherzigen, älteren Pärchen Sister Husband (Stockard Channing) und Mr. Sprock (Richard Jones), die es gerne mal auf dem Küchentisch treiben und beim gemeinschaftlichen Gebet neben der Danksagung und Fürbitte, auch um Vergebung ihrer Unzucht bitten. Ab und an verfolgen wir in kurzen Episoden den Aufstieg und Fall von Willy Jack (mit dem es am Ende dann ein Wiedersehen geben wird).
Novalee indes findet Freunde in der mehrfachen Mutter Lexi Coop (Ashley Judd) und dem Fotografen Moses (Keith David, dessen Auftritt in Requiem for a Dream sich so sehr in meine Synapsen gebrannt hat, dass jedes Lächeln von ihm seither einen unangenehmen Beigeschmack bekommt). Nach einem Tornado lässt Sister Husband ihr Leben, war aber so nett, Novalee Grundstück und Vermögen zu hinterlassen. Die Jahre verstreichen, Novalee und Forney freunden sich an (er mimt den Quasi-Vater für die kleine Americus Nation), Lexi zieht nach einem grausigen Vorfall mit einem ihrer Kurzbeziehungen (der Dialog zwischen Judd und Portman auf der Veranda ist erstaunlich gut gespielt, unbedingt mit den Originalstimmen ansehen!) samt Kindern bei Novalee ein, die inzwischen Fotografin geworden ist. Ach ja, und um die Liebe muss natürlich gekämpft werden, die fällt nicht von den Bäumen.
Ein „Frauenfilm“, der sich nicht auf die Oberfläche beschränkt, seinen Figuren Substanz verleiht und nur höchst selten in Kitsch abzudriften droht. Damit ist er durchaus qualitativ auf Augenhöhe mit vergleichbaren Filmen wie Grüne Tomaten oder Ein amerikanischer Quilt. Dass Wo dein Herz schlägt eigentlich mehr als geraffte und bebilderte Romanerzählung (die Vorlage Where the Heart is stammt von Billie Letts) daherkommt, verwundert wenig. Solide, mit einigem subtilem Augenzwinkern inszeniert - etwa wenn Ashley Judd von ihrem „Ernie the Exterminator“ erzählt („...the man kills bugs vor living...“), den sie noch immer trifft und einen Schnitt später die Kamera von den Zuckerfiguren einer Hochzeitstorte zurück fährt und auf dem Gesicht der Brautfigur kaum wahrnehmbar ein Käfer krabbelt (ganz zu schweigen von dem Grinsen, das sich einstellen dürfte, wenn man den 6 Jahre später entstandenen Bug im Gedächtnis hat) - gibt der Film durchaus mehr her, als 120 Minuten darüber nachzudenken, ob Ashley Judd oder Natalie Portman heißer ist (und sich folglich mit Winona Ryder messen darf).
Im etwas gewöhnungsbedürftigen Layout ist der Film bei capelight pictures erschienen. Wer sich aber nicht vom Cover mit dem Photoshoplächeln abschrecken lässt, den erwartet eine ernst zu nehmende Geschichte mit engagierten Darstellern. Der Ton ist gut, das Bild wurde wohl nicht neu abgetastet und weist daher einige Unsauberkeiten auf, was aber nicht wirklich stört.
Als Zusatz finden sich etliche Interviews und Trailer.
Wo dein Herz schlägt/Where the Heart is
R: Matt Williams
D: Natalie Portman, Ashley Judd, Stockard Channing, Joan Cusack
USA 2000, 120 Min.
Copyright: capelight pictures
VÖ: 28.5.2010
Bildformat: 2,35:1 (16:9)
Sprache: DD 5.1 Englisch, DD 5.1 Deutsch
Untertitel: Deutsch
Extras: Interviews mit Darstellern und Regisseur, Trailer
FSK: 6









