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gamescom 2010: Erste Eindrücke "Rage"

von Christian Alt, am 19.8.10

John Carmack ist einer der großen Stars der Videospielszene. So verantwortete er nicht nur legendäre Klassiker wie Commander Keen, Doom oder Quake, sondern gilt auch als Garant für größtmögliche technische Innovation. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Hype groß ist, wenn der Erfinder des Ego-Shooters ein neues Spiel, welches Rage heißen soll entwickelt. Sah man bislang nur Screenshots, wird Rage von Carmacks Studio id Software auf der diesjährigen gamesom zum ersten Mal europäischem Publikum vorgeführt, nachdem es bereits auf der E3 zu sehen war. Rage spielt in einem klassischen Endzeitszenario. Ein Meteroit hat das Leben auf der Erde beinahe unmöglich gemacht, die Menschen leben in vereinzelten Reservaten, die durch karge Wüstenlandschaften voneinander getrennt sind. Doch außerhalb der Reservate haben mehr Menschen überlebt als zunächst angenommen, sind aber stark mutiert.

In diese Welt wird der Spieler in Rage hineingeworfen. Mithilfe zahlreicher, veränderbarer Fortbewegungsmittel bahnt er sich seinen Weg von Stadt zu Stadt. Und das sah in der 30-minütigen Demo, die die Entwickler eigens für die gamescom zusammengestellt haben, schon sehr beeindruckend aus. Beeindruckend – aber schon viel zu oft in Spielen wie Fallout 3 oder Borderlands gesehen. Betritt man die Städte bietet sich allerdings ein anderes Bild. Diese sind atmosphärisch äußerst dicht und überaus detailverliebt gestaltet. Alles scheint von den Bewohnern nur provisorisch zusammengeflickt zu sein, Rost reiht sich an High-Tech. Anders als in anderen Spielen reagieren die NPCs auf das Aussehen des Spielers und sprechen ihn an. Die Entwickler versprachen, dass die anderen begehbaren Städte in Rage ebenso gestaltet würden und jede ihren eigenen Flair mit eigener Kleidung, Gebräuchen und Architektur bekäme.

Ähnlich innovativ ist das Kampfsystem, das nun zum ersten Mal in der Geschichte von id Software vom klassischem Shootergenre abweicht. Durch das Sammeln von Gegenständen kann der Spieler, wenn er denn die Bauanleitung kennt, beliebige Waffen zusammenbasteln. Die Bandbreite reicht von tödlichen Bumerangen über explodierende Miniautos, bis hin zu automatischen Kampfrobotern. Besonders hierbei ist, dass sie nicht in den Städten auf Vorrat zusammengebaut werden, um sie daraufhin mit den Kampf zu nehmen, sondern sie sind in der Sekunde des Aufrufens sofort verfügbar und sind somit mit den Zaubern aus Rollenspielen vergleichbar. Dass das gerade von id Software eingeführt wird, ist eigentlich schon eine kleine Sensation.

Eine weitere Sensation ist die von id Software verwendete id Tech5-Engine. Diese ermöglicht eine außerordentliche Skalierbarkeit, sodass das Spiel auf allen Rechnern flüssig bei 60 FPS laufen wird. Zusätzlich kommn noch PS3, Xbox360, Mac und ja sogar iPhone hinzu.
Und auch ein Erscheinungstermin steht schon fest. Das Spiel erscheint in Deutschland am 15.09.2011. Wenn nichts schiefläuft, steht uns nächstes Jahr der nächste Klassiker von John Carmack ins Haus.


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