Duell der Magier
Wie wir sie lieben, die Filme, in denen unbedeutende Loser zu Helden erkoren werden, zunächst überfordert sind und an ihrem mangelnden Selbstbewusstsein immer wieder zu scheitern drohen, sich dann in Zeiten höchster Not in die schönste Frau weit und breit verlieben, ihr Herz erobern und schließlich alles richtig machen. Duell der Magier erfindet das Rad wahrlich nicht neu. Eher reduziert er die ausgetretenen dramaturgischen Pfade dieser Art von Film noch weiter und nimmt sich nicht einmal genug Zeit für seinen ‚Nerd‘.
Für die Hintergrundgeschichte muss erneut der legendäre Zauberer Merlin herhalten. Diesmal daf er das zeitliche Segnen, was in einer Rückblende mit Voice Over erzählt wird, die durch ihre Sprunghaftigkeit beinahe schon wie ein Trailer anmutet. Was in dem hektischen Getümmel seiner letzten Schlacht klar wird, ist, dass Merlin während seines Lebens drei Schüler auserkoren und zu großen Magiern herangezogen hat. Im Kampf gegen die bösartige Hexe Morgana wendet sich einer seiner Schüler aus Eifersucht gegen seinen Meister und seine Mitstreiter, wodurch der Zauberguru ums Leben kommt. Nachdem Morgana Besitz von der zweiten Schülerin (völlig deplatziert: Monica Belucci) ergriffen hat, kann sie zusammen mit dem bösen Schüler Maxim Horvarth (Alfred Molina) in ein magisches Gefängnis verbannt werden, besiegt ist das teuflische Gespann jedoch nicht. Der verbliebene Schüler Merlins, Balthazar Blake (derzeit verliebt in schräge Rollen: Nicolas Cage), erhält vom sterbenden Meister den Auftrag, einen würdigen Erben Merlins zu finden, der die Hexe mit seinen schlummernden Zauberkräften irgendwann besiegen kann. Fertig ist die Vorlage für eine mehr oder weniger spannende Geschichte im Manhattan des 21. Jahrhunderts. 1000 Jahre benötigt Balthazar nämlich, um Dave Stutler (Jay Baruchel) aufzustöbern. Natürlich wird für Action und Spannung ein Widersacher benötigt: Maxim Horvarth kommt frei und setzt während der übereilten Ausbildung des Jungen alles daran, fies zu sein und natürlich seine noch fiesere Meisterin zu befreien.
Duell der Magier, der Name ist Programm. Das klapprige Storygerüst und die Figurenentwicklung des Films halten keiner kritischen Betrachtung stand, sondern dienen lediglich als Vorlage für Humor und – natürlich – immer spektakulärere Duelle zwischen Magiern. Mit Effekten geizt diese Jerry Bruckheimer-Produktion entsprechend keineswegs und einige Dialoge wissen durchaus Spaß zu machen. Vor allem Jay Baruchel und Alfred Molina – ohne dessen allgegenwärtige Leinwandpräsenz einige aktuelle Produktionen totlangweilig wären – retten in den wenigen Gelegenheiten, die ihnen das Drehbuch bietet, mit einer großen Portion Ironie das ruhelose Geschehen. Der Drang, den Film zu verlassen konnte trotz ihrem Spiel aber letztlich nur durch eine liebenswerte Anekdote an den Disney-Klassiker Die Hexe und der Zauberer unterdrückt werden (Besenalarm!). Und durch den Apekt, dass Magie in Duell der Magier erstmals mit neuzeitlichen Elementen, in diesem Fall Physik gekreuzt wird.
Die dritte Zusammenarbeit von Regisseur Jon Turteltaub und Nicolas Cage, die zuvor Das Vermächtnis der Tempelritter mitsamt Fortsetzung inszenierten, taugt zweifellos für ein Publikum, das Teenieromanzen noch selbst nachvollziehen kann und Spaß an einem kurzweiligen Abenteuertrip hat. Für alle anderen sei betont: Kurzweil wird hier wirklich SEHR groß geschrieben. So erinnert man sich nach dem Ende des Films, der fast ohne bemerkenswerte Sequenzen in gefühlten 30 Minuten an einem vorbeirauscht, nicht wirklich an Highlights. Wer also schon ein wenig Magieerfahrung hat und wert auf Substanz legt, sollte die zeit lieber nutzen, um den Blick die herrlich bösartigen Märchenhexen richten, die in Disneys Animationsklassikern wüten durften und Morgana schlichtweg lächerlich aussehen lassen. Früher war eben einfach alles besser...
Duell der Magier
R: Jon Turteltaub
D: Nicolas Cage, Jay Baruchel, Alfred Molina, Teresa Palmer, Toby Kebbell, Omar Benson Miller, Monica Bellucci, Alice Krige
USA 2010, 109 Min.
Copyright: Walt Disney Studios
Kinostart: 02.09.2010









4 Kommentare zu "Duell der Magier"
Nachdem diese Art kurzweilige Unterhaltung eigentlich nicht so mein Fall ist, habe ich ihn mir mit arg gedämpften Erwartungen angesehen und bin sehr, sehr positiv überrascht worden. Ein sympathischer Film mit überzeugenden Darstellern, gelungenem Humor, witzigen Zitaten - definitiv der bessere Potter.
Ich hatte exakt den gegenteiligen Eindruck. Zwar liefern Cage, Molina und Jay Baruchel keine schlechte Leistung ab, die Erzählweise des Films ließ mir allerdings die Haare zu Berge stehen. Hääten die Figuren etwas mehr Raum bekommen, würde das ganze sicherlich viel besser funktionieren. Ich konnte den Charakteren ihre Geschichten einfach nur schwerlich abnehmen.
Vor dem Hintergrund der Merlin-Saga wirkt der Film sehr überzeugend und vermittelt das Bild einer neuzeitlichen, modernen Kreuzung zwischen Wissenschaft und Magie; eine gut gewählte Mischung!
Ich kann diesen Film sehr weiter empfehlen!
Ich denke auch, wenn man den Film unter dem Aspekt sieht, ist er recht interessant - mal davon abgesehen, dass die Erklärung von Magie durch Teilchenphysik auf den ein oder anderen Zuschauer auch ein wenig albern wirken könnte...
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