Wühlt man ein wenig in der Filmgeschichte, stößt man auf einige verunglückte Übersetzungen englischer Filmtitel. Ob nun
Mo’ Money, der den unfreiwillig komischen Untertitel
Meh’ Geld bekam oder
Accepted – Reject Rejection, der aus unerfindlichen Gründen in Deutschland
S.H.I.T – Die Highschool GmbH hieß, es scheinen auffällig viele Komödien vom Übersetzungswahnsinn geplagt zu sein. Donnerstag startet in Deutschland der heißeste Anwärter auf den irrsinnigsten Filmtitel des Jahres 2010: Aus
Hot Tub Time Machine wird
Hot Tub – Der Whirlpool ... ist ’ne verdammte Zeitmaschine!
Nachdem sich ihr alter Schulfreund Lou (
Rob Corddry) versucht hat sich umzubringen, beschließen Nick (
Craig Robinson) und Adam
( John Cusack), mit ihm ein paar Tage Urlaub zu machen. Mit Adams Neffen Jacob (
Clark Duke), der außerhalb seines Kellers noch nicht wirklich viel gesehen hat, im Schlepptau, machen fahren die vier vom Leben enttäuschten dorthin, wo sie einst als Heranwachsende ihre glücklichsten Tage verbrachten: beim Skifahren im Kodiak Valley. Im Valley ist allerdings nichts mehr wie vor zwanzig Jahren, die einzige Attraktion ist der dortige Whirlpool. Doch nach einer durchzechten Nacht in diesem, finden sich die vier plötzlich im Jahr 1986 wieder und lassen die alten Zeiten wieder aufleben.
Hot Tub Time Machine präsentiert sich in der ersten halben Stunde als humorige Mischung aus
Hangover und
Zurück in die Zukunft mit gesteigertem Gross-Out-Faktor. Nahezu tabulos versucht Regisseur
Steve Pink mit Sperma und Kotzfontänen billige Lacher zu erhaschen. Und scheitert dabei kläglich. Nachdem
American Pie vor elf Jahren die Grundpfeiler für eine ganze Schar billiger Teeniekomödien mit hohem Ekelfaktor geschaffen hat, fühlt man sich heute doch ziemlich ermüdet von den immergleichen Körperflüssigkeitsparaden. Zum Glück schafft es Hot Tub Time Machine auf anderen Gebieten zu überzeugen.
Durch zahlreiche Referenzen auf das Motiv des Zeitreisens in der Popkultur, die nicht nur von den Charakteren, sondern auch vom Film selbst kommen, entsteht eine einzigartige Hommage an den Zeitreisefilm. Die Charaktere, die unvermittelt in das Jahr 1986 zurückgereist sind, besitzen all ihr Wissen über Zeitreise eben durch Filme wie
Terminator und
Zurück in die Zukunft. Gerade letzterer wird nicht nur in der Handlung selbst zuhauf zitiert, sondern auch die Besetzung von
Crispin „George McFly“ Glover in einem Running-Gag spricht Bände. Der Film wandelt auf der Grenze zwischen Hommage und dreister Kopie, was dazu führt, dass Zuschauer, die die Referenezen nicht zuordnen können, mit Hot Tub Time Machine ihre Probleme haben werden. Auch die Reminiszenz an die 80er-Jahre ist eher für den Teil des Publikums gedacht, die diese noch bewusst erlebt haben und in die bonbonfarbenen Welt ganz eintauchen können. Dennoch kann der Film auch auf einer anderen Ebene unterhalten. Gerade die Charakterzeichnung ist Drehbuchautor
Josh Heald mehr als gut gelungen. Der anarchische Lou, der von Rob Corddry mit der nötigen Energie gespielt wird, sorgt im Zusammenspiel mit dem restlichen Cast mit Regelmäßigkeit für die besten Lacher. Hierbei nimmt das Drehbuch die Probleme seiner Charaktere nie ernst. Kommt es zu einer Aussprache zwischen den unglücklichen Freunden endet diese meist in einem urkomischen Streit über Belanglosigkeiten. So gleicht Hot Tub Time Machine einer ungebremsten Achterbahn ohne allzu große Moralkeule. Leider fehlt zum Ende hin die nötige innere Filmlogik, die zwei Drittel des Films ad absurdum führt.
Steve Pinks Werk ist glasklar nicht die beste Komödie des Jahres, dennoch schafft es Hot Tub Time Machine der Buddykomödie einige interessante Facetten abzugewinnen und lässt Konkurrenten wie Dinner für Spinner und Kindsköpfe klar hinter sich zurück. Durch die niveaulosen Gross-Out-Anteile und die fehlende Konsequenz in der Dramturgie bleibt allerdings der Großteil seines Potentials ungenutzt. Hinter
Hot Tub - Der Whirlpool ... ist 'ne verdammte Zeitmaschine! ein besserer Film als der idiotische Titel vermuten lässt, kann aber
Hangover und Konsorten nicht das Wasser reichen.
Hot Tub - Der Whirlpool ... ist 'ne verdammte Zeitmaschine / Hot Tub Time Machine
R: Steve Pink
D: John Cusack, Rob Corddry, Clark Duke
USA 2010 101 Min.
Kinostart: 30.09.2010
20th Century Fox
Wühlt man ein wenig in der Filmgeschichte, stößt man auf einige verunglückte Übersetzungen englischer Filmtitel. Ob nun
Mo’ Money, der den unfreiwillig komischen Untertitel
Meh’ Geld bekam oder
Accepted – Reject Rejection, der aus unerfindlichen Gründen in Deutschland
S.H.I.T – Die Highschool GmbH hieß, es scheinen auffällig viele Komödien vom Übersetzungswahnsinn geplagt zu sein. Donnerstag startet in Deutschland der heißeste Anwärter auf den irrsinnigsten Filmtitel des Jahres 2010: Aus
Hot Tub Time Machine wird
Hot Tub – Der Whirlpool ... ist ’ne verdammte Zeitmaschine!
Nachdem sich ihr alter Schulfreund Lou (
Rob Corddry) versucht hat sich umzubringen, beschließen Nick (
Craig Robinson) und Adam
( John Cusack), mit ihm ein paar Tage Urlaub zu machen. Mit Adams Neffen Jacob (
Clark Duke), der außerhalb seines Kellers noch nicht wirklich viel gesehen hat, im Schlepptau, machen fahren die vier vom Leben enttäuschten dorthin, wo sie einst als Heranwachsende ihre glücklichsten Tage verbrachten: beim Skifahren im Kodiak Valley. Im Valley ist allerdings nichts mehr wie vor zwanzig Jahren, die einzige Attraktion ist der dortige Whirlpool. Doch nach einer durchzechten Nacht in diesem, finden sich die vier plötzlich im Jahr 1986 wieder und lassen die alten Zeiten wieder aufleben.
Hot Tub Time Machine präsentiert sich in der ersten halben Stunde als humorige Mischung aus
Hangover und
Zurück in die Zukunft mit gesteigertem Gross-Out-Faktor. Nahezu tabulos versucht Regisseur
Steve Pink mit Sperma und Kotzfontänen billige Lacher zu erhaschen. Und scheitert dabei kläglich. Nachdem
American Pie vor elf Jahren die Grundpfeiler für eine ganze Schar billiger Teeniekomödien mit hohem Ekelfaktor geschaffen hat, fühlt man sich heute doch ziemlich ermüdet von den immergleichen Körperflüssigkeitsparaden. Zum Glück schafft es Hot Tub Time Machine auf anderen Gebieten zu überzeugen.
Durch zahlreiche Referenzen auf das Motiv des Zeitreisens in der Popkultur, die nicht nur von den Charakteren, sondern auch vom Film selbst kommen, entsteht eine einzigartige Hommage an den Zeitreisefilm. Die Charaktere, die unvermittelt in das Jahr 1986 zurückgereist sind, besitzen all ihr Wissen über Zeitreise eben durch Filme wie
Terminator und
Zurück in die Zukunft. Gerade letzterer wird nicht nur in der Handlung selbst zuhauf zitiert, sondern auch die Besetzung von
Crispin „George McFly“ Glover in einem Running-Gag spricht Bände. Der Film wandelt auf der Grenze zwischen Hommage und dreister Kopie, was dazu führt, dass Zuschauer, die die Referenezen nicht zuordnen können, mit Hot Tub Time Machine ihre Probleme haben werden. Auch die Reminiszenz an die 80er-Jahre ist eher für den Teil des Publikums gedacht, die diese noch bewusst erlebt haben und in die bonbonfarbenen Welt ganz eintauchen können. Dennoch kann der Film auch auf einer anderen Ebene unterhalten. Gerade die Charakterzeichnung ist Drehbuchautor
Josh Heald mehr als gut gelungen. Der anarchische Lou, der von Rob Corddry mit der nötigen Energie gespielt wird, sorgt im Zusammenspiel mit dem restlichen Cast mit Regelmäßigkeit für die besten Lacher. Hierbei nimmt das Drehbuch die Probleme seiner Charaktere nie ernst. Kommt es zu einer Aussprache zwischen den unglücklichen Freunden endet diese meist in einem urkomischen Streit über Belanglosigkeiten. So gleicht Hot Tub Time Machine einer ungebremsten Achterbahn ohne allzu große Moralkeule. Leider fehlt zum Ende hin die nötige innere Filmlogik, die zwei Drittel des Films ad absurdum führt.
Steve Pinks Werk ist glasklar nicht die beste Komödie des Jahres, dennoch schafft es Hot Tub Time Machine der Buddykomödie einige interessante Facetten abzugewinnen und lässt Konkurrenten wie Dinner für Spinner und Kindsköpfe klar hinter sich zurück. Durch die niveaulosen Gross-Out-Anteile und die fehlende Konsequenz in der Dramturgie bleibt allerdings der Großteil seines Potentials ungenutzt. Hinter
Hot Tub - Der Whirlpool ... ist 'ne verdammte Zeitmaschine! ein besserer Film als der idiotische Titel vermuten lässt, kann aber
Hangover und Konsorten nicht das Wasser reichen.
Hot Tub - Der Whirlpool ... ist 'ne verdammte Zeitmaschine / Hot Tub Time Machine
R: Steve Pink
D: John Cusack, Rob Corddry, Clark Duke
USA 2010 101 Min.
Kinostart: 30.09.2010
20th Century Fox
Hot Tub - Der Whirlpool ... ist 'ne verdammte Zeimaschine!