Snowman’s Land


Ein verlassener Gebäudekomplex im tiefsten Schnee, von mächtigen Tannen umrandet. Was nach Kubricks Klassiker Shining klingt, ist der Schauplatz von Tomasz Thomsons zweitem Spielfilm Snowman’s Land. Nachdem die schwarze Komödie bereits auf einigen internationalen Festivals lief, ist er nun ab Donnerstag auch in den deutschen Kinos zu sehen.

Als der Auftragskiller Walter (Jürgen Rißmann) aus Versehen den Falschen erschießt, wird er für einige Wochen suspendiert. Da bietet ihm ein Freund einen Job an: Er soll zusammen mit dem Gangster Micky (Thomas Wodianka) die Villa des Ex-Mafiabosses Berger (Reiner Schöne) vor aufständischen Einheimischen schützen und auf Bergers Frau Sibylle(Eva-Katrin Hermann) aufpassen. Als diese durch einen Unfall stirbt, müssen die beiden die Leiche verstecken und ihren Tod vor dem eintreffenden Berger geheim halten.

Dass Lakonie schnell in Langeweile umschlagen kann, zeigte letztes Jahr auch der norwegische Film Nord. Das Setting, dass durch seine Ausweglosigkeit die Konflikte zwischen den Handelnden verschärfen könnte, wird in Snowman’s Land zu wenig genutzt. Die Hermetik führt hier nicht zu den erwarteten Gefühlsausbrüchen, sondern macht den Film zu einem Kammerspiel der Langeweile. Das liegt vor allen Dingen am holprigen Drehbuch, das seine Figuren skizzenhaft nebeneinander stellt. Vor allem den Dialogen mangelt es an Schnelligkeit und Pointierheit. So schleppt der Film sich in seine zweite Hälfte, die durch das Auftreten Bergers – gespielt von einem grandiosen Reiner Schöne – aufgelockert wird. Dieser kurze Spannungsaufbau hält aber nicht lange vor und so stolpert der Film zu seinem faden Finale. Planlos reiht Thomson Zitat an Zitat ohne wirklich zu einer eigenen Filmsprache zu kommen. Die besten Stellen des Films stammen nicht aus seiner eigenen Feder, sondern kommen klar von Kubrick oder Guy Ritchie.

Jürgen Rißmann, der Snowman’s Land in seiner ersten Hauptrolle zu sehen ist, schafft es tatsächlich seiner Figur noch einige interessante Facetten abzugewinnen und ist neben Schöne die beste Besetzung. Thomas Wodlanka spielt den charmanten Trottel zwar stellenweise überzeugend, schafft es dennoch nicht, die Sympathien auf sich zu ziehen. 
So bleibt Snowman’s Land ein missglückter Versuch, einen deutschen Genrebeitrag zu leisten. Die Mischung altbekannter Motive und Zitate führt eben nicht zu einem neuen, überzeugenden Ganzen, sondern zu einem zähflüssigen und im Grunde genommen überflüssigen Film.

Snowman’s Land
R: Tomasz Thomson
D: Jürgen Rißmann, Thomas Wodlanka, Reiner Schöne
Deutschland 2010 98 Min
Zorro Film
Kinostart: 30.09.2010

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