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Die Blockbusterstrategie und der Massengeschmack

von Sven Safarow, am 31.5.10


Man hat es schon gut als Cineast. Das Programmkino zeigt ständig interessante und seltene Filme, kleine aber feine Festivals in der Umgebung sorgen für die notwendige Erweiterung des Horizonts, Indie-Labels pressen die geliebten Geheimtipps auf DVD und Blu-ray. Ein wunderschöner, in sich abgeschlossener Mikrokosmos. Aber nicht wirklich repräsentativ. Wenn man wissen will, wie es um den Film und seine Rezipienten steht, dann geht man ins Kino, d.h. ins Multiplexkino.

Diese Großkinos gibt es seit 1979, vier Jahre nach Erscheinen von Spielbergs Der weiße Hai, zwei Jahre nach George LucasKrieg der Sterne. Diese zwei Filme haben die Kinolandschaft für immer verändert, sie waren die ersten so genannten Blockbuster. Gleichzeitig haben sie den Weg für weitere Blockbuster geebnet, teure Massenproduktionen, die, ausgestattet mit meist enormen Werbebudgets, ihren Weg in die Multiplexkinos finden.

Das Multiplex findet man mittlerweile fast überall auf der ganzen Welt, und es offeriert überall dasselbe Produkt. Es ist ein Walmart für Kinoerzeugnisse. Als neulich im Fernsehen Bilder über die Unruhen in Thailand zu sehen waren, ist mir eine Szene besonders in Erinnerung geblieben: eine zerstörte Einkaufspassage, voller Schutt und Geröll, und Soldaten. Daneben steht, unversehrt, eine Plakatwand. Sie zeigt das Kinoplakat für Der Kautionscop mit Gerald Butler und Jennifer Aniston. Es steckt eine Menge Wahrheit in dieser Szene.

Dass durch die Globalisierung, und anderweitige wirtschaftliche Interessen die Welt immer näher zusammenrückt, ist weder eine Überraschung, noch kann man irgendwen dafür verantwortlich machen. Die Welt ist nun mal ein Dorf, und jeder in diesem Dorf kennt Elvis, die Beatles, Micky Maus, und mittlerweile sogar Shahrukh Khan. Genauso kennt heutzutage jeder Filme wie Transformers, Fluch der Karibik, Sex and the City, Twilight. Sie sind Mainstream. Fragt sich nur, wer sie dazu gemacht hat. Repräsentiert der kulturelle Mainstream wirklich das, was die Mehrheit interessiert, was die Mehrheit sehen will?

Das ist die zentrale Frage: Bestimmt die Mehrheit wirklich den Massengeschmack? Klingt fast wie eine rhetorische Frage, aber nur fast.

Blicken wir einmal nach Amerika, ins Jahr 2007: in einem Land, das einen mehr als umstrittenen Krieg führt, kommt Transformers heraus, der Film zum Spielzeug. Der Film, den Steven Spielberg übrigens mitproduzierte, wurde u.a. unterstützt von Hasbro (dem amerikanischen Spielzeughersteller, der an der Herstellung der kriegerischen Roboter beteiligt war), General Motors, und dem US Militär. Dass sich diese dubiosen Beteiligungen ideologisch auf den Film ausgewirkt haben, ist keine sehr kühne Hypothese.
So hat Regisseur Michael Bay dem Militär ein Mitspracherecht an der Endfassung eingeräumt, zudem wurde der Film vom Militär ganz offiziell als „’Rekrutierungswerkzeug’“ (1) gebraucht, was man dem fertigen Produkt ganz klar ansieht.
Einer von den guten Jungs!
Wir haben also einen Film, aufgeladen mit Äktschn, Special Effects, Infantilität und zweifelhafter Politik. Das allein garantiert noch keine Massenkompatibilität. Diese wird erst durch den zweiten Schritt gewährleistet: Marketing, insbesondere in Form von Merchandising. Es gibt das Spielzeug zum Film zum Spielzeug, Videospiele, Bücher, Comics, etc. George Lucas hat damals vorgemacht, wie Merchandising funktioniert, und sein Beispiel hat Schule gemacht (nicht nur im Kino. Auch beliebte Fernsehsendungen sind auf den Merchandise-Zug aufgesprungen, s. Die Simpsons).

Die verdammten Roboter sind dir damals überall begegnet, im Kino, im Fernsehen, im Radio, beim Fast Food Essen, im Elektronikfachmarkt, im Buchladen. Nicht, weil die Welt voller Spannung auf den neuen Michael Bay-Film gewartet hat. Nicht, weil ein Film über Spielzeug so ein revolutionäres Konzept ist. Und auch nicht weil Megan Fox eine so unglaublich versierte, und talentierte Schauspielerin ist. Sondern weil Transformers über ein enormes Werbebudget verfügte. Bays Film hatte die finanziellen Möglichkeiten, sich Gehör zu verschaffen. Er hatte die finanziellen Möglichkeiten, zum Mainstream zu werden. Er hat sich praktisch eingekauft in den Mainstream, so wie ein Oligarch in die Politik. 
Genius at Work

Und wie steht es mit dem Publikum? Hatte das Publikum letztendlich keine andere Wahl als den Film zu sehen, allein schon weil es dieser gigantischen Werbelawine ausgesetzt war? So einfach ist es leider nicht. Jeder Zuschauer hat die Macht der Entscheidung. Und die meisten Zuschauer haben sich wohl bewusst für Transformers entschieden. Die Begründung ist immer die gleiche, sie läuft hinaus auf: Unterhaltung.
Ein Wort, vor dem viele Kritiker und Feuilletonbewohner zurückschrecken. Unterhaltung… das ist doch dieses bösartig verdummende Ding ohne jeglichen erzieherischen Vorsatz, ohne höheren Anspruch. Künstlerische Stagnation! Kultureller Massenmord!
Die Unterhaltung wurde schon immer dazu missbraucht, Anspruchsvolles von Anspruchslosem zu trennen. Doch dieses Argument ist mehr als fadenscheinig.

Der Wunsch nach Unterhaltung ist keine Entschuldigung für filmische Verbrechen. Doch Transformers ist in dem Bewusstsein der Menschen nichts als ein Unterhaltungsfilm, ein Actionfilm, ein Film für Kinder ab 12 Jahre, ein Blockbuster.
Transformers ist innerhalb der „normalen“ Filmindustrie entstanden, er ist denselben Weg gegangen wie viele Filme vor ihm. Es ist nichts Ungewöhnliches an seinem Entstehungsprozess, weil er nicht neu ist. So wird Transformers „einfach“ nur als Film wahrgenommen, der Blockbuster des Jahres 2007.
Yvan eht nioj!

Was an ideologischem Potential in Transformers steckt, interessiert also kein Schwein. Vielleicht ist das auch gar nicht schlecht. Vielleicht hat die Rekrutierungsstrategie des US Militärs also versagt? Vielleicht aber wirken die indirekten Anspielungen auch viel stärker und nachhaltiger als die Holzhammermethoden eines offensichtlichen Werbefilms wie Top Gun?

Doch nicht nur die Ideologie eines Films wie Transformers ist problematisch: das extrem hohe Budget dieses und ähnlicher Filme vermittelt dem Publikum den Eindruck des Normalen. Blockbuster sagen nämlich ständig, dass es die normalste Sache der Welt ist, ungeheuere Summen zu verschleudern, um den Kinogängern ein prickelndes Jahrmarktgefühl zu vermitteln.
Immer höhere Summen erwecken den Eindruck des Normalen. 1990 war Terminator 2 mit einem Budget von über 100 Mio. $ der teuerste Film aller Zeiten. Der innovative Geschäftsmann James Cameron hat diesen Rekord mit Avatar selbstverständlich getoppt (das ungefähre Budget (zusammen mit dem Werbebudget) nähert sich der halben Milliarde (2)).
Auch wenn sich ein Film wie Avatar unter dem Deckmantel der technischen Innovation versteckt, kann man das Budget dieses Films nur als dekadent bezeichnen.
Sollte das nicht für Empörung sorgen? Das Werbebudget von 150 Mio. $ sorgt jedenfalls dafür, dass diese Zahl als Rekordbruch aufgefasst wird, als Meilenstein, als sportliche Angelegenheit. Als Ereignis.

Nun mag man jetzt behaupten, dass all diese Filme ihre Kosten auch wieder einspielen, und dazu noch Gewinn machen. Ist das nicht eine Rechtfertigung für das enorme Budget? Nicht wirklich, wenn man bedenkt, dass bereits vor dem Filmstart hohe Summen durch Product-Placement, Merchandise Deals, etc. verdient werden.

Aber die Leute wollen es ja doch sehen, wird man jetzt sagen. Oder nicht? Bedienen die Erben von Lucas und Spielberg nicht die Wünsche der Zuschauer? Das bezweifle ich. Wenn das öffentliche Bewusstsein dermaßen mit Werbekampagnen voll gepumpt wird, inwiefern kann man da noch vom Massengeschmack reden? Der Begriff ist von vornherein irreführend, denn der Massengeschmack umfasst eben nicht nur den Geschmack der so genannten Masse (also der Mehrheit). Der Massengeschmack wird erst zu einem solchen, nachdem das Kinoerzeugnis alle notwendigen Stationen durchlaufen hat, und im öffentlichen Bewusstsein angekommen ist. 

Das ist das Geheimnis der Blockbusterstrategie. Sie kreiert den Massengeschmack. Ist ja auch logisch. Frei nach Kleist: Woher soll ich wissen, was mir gefällt, bevor es mir jemand sagt?
Diese künstlich geschaffene Kulturdominanz domestiziert den Zuschauer vom Kindesalter an. Oder, um es mal mit einem Blockbuster zu erklären: Wir leben alle in der Matrix!



(1) http://orf.at/070801-15051/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F070801-15051%2F15052txt_story.html

(2) http://www.nytimes.com/2009/11/09/business/media/09avatar.html?_r=1

Region: Olivier Assayas eröffnet Retrospektive in Mainz

von Elisabeth Maurer, am 31.5.10


Copyright: Thierry Caro
Der französische Regisseur Olivier Assayas ist ab morgen, 1. Juni, in Mainz zu Gast und eröffnet im CinéMayence eine Retrospektive seines Werkes, die bis zum 7. Juni zu sehen ist:

1. Juni - 4. Juni um 20:30 Uhr (2. Juni um 18 Uhr)
L'heure d'été (2008)
Familienporträt mit Juliette Binoche.
Erste Vorführung in Anwesenheit des Regisseurs!

5. Juni - 7. Juni um 20:30 Uhr
Irma Vep (1996)
Schauspielerin Maggie Cheung (sie spielt sich selbst) aus Hong Kong kommt nach Paris um mit einem Ex-Nouvelle-Vague-Regisseur einen Actionfilm auf Grundlage einer alten Vampirserie zu drehen.


Am Mittwoch, dem 2. Juni, findet um 20:30 im Capitol-Kino in Mainz unter dem Titel "Das Autorenkino im Zeichen von Krise und Utopie" ein von Prof. Dr. Oksana Bulgakowa und Dr. Roman Mauer moderiertes Gespräch mit den Regisseuren Olivier Assayas und Christian Petzold statt.
Zur Einführung wird ab 18 Uhr Petzolds Die innere Sicherheit gezeigt.

Region: Bedways-Premiere mit Regisseur im Capitol

von Amos Borchert, am 31.5.10



Hier noch einmal die heiße Empfehlung: Regisseur RP (Rolf Peter) Kahl kommt nach Mainz um seinen Spielfilm Bedways vorzustellen. Eine wunderbare Gelegenheit also, morgen im Capitol ein wenig von deutscher Indi-Luft zu schnuppern (bevor es dann tags darauf mit dem Petzold/Assayas-Besuch weitergeht)!

Ein heruntergekommenes, fast leeres Apartment in Berlin-Mitte. Nina trifft sich mit Hans und Marie, zwei jungen Schauspielern, um für ein paar Tage die winterlich kalte Außenwelt hinter sich zu lassen und Probeaufnahmen für einen Film zu drehen. Nina ist eine Suchende, ihr Filmprojekt soll das Gefühlte und das Sichtbare zueinander bringen, sie will die Liebe in echtem Sex zeigen.
RP Kahl untersucht in seinem neuen Spielfilm „Bedways“ Liebe und ihre Abstraktion. Die Liebe ist kein unbeschreibbares Gefühl, sondern ein Kommunikationscode, ein Verhaltensmodell, das gespielt, inszeniert werden kann
„Eine Schöpfungsgeschichte, [...] zugleich eine Reflexion über Sexualität und Wahrheit, die ebenso mutig ist, wie intelligent, so ironisch wie abgründig – ein Film auf der Suche, in dem die Fragmente einer Sprache der Liebe sich vermischen mit Kino-Fragmenten“. - Rüdiger Suchsland, artechock

Exklusive Premiere mit Regisseur RP Kahl am 01. Juni im CAPITOL
Beginn: 19.30 Uhr


Bedways (Bundesstart)
Regie: RP Kahl
mit Miriam Mayet, Matthias Faust, Lana Cooper u.a.
76 Min, Deutschland 2010, FSK 16

Besucht das Capitol virtuell unter http://www.programmkinos-mainz.de/ und am Dienstag persönlich!!!

DVD: In the Electric Mist - Mord in Louisiana

von Elisabeth Maurer, am 30.5.10


Ob es Bertrand Tavernier gerade durch seine Außensicht als Franzose möglich war, die besondere Atmosphäre des in den USA spielenden Films zu erschaffen, ist eigentlich unerheblich. Entscheidend ist, daß die Krimigeschichte ein Bild der Umgebung um New Orleans entwirft, das zugleich typisch und trotzdem aufgrund seiner Geschlossenheit nicht abgegriffen erscheint. Die Sonne über den Sümpfen, die Geräusche der Tiere in den Mangrovenwäldern, die abblätternde Farbe der Häuser in den Vorstädten, die breiten Straßen, die Schwüle und Gewitter, die Zerstörungen durch die Orkane. Dies alles wird sehr unaufdringlich eingefangen, untermalt von einem hervorragenden, doch nicht ablenkenden Soundtrack aus Blues- und Folknummern.

Cop Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) ist die menschliche Verkörperung dieser Stimmung der Gegend. Altmodisch und dennoch überlebensfähig, hart und trotzdem ein Samariter, irgendwie haftet der Hauch von Vergänglichkeit an ihm und doch ist seine Mission das Leben. Obwohl er in seinen Altmännerhemden und mit seiner oftmals sehr harsch durchgreifenden Art sehr realitätsverbunden wirkt, hat der erfahrende Polizist auch etwas von der Übernatürlichkeit, die dem Ort schon aufgrund seiner verwunschenen Sumpfzwischenwelten eigen ist. Dies wird gleich daran deutlich, daß er bei der Suche nach einem Serienmörder, der junge Frauen grausam verstümmelt, ohne ein wirkliches Indiz gleich im Gespür hat, daß der früher mit ihm befreundete Großkriminelle Julie „Baby Feet“ Balboni (John Goodman) irgendwie zur Lösung des Falls beitragen kann, was sich bewahrheitet. Noch unwahrscheinlicher erscheint ein Zusammenhang zwischen den aktuellen Morden und der Lynchung eines Schwarzen in den 1960er Jahren, dessen Überreste nun in den Sümpfen von dem Orkan Katrina wieder an die Oberfläche gebracht wurden. Robicheaux fühlt jedoch, daß alles irgendwie verbunden ist.


Die Verbindung zwischen den einzelnen Episoden und Stationen seiner Arbeit stellt sein Voice-over dar. Diese geben den Sprachstil der literarischen Vorlage von James Lee Burke wieder. Vor allem aber unterstreichen sie die beschriebene Atmosphäre des Films und machen ihn gleichzeitig zu einer Südstaatenkrimigeschichte mit altmodischem Flair. Außerdem verleiht er ihr eine gewisse Tiefe, denn Robicheaux schildert nicht einfach das Geschehen, sondern seine Gefühle und Gedanken. Diese Ebene des Voice-overs weitet sich auf die Handlung aus, als Robicheaux in den Sumpfwäldern einen General der Südstaatenarmee sieht, offenbar ein Geist, sich später in dessen Lager bewegt und sich mit dem Mann unterhält. Es wird sogar eine Fotografie zusammen mit den Gespenstern gemacht, die beweist, daß die Figuren keine Einbildung des Polizisten sind. Die Qualität des Films zeigt sich darin, daß die Geisterthematik nicht großartig ausgebreitet oder dramatisiert wird. Der Südstaatengeneral verkörpert den immerwährenden Kampf für Gerechtigkeit, von dem Robicheaux ein Teil ist.

Die Essenz aus der Stimmung dieser Südstaatengegend und der Figur von Robicheaux ist eben gerade dieses Nebeneinander von Leben und Tod und die ständige und ewig fortdauernde Verbindung von Vergangenem und Zukünftigem. Da muß gar nicht mehr viel über die Krimigeschichte gesagt werden, die mit Hilfe der Vergangenheit und ihrer Geister gelöst werden kann. Dieser Film zieht den Zuschauer in eine sehr intensive melancholische, nostalgische und doch hoffnungsvolle Stimmung ohne dabei kitschig oder aufdringlich zu wirken. Ein wahres Filmerlebnis.


In the Electric Mist lief 2009 im Wettbewerb der Berlinale, leider erfuhr er aber keine Kinoauswertung in Deutschland. Nun erscheint die DVD und BluRay bei Koch Media. In dem halbstündigem Making Of der DVD kommen alle Hauptdarsteller, sowie Kameramann und natürlich Regisseur zu Wort. Sie sprechen recht tiefgehend, persönlich und offen über die Herangehensweise an den Stoff, die Arbeit miteinander und ihr Verständnis des fertigen Films. Es wird darin deutlich, daß entscheidende Triebfeder Tavernier war, jedoch auch vor allem Jones großen Anteil an der Gestaltung des Films hatte, er schrieb sogar einige Dialoge selbst. Außerdem befinden sich entfallene Szenen in den Extras, an die eine Musiksession angehängt ist, in der der talentierte John Goodman kurz singt.

Es sei noch dem Publikum ans Herz gelegt, den Film in der sich auf der DVD befindenden Originalversion zu sehen, denn selbstverständlich stellt das besondere Amerikanisch Louisianas ebenfalls einen wichtigen Aspekt der Stimmung dar.



In the Electric Mist - Mord in Louisiana / In the Electric Mist
R: Bertrand Tavernier
D: Tommy Lee Jones, John Goodman, Peter Sarsgaard, Mary Steenburgen
USA, Frankreich 2009, 112 Min.
Copyright: Koch Media








Veröffentlichung: 28.5.2010
Bildformat: 2,35:1
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch  DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Extras: Making Of, geschnittene Szenen, Originaltrailer

Highlights der Fernsehwoche vom 31.05-06.06.

von Christian Alt, am 30.5.10

Diese Woche gibt es viel von Fassbinder und Eastwood, aber auch um Science-Fiction-Klassiker kommt man nicht herum. Viel Spaß beim Fernsehen!


Montag, 31.05.2010

Die Geschichte der Adèle H. (François Truffaut, F 1975)
Drama
Arte, 20.15 Uhr

TAGESTIPP  Eagle vs. Shark (Taiki Cohen, Neuseeland 2007)
Tragikkomödie
Eins Festival, 21.00 Uhr

Equilibrium (Kurt Wimmer, USA 2002)
Science Fiction
Kabel Eins, 22.10 Uhr

Mord unter Zeugen (Michael Caton-Jones, GB/D 2005)
Drama
ZDF, 22.15 Uhr

In den Straßen der Bronx (Robert de Niro, USA 1993)
Gangster-Drama
NDR, 23.00 Uhr

Lili Marleen (Rainer Werner Fassbinder, BRD 1980)
Melodram
ARD, 00.50 Uhr




Dienstag, 01.06.2010

Coogans großer Bluff (Don Siegel, USA 1967)
Action-Krimi
BR, 21.45 Uhr

Mein bester Freund (Patrice Leconte, F 2006)
Tragikkomödie
RBB, 22.45 Uhr

TAGESTIPP Tod eines Präsidenten (Gabriel Range, GB 2006)
Mockumentary
3Sat, 23.00 Uhr

Wild wild Beach (Alexander Rastorguev, Susanna Baranzhiev, RUS/D 2006)
Dokumentarfilm
NDR, 23.50 Uhr

Die Ehe der Maria Braun (Rainer Werner Fassbinder, BRD 1978)
Melodram
ARD, 00.20 Uhr




Mittwoch, 02.06.2010

Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel (George Miller, George Ogilvie, AUS 1985)
Actionfilm
Kabel Eins, 20.15 Uhr

Mad Max (George Miler, AUS 1978)
Actionfilm
Kabel Eins, 22.25 Uhr

Offside (Jafar Panahi, Iran 2005)
Komödie
Arte, 22.00 Uhr

Der Date-Profi (Todd Phillips, USA 2007)
Komödie
SWR, 23.15 Uhr

Weitertanzen (Friederike Jehn, D 2009)
Tragikkomödie
BR, 23.40 Uhr

TAGESTIPP Die bitteren Tränen der Petra von Kant (Rainer Werner Fassbinder, BRD 1972)
Melodram
ARD, 00.35 Uhr

Der Mann, den sie Pferd nannten (Elliot Silverstein, USA 1969)
Western
Arte, 00.50 Uhr



Donnerstag ( Fronleichnam ), 03.06.2010


Allein mit Onkel Buck (John Hughes, USA 1990)
Komödie
Vox, 08.00 Uhr

Mars Attacks! (Tim Burton, USA 1996)
Komödie
Vox, 16.00 Uhr

Das wilde Leben (Achim Bornhak, D 2007)
Biopic
Sat 1, 20.15 Uhr

Masken (Claude Chabrol, F 1986)
Drama
Arte, 20.15 Uhr

Ludwig II. (Luchino Visconti, IT/F/BRD 1972)
Drama
Das Vierte, 20.15 Uhr

Zwölf Winter (Thomas Stiller, D 2008)
Thriller
WDR, 21.45 Uhr

TAGESTIPPDeparted - Unter Feinden (Martin Scorsese, USA 2006)
Action-Thriller
ARD, 23.00 Uhr

Der Tod des Herrn Lazarescu (Cristi Puiu, Rumänien 2005)
Drama
Arte, 23.45 Uhr





Freitag, 04.06.2010

Die Geisha (Rob Marshall, USA 2005)
Liebes-Drama
Sat 1, 20.15 Uhr

TAGESTIPP Der talentierte Mr. Ripley (Anthony Minghella, USA 1999)
Psycho-Thriller
Das Vierte, 20.15 Uhr

Zu zweit ist es leichter (Emilie Deleuze, F 2009)
Komödie
Arte, 20.15 Uhr

Mord an einer chinesischen Buchmacherin (John Cassavetes, USA 1976)
Krimi-Drama
3Sat, 22.25 Uhr

Mein Leben - Marcel Reich-Ranicki (Dror Zahavi, D 2009)
Biopic
ARD, 23.30 Uhr





Samstag, 05.06.2010

Mona Lisas Lächeln (Mike Newell, USA 2003)
Drama
Sat1, 20.15 Uhr

Napola - Elite für den Führer (Dennis Gansel, D 2004)
Drama
Pro 7, 20.15 Uhr

Die Frauen von Stepford (Frank Oz, USA 2004)
Satire
Sat 1, 22.35 Uhr

Ich gehe jetzt rein (Aysun Bademsoy, D 2008)
Dokumentarfilm
Phoenix, 22.30 Uhr

Die zwölf Geschworenen (Sidney Lumet, USA 1957)
Justizdrama
RBB, 23.45 Uhr

TAGESTIPPDrum - Wahrheit um jeden Preis (Zola Maseko, USA 2004)
Politthriller
BR, 00.35 Uhr

Sadistico - Wunschkonzert für einen Toten (Clint Eastwood, USA 1970)
Psychothriller
ARD, 03.10 Uhr



Sonntag, 06.06.2010

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (Robert Zemeckis, USA 1984)
Abenteuerkomödie
Kabel 1, 12.10 Uhr

Das Vermächtnis der Tempelritter (Jon Turteltaub, USA 2004)
Abenteuerfilm
Pro 7, 20.15 Uhr

TAGESTIPP Ray (Taylor Hackford, USA 2004)
Biopic
RTL 2, 20.15 Uhr

Smokin' Aces (Joe Carnahan, USA 2006)
Actionthriller
Pro 7, 20.15 Uhr

Empfehlungen für die DVD-Woche (31. Mai-06. Juni 2010)

von Sven Safarow, am 30.5.10



Black Dynamite, von Scott Sanders (bei Universum Film)

Die kultige Blaxploitationparodie, die auch fast als reiner Blaxploitationfilm funktioniert gibt es endlich auf DVD. Unsere Rezension folgt!


Das Kabinett des Doktor Parnassus, von Terry Gilliam (bei EuroVideo)

Das ist er jetzt wirklich, der letzte Film mit Heath Ledger.


Der Teufel mit der weißen Weste, von Jean-Pierre Melville (bei ARTHAUS)

Melvilles Krimi-Klassiker kann man gar nicht oft genug empfehlen. Mit Jean-Paul Belmondo!


Der Uhrmacher von St. Paul, von Bertrand Tavernier (bei ARTHAUS)

Philippe Noiret als Uhrmacher, dessen Sohn unter Mordverdacht steht. Packender Kriminalfilm von Tavernier.


Overlord, von Stuart Cooper (bei Bildstörung)

Coopers Kriegsfilm galt lange Zeit als Geheimtipp, jetzt wird er als Wiederentdeckung gefeiert. Unsere Rezension folgt!

Region: Vortrag - Der Gesang der Sirenen. Die Diva im Film

von Ciprian David, am 30.5.10

 Copiright: Kinowelt (Diva von Jean-Jacques Beineix ist 2007 bei ARTHAUS als DVD neuerschienen)

Im Rahmen der Ringvorlesung "Die Stimme" wird ein weiterer öffentlicher Vortrag am Dienstag, den 1. Juni, stattfinden. Dr. Bernd Kiefer vom Institut für Filmwissenschaft in Mainz widmet sich der Diva als filmische Erscheinung:

Seit Odysseus’ Begegnung mit den Sirenen wissen wir, dass Stimmen etwas Verführerisches und Gefährliches haben können. Der Vortrag untersucht die Faszination, die die Opern-Diva im Film und für das Medium Film besitzt, anhand von Beispielen von Beineix bis Schroeter.
Di., 1.6., 18:00 Uhr
Hörsaal des Medienhauses. (Wallstraße 11, 55122 Mainz)

Dennis Hopper ist verstorben

von Ciprian David, am 29.5.10

© Jerome Bonnet

Die traurige Nachricht wurde von einem Familienfreund, Alex Hitz, an Reuters weitergegeben. Umgeben von seiner Familie verstarb der Kultschauspieler heute in seinem Haus in Venice, Kalifornien.

Anlässlich seines Todes möchten wir an einige unvergessliche Filme von und mit Dennis Hopper erinnern:

The Last Movie


Der Amerikanische Freund:


Rumble Fish:


True Romance:


Palermo Shooting:



Blue Velvet



Apocalypse Now


Easy Rider

Filmreihe zu Clint Eastwoods 80. Geburtstag in der ARD

von Elisabeth Maurer, am 29.5.10


Am 31. Mai wird Clint Eastwood 80 Jahre alt, herzlichen Glückwunsch!
Die ARD würdigt den Regisseur und Schauspieler vom 5. Juni bis zum 7. August jeden Samstag mit einem Film, hier das Programm:

5. Juni um 3:10 Uhr
Sadistico-Wunschkonzert für einen Toten
USA 1970
Regie: Clint Eastwood

12. Juni um 0:05 Uhr
Hängt ihn höher
USA 1967
Regie: Ted Post

19. Juni um 0:05 Uhr
Der Mann aus San Fernando
USA 1978
Regie: James Fargo

26. Juni um 23:00 Uhr
Mit Vollgas nach San Fernando
USA 1980
Regie: Buddy Van Horn

3. Juli um 22:45 Uhr
City Heat
USA 1984
Regie: Richard Benjamin

17. Juli um 23:15 Uhr
Der Wolf hetzt die Meute
USA 1984
Regie: Richard Tuggle

24. Juli um 22:15 Uhr
Agenten sterben einsam
Großbritannien 1968
Regie: Brian G. Hutton

31. Juli um 22:15 Uhr
Zwei glorreiche Halunken
Italien 1966
Regie: Sergio Leone

7. August um 23:00 Uhr
Die Brücken am Fluss
USA 1995
Regie: Clint Eastwood

DVD: The Descent 2 – Ein Abstieg, wenn auch kein grauenhafter

von Dennis Vetter, am 29.5.10


Bereits fünf Jahre sind vergangen, seit Neil Marshall mit The Descent einen ausgezeichnet inszenierten, sehr ideenreichen Genreschocker ablieferte und damit vielen Fans des Horrorkinos große Freude bescherte. Der Film begleitete eine Gruppe von langjährigen Freundinnen, die sich zusammen auf einen Trip in ein unerforschtes Höhlensystem begaben und dort auf das leibhaftige Grauen stießen: Blutrünstige Wesen mit menschlichem Körperbau, fledermausartigem Orientierungssinn und raubtierhaftem Fresstrieb fielen über die Gruppe her, die dadurch schnell auf brutale Art und Weise dezimiert wurde. The Descent funktionierte hervorragend, denn er setzte nicht bloß auf stupiden Exzess, sondern konzentrierte sich auf präzise inszeniertes Grauen mit reichhaltigem psychologischen Subtext, das durch unkonventionelle Plot-Twists und Figuren angereichert wurde. Einen solchen Film in einer Fortsetzung auf gleichem Niveau weiterzuführen, scheint schwierig. Insbesondere in Anbetracht des bitterböse-nihilistischen, in sich ruhenden Schlusspunktes von Teil 1. Neil Marshall blieb diesem treu und übernahm für The Descent 2 nicht nochmals die Regie, er lieferte lediglich die Buchvorlage.

Unter der Hand von Jon Harris, zuvor als Cutter involviert, beginnt die Fortsetzung ähnlich wie Teil 1 sehr unmittelbar und kommt schnell zur Sache. Marshall entschied sich im Buch dafür, die Stärken von Teil 1 ohne Umschweife erneut zu nutzen – wenn er hierfür auch eine Handlungskonstruktion wählte, die Fans der Alien-Reihe sofort als wenig originell entlarven werden: In direkter Anknüpfung lässt er die einzige Überlebende und das Zentrum des vorigen Films, Sarah (Shauna Macdonald), aus dem monströsen Höhlensystem entfliehen. Völlig traumatisiert und ohne Erinnerung an ihre unbegreiflichen Erlebnisse taucht sie zu Beginn im Wald auf und weckt so schnell die Aufmerksamkeit des Suchtrupps, der seit zwei Tagen die Wälder nach den vermissten Frauen durchkämmt. Trotz begründetem Misstrauen gegenüber der blutverschmierten aber unverletzten Überlebenden, haben die Retter um den kauzigen Sheriff Vaines (Gavan O'Herlihy) aus Zeitmangel keine Wahl: Nichtsahnend von der Gefahr beschließen sie, einen nahe gelegenen Mineneingang zu betreten und zusammen mit Sarah eine unteridische Suche zu starten. Selbstverständlich werden sie fündig.

Was an The Descent besonders war? Dass er dem Zuschauer durch das immer wiederkehrende Trauma der Hauptfigur von Beginn an ein nicht zu verdrängendes Unwohlsein einbrannte. Sein Prinzip, dem Zuschauer während des Höhlenabschnitts nur Bilder zu zeigen, die durch authentische Lichtquellen wie Knicklichter oder Taschenlampen ermöglicht wurden. Die dadurch stets unübersichtlichen Räume, deren Tiefe, Form und natürlich deren Bewohner im spärlichen Lampenschein stets unberechenbar wirkten. Die Klaustrophobie, die durch konsequente Nahaufnahmen in engen Höhlenschächten und die Soundkulisse des Films ausgelöst wurde. Die Inszenierung der menschlichen „Opfer“, die erstaunlicherweise nie dumm handelten und schließlich brutaler und unmenschlicher präsentiert wurden, als ihre monströs aussehenden Verfolger. Und vor allem: Die sorgfältige ästhetische und dramaturgische Ausarbeitung der blutigen Szenarien zwischen barbarischen Gewaltexzessen und stilllebenhafter Ruhe.



The Descent 2 ist sich natürlich dieser Besonderheiten bewusst. Er nutzt Standardsituationen seines Vorgängers gekonnt aus und variiert diese einfallsreich genug, um Spannung aufzubauen. Die Handlung des Films ist dafür leider recht vorhersehbar und arbeitet unglücklicherweise mit recht klischeehaften Figuren, welche deutlich hinter den souveränen, sympathischen 'Heldinnen' des ersten Teils zurückbleiben. Insbesondere der völlig eindimensionale Vaines bietet keinerlei Gewinn für den Film, sondern stört die Stimmung des Geschehens sogar zum Teil massiv. Die hervorragende Lichtsetzung von Teil 1 findet sich darüberhinaus leider nur in enigen wenigen Szenen wieder, während in anderen völlig unmotiviert Wände und Umgebungen zu erkennen sind. Der Wechsel zwischen den Beleuchtungsstilen ist hierbei zunächst störend, fällt aber nach einer Weile nicht mehr ins Gewicht. Das ist vor allem dem Geschick geschuldet, mit dem Orte und Situationen von Teil 1 immer wieder aufgegriffen oder variiert werden. Im Grunde funktioniert The Descent 2 durch diese Strategie des Zitats wie eine Hommage an Teil 1. Fans werden sich freuen, Liebgewonnenes nochmals serviert zu bekommen und dem Film sicherlich vergnügliche 90 Minuten abgewinnen – wenn auch mit deutlich weniger psychologischem Tiefgang als zuvor. The Descent 2 verschiebt seinen Fokus klar auf reines Spektakel. Insbesondere der Grad der Gewalt wurde erhöht und mit teils gelungenen Stimmungsfragmenten garniert, aber leider ohne der Einzigartigkeit des Vorgängers gerecht zu werden. Neueinsteigern sei aufgrund der starken Bezüge ans Herz gelegt, sich zunächst mit Teil 1 vertraut zu machen – der in einer schicken Steelbook-Edition erhältlich ist.

Die DVD von Universum präsentiert Teil 2 in sauberer Bildqualität, wahlweise als ungekürzte FSK-18 Fassung oder als FSK-16 Version. Zweifellos lebt ein Film, der in der Dunkelheit spielt, zu einem großen Teil durch seinen Ton. Die Abmischung der DVD ist ohne Patzer, hätte allerdings ein wenig Feintuning vertragen können. Hier wurde in puncto Ausnutzung von Raumklang leider etwas Potenzial verschenkt. Neben der englischen Originalfassung liegt eine gelungene, deutsche Synchronisation vor. In Anbetracht der Ausrichtung der Fortsetzung verwundert es nicht, dass das Bonusmaterial des Datenträgers inhaltlich eher wenig Tiefgang bietet, Neil Marshall scheint sich mit seinen Aussagen zum Film zumindest eher zurückzuhalten...


Es ist zwar aufgrund der genannten Schwächen verständlich, dass The Descent 2 keine Kinoauswertung finden konnte, aber doch recht schade. Denn gerade hier hätte der Film seine Schauwerte effektiv einem breiten Publikum präsentieren können. Zur näheren oder wiederholten Betrachtung bietet er leider etwas wenig Substanz und wird wohl wenigen Zuschauern lange im Gedächtnis bleiben. Aufgrund seiner Production Values mag er unter den Fans des ersten Teils aber guten Zuspruch finden.




The Descent 2 / The Descent: Part 2
R: Jon Harris
D: Shauna Macdonald, Natalie Jackson Mendoza, Krysten Cummings, Gavan O'Herlihy, Joshua Dallas
GB 2009, 90 Min.
Vertrieb: Universum

Veröffentlichungsdatum: 21.05.2010
Sprache: Englisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial (ca. 55 Min.): Featurette – Die Entstehung, Making Of, B-Roll, Deleted Scenes, Interviews mit Cast & Crew, Audiokommentar mit Cast & Crew, Trailer, Wendecover

Region: ohne künstliche aromen - Kunstausstellung in Mainz

von Elisabeth Maurer, am 28.5.10


32 Kunstwerke stellen Christoph Will und Dennis Stamm vom 28. Mai bis 19. Juni in der Galerie ka5 in Mainz aus. Von zwei unterschiedlichen Künstlern stammen sie, sind teilweise sehr klein im Format, andere bedecken eine ganze Wand, doch eines haben sie alle gemein: Sie zeigen Porträts. Als Vorlage dienten Fotografien, verfremdet durch Computer, Übermalungen, Verwischungen.

Wills Figuren heben sich meist stark von ihrem Hintergrund ab, was die Posen besonders betont, die Akzente ihrer Kleidung, Körper, Mienen. Nicht von ungefähr sind einige seiner Gemälde an Filmmotiven orientiert. Stamm widmet sich dieses Mal der Musik. Seine Bilder zeigen hauptsächlich Musiker der Reggae- und Skamusik in Großaufnahme. Dabei drücken die hinzugefügten Übermalungen und Bedruckungen die Distanz des Publikums zum Performer und die Rauschstimmung des Konzerts gleichermaßen aus.

Die beiden Mainzer Künstler zeigen ihre Werke auch am 29. Mai anläßlich der Mainzer Museumsnacht. Bis zum 19. Juni ist die Ausstellung „ohne künstliche aromen“ in der Galerie ka5, Kapuzinerstraße 5, mittwochs bis freitags von 11 bis 16 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr zu besuchen.

Harry Potter Freizeitpark

von Elisabeth Maurer, am 28.5.10


Copyright: Universal The Wizarding World of Harry Potter
Tagträume und Phantasien können mitunter sehr real für einen selbst erscheinen, auch beim Lesen eines Buches erschafft die Imagination die beschriebene Welt in unserem Inneren. Dabei können Bilder und Eindrücke entstehen, die einen ein Leben lang begleiten. Dennoch verschaffen einem Filme, die einem ähnliche phantastische Welten zeigen, oftmals einen höheren Genuß, weil die Dinge eben wirklich zu sehen sind. Videospiele, bei denen man sich frei durch eine fremde Umgebung bewegt, und die stark im Vormarsch begriffene 3D-Filmtechnik, erzeugen einen noch realistischen Eindruck.

Am 18. Juni eröffnet im Universal-Freizeitpark in Orlando The Wizarding World of Harry Potter. Dort sind die Zauberschule Hogwarths, der naheliegende Ort und die Winkelgasse nachgebaut, außerdem gibt es drei Achterbahnen. Reicht es nicht aus, sich Harry Potter im Kino anzusehen? Oder seine Abenteuer im Computer nachzuspielen? Haben die Menschen wirklich ein Bedürfnis danach, die Nachbauten der Kulissen zu betreten?

Mit ungefähr 15 Jahren stand ich auf der Brücke der Enterprise. In Bonn machte eine weltweit rumreisende Ausstellung Station, die exakte Rekonstruktionen einiger Teile des berühmtesten Raumschiffs zeigte. Für mich als jugendlicher Star-Trek-Fan war das ein besonderes Erlebnis. Denn es ist eben doch ein ganz anders Gefühl, wenn man wirklich in den Räumen steht, den Blick so schweifen lassen kann, wie man will, die Materialien und Strukturen der Bauteile sehen kann. Es ist die absolute Erfüllung eines Fans, sozusagen der Übergang in die andere Welt, die Traumwelt, von der man immer Teil sein wollte.

So muß ich, auch wenn ich kein ausgesprochener Harry-Potter-Bewunderer bin, ausrufen:
Ich will in den Harry-Potter-Freizeitpark!

Geht Euch das auch so?

Region: Mainzer Museumsnacht am 29. Mai

von Elisabeth Maurer, am 27.5.10


© Mainzer Museumsnacht (click auf Bild für hohe Auflösung)

Am Samstag findet von 18 bis 1 Uhr die Museumsnacht in Mainz statt:
Museumsnacht in Mainz heißt: Sie können bis tief in die Nacht mehr als 40 Museen, Galerien und Institutionen von oben bis unten gründlich durchstöbern. Literatur, Tanz, Theater und dazu passende kulinarische Leckereien unterhalten all diejenigen, denen der Sinn nach Bummel durch die Nacht steht.

Einmal mehr ist für jede Besucherin und jeden Besucher etwas dabei: Der „Neuling“ wird mit spannenden Führungen und Aktionen in die Häuser gelockt. Der erfahrene Nutzer entdeckt bei so mancher nächtlicher Inszenierung „sein“ Museum in einem anderen Licht. Die umfangreichen Angebote für Familien beziehen außerdem die Museumsbesucher von morgen mit ein.

Es sind die vermeintlichen Gegensätze, die das Programm der Mainzer Museumsnacht auch in diesem Jahr wieder so reizvoll machen. Natürlich stehen die „großen Fünf“ – Gutenberg-Museum, Naturhistorisches Museum, Dom- und Diözesanmuseum, Römisch-Germanisches Zentralmuseum und das frisch sanierte Landesmuseum – im Zentrum des Programms. Doch in diesem kreativen Umfeld tummeln sich viele Galerien, junge Kulturinitiativen u.ä. – etwa die Galerien Ringstube und Blotablota. Erstmals ist außerdem die renommierte Galerie Dorothea van der Koelen mit dabei.

Müde Knochen kommen auf den traditonellen Abschlusspartys wieder in Schwung:

23 bis 4 Uhr – Café 7° in der Kunsthalle
Mit einer Mischung aus traditioneller spanischsprachiger Musik und Hip Hop beendet der in Berlin lebende kolumbianische Sänger Mil Santos die Mainzer Museumsnacht im Café 7° in der Kunsthalle. Zum Ausklang der Mainzer Museumsnacht hat er nun jede Menge südamerikanisches Flair und natürlich viel tanzbare Musik im Gepäck.

0 bis 4 Uhr – Schick & Schön im DGB-Keller
Die sechste Mainzer Museumsnacht endet mit der legendären Russendisko mit Wladimir Kaminer und Vitali Konstantinov an den Plattentellern.
Weitere Informationen zum Programm findet sich hier.

Empfehlungen für die Kinowoche (27. Mai)

von Sascha Eggers, am 27.5.10



Und auch diese Woche stellen wir ihnen wieder die Neuheiten der Kinowoche vor.
Schreiben Sie uns ihre eigene Meinung zu den Filmen auch gerne als Kommentar.


Highlights:
Die Eroberung der inneren Freiheit von Silvia Kaiser und Aleksandra Kumorek
Dokumentation über Schwerverbrecher, die Sokratische Gespräche führen

Gentlemen Broncos von Jared Hess
Skurille Komödie über einen jungen Fantasy-Autoren

Postcard to Daddy von Michael Stock
Doku über die Bemühungen des Regisseurs, die Misshandlungen durch seinen Vater zu bewältigen


Für Fans:
HalbZeit - Vom Traum ins Leben von Christoph Hübner und Gabriele Voss
Doku über Fussballer aus der Jugend von Borussia Dortmund und wie sich ihre Karrieren entwickelt haben
La Isla - Archive einer Tragödie von Uli Stelzner
Der Regisseur dieser Doku begibt sich auf die Suche nach den Spuren eines Völkermords


Lieber auf die DVD warten:
La Pivellina von Tizza Covi und Rainer Frimmel
Halbdokumentarischer Film über ein Paar, das ein kleines Kind findet und bei sich aufnimmt
Tandoori Love von Oliver Paulus
Was passiert, wenn indische Kultur in die Schweiz kommt?
The Crazies - Fürchte Deinen Nächsten von Breck Eisner
Wohl eines der gelungeneren Horror-Remakes
Versailles von Pierre Schoeller
Drama über Obdachlose im französischen Luxus- und Touristenort Versailles

Nicht anschauen:
Sex and the City 2 von Michael Patrick King
Mittvierzigerinnen, die sich nur für Männer und Mode interessieren: nein, danke
Timetrip - Der Fluch der Wikinger-Hexe von Mogens Hagedorn Christiansen
Dänisches Fantasy-Abenteuer

Raritäten der Kinowoche vom 27.5. bis zum 02.06

von Ciprian David, am 26.5.10


© Foto: Cinema Quadrat, Mannheim

CAPITOL, Mainz

Bedways (R.P. Kahl, 2010)
Di.  1.6. 19:30
in Anwesenheit des Regisseurs!

Die innere Sicherheit (Christian Petzold, 2000)
Mi. 2.6. 18:00
Anschließend Filmgespräch mit Christian Petzold und Olivier Assayas: Das Autorenkino im Zeichen von Krise und Utopie.



MAL SEH'N KINO, Frankfurt

Wolke 9 (Andreas Dresen, 2008)
Mi. 2.6. 18:00
Im Anschluss Filmgespräch mit Stadtkirchenpfarrer Werner Schneider-Quindeau
Zur Ausstellung „Das Gesicht des Alters“ (Katharinenkirche)



CINEMA QUADRAT, Mannheim

Ich, Immendorf (Nicola Graef, 2007)
Do. 27.5. 19:30

Grindhouse Nacht:
Sa. 29.5. 21:30
The Human Tornado (Cliff Roquemore, 1976) und Disco Godfather (Robert Wagoner, 1979)

The Mission (Roland Joffé, 1986)
So. 30.5. 19:30




CALIGARI FILMBÜHNE, Wiesbaden

Beijing Bicycle (Wang Xiaoshuai, 2002)
Do. 27.5. 20:00

The Yes Men Fix the World (Andy Bichlbaum, Mike Bonnano, 2009)
Mo. 31.5. 20:00

Kleine Fluchten (Yves Yersin, 1979)
Di. 1.6. 17:30



PUPILLE KINO, Frankfurt

Ashes of Time (Wong Kar Wai, 1994)
Do. 27.5. 20:30

Die Gärten der Finzi Contini (Vittorio de Sica, 1970)
Fr. 28.5. 19:30

Mein Krieg (Harriet Eder, 1990)
Mo. 31.5 20:30

The Yes Men Fix the World (Andy Bichlbaum, Mike Bonnano, 2009)
Mi. 2.6. 20:30



FILMFORUM HÖCHST, Frankfurt

Cuba im Film – Festival de Cine Cubano 2010
Do. 26.5. - Sa. 5.6.



MURNAU FILMTHEATER, Wiesbaden

In der Reihe Brüche und Kontinuitäten, Filmen aus Murnau- und DEFA-Beständen
Der Mann, dem man den Namen stahl (Wolfgang Staudte, 1945)
Fr. 28.5. 18:00

Die Mörder sind unter uns (Wolfgang Staudte, 1946)
Fr. 28.5. 20:30

Aus eins mach' vier (Wolfgang Staudte, 1942)
Di. 1.6. 18:00

Verspieltes Leben (Kurt Meisel, 1949)
Mi. 2.6. 15:30
Zum 100. Geburtstag von Axel von Ambesser

Mirush und sein Vater (Marius Holst, 2007)
Mi. 2.6. 20:00
in der Reihe Cool & Crazy - Filme aus Norwegen

Cuba im Film - Das Festival im Filmforum Höchst vom 25.5. bis 5.6.

von Elisabeth Maurer, am 26.5.10


Vom 25. Mai bis 5. Juni findet das Filmfestival Cuba im Film im Filmforum Höchst statt. Hier die Programmankündigung:
Bereits am 25. Mai, dem Vorabend des Festivals, wird die Gruppe Sonoc de Las Tunas in der Sachsenhäuser „Fabrik“ cubanischen Salsa präsentieren.

Am 26. Mai wird das Festival mit der Ausstellung der Fotos von Yildiz Köremezli – Erkiner und der deutschen Erstaufführung des Films La Anunciación eröffnet; Hauptdarsteller Hector Noas wird den Film persönlich vorstellen. Als weitere Gäste erwarten wir in den sich anschließenden 10 Tagen Fernando Pérez (Suite Habana) mit seinem neuesten Film Martí, el ojo del canario, Carsten Möller mit Der zweite Blick – Social Club Buena Vista, Rosio Hanisch und Anna Rodriguez mit Rosa Negra, sowie Marisol Rodríguez Rosabal ( Muestra de Nuevos Realizadores) und Reinier Pérez-Hernández (Casa de las Américas, Havanna). Neben weiteren neuen Produktionen wie Ciudad en rojo von Rebeca Chávez, Hijos de Cuba von Andrew Lang und zwei Musikfilmen zeigen wir im Rahmen unseres Themenschwerpunkts „Afrocuba“ u.a. die Filme Reyita von Olivia Acosta und Elena Ortega, Si me comprendieras von Rolando Diaz und La raza von Eric M. Corvalán.

Das ganz junge Cuba ist mit dem kontrovers diskutierten Film Revolution (1. Preis des Festivals Muestra de Nuevos Realizadores 2010) von Mayckell Pedrero ebenso vertreten wie die Klassiker mit La bella del Alhambra von Enrique Pineda Barnet.

Wie im letzten Jahr wird während des Festivals wieder der Cuba im Film Kurzfilmpreis an einen von einer Studenten - Jury ausgewählten Film aus dem Programm der „Muestra de Nuevos Realizadores 2009“ vergeben.

CUBA IM FILM wird gefördert von der Hessischen Filmförderung und ist Mitglied in der Initiative der Hessischen Filmfestivals.
Die Präsentation von Martí, el ojo del canario findet in Zusammenarbeit mit dem „Instituto Cervantes Frankfurt“ statt.
Mehr Informationen und die Spielzeiten der Filme sind auf der Homepage des Festivals zu erfahren.

Verschiedene Literatur über Japans Kino und Kultur gratis zum Download

von Elisabeth Maurer, am 26.5.10



Im Netz gefunden: Das Center for Japanese Studies der Michigan University stellt kostenlos Downloads verschiedener Publikationen zur Verfügung, die nicht mehr gedruckt werden.
Besonders interessant zum Beispiel eines der Standardwerke über das japanische Kino To the Distant Observer von Noel Burch, erstmals 1979 veröffentlicht.

Region: Ausstellung - ohne künstliche aromen

von Ciprian David, am 26.5.10

Besucht man das CAPITOL in Mainz, so stößt man mit dem Blick auf die Büste von Nosferatu. Doch die wenigsten wissen, dass es handelt sich um ein Kunstwerk handelt, das zusammen mit anderen Arbeiten von Dennis Stamm und Christoph Will in der Mainzer galerie ka5 den Anfang der Kooperation der zwei Künstler feierte.
Nachdem sie letztes Jahr mit einer zweiten Ausstellung, pasolini in rom - die frühen jahre, das Publikum begeisterten, laden Christoph Will und Dennis Stamm nun zur Vernissage von "ohne künstliche aromen" ein:

das lange warten hat ein ende. christopher will und ich sind bester dinge, euch auch dieses mal wieder eine ausstellung präsentieren zu können, die hoffentlich euren geschmack trifft.

"ohne künstliche aromen"


die ausstellung läuft vom 28. mai bis 19. juni 2010

ich würde mich freuen, euch bei der vernissage am 28. mai ab 20 uhr zu sehen.

parallel zur nacht der museen am 29. mai wird die galerie übrigens ebenfalls geöffnet sein.
wer also am freitag nicht kommen oder einfach nicht genug von unseren bildern bekommen kann, ist herzlich willkommen - ansonsten trinke ich den wein ganz allein!

nach den beiden für uns doch sehr überraschend erfolgreichen gemeinschaftsprojekten "o schreck - das nosferatu-projekt" und "pasolini in rom - die frühen jahre" haben wir uns nun unabhängig von einander den menschen-portraits gewidmet. chris will zeigt eine wirklich beeindruckende auswahl von papier- und leinwand-arbeiten.
ich habe mich dieses mal ganz der musik gewidmet und mit photo- sowie mischarbeiten eine vielzahl von konzertaufnahmen, die ich im verlauf der letzten jahre gemacht habe, verarbeitet. für die reggae-, rocksteady- und ska-fans: es gibt ein wiedersehen mit den moon invaders, carlos de nicaragua, rico rodriguez, vin gordon, locomondo, skatalites, dave barker und vielen weiteren!

wir sehen uns am 28., spätestens 29. mai!
liebe grüße,
dennis

Ein Einblick in die Arbeiten von Dennis Stamm findet man hier.



Ausstellung - ohne künstliche aromen
galerie ka5
Kapuzinerstraße 5
55116 Mainz
Vernissage am Fr., den 28.5., ab 20:00 Uhr.

Region: Filme im Schloss - Soul Power

von Ciprian David, am 26.5.10



Filme im Schloß zeigt am Freitag, 28. Mai, um 18.30 und 20.45 Uhr in der FBW im Biebricher Schloß den Musikdokumentarfilm „Soul Power“ über eines der größten Ereignisse schwarzafrikanischer Musik. Es fand 1974 im Vorfeld des Boxkampfs zwischen Muhammad Ali und George Foreman in Kinshasa im damaligen Zaїre (jetzt Congo) statt. Für ein dreitägiges Konzert kamen afroamerikanische Stars wie James Brown, B.B. King, Bill Withers und The Spinners mit schwarzen Musikern aus Südafrika und Lateinamerika (Miriam Makeba, Celia Cruz & The Fania All-Stars etc.) zusammen. Das Filmmaterial lag lange Jahre unausgewertet im Archiv und wurde erst 35 Jahre später bearbeitet und zu dem vorliegenden Film montiert.

Karten zum Preis von 4 € an der Abendkasse in der FBW, Ostflügel Schloß Biebrich, Eingang Parkseite, und im Vorverkauf in der Gaststätte “Ludwig“, Wiesbaden, Wagemannstr. 33, Tel. 0611 / 3 60 36 71 (werktags ab 12 Uhr). Reservierungen unter www.filme-im-schloss.de oder als Antwort auf dieser E-Mail [grigorova-kreck@filme-im-schloss.de] sowie Tel. 0611 / 84 07 66. Reservierte Karten sind bis 15 Minuten vor Beginn an der Abendkasse abzuholen.

Soul Power
R: Jeffrey Levy-Hinte
D(Mitwirkende): Muhammad Ali, James Brown, Celia Cruz, B.B. King
USA, 2008, 93
©ARTHOUSE

Sommerkino in der ARD vom 27.5. bis 2.9.

von Elisabeth Maurer, am 26.5.10


Am Donnerstag wird bei der ARD der Sommer eingeläutet, zumindest das Sommerkino. Bis zum 2. September sind 15 Wochen lang jeden Donnerstag nach den Tagesthemen Kinohighlights der letzten Jahre zu sehen, davon neun deutsche Fernsehpremieren. Zu einigen Filmen des vielfältigen Programms folgen Rezensionen unserer Autoren in Kürze.
Das SOMMERKINO IM ERSTEN im Überblick:

Donnerstag, 27. Mai 2010, 22.45 Uhr
TÖDLICHE VERSPRECHEN - EASTERN PROMISES
Großbritannien/Kanada 2007
Regie: David Cronenberg

Donnerstag, 3. Juni 2010, 23.00 Uhr
DEPARTED - UNTER FEINDEN
USA 2006
Regie: Martin Scorsese

Donnerstag, 10. Juni 2010, 22.45 Uhr
DIE DREI BEGRÄBNISSE DES MELQUIADES ESTRADA
USA/Frankreich 2005
Regie: Tommy Lee Jones

Donnerstag, 17. Juni 2010, 22.45 Uhr
BROKEBACK MOUNTAIN
USA 2005
Regie: Ang Lee

Donnerstag, 24. Juni 2010, 22.45 Uhr
LITTLE CHILDREN
USA 2006
Regie: Todd Field

Donnerstag, 1. Juli 2010, 22.45 Uhr
ZAUBER DER LIEBE
USA 2007
Regie: Robert Benton

Donnerstag, 8. Juli 2010, 22.45 Uhr
DAN - MITTEN IM LEBEN!
USA 2007
Regie: Peter Hedges

Donnerstag, 15. Juli 2010, 23.00 Uhr
BIS ZUM ELLENBOGEN
Deutschland 2007
Regie: Justus von Dohnányi

Donnerstag, 22. Juli 2010, 23.00 Uhr
STERBEN FÜR ANFÄNGER
Großbritannien 2007
Regie: Frank Oz

Donnerstag, 29. Juli 2010, 23.00 Uhr
TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG
USA 2007
Regie: Sidney Lumet

Donnerstag, 5. August 2010, 22.45 Uhr
FEMALE AGENTS - GEHEIMKOMMANDO PHOENIX
Frankreich 2008
Regie: Jean-Paul Salomé

Donnerstag, 12. August 2010, 22.45 Uhr
THE ESCAPIST - RAUS AUS DER HÖLLE
Großbritannien/Irland 2008
Regie: Rupert Wyatt

Donnerstag, 19. August 2010, 22.45 Uhr
CLEANER - SEIN GESCHÄFT IST DER TOD
USA 2007
Regie: Renny Harlin

Donnerstag, 26. August 2010, 22.45 Uhr
VON LÖWEN UND LÄMMERN
USA 2007
Regie: Robert Redford

Donnerstag, 2. September 2010, 22.45 Uhr
DIE LIEBE IN DEN ZEITEN DER CHOLERA
USA 2007
Regie: Mike Newell

Weitere Infos unter www.DasErste.de/sommerkino

Region: Christian Petzold und Olivier Assayas am 2. Juni im Capitol-Kino Mainz

von Elisabeth Maurer, am 25.5.10


Christian Petzold, Copyright: Christan Schulz
Unter dem Titel "Das Autorenkino im Zeichen von Krise und Utopie" findet im Capitol-Kino in Mainz am 2. Juni ein Gespräch mit zwei der innovativsten Regisseure des deutschen und französischen Gegenwartskinos statt, die sich in Mainz erstmals begegnen.
Um 20:30 Uhr findet ein moderiertes Gespräch statt, das im Rahmen des Rheinland-Pfälzischen Kultursommers unter dem Motto „Über Grenzen“ von der Mainzer Filmwissenschaft in Kooperation mit dem Institut Français ausgerichtet wird. Petzold und Assayas werden mit Blick auf ihre Filme den Themenkomplex „Krise und Utopie“ diskutieren. Dabei stehen ästhetische Fragen und politische Dimensionen des Kinos im Mittelpunkt. Das Gespräch wird simultan übersetzt, der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung wird durch eine Retrospektive der Filme von Olivier Assayas abgerundet, die in Anwesenheit des Regisseurs am 1. Juni eröffnet wird. Die Retrospektive läuft bis zum 9. Juni.

Das Capitol zeigt in Vorbereitung des Petzold-Assayas-Gespräches Die innere Sicherheit von Christian Petzold (2. Juni, 18 Uhr).

Interaktive Filmbesprechung: Wie war der fantastische Mr. Fox?

von Elisabeth Maurer, am 25.5.10


Copyright: 20th Century Fox
Mehrere unserer Autoren haben Der fantastische Mr. Fox von Wes Anderson schon im Kino geschaut.
Wir starten eine interaktive Filmbesprechung, macht mit! Kommentiert die Meinungen der anderen oder schildert einfach Eure Eindrücke! Wir freuen uns auf ein interessantes Filmgespräch!

Ich fang mal an: 

In Spielfilmen ist alles inszeniert und gespielt, doch wenn es sich um Realfilme handelt, sind echte Menschen und Umgebungen zu sehen. Bei Animationsfilmen geht die Abstraktion von der Wirklichkeit einen Schritt weiter, dort ist theoretisch alles von der Realität losgelöst.

Die Animation von Der fantastische Mr. Fox sticht aus der Masse des „Animation-Mainstreams“ heraus. Die Figuren erscheinen wie eine Mischung aus Zeichentrick, Stofftier und echtem Tier. Vor allem unterstreicht die Form des Films aber seinen Inhalt und umgekehrt thematisiert die Geschichte auch die Art des Films. Denn hier geht es um die wilden Tiere, die in der menschendominierten Welt aber nicht außerhalb der Zivilisation leben können, auch, weil sie sich im Laufe der Zeit an ihre Annehmlichkeiten, wie zum Beispiel stets gefüllte Hühnerställe, gewöhnt haben.

Doch ihre Natur abzulegen, fällt ihnen schwer, in ihrem Inneren findet ein ständiger Widerstreit statt zwischen ihrem ursprünglichem Wesen und ihrem Wunsch nach einem sicheren, gesetzten Leben. In der absolut grandiosesten Szene, kurz nach Mr. Fox Sieg über die Bauern, sehen sie von der Straße aus auf einem Hügel einen schwarzen Wolf stehen. Schon durch die Tatsache, daß bei der Straße Gras wächst, der Wolf aber im Schnee steht, wird der Unterschied ihrer Lebensweisen und ihre unüberbrückbare Trennung deutlich. Obwohl der Wolf nicht mit ihnen kommunizieren kann, reckt der Fuchs seine Faust zu einer mutmachenden Geste in die Luft und der Wolf, als Inbegriff des wilden Tieres, erwidert diesen Gruß. Denn worum es bei all dem geht, ist das Überleben, so drückt es Mr. Fox in seinem Trinkspruch am Ende im Supermarkt aus.

Zwar leben diese Tiere ein Leben, das von ihrer naturgegebenen Art entfernt ist, doch können sie sich anpassen und müssen das auch, wenn sie weiterbestehen wollen. Metafilmisch betrachtet, kann hier ein Kommentar gesehen werden zu Animationsfilmen. Diese existieren losgelöst von der Realität und der Natur, dennoch stellen sie Beschäftigungen mit unserem realen Leben dar und tragen zum Weiterbestehen des Films bei.

Der Mann, der aus dem Dschungel kam (1979)

von Simon Frauendorfer, am 24.5.10

Ende der 70er Jahre betrat ein neuer Protagonist die Bühne des amerikanischen Actionfilms: der Vietnamveteran. Die Heimkehrer wurden entgegen aller Erwartungen nicht mit offenen Armen begrüßt, sondern als Versager etikettiert. Infolge dieser ablehnenden Haltung der Bevölkerung blieb dem Veteran oftmals nur ein bemitleidenswertes Dasein als armer Vagabund, Tagelöhner  oder Alkoholiker übrig. Die gescheiterten Existenzen flüchten oftmals in die Vergangenheit, in die Zeit des Krieges, in der sie noch ein Ziel vor Augen hatten und ihr Leben zumindest einen Anflug von Sinn ergab.

Search and Destroy ist ein relativ unbekannter Film über eine Gruppe Veteranen, die von den Geschehnissen des Kriegs auch in ihrem Heimatland verfolgt werden. Nicht im Sinne psychischer Schäden, sondern in Person eines Südvietnamesen, der die Gruppe damals durch den Dickicht des Dschungels führen sollte. Im Laufe eines Gefechts ließen die Amerikaner ihn aufgrund einer unterlassenen Hilfeleistung zurück (er weigerte sich einem Verwundeten zu helfen) und zerschmetterten ihm einen Teil seiner Hand. Nun durstet er nach blutiger Rache. Der neue Krieg findet im Umfeld der Niagarafälle statt, wo sich einige der Veteranen eine neue Existenz aufgebaut haben. Die imposante Naturkulisse des Nordostens der USA bildet in diesen Zusammenhang eine erstaunliche Parallele zur Dschungellandschaft von Vietnam, da die Beschaffenheit beider Territorien  die Ausführung der simpel anmutenden Kriegsformel Search and Destroy erschwert.

Der Vietnamkrieg scheint für die Veteranen kein abgeschlossenes Kapitel zu sein. Noch immer suchen sie nach Grenzerfahrungen, um die Einöde ihrer jetzigen Existenz zu kaschieren. Bei näherer Betrachtung ließe sich sogar vermuten, dass der rachedurstige Südvietnamese sogar eine äußerst erfreuliche Erscheinung ist. Nach langer Zeit bietet sich endlich wieder eine Möglichkeit, das Waffenarsenal zu öffnen und die triste Gegenwart auszuklammern. Der Kampf zwischen dem Veteranen  Kip Moore (Perry King) und dem Rächer könnte die Alltagswelt nicht deutlicher konterkarieren: Auf dicht gefüllten Straßen liefern sie sich ein Feuergefecht mit automatischen Maschinengewehren ehe sie das Finale in der umliegenden Naturlandschaft austragen. Die Ferienidylle der Niagarafälle fungiert im Laufe des Films immer als Gegenpol des Gezeigten; die pittoreske Landschaft kontrastiert sowohl die pitoyable Existenz der Ex-Soldaten als auch den aufkommenden Kampf um Leben und Tod.

Mit PerryClass of 1984King, TisaWoodooFarrow und GeorgeNackte KanoneKennedy  verfügt Search and Destroy über ein nettes Ensemble relativ bekannter B-Film Mimen. Der Rächer spielt seinen Part mit großer Konviktion und bleibt auch nach der Sichtung des Films eine sehr mysteriöse Figur aufgrund seiner Undurchschaubarkeit. Er spricht kein Wort; er scheint ein sehr gläubiger Mensch zu sein; er wird kaum psychologisiert. Im Actionfilm schlägt sich der Zuschauer üblicherweise auf die Seite des Rächers, da man Anteil nimmt an seiner Vorgeschichte und an seinem Schicksal. In Search and Destroy ist dies mitnichten der Fall, der Killer bleibt farblos und wirkt fast wie eine paranoide Halluzination, was ihm eine übernatürliche Note verleiht. Die Polizisten befindet sich nicht in der Lage die Bedrohung zu eliminieren, da sie nicht nach der Logik des Krieges agieren. Nur die Figur von Perry King – die bereits am Anfang die Sympathie des Zuschauers erlangt – kann dem Feind entgegentreten. Das der Feind ausgerechnet ein unterkühlter Vietnamese sein muss, stellt kein Indiz für einen latenten Rassismus dar, sondern unterstreicht die Willkürlichkeit rivalisierender Kriegspartien. Aus ehemaligen Alliierten werden erbitterte Feinde.

Aus einem trivialeren Blickwinkel betrachtet, bietet der kleine Film Search and Destroy solide Unterhaltung. Die Verfolgungsjagden und die Schießereien wurden von William Fruet spannend inszeniert, sodass auch Genrefans – die die Metaebene des Films nicht tangiert – ihren Spaß haben werden. Dennoch sollte man beachten, dass dieses Werk einen gewissen Zeitgeist verströmt und als eines der ersten das Motiv des Heimkehres in den Kontext des populären Actionfilms transferiert noch bevor die 80er Jahre ihre RAMBOS und EXTERMINATOREN in den Fokus des Interesses rücken konnte.

Search and Destroy ist keine lang übersehene Perle oder ein verschollenes Meisterwerk, sondern ein kleiner Genrefilm, der vortrefflich unterhält und gleichzeitig weitreichende Interpretationsansätze zulässt. Eine klare Empfehlung.

Der Mann, der aus dem Dschungel kam/OT: Search and Destroy
R: William Fruet
D: Perry King, Tisa Farrow, George Kennedy
Kanada/USA 1979, 92 Min.

 

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