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2010 ist für NEGATIV ein besonderes Jahr, denn es ist unser Geburtsjahr und somit auch ein Filmjahr, das wir alle mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet haben. Besonders deshalb wollen wir es uns nicht nehmen lassen, uns in die Toplisten des ausgehenden Jahres einzureihen.
Hier finden Sie nun die Top 5 der einzelnen Autoren. Dabei waren wir bei der Auswahl der Filme nicht sehr streng. Hauptkriterium war, dass der Film 2010 gesehen wurde, daher finden sich auch Werke darunter, die in Deutschland erst 2011 oder vielleicht leider nie im Kino zu sehen sein werden oder auch mal eines, das die meisten dem Vorjahr zurechnen würden. Da wir ein junges Magazin sind, hat außerdem jeder Autor ein Foto von sich und ein paar kurze Angaben zu seiner Person angefügt.
Es würde uns natürlich sehr freuen, wenn Sie uns wissen lassen würden, was Ihre besonderen Highlights des Jahres waren beziehungsweise was Sie von unseren Listen halten!
Aus den ausdrücklich persönlich angelegten Toplisten der Autoren, die sich beteiligt haben, wurde dieses Top Ten-Ranking erstellt:
TOP TEN 2010
1.
Inception ( 23 Punkte )
2.
A Serious Man ( 13 Punkte )
3.
Machete ( 11 Punkte )
4.
Ein Mann von Welt ( 10 Punkte )
5.
Portrait of a Fighter as a Young Man ( 10 Punkte )
6.
Scott Pilgrim ( 10 Punkte )
7.
A Single Man ( 8 Punkte )
8.
Der Räuber (8 Punkte)
9.
Enter the Void ( 8 Punkte )
10.
Moon ( 7 Punkte )
Christian Alt
Ich studiere an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Germanistik und Philosophie. Neben aktuellen Kinofilmen und zu entdeckenden Filmperlen interessieren mich besonders amerikanische Serien, wie
Lost,
The Sopranos,
Curb Your Enthusiasm oder
Breaking Bad.
1.
Troubled Water
Ein Film, der mich so beeindruckt hat, dass ich gleich zwei Texte dazu geschrieben habe. Erik Poppe erzählt geistreich und einfühlsam eine Geschichte über Moral, Religion, Schuld und Vergebung. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
2.
Der Räuber
Atemlos, spannend, unkonventionell. Benjamin Heisenbergs Der Räuber ist eine Geschichte absoluter Determiniertheit, die kaum Zeit zum Verschnaufen lässt.
3.
Inception
Christopher Nolans Inception ist zweifelsohne der interessanteste Blockbuster des Jahres. Und das bleibt er auch trotz Kritikerhäme.
4.
Von Menschen und Göttern
Der politische Konflikt wird von Xavier Beauvois hochgradig intim erzählt. Ohne sich auf einen Charakter zu fokussieren erschafft er ein spannendes Seelenpanorama, das einen tief in die menschliche Psyche blickenlässt.
5.
Ya – I am
Ein Drogentrip zwischen Beckett und J.R.R. Tolkien – und gleichzeitig der unterhaltsamste Film des Jahres 2010. Nachdem Ya auf der Berlinale und dem exground zu sehen war, kommt er hoffentlich auch 2011 in unsere Kinos.
Ciprian David
Ich studiere Filmwissenschaft an der Universität in Mainz und begeistere mich für zeitgenössische Spuren des Neorealismus und der Nouvelle Vague im Kino, vor allem in Asien, Osteuropa und Südamerika. Im Kino genieße ich vor allem die ikonischen Momente und die Herangehensweise der Macher bei einem Weltentwurf.
1.
Politist, adjectiv
Ein Meisterwerk, gekrönt durch eine vernichtend gute Abschlussszene.
2.
Der Räuber
Imposanter Genrefilm, in dem sich die Szenen zu einem einzigen Atemzug zusammenfügen.
3.
Les Amours Imaginaires
Xavier Dolan fasziniert mit jedem Filmmoment. Großes Kino nach großen Vorbildern.
4.
Tatil Kitabi
Ein Film, der von allen Regisseuren vor ihrem Debüt angeschaut werden soll.
5.
All Tomorrow's Parties
Ist eins mit seinem Thema. Präziser geht es kaum.
Elisabeth Maurer
Im kommenden Jahr werde ich mein Studium der Filmwissenschaft und Physik abschließen. Ich wünsche mir, mich weiter mit Film in journalistischer und wissenschaftlicher Form zu beschäftigen. Mein großes Interesse liegt im Bereich der Naturdarstellung in Filmen, aber überhaupt bin ich sehr an der Ästhetik von Filmen interessiert - präsentieren sie computergenerierte 3D-Welten oder mit der Handkamera gefilmte philippinische Wohnviertel. Daneben habe ich eine Vorliebe für Filme mit historischen Stoffen.
1.
Enter the Void
Eine sehr gelungene Ausnutzung neuer technischer Möglichkeiten und vor allem der gelungene Versuch einen inneren Zustand auf Film zu bannen.
2.
Lourdes
Besonders in seinen Kameraoperationen sehr gut durchdachter Film, der seine Widersprüche nicht auflöst, sondern sie zum zentralen Merkmal erhebt.
3.
Black Death
Als Beispiel für die zunehmend auftauchenden Filme mit historischen Stoffen, deren Ästhetik
realistisch ist und die eine Vergangenheit voll von Gewalt und Konflikten der Weltanschauung präsentieren. Dazu gehörten in jüngster Zeit auch
Walhalla Rising,
Van Diemen’s Land und sogar
Ridley Scotts Robin Hood.
4.
The Road
Auch Endzeitfilme scheint es wieder vermehrt zu geben. The Road thematisiert in einem beeindruckenden visuellen Stil die Frage, was es eigentlich ist, das von uns Menschen angesichts der Apokalypse überleben soll.
5.
Die Legende der Wächter
3D sehr gut ausgenutzt, dazu eine schöne Fantasygeschichte mit originellen Einfällen, nicht nur weil es um Eulen geht.
Dennis Vetter
Derzeit Studium der Filmwissenschaft und Publizistikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2008 Tätigkeit bei zahlreichen Filmfestivals der Rhein-Main Region, u.a. in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Filmprogramm, Organisationsleitung. Seit 2009 als freier Journalist bei diversen Magazinen involviert, u.a. Screenshot, Movie Maze, Ikonenmagazin, Deadline sowie Cineasia.
1.
Portrait Of The Fighter As A Young Man
Trotz politisch schwieriger Thematik zweifellos ein formal überwältigendes Regiedebüt und einer der intensivsten und zermürbendsten Antikriegsfilme seit Jahren!
2.
Waste Land
Die Arbeit des brasilianischen Künstlers Vik Muniz an einer Installation im „Jardim Gramacho“, einer der größten Mülldeponien der Welt, begleitet die Menschen dort und konfrontiert sie mit einer völlig neuen Perspektive auf sich selbst und ihre Situation.
3.
Fantastic Mister Fox
Wes Andersons adaptierte die geistreiche Geschichte um eine Fuchsfamilie mit enorm viel Humor und Gespür für Timing und kreierte zusammen Mit George Clooney einen der witzigsten Filme des Jahres - gleich neben
Humpday natürlich.
4.
The Loved Ones
Eine perfekte Mischung aus bitterschwarzem Zynismus und verspielter Schadenfreude, die hier den hartgesottenen Zuschauer immer wieder fassungslos begeistert staunen lässt – böse sein kann man der sympathischsten Serienkillerin seit Jahren dabei nie.
5.
Exit Through The Gift Shop
Banksy übernahm die Regie eines Films über einen etwas desorganisierten Filmfanatiker, der einen Film über Banksy drehen wollte und spinnt ihn zu einer vielschichtigen und zum Schreien komischen Farce über das Verhältnis von Kunst und deren Kreation, Realität und Fiktion.
Sarah Böhmer
Ich studiere seit 2007 Filmwissenschaft und Amerikanistik in Mainz und liebe Filme, besonders neues argentinisches Kino, alles von Sam Mendes, Classical Hollywood, Film Noir, Neuer Deutscher Film, New Hollywood und zeitgenössisches US-Kino außerhalb des Mainstream. Außerdem mag ich (HBO-)Serien, lese sehr gerne, liebe Malerei, Fotografie und Theater. Am liebsten bin ich auf Reisen oder mit Freunden unterwegs.
1.
Bal
Meditativ, leise, melancholisch - mein Top-Film 2010.
2.
Me Too
Ein unkitschiger Film mit liebevoll gezeichneten Hauptfiguren und einer realistischen Annährung an die Thematik, ob eine romantische Liebe zwischen einem geistig behinderten und einem geistig gesunden Menschen in unserer Gesellschaft funktionieren können.
3.
Toy Story 3
Ein wunderbares Ende für die
Toy Story - Reihe, das Kindheitserinnerungen weckt.
4.
Inception
Die Bildgewalt hat mich überwältigt und das Zitate-Entschlüsseln hat viel Spaß gemacht: toller Film.
5.
Fish Tank
Diese Milieu-Studie hat mich vor allem wegen der starken Hauptdarstellerin sehr beeindruckt.
Amos Borchert
Student der Mainzer Filmwissenschaft und Philosophie. Mitarbeit bei den Filmfestivals NipponConnection und Goeast. Liebt Film, Theater, Performance, Malerei, Fotografie, Literatur und Musik in (fast) allen Facetten - am ehesten aber rau und poetisch. Möchte folgende Filme nicht unerwähnt lassen:
Monsters,
J´ai tué ma mère,
A Hetedik Kör,
Hadewijch.
1.
The Famous and the Dead
Subtiler Film über Sehnsucht, Tod und die Sehnsucht nach dem Tod.
2.
Portrait of the Fighter as a Young Man
Einer der optisch schönsten Filme meines Lebens.
3.
Sahman / Border
Karg, intensiv und grausam.
4.
Poll
Man taucht ein und vergisst zu atmen.
5.
Rubber
Mr. Oizo und sein runder Maniac.
Simon Born
Ich bin…
…Student der Mediendramaturgie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz,
…Aufgewachsen in NRW, Neverland und St. Erpelsburg mit der geballten Konzentration der 90er-Fernsehlandschaft,
…Interessiert u.a. am dänischen Kino „post Dogma“ (
In China essen sie Hunde,
Flickering Lights,
Adams Äpfel), US-Independents ab den 80ern (
Jim Jarmusch,
Joel und Ethan Coen,
Tim Burton,
Terry Gilliam,
Spike Jonze, etc.), dem amerikanischen Fernsehen ab den 90ern zwischen subversivem Zeichentrick und Quality TV (
Freakazoid!,
Simpsons,
The Sopranos,
Six Feet Under,
Lost,
Dexter, etc.) und Filmmusik,
…Dein Vater.
1.
A Serious Man
Mein persönliches Kinohighlight 2010: Meisterhaft führen uns Joel und Ethan Coen in A Serious Man auf der Suche nach einer Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest von Parkplätzen über Zahnarztanekdoten zu Jefferson Airplane, nur um am Ende festzuhalten, dass die letzte Weisheit die Gewissheit ist, nichts gewiss wissen zu können.
2.
Scott Pilgrim vs. the World
Was Ang Lee in Hulk mit der Konvergenz von Comic- und Filmästhetik versuchte, veredelt Edgar Wright in diesem flippigen Filmexperiment zur perfekten Symbiose aus Comic, Film und Videospiel.
3.
Cyrus
Mumblecore heißt die um 2005 entstandene spezielle Richtung des US-amerikanischen Independentkinos, vertreten u.a. durch die Filme von Jay und Mark Duplass: Low-Budget, oft mit Einsatz von Digitalkameras, ergibt sich über das improvisierte Spiel der Darsteller ein intensives Bild der Beziehungslandschaft der Twentysomething-Generation. Cyrus bildet keine Ausnahme, das Drama mit leichten Comedy-Anleihen lebt durch seine ungewöhnliche Kamera- und Schnittarbeit sowie das starke Spiel der drei Hauptdarsteller John C. Reilly, Jonah Hill und Marisa Tomei.
4.
Rammbock
Dieser Zombiehorror ist ein überraschend überzeugender Genrefilm aus deutschem Hause –Bitte mehr davon!
5.
Inception
Nolans neuester Mindfuck erweist sich als bombastisch-visuelles Spektakel, in der wie gewohnt Genrekonventionen (etwa des heist-movies oder des spy thrillers) in komplizierten Parallelmontagen zu den Zuschauer manchmal überbeanspruchenden Gedankenspielen zusammenmontiert werden. Gebt dem Mann endlich einen Bond-Film, dann ist er auch zufrieden.
Daniel Bund
Ich studiere Filmwissenschaft, aber hoffentlich nicht mehr allzu lange. Ich mag nette Menschen und gute Filme aller Art. Gut ist zunächst, was bewegt. Gedanklich oder emotional. Bücher und Musik gehen auch. Wenn ich zu bewegt bin, mag ich auch mal Filme, die beruhigen. Und Kaffee.
1.
A Serious Man
Accept the Mystery.
2.
An Education
Wegen des butterweichen Drehbuchs und Carey Mulligan, die eine junge Frau im Transit zwischen Schulmädchen-Alltag und verführerischem Savoir-vivre perfekt verkörpert.
3.
Me Too
Weil der Film die sich anbietenden Klischees des Sujets nicht bedient und eine anrührende, unkitschige Geschichte über eine verhinderte Liebe erzählt.
4.
A Single Man
Elegant, ästhetisch ausgefeilt. Verzweifelt, hoffnungsvoll, bittersüß. Traurig. Schön. Gut gemacht, Colin Firth. Mehr von Tom Ford!
5.
Inception
Sicher nicht so gut wie
The Prestige, aber Nolan versteht es trotzdem, interessante gedankliche Konstrukte in wirkungsvolles Erzählkino zu verpacken. Als Begründung muss reichen, dass der Film 'ne Menge Spaß macht.
Sascha Eggers
Ich bin 23 Jahre alt und wohne in Offenbach. An der Goethe-Universität Frankfurt studiere ich Politologie und fange gerade an, mich auf meine Diplomarbeit vorzubereiten. Auf NEGATIV bin ich also nicht aus wissenschaftlichem Interesse vertreten, sondern allein wegen meiner Liebe zum Film. In meiner beruflichen Laufbahn würde ich auch gerne mit Medien zu tun haben, am liebsten in einer Presseabteilung.
1.
Inception
Ein optisch beeindruckendes und mental fesselndes Action-Meisterwerk
2.
Moon
Die erste Hälfte des Films dürfte das bedrückendste Drama des Jahres sein und Sam Rockwell der beste Darsteller
3.
The Social Network
Dank seiner Rasanz, der Darsteller und des dialoglastigen Drehbuchs ein großartiges Drama
4.
Crime or Punishment?!?
Albern, bizarr, absurd und in keiner Sekunde ernst zu nehmen: so perfekt bekommt man Humor selten zu sehen
5.
Enter The Void
Schon fast kein Film mehr, sondern eher ein eigener Rausch
Jan-Philipp Kohlmann
Ich wünsche mir für 2011 vor allem ein paar raue amerikanische Genre-Filme, die sich nicht zu fein sind, nebenbei einige ungemütliche Dinge über ihr Land zu sagen (so wie
Little Big Man,
Taxi Driver und
Five Easy Pieces in den 70ern); und wieder mehr bedingungslose Filme aus Europa, die uns die Welt mit anderen Augen sehen lassen, weil sie die ganze Welt beinhalten und weil sie wütend sind und zärtlich und einen Blick haben, so scharf wie ein frisch geschliffenes Fleischermesser (so wie
Weekend oder
Stroszek oder
Boy Meets Girl).
1.
Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben
Seltsam, zauberhaft, voll stiller Schönheit: Zum Glück gewann Apichatpong Weerasethakul mit seiner kinematografischen Meditationsübung die Goldene Palme in Cannes, sonst hätten wir diese Bilder in den deutschen Kinos vermutlich nicht zu sehen bekommen.
2.
Von Göttern und Menschen
Unaufgeregt und umsichtig – und niemals anrührig – erzählt Xavier Beauvois' ebenfalls in Cannes prämierter Film von christlichen Missionaren in Algerien, die sich einer Flucht vor den Terroristen verweigern und dafür mit dem Tode bezahlen müssen.
3.
Moon
Ein Kammerspiel mit zwei verzweifelten Klonen auf dem Mond und der beste Science-Fiction-Film seit gefühlten 2001 Jahren, den Duncan Jones mit seinem Debüt-Werk vorgelegt hat.
4.
A Serious Man
Alle Jahre wieder, kann man schon sagen, denn die Gebrüder Coen bringen mittlerweile im Jahrestakt ihre Filme in die Kinos; ein witziger, souverän inszenierter Film ist
A Serious Man, im Vergleich zur Klasse ihrer vorherigen Filme, an die sie hoffentlich mit
True Grit wieder anknüpfen können, aber eher nur solide.
5.
Inception
Don't believe the hype! Christopher Nolan hat zwar einen plottechnisch raffinierten, durchweg unterhaltsamen Film gemacht, dessen philosophischer Gehalt allerdings maßlos überschätzt wird.
Rebecca Kos
Schon als Kind habe ich mir Filme gleich dreimal hintereinander angeschaut und ging danach allen mit meinen Nacherzählungen auf die Nerven. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Meine besondere Liebe gilt alten Hollywood-Filmen,
Douglas Sirk,
Billy Wilder und dem Film Noir. Länger als die Liste meiner Lieblingsfilme ist nur die Liste der Filme, die ich unbedingt noch sehen will.
1.
Ein Mann von Welt
Ein intelligenter und wirklich lustiger Film, mit großartigen Schauspielern und einer der besten (und skurrilsten) Sexszenen der Filmgeschichte.
2.
J'ai tué ma mère
Regisseur Xavier Dolan ist ein Riesentalent. Wie ein 20-Jähriger so einen reifen Film machen kann, ist mir ein Rätsel. Sowohl optisch als auch inhaltlich ein überzeugender Film.
3.
Die Kinder vom Friedrichshof
Dieser Dokumentarfilm zeigt vier junge Menschen, die in einer umstrittenen Großkommune aufgewachsen sind. Die Regisseurin Juliane Großheim lässt den „ Kindern“ dabei viel Raum ihre Geschichte zu erzählen und wird dabei nie distanzlos oder aufdringlich.
4.
Kein Ort
Erschütternder Dokumentarfilm über die Lebensumstände von tschetschenischen Asylbewerbern in Europa. Ein Thema, das viele gerne verdrängen, aber mehr Beachtung verdient.
Mareike Post
Schon von Klein auf begeisterte ich mich für das Verlassen meiner eigenen Realität und ihren Umtausch in das Fantastische.
Dank meines Studiums der Filmwissenschaft erhalte ich nun die Möglichkeit, den cineastischen Blick zu schulen und meine Eindrücke und Erfahrungen explizit niederzuschreiben.
1.
Inglourious Basterds
In Tarantions Phantasmagorie ist es das Kino selbst, das als „Bastard der Künste“ das „Dritte Reich“ auf das Bitterste hin meuchelt. Die glorreiche Darstellung des scharfsinnigen und fast grausam sympathischen SS-Oberst Hans Landa von Christoph Waltz wird umrundet durch den perfekten Zusammenschluss geschichtlicher Halbwahrheiten, Zitaten der Filmgeschichte und einem Ende nach dem jeder Cineast lechzen dürfte.
2.
Machete
Groteske Gewalt, nackte Haut und viel Humor. Dies alles fest zusammen geschnürt mit dem zynischen Garn der Satire: Das ist Machete. Getreu seines eigen kreierten Mariachi-Styles überzeugte Rodriguez dieses Jahr nicht nur mit seinen cartoonartigen Bildern, sondern auch mit einem mächtigen Staraufgebot.
3.
Shutter Island
Shutter Island ist ein schizophrenes Spiel mit Wahrheit und Lüge, Fiktion und Nicht-Fiktion, sowie dem klassischen Gut-Böse Dilemma umhüllt von düsterer Atmosphäre und beunruhigenden Erinnerungen.
4.
Soul Kitchen
In Akins erster Komödie triumphiert vor allem die perfekte Symbiose von ehrlichen Bildern und souliger Cross-Over Musik. Ein Zusammenspiel, dass den Zuschauer direkt in den multikulturellen Melting Pot Hamburgs katapultiert und ihn dabei richtig Spaß haben lässt.
5.
Greenberg
Charakterstudie eines Misanthropen verkörpert von Ben Stiller, der nicht nur durch das Nichteinhalten seiner Rollengeschichte sondern auch durch die Hilflosigkeit seiner Figur dem desillusionierenden Autorenfilm einen besonderen Glanz verleiht.
Leander Ripchinsky
1.
Im Angesicht des Verbrechens
Deutlicher Beweis, dass großes Kino immer öfter im Fernsehen zu sehen ist – nun auch in deutschen Landen. Größtes Manko: Der Zehn-Stünder war nur auf der Berlinale auf der großen Leinwand zu sehen.
2.
Scott Pilgrim vs. The World
Greller, verspielter Comicfilmkracher, äußerst unterhaltsam.
3.
A Serious Man
Ließ die christlich- atheistischen Kinosäle mit einer Ahnung zurück, was das denn nun sein könnte, jüdischer Humor und/oder ein richtig guter Coen- Streifen.
4.
Shotgun Stories
American Indie, oder McDonald’s in Gut: Sie sehen immer wieder ähnlich aus, fühlen sich immer wieder ähnlich an, begeistern mich allerdings auch immer wieder ähnlich neu.
5.
Lola
Klein und leise, poetisch und realistisch, weise und bescheiden, exotisch und nah.
Oliver Schmitt
Die Beschäftigung mit Film ist auf ein Schlüsselerlebnis in einem Kinosaal zurückzuführen in einem Kino das längst nicht mehr existiert. Bis zum heutigen Tag hat sich dieses Erlebnis im Gedächtnis gehalten und will nicht weichen. Kein anderer Moment in der zeitgenössischen Filmgeschichte konnte diesen ersetzen, es war einfach das erste Mal. Dieser Moment wenn die Leinwand, ganz ohne dreidimensionale Hilfsmittel zu einem Schauplatz einer plastischen und lebendigen Geschichte wird. Das Erzähltempo einen Sog erzeugt, der mit Lichtgeschwindigkeit ganz nahe an das Geschehen heranzieht. Wenn die Helden in wenigen Minuten zu wirklichen Gefährten werden. Wenn Unglaubliches und Wunderbares in den Bildern zu finden ist, dann ist es der eine Moment. Danke George!
1.
Up in the Air
Tragisch, komisch und elegant – George Clooney auf hohem Niveau mit skurrilen Lebensweisheiten eines zeitgenössischen Helden vor wirtschaftlicher Krise.
2.
Inception
Christopher Nolan beweist, das ein Film auch ohne dreidimensionale Überwältigungsstrategie ein einmaliges und besonderes Erlebnis sein kann.
3.
Machete
Weil populärer Trash auch guter Trash sein kann, der Rodriquez zurück zu verstörenden Wurzeln führt.
4.
The Book of Eli
Eine Postapokalypse mit spiritueller Fragestellung ist ein ungewöhnliches Konzept, das brennende Fragen hinterlässt.
5.
The Gamer
Satirischer, dystopischer und provokativer Blick auf eine Zukunft der Facebook, YouTube und Multiplayergesellschaft.
Dennis Stormer
Film im Allgemeinen begeistert mich aus vielen Blickwinkeln.
Ich beschäftige mich größtenteils selbst damit, Kurzfilme zu drehen oder bei Produktionen zu arbeiten - halt die Dinge die man so tut wenn man erstmal nach Berlin zuzieht ...
Die eigentliche Inspiration sind natürlich vorhandene Filme, Filme die sich nicht auf Genres festlegen, Filme die bezaubern und überraschen, weil sie sich das Medium und nicht nur den Inhalt zunutze machen und ganz vorne skandinavische Filme. Daher auch mein Lieblingsfilm Slim Susi, den ich bestimmt nicht als besten Film bezeichnen würde, diesen Platz nimmt ohne Frage
Fight Club ein, aber eben mein Geschmack und Lieblingsfilm (Smala Sussie).
Was aber 2010 angeht, halte ich das Kinojahr für nicht besonders herausragend oder inspirierend, da waren viele ganz ordentliche Filme, auch große Enttäuschungen wie
Das Konzert, aber so richtig umgehauen wurde ich dieses Jahr leider sowieso nicht.
1.
Ein Mann Von Welt
Diese staubtrockene, norwegische, tiefschwarze Tragikkomödie ist eigentlich der einzige Film, der es überhaupt verdient, in die Auflistung der Top 5 2010 zu kommen.
2.
A Single Man
Cineastisch hat der Modedesigner Tom Ford mit seinem Debüt hiermit eine Meisterleistung hingelegt, einen gesamten Film zu stylen wie eine Kollektion.
3.
Enter The Void
Kein vollends berauschender Film, aber wichtig und platzierend ist, dass mit dem Medium Film auch mal etwas neues ausprobiert wird und Grenzen übertreten werden, das ist, was Enter the Void tut.
4.
Scott Pilgrim
Die größte Überraschung, die 2010 parat hielt, ist diese ideenreiche Comicheldenverfilmung, die es vermutlich schafft, jeden Humor zu bedienen oder ins lächerliche zu ziehen.
5.
A Serious Man
Das unnahbare Coen-Duo inszeniert teilweise fast schon zu perfekt geschliffen die gelähmte Menschlichkeit.
Stefan Tihanyi
Ich studiere im vorletzten Semester Film und Fernsehen an der Hochschule Mittweida und bin dann Mitte 2011 fertig! ( Dem Herrn sei Dank! ) Ob zehnteiliges Familienmelodram oder halbstündiges Gemetzel - jeder Film, der eine individuelle Ausstrahlung hat, kann mich berühren. Da ich ein großer Freund von komplexen Handlungen bin, darf´s auch gern schön unübersichtlich sein ( oder SO übersichtlich, dass es schon fast unangenehm wird. )
1.
Shutter Island
Der erste Film, welcher mir seit Ewigkeiten mal wieder zu verstehen gab,
dass rein gar nichts vorhersehbar ist, wenn man eine Story gut aufzieht. Brillant!
2.
Männer die auf Ziegen starren
Kuriose Hintergrundgeschichte, grandiose Darsteller, ein Fest.
3.
Inception
Schon bei der Idee war ich überzeugt, vom fertigen Produkt ganz zu schweigen.
4.
Machete
Rodriguez eben, I rest my case.
"War das jetzt ernst oder nicht ernst? Hä?"
- Kinobesucher in Speyer
5.
A Serious Man
"Ich verstehe gar nicht, was der Film mir jetzt sagen wollte."
- Kinobesucher in München
Anna Wirnsberger
Ich bin frischgebackene Film- und Literaturwissenschaftlerin und versuche jetzt, mein Wissen gewinnbringend einzusetzen. Meine persönlichen Film-Vorlieben sind im europäischen und amerikanischen Spielfilm zu finden. Am liebsten mag ich Filme, bei denen es wild zugeht wie etwa bei Tarantino und Lynch und auch klassischen Horror (bevorzugt mit Vampiren) – Kultfilme eben.
1.
Mary und Max
Eine interessante Story, die visuell toll umgesetzt wurde.
2.
Machete
Endlich mal wieder ein Actionfilm, der nicht total vorhersehbar ist –zum Teil mit
extrem lustige Hommagen und Kampfszenen mit Kultfilmpotential.
3.
Die Eleganz der Madame Michel
Eine ungewöhnliche Geschichte, unterhaltsam und rührend erzählt.
4.
Chloe
Interessante, unvorhersehbare Handlung und gut gespielt (von den beiden Frauen).
5.
Nord
Unterhaltsam und ungewöhnlich – mal was anderes.
Dann bleibt nur zu sagen: Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Jahr 2011 und freuen uns auf die Filme, die da auf uns warten!