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2010 in Festivals bei NEGATIV

von NEGATIV, am 31.12.10


Dokfest Kassel 2010
09.11. - 14.11. 
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EDIT 2010
25.09. - 30.09.
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Exground 2010
12.11. - 21.11.
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Fantasy Filmfest 2010
16.08. -7.09.
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Filmfest München 2010
25.06. -03.07. 
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FILMZ 2010
23.11. -28.11.
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Gamescom 2010
18.08. -22.08.
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GoEast 2010
21.04. -27.04.
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IFF Mannheim-Heidelberg 2010
11.11. -21.11. 
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Interfilm
16.11.-21.11.
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ITFS 2010
04.05.-09.05. 
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LUCAS 2010
05.09.-12.09.
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Nippon Connection 2010
14.04.-18.04. 
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53. Nordische Filmtage Lübeck
02.11-06.11.
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TürkFilmFestivali 2010
07.10.-10.10.
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Underdox
30.09.-06.10. 
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Wiesbaden: Die Yusuf Trilogie in der Caligari Filmbühne

von Stefan Tihanyi, am 30.12.10







Auf Grund der großen Nachfrage zeigt die Caligari FilmBühne Wiesbaden zwischen dem 30.12.2010 und dem 05.01.2011 noch einmal den Berlinale-Gewinner 2010.


Mit Bal ( "Honig" ) schließt Regisseur Semih Kaplanoğlu seine Trilogie über den Dichter Yusuf ab.
Allerdings handelt es sich bei Bal in diesem Sinne nicht um eine Fortsetzung, da die Trilogie rückwärts erzählt wird. Yumurta ( "Ei" ), welcher 2007 erschien und den ersten Teil der Trilogie darstellt, befasste sich mit der Rückkehr des vierzigjährigen Yusuf aus seinem städtischen Exil in seine Heimatstadt. Der 2008 erschienene zweite Teil namens Süt ( "Milch" ) zeigt hingegen den zwanzigjährigen Yusuf, thematisiert wird hierbei sein Traum einer Poetenkarriere.

Bal blickt nun noch tiefer in die Vergangenheit und zeigt die Hauptfigur im Alter von sechs Jahren, zum Zeitpunkt ihrer Einschulung. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Yusufs Zuneigung zur Sprache und Dichtkunst. Im vertrauten Umfeld seiner Familie fällt es ihm nicht schwer, laut vorzulesen, was ihm aber durch seine Nervosität in der Schule mißlingt. Als er seinem Vater Yakup von seinem Traum erzählt, ermahnt ihn dieser, seine Träume nicht laut auszusprechen. Doch Yusuf schweigt von nun an vollständig, nachdem der Vater, welcher als Honigbauer arbeitet, eine weitere Strecke zurücklegen muss, da die Bienen ihre Gegend nicht mehr bewohnen. Als Yakup mehrere Tage lang nicht zurückkehrt, machen sich Mutter und Sohn, welcher mittlerweile in der Geschichte des Propheten seinen Vater wiederzuerkennen glaubt, auf die Suche nach ihm.

Gezeigt werden Bal und Süt in Originalfassung mit deutschen Untertiteln, sowie Yumurta in Originalfassung mit englischen Untertiteln:



Bal – Honig:

Donnerstag, den 30.12.2010 um 17.30 Uhr
Sonntag, den 02.01.2011 um 20 Uhr und
Mittwoch, den 05.01.2011 ebenfalls um 20 Uhr

Süt – Milch:

Donnerstag, 30.12.2010, 20 Uhr und
Sonntag, 02.01.2011, 17.30 Uhr

Yumurta – Ei:

Dienstag, den 04.01.2011 um 20 Uhr

DVD: A Film With Me In It

von Mareike Post, am 30.12.10



Zwei Männer sitzen rauchend in einem dunklen, kleinen Zimmer. Im Vordergrund sind die unseligen Überreste einer Leiche zu erkennen. Bildlich eingerahmt vom tragischen Zustand der malträtierten Körperteile des Toten, steht den beiden Protagonisten die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Starr, ausdruckslos und vom Leben geläutert, sind sie nicht in der Lage ihre ausweglose Situation zu begreifen. Der Zug an der Zigarette wirkt wie ein pedantisches, krampfhaftes Heranziehen einer Lösung. Jedoch ergibt sich diese den beiden Hauptdarstellern des Films A Film With Me In It von Ian Fitzgibbon bedauerlicherweise nur sehr holprig. Mit dem verzweifelten Zerren an einem Hintertürchen entsteht die tiefschwarze Komik dieses irischen Films, den das Verunglimpfen des Todes sichtlich amüsiert.

Der erfolglose Schauspieler Mark (Mark Doherty) fristet das Dasein eines veritablen Verlierers. Rollen sind für ihn nicht vorhanden und Geld wird somit zu einem Fremdwort. Eingepfercht in einer kleinen, heruntergekommen Wohnung, lebt er zusammen mit seinem behinderten Bruder, seiner permanent gereizten Freundin und seinem ausgesprochen bewegungsmüden Hund. Ein Leben, das jeglichen Fluchtversuch befürwortet. Zwischen all dieser Tristes und Armseligkeit erheitert ihn einzig und allein sein Nachbar Pierce, dargestellt von Dylan Moran. Ebenfalls im Filmgeschäft tätig, als Drehbuchautor und Regisseur, sammelt er genauso viel Ruhm und Ehre wie Mark. Für Pierce lässt sich die eigene Welt am Besten mit Alkohol ertragen. Die Flüssigkeit, die seine vergebliche Existenz in ein vorgebliches Künstlerdasein taucht.
Unangefochtener Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist die baufällige Behausung Marks. Vermodert, zerfallen und absolut abbruchreif präsentiert sich diese als wahre Todesfalle. Kaum wird Mark von seiner Freundin verlassen, ergreift seine Wohnung Partei und rechnet nach und nach mit den Bewohnern ab. Nun liegt es an Mark und Pierce die absurden Ereignisse des Tages gekonnt zu bewältigen. Doch statt rational an das Problem heranzutreten, überlagern die cineastischen Erfahrungen der beiden Filmschaffenden ihre Handlungsgewalt und führen zu bizarren Lösungsversuchen.

Das geschaffene Geflecht dieser skurrilen Situation wird hauptsächlich vom Können der beiden Hauptdarsteller getragen. Gleitet die Handlung hin und wieder in das Absonderliche fangen Mark Doherty und Dylan Moran den Zuschauer durch ihr absolut realistisches Spiel wieder auf. Gleichgültig in welche Sinnwidrigkeit sich das Geschehen auch steigern mag, die beiden Protagonisten verkörpern ihre Rollen der lebensinkompetenten Verlierer mit solch einer Glaubwürdigkeit, dass die Unruhe des Rezipienten von Todesfall zu Todesfall gemeinsam mit der Nervosität der Darsteller steigt. So erlebt man Mark, wie er sich völlig verzweifelt die Handlung eines Kleinkindes aneignet und den Schutz seiner Bettdecke sucht, um vor den Vorfällen in seiner Wohnung zu entkommen. Oder Pierce, der trotz der enormen Freundschaft zu seinem Nachbarn erst einmal die Flucht anstrebt. Verfeinert wird die ganze Darstellung durch die exzellenten Dialoge die Mark Doherty, welcher auch gleichzeitig Verantwortung für das Drehbuch zeichnet, den Protagonisten wie maßgeschneidert angepasst hat.

Mit A Film With Me In It hat Ian Fitzgibbon allerdings keinen Film geschaffen, der den Zuschauer in ein anderes Universum leiten soll. Nicht nur der selbstreferentielle Titel lässt mehr als die parasitäre Welt der Fiktion vermuten. Entführen die Darsteller den Zuschauer in einen fiktiven Kosmos, entreißt ihn die Kameraführung aus diesem zugleich wieder. Jedes Gleiten in einen verhängnisvollen, unwahrscheinlich wirkenden Moment wird unterstützt durch den Gebrauch einer (teilweise ruckartig) auftretenden verkanteten Kamera. Ein Stilmittel, das Irritation beim Zuschauer auslöst und die Fiktion durchbricht. Doch nicht nur die Kameraarbeit setzt sich dafür ein, jegliche Illusion zu zersetzten. Ebenso die Gedankengänge der Charaktere, ihre Handhabung der Problematik, verweist immer wieder auf den Film an sich. Der sich vollziehenden narrativen Handlung scheinen nicht einmal die Figuren selbst zu trauen, wodurch es dem Zuschauer immer mehr erschwert wird, sich dem Gesehenen zu fügen. Es entsteht eine befremdliche Beschaffenheit der filmischen Wirklichkeit, in welcher der Rezipient hin und her gerissen wird zwischen Fantastik und Realität.

Und auch wenn Pierce der Meinung ist, dass die Handlung für den Zuschauer immer logisch sein müsse, beweist Fitzgibbons Low-Budget-Film das Gegenteil. Trotz seiner temporären Handlungsflauten und gelegentlichen Unglaubwürdigkeit profiliert sich A Film With Me In It durch stilistische und narrative Raffinesse. Nicht nur die kreative Kameraführung, sondern auch die Beleuchtung, die einige Sequenzen noch bedrohlicher und intensiver erscheinen lassen, sorgt für Begeisterung. Über diese Besonderheiten hinaus ist A Film With Me In It schlussendlich ein Werk, das den Stempel „schwarze Komödie“ wirklich verdient.






A Film With Me In It
R: Ian Fitzgibbon
D: Mark Doherty, Dylan Moran
Irland 2008, 84 Min., FSK 16
Bildformat: 16:9
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Tonformat: Dolby Digital 5.1

Empfehlungen für die Kinowoche (30. Dezember)

von Mareike Post, am 29.12.10

Last Night


Und auch diese Woche stellen wir Ihnen wieder die Neuheiten der Kinowoche vor.
Schreiben Sie uns Ihre eigene Meinung zu den Filmen auch gerne als Kommentar.

Highlights:
Last Night von Massy Tadjedin
Umkehrung der konventionellen Moralverstellungen mit Keira Knightley und Eva Mendes



Für Fans:
La Danse - Le Ballet de L'Opéra de Paris von Frederick Wiseman
Dokumentation über das Ballett der Pariser Oper
Pornografie & Holocaust von Ari Libsker
Dokumentation über das bizarre Zusammenspiel von Pornographie und Holocaust in der israelischen Popkultur
[zur Rezension von Christian Alt]

Lieber auf DVD warten:
Immer Drama um Tamara von Stephen Frears
Englische Komödie über einen frivolen Rachefeldzug

Pornografie und Holocaust

von Christian Alt, am 29.12.10


Es ist eine Variation über ein immer gleiches Thema: Ein junger, amerikanischer Kampfpilot stürzt über Nazideutschland ab und wird in ein Stammlager – kurz Stalag – gebracht. Dort missbrauchen ihn sadistische SS-Offizierinnen in hohen Stiefeln und mit üppigem Dekolleté – bis er sich befreien kann, die Offizierinnen selbst vergewaltigt, tötet und aus dem Lager flieht. In den 60er Jahren war diese Geschichte in Israel wohl bekannt, gar ein Massenphänomen. Hunderte solcher Groschenromane mit pornographischem Inhalt – „Stalag“ genannt - schwemmten kurz nach dem Eichmann-Prozess auf den israelischen Buchmarkt. Von dort fanden sie ihren Weg meist in die Tornister der Nachkriegsjugend, die in den Romanen nicht nur die einzige pornographische Literatur fanden, die es gab, sondern auch die erste Aufarbeitung dessen, was in den Lagern vermeintlich geschehen ist.
Der Dokumentarfilm Pornografie und Holocaust geht diesem bizarren und unglaublichen Phänomen der Popkultur nach und zeigt nicht nur die Geschichte der Stalags, sondern auch die schwierige Aufarbeitung der Lagerereignisse.

Die Autoren der Romane trugen imposante und exotische Namen wie Mike Baden oder Ralph Butcher, die Bücher waren offiziell Übersetzungen der englischen Originalmemoiren. Memoiren, die nie geschrieben worden sind. Die Autoren waren Juden, deren Eltern den Holocaust überlebt hatten. Einer von ihnen ist Eli Keidar, der unter dem Pseudonym Mike Baden den ersten Stalag geschrieben hat. In Stalag 13 – der Titel lehnte sich an Billy Wilders Stalag 17 an – wurden die Grundlagen des Genres gelegt. Ein Genre, das um die Lust an der Provokation zu bedienen, schnell ins Fantastische ausbricht und Nazisex mit Horrorelementen paart. Der Film rekonstruiert eine historisch einmalige Situation: Auf der einen Seite wird im Eichmann-Prozess erstmals eine wirkliche Aufarbeitung betrieben, auf der anderen Seite beflügeln diese Erkenntnisse die Phantasie der Menschen. Nur die Frage nach dem Warum lässt Regisseur Ari Libsker aus und umschifft diese im historischen Diskurs.

Die Stalag-Geschichten befinden sich Anfang der 60er auf ihrem Höhepunkt. Doch bald ist der Markt gesättigt, die provokanten Geschichten verlieren an Reiz. Dennoch endet ihre Geschichte hier nicht. Die Mischung aus Nationalsozialismus und Sex hält mit Filmen wie Love Camp 7 oder Ilsa: She Wolf of  the SS Einzug in die Filmgeschichte, das Genre „Sadiconazista“ entsteht. Auch heute leben die fiktiven Geschichten aus den Lagern weiter – in den Köpfen der Menschen. Ein Großteil der israelischen Bevölkerung ist davon überzeugt, dass es in den Lagern eben jene Verbindung von Sex und Gewalt gab. Eine Ansicht die durch die Romane Ka-Tzetniks noch heute an den Schulen gelehrt wird. Historiker können hierfür allerdings keine Beweise finden.

Die Stalags sind also mehr als ein moderner Pop-Mythos. Die schwarz-weißen Interviews werden den grellen Romaneinbänden gegenübergestellt, die historische Aufarbeitung gelingt auf ganzer Linie. Geht es im ersten Teil der Dokumentation noch um die Stalags, entfernt sich Ari Libsker im weiteren Verlauf des Films von seinem Gegenstand. Gerade die psychologische Untersuchung des Phänomens kommt deutlich zu kurz, eine weitergehende Analyse der Verbindung von Sexualität und Gewalt hätte dem Film zu mehr Gehalt verholfen. Somit bleibt Pornografie und Holocaust ein interessanter Film – mehr aber auch nicht.

Pornografie und Holocaust
R: Ari Libsker
D: Eyal Liani, Ami Maoz, Dan Newman, Ronit Yedaya
Israel 2008, 63 Min.
Verleih: Moviemento
Kinostart: 30.12.2010

DVD: KDD - Kriminaldauerdienst Staffel 2

von Leander Ripchinsky, am 29.12.10



Die Serie Kriminaldauerdienst ist die gegenwärtige deutsche Serie der großen narrativen Horizontalen, ihre Geschichten werden über die Enden der einzelnen Folgen erzählt und nehmen wesentlich mehr Raum ein als Vertikalen, die einzelnen Kriminalfälle, mit der die Ermittler pro Folge konfrontiert werden. Die Horizontalen werden über viele Erzählstränge hinweg ausgebreitet. Nach der Einführung in Staffel 1 am Beispiel der Pilotfolge, soll dieser Artikel anhand der vorletzten Folge der zweiten Staffel – Scham – Entwicklungen und Trends der mittleren Staffel aufzeigen. Dabei soll - soweit es geht - der genaue Inhalt der Figurenentwicklungen vorenthalten werden, um KDD-Neulingen nicht alles vorweg zu nehmen. Denn die Serie zieht einen erheblichen Anteil ihrer Spannung aus der Frage, was als nächstes geschieht, ähnlich dem Aufbau einer Soap Opera, mit dem Unterschied, dass man anstatt zu wissen, dass letztendlich das Meiste gut ausgehen wird, sich alles um die Frage dreht, wie und in welchem Ausmaß alles den Bach hinunter gehen wird.


In Scham gerät Polizist Mehmet (Billey Demirtas) unter Verdacht, eine Frau (Henriette Müller) vergewaltigt zu haben. Der Clou dabei ist, dass der Zuschauer in die Irre geführt wird und gemeinsam mit Mehmets Team an diesem zweifeln kann; denn der türkischstämmige Polizist hat sich nach dem Raußschmiss seiner Frau zu einer Grenzen austestenden, immer zwielichtigeren Figur entwickelt. Nachdem er zu Beginn der Folge sein One-Night-Stand rausschmeißt, beginnt die Frau ihn zu beschimpfen, woraufhin die Kamera Mehmet zeigt, wie er ihr nachgeht, aber nicht, was außerhalb der Wohnung geschieht. Auch im weiteren Verlauf wird in Scham alles in Innenräumen verdichtet, nach dem Prolog sind die Polizisten nur noch auf der Wache zu sehen. Verdichtung und Verknüpfung sind dabei die wichtigsten Prinzipien. Auf der Toilette treffen sich Mehmet und Maria (Jördis Triebel). Er hat gerade DNS entnommen, um nachzuweisen, dass er nicht der Vergewaltiger ist; sie hält weinend ihren positiven Schwangerschaftstest in den Händen. „Das brauchst du jetzt wohl auch nicht mehr. Also, Sperma meine ich.“, nickt Mehmet ihr zaghaft lächelnd zu. Der Versuch, seinen Galgenhumor nicht zu verlieren, eine schnelle Umarmung - mehr Aufmerksamkeit können die Charaktere in KDD sich nicht schenken, zu beschäftigt sind sie mit ihren eigenen Verwicklungen.


Die Serie behandelt die Wendungen der Geschichte, die vermeintlich bedeutsam sind, noch beiläufiger als schon zuvor. Dass ein Kronzeuge stirbt und ein überraschender Heiratsantrag gemacht wird, gerät zur narrativen Nebensache. Die meiste Aufmerksamkeit nimmt der Alltag ein, der darin besteht, dass eine Gruppe türkischer Frauen mit kaputten Fahrrädern auftaucht. Die werden von den Polizisten und dem an Demenz leidenden Vater Leos (Falk Rockstroh) spontan repariert und in einer euphorischen, feierlichen Sequenz wird den Frauen die Fahrradprüfung abgenommen. Diese Entwicklung könnte man freilich auch als ein Zugehen auf Fernsehzuschauer, die wöchentliche Fälle sehen wollen, deuten. Dagegen und für die Konsequenz der Serie sprechen dabei allerdings Charaktere wie Keitel (Devid Striesow).Dieser wird witzelnd und engagiert zu einer greifbareren, sympathischeren Figur, die zuvor vor allem als Marias und Jans (Manfred Zapatka) fieser Antagonist innerhalb der Polizei auftrat. Selbst Chef Helmut Enders (Götz Schubert), der sich gerade in einer Zwickmühle befindet, in die er sich durch seinen eigenen Ehrgeiz gebracht hat, muss lächeln - in Anbetracht dessen, dass sich seine Mannschaft den ganzen Tag um Fahrräder kümmert, während es außerhalb des Reviers um Leben und Tod geht.


Das Prinzip von KDD, in Staffel 2 Geschichten über die Horizontale zu erzählen und aktuelle Problematiken vor allem anhand einzelner Folgen zu diskutieren, geht in Scham nur bedingt auf. Zu eindimensional bleibt das rassistische Pärchen, das Mehmet zu linken versucht und zu beiläufig gerät die Diskriminierung innerhalb vermeintlich homogener Gruppen: der Rassismus gegen Mehmet durch seine eigenen Kollegen und die Probleme der türkischen Frauen, die sich in der Gewalt durch deren Männer äußert. Außerdem zieht sich die Auflösung der Ermittlung gegen eine Führungsgestalt innerhalb der Polizei schon über eine anstrengend lange Horizontale hinweg und für den Zuschauer sind die anhaltenden Rückschläge und verlangsamenden Zeitblasen, zum Beispiel die Fahrradreparatur, wie für den Charakter Helmut Enders mühselig und kaum noch zu ertragen.

Dabei sind die Momente der angehaltenen Zeit für sich genommen wunderbar erzählte Fenster, die auf eine Welt außerhalb der Innenräume verweisen und ihre Relevanz verdeutlichen. Gleich zweimal wird sich dabei in Staffel 2 ausführlich dem Szenario der Geiselnahme bedient, im Gedächtnis bleibt besonders der Gastauftritt Wotan Wilke Möhrings als drogenabhängiger Polizist bei der psychologischen Beurteilung. Die Geiselnahmen changieren dabei beide zwischen tragischen und komischen Tönen, eine echte Bedrohung für die Hauptcharaktere stellen sie aber nicht da. Diese besondere Ausstrahlung bleibt Jan Henrik Stahlberg als Entführer und Vergewaltiger Sylvias (Melika Foroutan)vorbehalten, der durch Drohungen über einen großen Zeitraum lebendig bleibt, obwohl er nur in der Folge, in der er gestellt wird, wirklich zu sehen ist. Zum einen ein von Der dritte Mann geliehener Kniff (dort in Person von Orson Welles), zum anderen ein Problem bei den Verhören, das vor allem aus amerikanischen Serien bekannt ist, nun in Deutsch: "Der Täter? Es muss der bekannteste Schauspieler gewesen sein!" Dem ans Kino orientierten Spiel selbst, nimmt das natürlich nichts.

Staffel 2 insgesmat verdichtet Handlungsstränge deutlich stärker als in der ersten Staffel und fokussiert sich in den einzelnen Folgen stärker auf je drei bis vier Horizontalen, um dem Überreichtum an sich entwickelnden Geschichten Herr zu werden. Kristin (Saskia Vester) und Sylvia zum Beispiel sind in Scham quasi außen vor, Leo (Barnaby Metschurat) und Jan werden nur kurz aufgegriffen. Der Fokus liegt auf Mehmet, Maria und Helmut. Konservative Zuschauer werden auch in der zweiten Staffel keine Fans werden, denn die Veränderungen und Ambivalenz der Figuren sind weiterhin enorm. Bestes Beispiel hierfür ist Karsten Stieglitz (Michael Rotschopf) von der Dienstaufsicht. Eingeführt als Ermittler wegen des Alkoholismus Jans in Staffel 1 und damit ein klassischer Antagonist, wird er durch seine korrupten Chefs selbst zum Gejagten und damit zum Sympathieträger von Publikum und dem Polizistenteam. Damit müssen sich sowohl der Kriminaldauerdienst als auch der Zuschauer erst einmal anfreunden. Aber: Es sich leicht machen, dafür ist die Serie nicht bekannt und Genreklischees werden weiterhin, wo es nur geht angedeutet, um dann gebrochen zu werden. Den fast schon zwingend notwendigen Maulwurf in einer Polizeieinheit im Fernsehen gibt es auch hier. Der Maulwurf wird von den Höhergestellten ausgenutzt, merkt das aber erst, als die von oben angeordnete Versetzung da ist. Wegen des schlechten Gewissens, offenbart er dem KDD –Team seine Identität, woraufhin das Genreklischee ausgedient hat. Der zuvor verbissen gesuchte Verräter interessiert hier keinen mehr, alle haben genug mit sich selbst zu tun. Wer gestehen will, wer seine Schuld sieht und eingesteht, für den ist hier kein Platz. Nicht für Aufmerksamkeit und schon gar nicht für Vergebung. Für die ist jeder selbst zuständig. Das Ganze wird äußerst beiläufig erzählt, natürlich…

Lesen Sie bald über die dritte und letzte Staffel am Beispiel der letzten Folge (Nr. 28) der Serie: Hoffnung.
Den Artikel über die erste Staffel finden sie hier.


KDD - Kriminaldauerdienst Staffel 2
Schöpfer: Kathrin Breininger, Orkun Ertener
Drehbuch: Lars Kraume, Edward Berger, Oliver Hein-Macdonald, Orkun Ertener
R.: Edward Berger, Andreas Prochaska, Züli Aladag
D.: Götz Schubert, Manfred Zapatka, Saskia Vester, Barnaby Metschurat, Melika Foroutan,Billey Demirtas, Jördis Triebel, Michael Rotschopf, Alma Leiberg, uva.
Deutschland 2008, 506 Minuten
Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 25. August 2008
FSK 16
Bildformat: 16:9
Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Raritäten der Kinowoche vom 30. Dezember bis 05. Januar

von Mareike Post, am 29.12.10

Copyright: Diane S. Murphy


CALIGARI FILMBÜHNE Wiesbaden


Mein Leben als Hund (Lasse Hallström 1985)
Di., 04.01.2011 um 17:30 Uhr

MEIN LEBEN ALS HUND ist ein zauberhaftes Filmerlebnis der Sonderklasse: Als seine Mutter schwer erkrankt und sein Vater in Afrika verschollen ist, wird der 12-jährige Ingemar, ein fantasiebegabter und aufgeweckter Junge, in den Ferien zu seinem Onkel aufs Land geschickt. Vieles hier versteht er nicht, aber das Miteinander der Menschen in der dörflichen Gemeinschaft, das so ganz anders ist als in der Stadt, die Freundschaft zu Gleichaltrigen, mit denen er sich bei Fußball und Boxen messen kann sowie die spielerische und offene Lebenssicht sind wie ein Labsal für ihn.
Der Film beginnt düster und traurig und erhellt sich allmählich. Sind zunächst alle Ereignisse, etwa Ingemars Begegnung mit Sexualität und Rivalitäten um Freundschaft von Krankheit und Tod bestimmt, relativieren sich allmählich die Dinge.
Erzählt wird diese Geschichte um die Selbstfindung eines Jungen in facettenreich aufgefächerten, kleineren und größeren Spannungsbögen. Ein wunderschöner, traumhafter Film, einfühlsam und zartfühlend inszeniert, ohne je sentimental zu werden; ein Film zum Entspannen und Genießen - ein Film, den man spätestens dann ins Herz schließt, wenn Ingemar seinen ersten Sieg erringt und selig in den Armen seiner kleinen Freundin einschläft.



MURNAU FILMTHEATER Wiesbaden

Der Zauberer von Oz / Das zauberhafte Land (Victor Fleming 1939)
Mi., 05.01.2011 um 15:30 Uhr


Durch einen Tornado wird Dorothy in das zauberhafte Land Oz versetzt. Da sie mit ihrem Haus auf der bösen Hexe des Ostens landet, wird sie als Heldin verehrt, doch sie will nur den Heimweg nach Kansas finden. Also macht sie sich auf die Suche nach dem großen Zauberer. Unterwegs findet sie skurrile Freunde, doch die böse Hexe des Westens will ihre Schwester rächen... Ein überbordender Fantasyfilm, der auch heute noch Zuschauer jeden Alters verzaubert.



FILMFORUM HÖCHST Frankfurt

Carlos - Der Schakal (Olivier Assayas 2010)
Do., 30.12.2010 bis Mi. 05.01.2010 jeweils um 18:00 Uhr

Mit 5 1/2 Stunden Film beginnen wir das neue Jahr: Olivier Assayas’ Monumentalfilm CARLOS – DER SCHAKAL in der französischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln, „ein kleines Wunder, das man nach Möglichkeit in voller Länge gesehen haben sollte“ (FAZ).

DVD: Die Muppet-Show

von Leander Ripchinsky, am 29.12.10


Nach Jahren, in denen immer wieder die Veröffentlichung angekündigt wurde, ist nun endlich die Muppet-Show auf dem deutschen DVD- Markt erschienen. Die erste Staffel aus dem Jahr 1976 beinhaltet 24 Folgen mit jeweils um die 25 Minuten Puppenanarchie. Genussvoll präsentieren die Muppets das Showgeschäft und dessen Regeln, stets wissend, dass sie nur Puppen der Industrie sind. Man kann also Spaß an den Gags im Sekundentakt haben oder sich darüber amüsieren, wie wenig sich Fernsehshows seitdem weiterentwickelt haben beziehungsweise wie groß das Wissen der Muppets- Macher über die Fernsehmechanismen ist. Zugegebenermaßen wiederholen sich die Gags nach einer Weile doch und der Humor nutzt sich relativ schnell ab. Fernsehen eben, das für einmal die Woche gedacht ist und nicht dazu, seine Zuschauer über einen langen Zeitraum zu fesseln. Die Puppen wissen um ihr Niveau und bald ist in jedem zweiten Sketch zu hören, dass nun versucht werde, eben dieses zu heben, um es dann genüsslich nur noch weiter zu unterbieten. Überdeutlich ist zu sehen, dass jene Entertainer, die sich besonders wichtig und ernst nehmen, die schlimmsten sind.

Der Kopf der Truppe, das Erkennungszeichen der Muppets und das Verbindungsglied zwischen den einzelnen Gagszenen ist natürlich Kermit der Frosch. Der Hamlet der Puppenwelt (mit dem Song: „It’s hard to be green“) ist eine zeitlose Erscheinung als Moderator, gegen den seine menschlichen Pendants im wahrsten Sinne des Wortes blass aussehen. Gegen die Selbstzweifel eines Künstlers ist er jedoch nicht gewappnet. Dabei geht es ihm vor allem um das Ansehen, das ihm seine Kollegen und Bühnenarbeiter entgegenbringen, die ihn wechselnd mit den Gaststars als großes Vorbild sehen. Um Unfälle muss sich Kermit im Gegensatz zu Thomas Gottschalk keine Sorgen machen. Das wird in der ersten Folge deutlich, wenn Rita Moreno eine menschengroße, jedoch leere Puppe durch ein französisches Café schleudert. Sobald die Puppe wieder aufsteht, wird sie von einem Menschen gefüllt. Wann immer es gewalttätig wird, wird die Puppe mithilfe des Schnitts wieder menschenleer und leicht. Der Sketch dauert so lange, bis auch der jüngste Zuschauer versteht, wie der Trick funktioniert. Die Strategie der Muppets ist es, das Publikum mit einzubinden, Freude am Fernsehen zu vermitteln und sich bewusst von dessen Scheinwelt hereinlegen zu lassen. Jede Art von Vernunft oder Kritik wird durch die Wortspieler und ewigen Nörgler Statler und Waldorf vorweggenommen. Fozzie Bär ist stets tief getroffen und Kermit wird durch die Niedergeschlagenheit seines Kollegen stets wieder in seinem Ego bestärkt. Ein Problem, das sich vor allem bei Kermit zeigt, ist die Synchronisation der DVD- Version, die anscheinend neu bearbeitet wurde. Jedenfalls hat sich vor allem Kermits Stimme sehr verändert. Während sie im Original noch ihr markantes Krächzen behalten durfte, ist sie im Deutschen glatt und Gesangsstellen werden teilweise zu Sprechopern. Selbstredend funktionieren auch die Wortspielereien, die einen Großteil des Witzes ausmachen, in der Übersetzung nicht oder bestenfalls nur bedingt. Ganz zu schweigen von den Gaststars, für deren Charme ihre jeweilige sprachliche Herkunft essentiell ist. So gibt Peter Ustinov, der von den Gästen heute noch am bekanntesten sein dürfte, verschiedenste Akzente zum Besten. Vom amerikanischen Präsidenten über einen norwegischen Wissenschaftler bis hin zu einem deutschen Psychiater. Warum man dann, wenn man schon synchronisiert, bei der Untertitelung die deutsche Sprachspur verschriftlicht und nicht die englische Fassung übersetzt, ist besonders unverständlich.

Die Muppet-Show ist vom Stil durchaus vergleichbar mit Monty Python's Flying Circus. Beide zeigen anarchischen Witz mit Seitenhieben auf ihr jeweiliges Sujet. Die englische Komikertruppe kommt dabei um einiges satirischer daher. Das Auseinandernehmen der Regeln von Nachrichtensendungen ist dafür aber schon vom Gerüst her besser geeignet. Die amerikanischen Puppen spielen mit den Erwartungen an das Showgeschäft und nutzen den Spaß der Gäste an der Selbstparodierung. Als Familiensendung ist sie zwar um einiges harmloser, als es für Satireformate üblich ist, die Kanalisationsfunktionen von Puppentheater und die Möglichkeiten der gattungsübergreifenden Kommunikation Stoffwesen – Mensch sind trotzdem unübersehbar.


Die Muppet Show - Staffel 1
R.: Phillip Casson, Peter Harris
USA 1981, 610 Minuten
Walt Disney
Veröffentlichung: 2. 12. 2010
Bildformat: 4:3
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
FSK: Keine Altersbeschränkung
Extras: Das "Bewerbungsvideo" der Muppets fürs Fernsehen, der Pilotfilm "Sex and Violence", Gag-Reel und Faktenmodus

Top Filme 2010

von NEGATIV, am 29.12.10

 Copyright: Brad.K
2010 ist für NEGATIV ein besonderes Jahr, denn es ist unser Geburtsjahr und somit auch ein Filmjahr, das wir alle mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet haben. Besonders deshalb wollen wir es uns nicht nehmen lassen, uns in die Toplisten des ausgehenden Jahres einzureihen.

Hier finden Sie nun die Top 5 der einzelnen Autoren. Dabei waren wir bei der Auswahl der Filme nicht sehr streng. Hauptkriterium war, dass der Film 2010 gesehen wurde, daher finden sich auch Werke darunter, die in Deutschland erst 2011 oder vielleicht leider nie im Kino zu sehen sein werden oder auch mal eines, das die meisten dem Vorjahr zurechnen würden. Da wir ein junges Magazin sind, hat außerdem jeder Autor ein Foto von sich und ein paar kurze Angaben zu seiner Person angefügt.

Es würde uns natürlich sehr freuen, wenn Sie uns wissen lassen würden, was Ihre besonderen Highlights des Jahres waren beziehungsweise was Sie von unseren Listen halten!

Aus den ausdrücklich persönlich angelegten Toplisten der Autoren, die sich beteiligt haben, wurde dieses Top Ten-Ranking erstellt:


TOP TEN 2010

1. Inception  ( 23 Punkte )
2. A Serious Man ( 13 Punkte )
3. Machete ( 11 Punkte )
4. Ein Mann von Welt ( 10 Punkte )
5. Portrait of a Fighter as a Young Man ( 10 Punkte )
6. Scott Pilgrim ( 10 Punkte )
7. A Single Man ( 8 Punkte )
8. Der Räuber (8 Punkte)
9. Enter the Void ( 8 Punkte )
10. Moon ( 7 Punkte )




Christian Alt







Ich studiere an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Germanistik und Philosophie. Neben aktuellen Kinofilmen und zu entdeckenden Filmperlen interessieren mich besonders amerikanische Serien, wie Lost, The Sopranos, Curb Your Enthusiasm oder Breaking Bad.


1. Troubled Water
Ein Film, der mich so beeindruckt hat, dass ich gleich zwei Texte dazu geschrieben habe. Erik Poppe erzählt geistreich und einfühlsam eine Geschichte über Moral, Religion, Schuld und Vergebung. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!

2. Der Räuber
Atemlos, spannend, unkonventionell. Benjamin Heisenbergs Der Räuber ist eine Geschichte absoluter Determiniertheit, die kaum Zeit zum Verschnaufen lässt.

3. Inception
Christopher Nolans Inception ist zweifelsohne der interessanteste Blockbuster des Jahres. Und das bleibt er auch trotz Kritikerhäme.

4. Von Menschen und Göttern
Der politische Konflikt wird von Xavier Beauvois hochgradig intim erzählt. Ohne sich auf einen Charakter zu fokussieren erschafft er ein spannendes Seelenpanorama, das einen tief in die menschliche Psyche blickenlässt.

5. Ya – I am
Ein Drogentrip zwischen Beckett und J.R.R. Tolkien – und gleichzeitig der unterhaltsamste Film des Jahres 2010. Nachdem Ya auf der Berlinale und dem exground zu sehen war, kommt er hoffentlich auch 2011 in unsere Kinos.


Ciprian David






Ich studiere Filmwissenschaft an der Universität in Mainz und begeistere mich für zeitgenössische Spuren des Neorealismus und der Nouvelle Vague im Kino, vor allem in Asien, Osteuropa und Südamerika. Im Kino genieße ich vor allem die ikonischen Momente und die Herangehensweise der Macher bei einem Weltentwurf.



1. Politist, adjectiv
Ein Meisterwerk, gekrönt durch eine vernichtend gute Abschlussszene.

2. Der Räuber
Imposanter Genrefilm, in dem sich die Szenen zu einem einzigen Atemzug zusammenfügen.

3. Les Amours Imaginaires
Xavier Dolan fasziniert mit jedem Filmmoment. Großes Kino nach großen Vorbildern.

4. Tatil Kitabi
Ein Film, der von allen Regisseuren vor ihrem Debüt angeschaut werden soll.

5. All Tomorrow's Parties
Ist eins mit seinem Thema. Präziser geht es kaum.


Elisabeth Maurer



Im kommenden Jahr werde ich mein Studium der Filmwissenschaft und Physik abschließen. Ich wünsche mir, mich weiter mit Film in journalistischer und wissenschaftlicher Form zu beschäftigen. Mein großes Interesse liegt im Bereich der Naturdarstellung in Filmen, aber überhaupt bin ich sehr an der Ästhetik von Filmen interessiert - präsentieren sie computergenerierte 3D-Welten oder mit der Handkamera gefilmte philippinische Wohnviertel. Daneben habe ich eine Vorliebe für Filme mit historischen Stoffen.



1. Enter the Void
Eine sehr gelungene Ausnutzung neuer technischer Möglichkeiten und vor allem der gelungene Versuch einen inneren Zustand auf Film zu bannen.

2. Lourdes
Besonders in seinen Kameraoperationen sehr gut durchdachter Film, der seine Widersprüche nicht auflöst, sondern sie zum zentralen Merkmal erhebt.

3. Black Death
Als Beispiel für die zunehmend auftauchenden Filme mit historischen Stoffen, deren Ästhetik
realistisch ist und die eine Vergangenheit voll von Gewalt und Konflikten der Weltanschauung präsentieren. Dazu gehörten in jüngster Zeit auch Walhalla Rising, Van Diemen’s Land und sogar Ridley Scotts Robin Hood.

4. The Road
Auch Endzeitfilme scheint es wieder vermehrt zu geben. The Road thematisiert in einem beeindruckenden visuellen Stil die Frage, was es eigentlich ist, das von uns Menschen angesichts der Apokalypse überleben soll.

5. Die Legende der Wächter
3D sehr gut ausgenutzt, dazu eine schöne Fantasygeschichte mit originellen Einfällen, nicht nur weil es um Eulen geht.


Dennis Vetter





Derzeit Studium der Filmwissenschaft und Publizistikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2008 Tätigkeit bei zahlreichen Filmfestivals der Rhein-Main Region, u.a. in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Filmprogramm, Organisationsleitung. Seit 2009 als freier Journalist bei diversen Magazinen involviert, u.a. Screenshot, Movie Maze, Ikonenmagazin, Deadline sowie Cineasia.


1. Portrait Of The Fighter As A Young Man
Trotz politisch schwieriger Thematik zweifellos ein formal überwältigendes Regiedebüt und einer der intensivsten und zermürbendsten Antikriegsfilme seit Jahren!

2. Waste Land
Die Arbeit des brasilianischen Künstlers Vik Muniz an einer Installation im „Jardim Gramacho“, einer der größten Mülldeponien der Welt, begleitet die Menschen dort und konfrontiert sie mit einer völlig neuen Perspektive auf sich selbst und ihre Situation.

3. Fantastic Mister Fox
Wes Andersons adaptierte die geistreiche Geschichte um eine Fuchsfamilie mit enorm viel Humor und Gespür für Timing und kreierte zusammen Mit George Clooney einen der witzigsten Filme des Jahres - gleich neben Humpday natürlich.

4. The Loved Ones
Eine perfekte Mischung aus bitterschwarzem Zynismus und verspielter Schadenfreude, die hier den hartgesottenen Zuschauer immer wieder fassungslos begeistert staunen lässt – böse sein kann man der sympathischsten Serienkillerin seit Jahren dabei nie.

5. Exit Through The Gift Shop
Banksy übernahm die Regie eines Films über einen etwas desorganisierten Filmfanatiker, der einen Film über Banksy drehen wollte und spinnt ihn zu einer vielschichtigen und zum Schreien komischen Farce über das Verhältnis von Kunst und deren Kreation, Realität und Fiktion.


Sarah Böhmer





Ich studiere seit 2007 Filmwissenschaft und Amerikanistik in Mainz und liebe Filme, besonders neues argentinisches Kino, alles von Sam Mendes, Classical Hollywood, Film Noir, Neuer Deutscher Film, New Hollywood und zeitgenössisches US-Kino außerhalb des Mainstream. Außerdem mag ich (HBO-)Serien, lese sehr gerne, liebe Malerei, Fotografie und Theater. Am liebsten bin ich auf Reisen oder mit Freunden unterwegs.


1. Bal
Meditativ, leise, melancholisch - mein Top-Film 2010.

2. Me Too
Ein unkitschiger Film mit liebevoll gezeichneten Hauptfiguren und einer realistischen Annährung an die Thematik, ob eine romantische Liebe zwischen einem geistig behinderten und einem geistig gesunden Menschen in unserer Gesellschaft funktionieren können.

3. Toy Story 3
Ein wunderbares Ende für die Toy Story - Reihe, das Kindheitserinnerungen weckt.

4. Inception
Die Bildgewalt hat mich überwältigt und das Zitate-Entschlüsseln hat viel Spaß gemacht: toller Film.

5. Fish Tank
Diese Milieu-Studie hat mich vor allem wegen der starken Hauptdarstellerin sehr beeindruckt.


Amos Borchert 





Student der Mainzer Filmwissenschaft und Philosophie. Mitarbeit bei den Filmfestivals NipponConnection und Goeast. Liebt Film, Theater, Performance, Malerei, Fotografie, Literatur und Musik in (fast) allen Facetten - am ehesten aber rau und poetisch. Möchte folgende Filme nicht unerwähnt lassen: Monsters, J´ai tué ma mère, A Hetedik Kör, Hadewijch.



1. The Famous and the Dead
Subtiler Film über Sehnsucht, Tod und die Sehnsucht nach dem Tod.

2. Portrait of the Fighter as a Young Man
Einer der optisch schönsten Filme meines Lebens.

3. Sahman / Border
Karg, intensiv und grausam.

4. Poll
Man taucht ein und vergisst zu atmen.

5. Rubber
Mr. Oizo und sein runder Maniac.


Simon Born

Ich bin…
…Student der Mediendramaturgie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz,
…Aufgewachsen in NRW, Neverland und St. Erpelsburg mit der geballten Konzentration der 90er-Fernsehlandschaft,
…Interessiert u.a. am dänischen Kino „post Dogma“ (In China essen sie Hunde, Flickering Lights, Adams Äpfel), US-Independents ab den 80ern (Jim Jarmusch, Joel und Ethan Coen, Tim Burton, Terry Gilliam, Spike Jonze, etc.), dem amerikanischen Fernsehen ab den 90ern zwischen subversivem Zeichentrick und Quality TV (Freakazoid!, Simpsons, The Sopranos, Six Feet Under, Lost, Dexter, etc.) und Filmmusik,
…Dein Vater.


1. A Serious Man
Mein persönliches Kinohighlight 2010: Meisterhaft führen uns Joel und Ethan Coen in A Serious Man auf der Suche nach einer Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest von Parkplätzen über Zahnarztanekdoten zu Jefferson Airplane, nur um am Ende festzuhalten, dass die letzte Weisheit die Gewissheit ist, nichts gewiss wissen zu können.

2. Scott Pilgrim vs. the World
Was Ang Lee in Hulk mit der Konvergenz von Comic- und Filmästhetik versuchte, veredelt Edgar Wright in diesem flippigen Filmexperiment zur perfekten Symbiose aus Comic, Film und Videospiel.

3. Cyrus
Mumblecore heißt die um 2005 entstandene spezielle Richtung des US-amerikanischen Independentkinos, vertreten u.a. durch die Filme von Jay und Mark Duplass: Low-Budget, oft mit Einsatz von Digitalkameras, ergibt sich über das improvisierte Spiel der Darsteller ein intensives Bild der Beziehungslandschaft der Twentysomething-Generation. Cyrus bildet keine Ausnahme, das Drama mit leichten Comedy-Anleihen lebt durch seine ungewöhnliche Kamera- und Schnittarbeit sowie das starke Spiel der drei Hauptdarsteller John C. Reilly, Jonah Hill und Marisa Tomei.

4. Rammbock
Dieser Zombiehorror ist ein überraschend überzeugender Genrefilm aus deutschem Hause –Bitte mehr davon!

5. Inception
Nolans neuester Mindfuck erweist sich als bombastisch-visuelles Spektakel, in der wie gewohnt Genrekonventionen (etwa des heist-movies oder des spy thrillers) in komplizierten Parallelmontagen zu den Zuschauer manchmal überbeanspruchenden Gedankenspielen zusammenmontiert werden. Gebt dem Mann endlich einen Bond-Film, dann ist er auch zufrieden.


Daniel Bund 







Ich studiere Filmwissenschaft, aber hoffentlich nicht mehr allzu lange. Ich mag nette Menschen und gute Filme aller Art. Gut ist zunächst, was bewegt. Gedanklich oder emotional. Bücher und Musik gehen auch. Wenn ich zu bewegt bin, mag ich auch mal Filme, die beruhigen. Und Kaffee.


1. A Serious Man
Accept the Mystery.

2. An Education
Wegen des butterweichen Drehbuchs und Carey Mulligan, die eine junge Frau im Transit zwischen Schulmädchen-Alltag und verführerischem Savoir-vivre perfekt verkörpert.

3. Me Too
Weil der Film die sich anbietenden Klischees des Sujets nicht bedient und eine anrührende, unkitschige Geschichte über eine verhinderte Liebe erzählt.

4. A Single Man
Elegant, ästhetisch ausgefeilt. Verzweifelt, hoffnungsvoll, bittersüß. Traurig. Schön. Gut gemacht, Colin Firth. Mehr von Tom Ford!

5. Inception
Sicher nicht so gut wie The Prestige, aber Nolan versteht es trotzdem, interessante gedankliche Konstrukte in wirkungsvolles Erzählkino zu verpacken. Als Begründung muss reichen, dass der Film 'ne Menge Spaß macht.


Sascha Eggers 





Ich bin 23 Jahre alt und wohne in Offenbach. An der Goethe-Universität Frankfurt studiere ich Politologie und fange gerade an, mich auf meine Diplomarbeit vorzubereiten. Auf NEGATIV bin ich also nicht aus wissenschaftlichem Interesse vertreten, sondern allein wegen meiner Liebe zum Film. In meiner beruflichen Laufbahn würde ich auch gerne mit Medien zu tun haben, am liebsten in einer Presseabteilung.


1. Inception
Ein optisch beeindruckendes und mental fesselndes Action-Meisterwerk

2. Moon
Die erste Hälfte des Films dürfte das bedrückendste Drama des Jahres sein und Sam Rockwell der beste Darsteller

3. The Social Network
Dank seiner Rasanz, der Darsteller und des dialoglastigen Drehbuchs ein großartiges Drama

4. Crime or Punishment?!?
Albern, bizarr, absurd und in keiner Sekunde ernst zu nehmen: so perfekt bekommt man Humor selten zu sehen

5. Enter The Void
Schon fast kein Film mehr, sondern eher ein eigener Rausch


Jan-Philipp Kohlmann 


Ich wünsche mir für 2011 vor allem ein paar raue amerikanische Genre-Filme, die sich nicht zu fein sind, nebenbei einige ungemütliche Dinge über ihr Land zu sagen (so wie Little Big Man, Taxi Driver und Five Easy Pieces in den 70ern); und wieder mehr bedingungslose Filme aus Europa, die uns die Welt mit anderen Augen sehen lassen, weil sie die ganze Welt beinhalten und weil sie wütend sind und zärtlich und einen Blick haben, so scharf wie ein frisch geschliffenes Fleischermesser (so wie Weekend oder Stroszek oder Boy Meets Girl).




1. Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben
Seltsam, zauberhaft, voll stiller Schönheit: Zum Glück gewann Apichatpong Weerasethakul mit seiner kinematografischen Meditationsübung die Goldene Palme in Cannes, sonst hätten wir diese Bilder in den deutschen Kinos vermutlich nicht zu sehen bekommen.

2. Von Göttern und Menschen
Unaufgeregt und umsichtig – und niemals anrührig – erzählt Xavier Beauvois' ebenfalls in Cannes prämierter Film von christlichen Missionaren in Algerien, die sich einer Flucht vor den Terroristen verweigern und dafür mit dem Tode bezahlen müssen.

3. Moon
Ein Kammerspiel mit zwei verzweifelten Klonen auf dem Mond und der beste Science-Fiction-Film seit gefühlten 2001 Jahren, den Duncan Jones mit seinem Debüt-Werk vorgelegt hat.

4. A Serious Man
Alle Jahre wieder, kann man schon sagen, denn die Gebrüder Coen bringen mittlerweile im Jahrestakt ihre Filme in die Kinos; ein witziger, souverän inszenierter Film ist A Serious Man, im Vergleich zur Klasse ihrer vorherigen Filme, an die sie hoffentlich mit True Grit wieder anknüpfen können, aber eher nur solide.

5. Inception
Don't believe the hype! Christopher Nolan hat zwar einen plottechnisch raffinierten, durchweg unterhaltsamen Film gemacht, dessen philosophischer Gehalt allerdings maßlos überschätzt wird.


Rebecca Kos





Schon als Kind habe ich mir Filme gleich dreimal hintereinander angeschaut und ging danach allen mit meinen Nacherzählungen auf die Nerven. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Meine besondere Liebe gilt alten Hollywood-Filmen, Douglas Sirk, Billy Wilder und dem Film Noir. Länger als die Liste meiner Lieblingsfilme ist nur die Liste der Filme, die ich unbedingt noch sehen will.


1. Ein Mann von Welt
Ein intelligenter und wirklich lustiger Film, mit großartigen Schauspielern und einer der besten (und skurrilsten) Sexszenen der Filmgeschichte.

2. J'ai tué ma mère
Regisseur Xavier Dolan ist ein Riesentalent. Wie ein 20-Jähriger so einen reifen Film machen kann, ist mir ein Rätsel. Sowohl optisch als auch inhaltlich ein überzeugender Film.

3. Die Kinder vom Friedrichshof
Dieser Dokumentarfilm zeigt vier junge Menschen, die in einer umstrittenen Großkommune aufgewachsen sind. Die Regisseurin Juliane Großheim lässt den „ Kindern“ dabei viel Raum ihre Geschichte zu erzählen und wird dabei nie distanzlos oder aufdringlich.

4. Kein Ort
Erschütternder Dokumentarfilm über die Lebensumstände von tschetschenischen Asylbewerbern in Europa. Ein Thema, das viele gerne verdrängen, aber mehr Beachtung verdient.


Mareike Post







Schon von Klein auf begeisterte ich mich für das Verlassen meiner eigenen Realität und ihren Umtausch in das Fantastische.
Dank meines Studiums der Filmwissenschaft erhalte ich nun die Möglichkeit, den cineastischen Blick zu schulen und meine Eindrücke und Erfahrungen explizit niederzuschreiben.
                


1. Inglourious Basterds
In Tarantions Phantasmagorie ist es das Kino selbst, das als „Bastard der Künste“ das „Dritte Reich“ auf das Bitterste hin meuchelt. Die glorreiche Darstellung des scharfsinnigen und fast grausam sympathischen SS-Oberst Hans Landa von Christoph Waltz wird umrundet durch den perfekten Zusammenschluss geschichtlicher Halbwahrheiten, Zitaten der Filmgeschichte und einem Ende nach dem jeder Cineast lechzen dürfte.

2. Machete
Groteske Gewalt, nackte Haut und viel Humor. Dies alles fest zusammen geschnürt mit dem zynischen Garn der Satire: Das ist Machete. Getreu seines eigen kreierten Mariachi-Styles überzeugte Rodriguez dieses Jahr nicht nur mit seinen cartoonartigen Bildern, sondern auch mit einem mächtigen Staraufgebot.

3. Shutter Island
Shutter Island ist ein schizophrenes Spiel mit Wahrheit und Lüge, Fiktion und Nicht-Fiktion, sowie dem klassischen Gut-Böse Dilemma umhüllt von düsterer Atmosphäre und beunruhigenden Erinnerungen.

4. Soul Kitchen
In Akins erster Komödie triumphiert vor allem die perfekte Symbiose von ehrlichen Bildern und souliger Cross-Over Musik. Ein Zusammenspiel, dass den Zuschauer direkt in den multikulturellen Melting Pot Hamburgs katapultiert und ihn dabei richtig Spaß haben lässt.

5. Greenberg
Charakterstudie eines Misanthropen verkörpert von Ben Stiller, der nicht nur durch das Nichteinhalten seiner Rollengeschichte sondern auch durch die Hilflosigkeit seiner Figur dem desillusionierenden Autorenfilm einen besonderen Glanz verleiht.


Leander Ripchinsky

1. Im Angesicht des Verbrechens
Deutlicher Beweis, dass großes Kino immer öfter im Fernsehen zu sehen ist – nun auch in deutschen Landen. Größtes Manko: Der Zehn-Stünder war nur auf der Berlinale auf der großen Leinwand zu sehen.

2. Scott Pilgrim vs. The World
Greller, verspielter Comicfilmkracher, äußerst unterhaltsam.

3. A Serious Man
Ließ die christlich- atheistischen Kinosäle mit einer Ahnung zurück, was das denn nun sein könnte, jüdischer Humor und/oder ein richtig guter Coen- Streifen.

4. Shotgun Stories
American Indie, oder McDonald’s in Gut: Sie sehen immer wieder ähnlich aus, fühlen sich immer wieder ähnlich an, begeistern mich allerdings auch immer wieder ähnlich neu.

5. Lola
Klein und leise, poetisch und realistisch, weise und bescheiden, exotisch und nah.


Oliver Schmitt

Die Beschäftigung mit Film ist auf ein Schlüsselerlebnis in einem Kinosaal zurückzuführen in einem Kino das längst nicht mehr existiert. Bis zum heutigen Tag hat sich dieses Erlebnis im Gedächtnis gehalten und will nicht weichen. Kein anderer Moment in der zeitgenössischen Filmgeschichte konnte diesen ersetzen, es war einfach das erste Mal. Dieser Moment wenn die Leinwand, ganz ohne dreidimensionale Hilfsmittel zu einem Schauplatz einer plastischen und lebendigen Geschichte wird. Das Erzähltempo einen Sog erzeugt, der mit Lichtgeschwindigkeit ganz nahe an das Geschehen heranzieht. Wenn die Helden in wenigen Minuten zu wirklichen Gefährten werden. Wenn Unglaubliches und Wunderbares in den Bildern zu finden ist, dann ist es der eine Moment. Danke George!


1. Up in the Air
Tragisch, komisch und elegant – George Clooney auf hohem Niveau mit skurrilen Lebensweisheiten eines zeitgenössischen Helden vor wirtschaftlicher Krise.

2. Inception
Christopher Nolan beweist, das ein Film auch ohne dreidimensionale Überwältigungsstrategie ein einmaliges und besonderes Erlebnis sein kann.

3. Machete
Weil populärer Trash auch guter Trash sein kann, der Rodriquez zurück zu verstörenden Wurzeln führt.

4. The Book of Eli
Eine Postapokalypse mit spiritueller Fragestellung ist ein ungewöhnliches Konzept, das brennende Fragen hinterlässt.

5. The Gamer
Satirischer, dystopischer und provokativer Blick auf eine Zukunft der Facebook, YouTube und Multiplayergesellschaft.


Dennis Stormer

Film im Allgemeinen begeistert mich aus vielen Blickwinkeln.
Ich beschäftige mich größtenteils selbst damit, Kurzfilme zu drehen oder bei Produktionen zu arbeiten - halt die Dinge die man so tut wenn man erstmal nach Berlin zuzieht ...
Die eigentliche Inspiration sind natürlich vorhandene Filme, Filme die sich nicht auf Genres festlegen, Filme die bezaubern und überraschen, weil sie sich das Medium und nicht nur den Inhalt zunutze machen und ganz vorne skandinavische Filme. Daher auch mein Lieblingsfilm Slim Susi, den ich bestimmt nicht als besten Film bezeichnen würde, diesen Platz nimmt ohne Frage Fight Club ein, aber eben mein Geschmack und Lieblingsfilm (Smala Sussie).

Was aber 2010 angeht, halte ich das Kinojahr für nicht besonders herausragend oder inspirierend, da waren viele ganz ordentliche Filme, auch große Enttäuschungen wie Das Konzert, aber so richtig umgehauen wurde ich dieses Jahr leider sowieso nicht.


1. Ein Mann Von Welt
Diese staubtrockene, norwegische, tiefschwarze Tragikkomödie ist eigentlich der einzige Film, der es überhaupt verdient, in die Auflistung der Top 5 2010 zu kommen.

2. A Single Man
Cineastisch hat der Modedesigner Tom Ford mit seinem Debüt hiermit eine Meisterleistung hingelegt, einen gesamten Film zu stylen wie eine Kollektion.

3. Enter The Void
Kein vollends berauschender Film, aber wichtig und platzierend ist, dass mit dem Medium Film auch mal etwas neues ausprobiert wird und Grenzen übertreten werden, das ist, was Enter the Void tut.

4. Scott Pilgrim
Die größte Überraschung, die 2010 parat hielt, ist diese ideenreiche Comicheldenverfilmung, die es vermutlich schafft, jeden Humor zu bedienen oder ins lächerliche zu ziehen.

5. A Serious Man
Das unnahbare Coen-Duo inszeniert teilweise fast schon zu perfekt geschliffen die gelähmte Menschlichkeit.


Stefan Tihanyi




Ich studiere im vorletzten Semester Film und Fernsehen an der Hochschule Mittweida und bin dann Mitte 2011 fertig! ( Dem Herrn sei Dank! ) Ob zehnteiliges Familienmelodram oder halbstündiges Gemetzel - jeder Film, der eine individuelle Ausstrahlung hat, kann mich berühren. Da ich ein großer Freund von komplexen Handlungen bin, darf´s auch gern schön unübersichtlich sein ( oder SO übersichtlich, dass es schon fast unangenehm wird. )


1. Shutter Island
Der erste Film, welcher mir seit Ewigkeiten mal wieder zu verstehen gab,
dass rein gar nichts vorhersehbar ist, wenn man eine Story gut aufzieht. Brillant!

2. Männer die auf Ziegen starren
Kuriose Hintergrundgeschichte, grandiose Darsteller, ein Fest.

3. Inception
Schon bei der Idee war ich überzeugt, vom fertigen Produkt ganz zu schweigen.

4. Machete
Rodriguez eben, I rest my case.
"War das jetzt ernst oder nicht ernst? Hä?"
- Kinobesucher in Speyer

5. A Serious Man
"Ich verstehe gar nicht, was der Film mir jetzt sagen wollte."
- Kinobesucher in München


Anna Wirnsberger





Ich bin frischgebackene Film- und Literaturwissenschaftlerin und versuche jetzt, mein Wissen gewinnbringend einzusetzen. Meine persönlichen Film-Vorlieben sind im europäischen und amerikanischen Spielfilm zu finden. Am liebsten mag ich Filme, bei denen es wild zugeht wie etwa bei Tarantino und Lynch und auch klassischen Horror (bevorzugt mit Vampiren) – Kultfilme eben.


1.Mary und Max
Eine interessante Story, die visuell toll umgesetzt wurde.

2.Machete
Endlich mal wieder ein Actionfilm, der nicht total vorhersehbar ist –zum Teil mit
extrem lustige Hommagen und Kampfszenen mit Kultfilmpotential.

3.Die Eleganz der Madame Michel
Eine ungewöhnliche Geschichte, unterhaltsam und rührend erzählt.

4.Chloe
Interessante, unvorhersehbare Handlung und gut gespielt (von den beiden Frauen).

5.Nord
Unterhaltsam und ungewöhnlich – mal was anderes.




Dann bleibt nur zu sagen: Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Jahr 2011 und freuen uns auf die Filme, die da auf uns warten!

Gewinnspiel zu The Green Hornet

von Anna Wirnsberger, am 28.12.10

Britt Reid (Seth Rogen) ist der Sohn des prominentesten und mächtigsten Medienmagnaten von LA – und vollauf damit zufrieden, die örtliche Party-Szene aufzumischen und auch weiterhin ein planloses Leben zu führen. Doch als sein Vater (Tom Wilkinson) plötzlich auf mysteriöse Weise stirbt und Britt sein gewaltiges Medienimperium erbt, ändert sich alles. Britt geht eine ungewöhnliche Freundschaft mit Kato (Jay Chou), einem der fleißigsten und erfinderischten Angestellten seines Vaters, ein. Gemeinsam sehen sie ihre Chance gekommen, zum ersten Mal in ihrem Leben etwas Sinnvolles zu tun: Verbrechen bekämpfen. Doch um das tun zu können, beschließen sie, selbst zu Verbrechern zu werden. Sie schützen das Gesetz, indem sie es brechen. Als The Green Hornet streift Britt gemeinsam mit Kato nachts durch die Straßen von LA. Dank seiner genialen Einfälle und Fähigkeiten, konstruiert Kato die ultimative, technisch allem bisher Dagewesenem überlegene Retro-Waffe: The Black Beauty, ein unzerstörbares Auto, das über genauso viel PS wie Feuerkraft verfügt. The Green Hornet und Kato sorgen schnell für einiges Aufsehen mit ihrer rollenden, mobilen Festung auf Rädern. Mit Katos cleveren Gadgets bekämpfen sie die bösen Jungs und mit Hilfe von Britts neuer Sekretärin, Lenore Case (Cameron Diaz), beginnen sie mit der Jagd auf den Mann, der die ganze Unterwelt von LA kontrolliert: Benjamin Chudnofsky (Christoph Waltz). Doch Chudnofsky hat bereits seinen eigenen Plan, wie er The Green Hornet ein und für alle mal aus dem Weg räumen will.


Wir freuen uns, zum Kinostart am 13.01.2011 von The Green Hornet

1 Fanpaket bestehend aus einem Longsleeve, einer Wollmütze, einem Schlüsselanhänger und einem Filmplakat

verlosen zu dürfen.







                                 Einsendeschluss ist der 20.01.2011



Wir danken Sony für die Unterstützung!



Damit wir die Preise so früh wie möglich an den Gewinner losschicken können, erfragen wir diesmal Eure Anschrift bereits bei der Teilnahme. Leider können nur Teilnehmer mit Wohnsitz in Deutschland akzeptiert werden. Die Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Mit der Teilnahme akzeptiert Ihr automatisch die hier einsehbaren Teilnahmebedingungen.

 

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