Charlie Chaplins erstes Tonprojekt entdeckt
Charlie Chaplin war der neuen Technik skeptisch gegenüber als Ende der 1920er der Tonfilm aufkam. In seinen Werken transportiert er die Gefühle durch Mimik, Gestik und Proxemik - sei es in ausufernden Slapsticknummern oder durch einen Augenaufschlag. Zwei seiner bekanntesten Werke, Lichter der Großstadt (1931) und Moderne Zeiten (1936), sind bis auf die Filmmusik Stummfilme, obwohl zu einer Zeit entstanden, als sich der Tonfilm längst durchgesetzt hatte. Sein erster Tonfilm Der große Diktator erschien 1940 und thematisiert, gerade auch angesichts der politischen Lage, die Sprache als Gegenstand von Volksverhetzung oder banaler, minderwertige Kommunikation.
Nun wurde aus dem Archiv seiner Familie ein Manuskript veröffentlicht, bei dem es sich um ein 1932 entstandenes Drehbuch für einen Tonfilm names Bali handelt. Nach Reisen nach Indonesien schrieb Chaplin diese Satire auf den Kolonialismus. Obschon die Dialoge von durchaus intelligentem Humor durchzeichnet zu sein scheinen, war Chaplin offenbar nicht zufrieden mit dieser Version eines Films, so dass es noch weitere acht Jahr dauerte bis er Dialog integrierte. Schon für Lichter der Großstadt hatte er Dialogszenen geschrieben, die jedoch nicht im Film enthalten sind.
Vom 15. Juli bis 7. August wird Chaplins Gesamtwerk beim Chaplin Filmfestival in Berlin gezeigt, Informationen finden Sie hier.
Quelle: Guardian
Charlie Chaplins erstes Tonprojekt entdeckt
2011-06-23T12:02:00+02:00
Elisabeth Maurer
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