Im Kino ab dem 2. Juni


Morgen das Leben, ab diesem Donnerstag im Kino
Zwischen Fiktion und Realität bewegt sich Morgen das Leben, das Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmers Alexander Riedel. Drei Menschen um die 40 in München, drei Schicksale, die geschickt miteinander verwoben werden. Träume sind geplatzt, der Alltag ist nicht rosig, und irgendwo wird der Platz im Leben immer noch gesucht. Authentisch, berührend, und sehr sehenswert. Ebenfalls eine deutsche Dokumentation ist Transnationalmannschaft, im Gegensatz zum eher pessimistischen Morgen das Leben ein fröhlicher, sympathischer Film über die Bewohner des Mannheimer Stadtteils Jungbusch während der Fussball-WM 2010.
 
Der sensationelle Erfolg von Hangover schrie eine Fortsetzung geradezu heraus. Hangover 2  läuft nun ab Donnerstag in den Kinos. Der zweite Teil spielt nun in Bangkok, und anstelle von Dougs Junggesellenabschied wird der von Stu gefeiert. Ansonsten ist der Film ein ziemlich großes Déjà-vu, gut gelacht wird aber trotzdem wieder. Und noch eine Fortsetzung läuft diese Woche an. Der erste Teil der erfolgreichen Comicserie Diary of A Wimpy Kid von Jeff Kinney kam erst im Herbst 2010 in die deutschen Kinos, ab dieser Woche kann man sich bereits den zweiten Teil Greg’sTagebuch 2 – Gibt’s Probleme? ansehen. Die Verfilmungen sind, im Gegensatz zu den Comics, doch eher an Teenie-Humour und -Themen ausgerichtet.

Arrietty – Die wundersame Welt der Borger sieht zwar auf den ersten Blick wie ein Kinderfilm aus. Doch wer die Filme der japanischen Ghibli-Studios (Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland, Das wandelnde Schloss) kennt, weiß, dass dem nicht so ist. In der gewohnt liebevollen Erzählung werden durchaus auch pessimistische Töne angeschlagen, wie z.B. die Komplexität des Zusammenlebens zwischen Mensch und Natur. Hayao Miyazaki schrieb bei Arietty diesmal “nur” das Drehbuch, Regie führte Hiromasa Yonebayashi. Freunde des skandinavischen Kinos kommen bei Eine vernünftige Lösung auf ihre Kosten. Der Film von Jörgen Bergmark überzeugt nicht nur durch seine Darsteller (unter anderem Rolf Lassgård und Pernilla August), ihm gelingt es zudem, beim komplexen Thema Vierecksbeziehung die Balance zwischen Tragik und Komik zu halten. Duncan Jones zweiter Film Source Code reicht nicht an seinen Debüt-Kracher Moon heran, bietet aber trotzdem einen spannend inszenierten Thriller mit Science-Fiction-Elementen, der in der zweiten Hälfte allerdings einiges an Logik einbüßt. Ziemlich abgedreht klingt auch die Story des mexikanischen Genre-Crossovers Wer sind was wir sind, in welchem der Patriarch einer Kannibalen-Familie stirbt und die übrigen Familienmitglieder nun ums Überleben kämpfen müssen. Dabei inszeniert Regisseur Jorge Michel Grau in seinem ersten Langfilm keinen reinen Splatter-Horror, sondern auch ein eindrucksvolles Sozialdrama.
Ganz groß gefloppt ist Milo und Mars aus dem Hause Disney zumindest in den USA schon mal. Bei der grotesken Story über von Marsianern entführte Mütter, umgesetzt in umstrittener Motion-Capture-Technik, ist ähnliches für Deutschland zu erwarten. Als ebenfalls missglückt lässt sich der Versuch bezeichnen, die österreichische Kult-Serie Kottan ermittelt aus den 70ern und 80ern wieder zu beleben und ins Kino zu bringen. Kottan ermittelt: Rien ne va plus geht echt nicht mehr. Eine heftige Prise Lokalkolorit versprüht auch die Low-Budget Komödie Bauernfrühstück – Der Film des norddeutschen Filmemachers Michael Söth (Deichking). Der „Heimatfilm“ verspricht kauzig-skurrilen Humor. Das Blaue vom Himmel ist ein deutsches Historien-Drama über eine Mutter-Tochter Beziehung, die bildgewaltig, aber arg schwermütig und auf-die-Tränendrüse-drückend inszeniert ist. 
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