Im Kino ab dem 23. Juni


Ab dieser Woche ist in den Kinos Ulrich Köhlers Schlafkrankheit zu sehen, der auf der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Köhler verlagert die für ihn typischen Stilmittel der Berliner Schule, wie eine spröde, reduzierte Erzählweise, von der hessischen Provinz nach Afrika, um die Themen Heimatlosigkeit und Zerrissenheit zwischen zwei Welten darzulegen. Ist vielleicht manchen etwas sperrig, aber sehr faszinierend und sehenswert. Ebenfalls zu empfehlen ist Die Frau die singt - Incendies, in dem eine Familientragödie, die nach und nach offenbart wird, verknüpft wird mit den schrecklichen Ereignissen des Nah-Ost-Konflikts. Der Film des Kanadiers Denis Villeneuve, der dieses Jahr für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert war, erzählt dabei nicht linear, sondern in zwei Handlungssträngen, die sich auf unterschiedlichen Zeitebenen abspielen: in der Vergangenheit, in einem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land, irgendwo im Nahen Osten, und im Präsens, in dem die Aufarbeitung der Vergangenheit stattfindet. Ein sehenswertes Drama, das auf dem gleichnamigen Theaterstück von Wajdi Mouawad basiert. Eine weitere Verfilmung, die auf einer literarischen Vorlage basiert, ist Der Mandant von Brad Furman. Hier liegt wieder einmal ein typischer Fall von deutscher Titel-Firlefanzerei vor: der Film mit Matthew McConaughey in der Rolle eines gewieften Anwalts,  im Original The Lincoln Lawyer genannt, soll wohl durch die „Übersetzung“ in Der Mandant die Richtung für das deutsche Publikum vorgeben: Gerichtsthriller à la John Grisham. Tatsächlich stammt die literarische Vorlage aber von Michael Connelly, einem ehemaligen Polizeireporter. Das soll aber nicht heißen, dass Der Mandant im Vergleich mit den Grisham-Verfilmungen abfällt. Im Gegenteil, Regisseur Furman inszenierte einen spannenden Thriller mit hervorragenden Darstellern, allen voran Matthew McConaughey, der zum Glück mal wieder außerhalb einer Romantic Comedy agieren und sein schauspielerisches Talent entfalten darf.

Cameron Diaz ist in Bad Teacher eben genau das: eine böse Lehrerin. Sie säuft, belügt, betrügt, nimmt Drogen und ihren Job nicht allzu ernst. Angenehm bei dieser gezielten Stichelei gegen das amerikanische Spießbürgertum ist der Verzicht des Regisseurs Jake Kasdan auf moralische Läuterungsversuche sowohl der Figuren als auch der Zuschauer. Unangenehm dabei, dass der Film damit keine wirkliche Richtung einschlägt und eher mit oberflächlichen Gags als mit großer Systemkritik aufwartet. Ganz nett dagegen ist laut Titel zumindest Mr. Nice, ein drogen-konsumierender und bald darauf auch drogen-vertickender Student (gespielt von Rhys Ifans), der im Laufe seines Lebens immer tiefer mit der Welt des Verbrechens verstrickt wird. Nett und witzig, mit viel Zeitkolorit und gut gemachten Trip-Szenen, aber auch ziemlich belanglos und mit fragwürdiger Moral. Die Frage nach der Moral stellt man auch dem Bang Bang Club. So bezeichneten sich vier Kriegsfotografen, die zur Zeit des Endes der Apartheid schockierende, pulitzerpreisgekrönte Bilder aufnahmen. Der Film von Steven Silver beginnt vielversprechend, bleibt aber leider hinter seinen Möglichkeiten zurück, und die Fotografen (u.a. gespielt von Ryan Philippe), verkommen zu stark zu stereotypen Action-Figuren.

Wer Tanzfilme wie Honey, Step Up und ähnliche mochte, der wird sich wahrscheinlich auch im Sequel Honey 2 (allerdings ohne Jessica Alba) bestens unterhalten fühlen. Wo allerdings der Vorgänger noch irgendwie eine moralische Botschaft und Mitgefühl für Jugendliche aus der Bronx vermittelte, wurde in Honey 2 der Schwerpunkt gänzlich auf die Tanzszenen gelegt, die durch eine (noch banalere?) Story als die des ersten Teils zusammengehalten werden. Den neuen Jim Carrey-Film, Mr. Poppers Pinguine, könnte man höchstens kleinen Kindern empfehlen, die man mit dem Klamauk über sechs Pinguine, die Jim Carrey als gestresstem Geschäftsmann die Bedeutung des Lebens vor Augen halten, noch gut bespaßen kann. Über den neuen Werner–Film, Werner – Eiskalt!, werden vermutlich auch nur noch die ganz hartgesottenen Fans lachen können. Die Gags, die den ersten Werner – Beinhart! von 1990 noch so kultig gemacht haben, funktionieren beim Runterdudeln im 21. Jahrhundert nicht mehr.

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