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Brauner, zerknitterter Trenchcoat, Zigarre, rechtes Auge immer ein wenig zusammengekniffen (sein berühmtes Glasauge), klappriger Peugeot und ein Basset-Hund namens „Hund“. Achja, und sein berühmter Catchphrase: „Just one more thing – Ich hätte da noch eine Frage!“ Peter Falk war untrennbar mit der Figur des Inspektor Columbo verbunden. Am 23. Juni ist er nun, im Alter von 83 Jahren, in Los Angeles gestorben. Hier ein kleiner Nachruf auf den beliebten Schauspieler.
Geboren wurde er am 16. September 1927 als Peter Michael Falk in New York City. Im Alter von drei Jahren musste ihm auf Grund einer Krebserkrankung sein rechtes Auge entfernt werden, wodurch er zu seinem Glasauge kam. Der Weg zur Schauspielerei war alles andere als geradlinig: Von Stationen wie Koch bei der Handelsmarine über ein Studium der Literatur- und Politikwissenschaft bis hin zu dem gescheiterten Wunsch, als Agent bei der CIA zu arbeiten. Schießlich beschloss er 1955, seinen Job als Rationalisierungsfachmann bei der Finanzbehörde von Connecticut an den Nagel zu hängen, und die Schauspielerei, die ihn seit der High School als Hobby begleitete, professionell zu verfolgen – Und bekam gerade mal fünf Jahre später die erste Oscar-Nominierung für die Rolle des Killers Reles in Unterwelt. 1968 verkörperte er dann im Fernsehfilm Mord nach Rezept zum ersten Mal die Figur des Inspektor (im Original Lieutenant) Columbo. Nach dem Erfolg des Films lief Columbo ab 1971 dann als Serie im US-Fernsehen, mit einer längeren Unterbrechung, bis ins Jahr 2003. 35 Jahre lang begleitete ihn die Rolle durch sein Leben, wurde sein Alter Ego. Ein Grund für die außerordentliche Beliebtheit der Krimi-Serie, in welcher der Mörder von Anfang an feststand: Nie hatte es der Ermittler Columbo nötig, mit einem dicken Dienstwagen vorzufahren, nie wollte er den hard-boiled Cop mimen, oder mit einer protzigen Waffe den Bösen vor der Nase herumwedeln. Das Spiel mit seiner Identität wurde ebenfalls zum Markenzeichen, Understatement seine Waffe. Wenn Columbo einen Tatort betrat, dann kam es schon mal vor, dass er noch sein Pyjama-Hemd trug, erst mal nach Kaffee suchte und beim Besichtigen des Tatorts gemütlich sein Frühstücksei pellte (in Zeiten von CSI-High-Tech-Schnickschnack erfrischend unorthodox). Immer freundlich, immer höflich, stets leicht trottelig wirkend, führte er seine Ermittlungen durch, notierte alles in sein Notizbuch, führte merkwürdig anmutende Experimente durch und fragte lieber nochmal nach, als dass ihm ein Detail durch die Lappen ging. Am Ende schaffte er es immer, den Reichen, den Schönen, den Mächtigen, die er die ganze Folge lang im Glauben ließ, mit ihren Morden (fast immer aus Geld und Prestige begangen) ungeschoren davon zu kommen, in die Parade zu fahren. Der Triumph des Verstandes und der Bescheidenheit, der Triumph des kleinen Mannes. Die Sympathien, die man der Figur des Columbo entgegenbrachte, sie gingen auch auf seinen Darsteller Peter Falk über, den man eigentlich nie so richtig von der Rolle trennen konnte. Schon 1976 spielte er mit seiner Rollengeschichte, als er in der Krimi-Persiflage Eine Leiche zum Dessert (im Original großartig-grotesk Murder by Death betitelt) bei einer verwirrend-komischen Enthüllung diverser Identitäten zugibt: „Ich habe auch als Peter Falk für Columbo gedreht.“ Unvergesslich auch seine Rollen als Filmstar in Wim Wenders Der Himmel über Berlin (wieder ein Ausdruck der Selbstreflexivität, Falk selbst war auch ein begabter Maler), oder als Märchen-Opa in der Fantasy-Geschichte Die Braut des Prinzen. Einflussreich war auch seine Freundschaft mit John Cassavetes und Ben Gazzara in den 1970er Jahren. Falk spielte beispielsweise die Hauptrolle in Cassavetes Eine Frau unter Einfluß, dafür trat Cassavetes in der Columbo-Folge Étude in Black auf, bei der er auch Regie führte.
In den letzten Jahren verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend, 2008 wurde bekannt, dass bei ihm die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde. Daraufhin sorgten vor allem hässliche Familienstreitigkeiten um seine Vormundschaft für Schlagzeilen. Am 23. Juni ist er nun in Los Angeles verstorben. Ruhe sanft, Mr. Columbo!
Der Himmel über Berlin: Peter Falk und Bruno Ganz
Und hier Peter Falk als Columbo in einem kurzen Ausschnitt aus der Folge The Conspirators von 1978. Columbo entdeckt bei seinen Ermittlungen in einer Buchhandlung ganz nebenbei einen scheinbar sehr interessanten Bildband über erotische Kunst:

