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Dresden: Jesus im internationalen Film - Veranstaltungsreihe im Oktober und November

von Anne Brendel, am 28.9.11

Wer ist eigentlich dieser Jesus? Diese Frage wird heutzutage nicht nur von Kindern gestellt, denn die Religion, insbesondere das Christentum, scheint in der Gesellschaft nicht nur zu stagnieren, nein eher verliert sie immer mehr an Wert. Also wer ist eigentlich dieser Jesus? Und was hat der im internationalen Film zu suchen? Auf diese Frage will das Programmkino Ost in Dresden in Zusammenarbeit mit dem Kathedralforum Dresden in der Filmreihe „Jesus im internationalen Film“ eine Antwort geben. Fünf Titel werden zu diesem Thema im Oktober und November gezeigt, die alle eines gemeinsam haben: Sie stellen die Person Jesus nicht plakativ an den Pranger, sondern interpretieren und reflektieren, was aus dem Handeln jenes Menschen mitgenommen werden kann. Ob für das eigene Leben oder auch nicht. Ob negativ oder positiv, alles ist erlaubt. Kontroversen und moralische Grenzüberschreitungen sollend dabei große Berücksichtigung finden.

Neben den Titeln König der Fischer oder Dogville, die eher abstrakt über die Werte wie Barmherzigkeit oder Vergebung, die Jesus einst zu vermitteln suchte, referieren, befindet sich auch Klaus Kinskis Vortrag Jesus Christus Erlöser in dem Repertoire der Filmreihe. Am 20. November 1972 spricht Kinski vor mehreren tausend Zuschauern in der Deutschlandhalle in Berlin über einen anderen Jesus. Seinen Jesus. Einen Sozialrevolutionär, einen zornigen Aufrührer, ein Abbild des Egomanen Kinski selbst. Der Kirchen-Jesus wird völlig verschmäht. Bibelzitate und eigene Interpretationen stützen Kinskis Argumentation und er versucht sogar das nahezu Unmögliche: selbst in die Rolle Jesu zu schlüpfen. Doch so lässt das Publikum nicht mit sich verfahren. Der Wille zur Diskussion entbrennt und der Abend kulminiert in unfassbaren Gefilden. Der Film von Peter Geyer ist ein einzigartiges Dokument über ein epochal schwieriges Verhältnis zur Kunst, aber auch über die Rolle des Künstlers selbst und dessen Scheitern.

Den Abschluss der Filmreihe bietet zum einen das Werk Das erste Evangelium – Matthäus von dem Atheisten und Kommunisten Pier Paolo Pasolini, der darin versucht das Leben Jesu vor allem in seiner sozialen Bedeutung nüchtern und lakonisch darzustellen. Dies löste diverse Debatten, besonders in christlich-theologischen Lagern, aus. Zum anderen wird auch der Titel Jesus von Montreal von Regisseur Denys Arcand gezeigt. Er schuf einen Film, der zugleich Satire, Thriller, religiöse Parabel und Schauspielerdrama ist. Das Werk wurde 1989 für den Oscar nominiert und mutet ebenso kontrovers an. Als eine Schauspieltruppe versucht die alljährlichen Passionsspiele in Montreal moderner zu gestalten, identifiziert sich der Jesus-Darsteller so sehr mit seiner Rolle, dass die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zu verschwimmen scheinen.


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KINOPROGRAMM


Mi, 5. Oktober: 19:30 - König der Fischer


Mi, 12. Oktober: 19:30 - Dogville


Mi, 19. Oktober: 19:30 - Jesus Christus Erlöser


Mi, 26. Oktober: 19:30 - Das 1. Evangelium - Matthäus


Mi, 2. November: 19:30 - Jesus von Montreal



Mehr Informationen zu dem Programm finden sich hier.



Bildmaterial: Programmkino Ost Dresden Webseite


 

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