Nach Die Passion Christi, wird Mel Gibson mit seiner Produktionsfirma Icon Productions einen Spielfilm über den jüdischen Freiheitskämpfer Judas Makkabäus für Warner Bros. inszenieren. Ein Skandal, der die US-Medien in Rekordzeit mit Meldungen überflutete. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass Gibson für seine antisemitische Haltung bekannt ist. Er äußerte sich unter anderem 2006, als er betrunken in Malibu inhaftiert wurde, wie folgt: „Die Juden sind verantwortlich für alle Kriege dieser Welt.“ Gibson steht in enger Verbindung zu den kontroversen, altritualistischen Katholiken, den sogenannten Sedisvakantisten. Der Direktor der Anti-Defamation League (ADL) Abraham H. Foxman gab bereits ein ausdrückliches Statement zu den neuesten Meldungen ab:
We would have hoped that Warner Bros. could have found someone better than Mel Gibson to direct or perhaps even star in a film on the life of the Jewish historical icon Judah Maccabee. As a hero of the Jewish people and a universal hero in the struggle for religious liberty, Judah Maccabee deserves better. It would be a travesty to have the story of the Maccabees told by one who has no respect and sensitivity for other people’s religious views.
Not only has Mel Gibson shown outward antagonism toward Jews and Judaism in his public statements and actions, but his previous attempt to bring biblical history to life on the screen was marred by anti-Semitism. Rather than listen to respected religious leaders, both Christian and Jewish, who voiced concerns then about the insensitive elements of his depiction of the last hours and crucifixion of Jesus, Gibson showed contempt for those voices and refused to make changes that might have helped turn his passion of hate into a passion of love.
While we do not argue with Mel Gibson’s right to make this film, we still strongly believe that Warner Bros. should reconsider Gibson’s involvement in this project.
Makkabäus war ein Freiheitskämpfer im 2. Jahrhundert vor Christus. Nach ihm wurde der Aufstand der Makkabäer benannt. Er kämpfte mit seinem Vater und seinen Brüdern gegen die griechisch-syrischen Besatzer Judäas, die von den Juden die Abkehr von ihrer Religion verlangten. Dem Helden wird jedes Jahr durch das zentrale jüdische Fest Chanukka gedacht.
Es ist noch nicht ganz klar, ob Gibson bei dem geplanten Film auch Regie führen wird, wobei es – der aktuellen Empörung zum trotz – stark danach aussieht. Dies wäre sein Comeback als Regisseur, nachdem er sich aufgrund persönlicher Probleme für einige Jahre aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hatte. Auch hier geriet er durch Skandale in die Schlagzeilen durch mehrere Beziehungen und dramatische Trennungen, etwa mit der russischen Popsängerin Oksana Grigorieva, mit der er sein achtes Kind zeugte. Sein Comeback als Schauspieler versuchte er bereits in Der Biber in diesem Jahr. Während der Film in Cannes mit stehenden Ovationen bedacht wurde, blieb er ansonsten aber ein Kinoflop. So renommiert Gibson für seine historische Dramen wie den Oscar-ausgezeichneten Film Braveheart und Apocalypto auch sein mag, so umstritten ist er durch den gewaltgeprägten Film Die Passion Christi.
Das Drehbuch zum Film soll Joe Eszterhas liefern, der in den späten 80ern und frühen 90ern als erfolgreichster Autor Hollywoods galt, bevor er sich mehr und mehr vom Filmgeschäft zurückzog um Bücher zu schreiben. Auf sein Konto gehen Drehbücher zu Filmen wie Das Messer, Flashdance und Basic Instinct. In seiner Filmografie finden sich außerdem zwei Filme mit jüdischen Themen: Verraten/Betrayed und Music Box – Die ganze Wahrheit. Verraten handelt von einer FBI-Agentin, gespielt von Debra Winger, die durch Undercover-Mordermittlungen in die Kreise einer militanten rechten Gruppierung gerät. Music Box basiert auf dem Fall John Demjanjuk, der in Israel als Nazi-Kriegsverbrecher gesucht wurde. Im Film wird dem Vater einer jungen Anwältin, gespielt von Jessica Lange, vorgeworfen, während des zweiten Weltkrieges Kriegsverbrechen in seinem Heimatland Ungarn begangen zu haben. Die Tochter übernimmt daraufhin die Aufgabe, ihn zu vertreten. Der Film wurde aufgrund seiner religiös-politischen Thematik vom ungarischen Parlament verurteilt, international jedoch mehrfach ausgezeichnet. Exzterhas war in seiner Karriere nicht nur erfolgreich. Der Negativ-Filmpreis Goldene Himbeere wird in der Kategorie schlechtestes Drehbuch auch als „der unehrenhafte Joe-Eszterhas-Drehbuchpreis“ bezeichnet. Grund hierfür ist, dass er diesen Preis als einziger Autor in der 30 jährigen Geschichte des Preises zweimal erhielt. Nominiert war er sogar einige weitere Male. Im Jahr 1996 wurde ihm die zweifelhafte Ehre der Einführung des Joe Eszterhas Awards zuteil, der für Filme vergeben wird, die trotz schlechter Drehbücher über 100 Millionen US Dollar einspielen.
Quelle: Deadline / Comingsoon / Entertainment Weekly / Bild: Made In Hollywood


