Vor etwa 90 Jahren entstand in Berlin Ernst Lubitschs Monumentalfilm Das Weib des Pharao, die teuerste und aufwendigste deutschsprachige Filmproduktion seiner Zeit. Mit diesem Werk wollte Lubitsch endlich in Hollywood überzeugen und den US-amerikanischen Markt erobern. Die produzierende Europäische Film Allianz bot ihm alle Voraussetzungen für einen internationalen Erfolg. Emil Jannings, damals einer der berühmtesten männlichen Schauspieler, übernahm die Rolle des Pharao Amenes. Gedreht wurde der Historienfilm im Süden Berlins. Dort ließ der Regisseur in Originalgröße gewaltige Tempel-Kulissen, eine altägyptische Stadt und eine riesige Sphinx bauen. Erzählt wird die Geschichte der griechischen Sklavin Theonis, die aus der äthiopischen Sklaverei flieht und sich in den ägyptischen Pharao Amenes verliebt. Ungewollt entfacht sie so einen bitteren Krieg zwischen Ägypten und Äthiopien.
Nach den 1930er Jahren ging der Film dem Publikum verloren. Erst nach einem Fund im russischen Filmarchiv hatte das Filmmuseum München unter Enno Patalas die Möglichkeit, das russische Fragment in schwarz-weiß zu kopieren und mit deutschen Zwischentiteln zu versehen. Durch die Entdeckung eines weiteren Fragments in Italien konnte das große Filmdrama nun fast vollständig rekonstruiert werden. Dank digitaler Restaurierungstechniken und der Kooperation internationaler Filmarchive ist es zudem gelungen, den Film mit seinen verschiedenen Farben originalgetreu wiederherzustellen. Das Weib des Pharao ist damit die erste vollständig digitale Restaurierung eines farbig viragierten Spielfilms.
Die Originalmusik von Ernst Lubitschs vorletztem Film stammte von Eduard Künneke und diente als Vorlage für eine neue Orchestereinspielung, die an die Restaurierung der Filmbilder angepasst wurde. Durch die Kooperation mit ZDF/ARTE kann der Film jetzt nach über 80 Jahren dem Publikum präsentiert werden.
Am 17. September 2011 findet die Welt-Uraufführung der restaurierten Version im Neuen Museum Berlin statt – mit dem WDR-Rundfunkorchester unter der Leitung von Frank Strobel. Gleichzeitig wird das Filmkonzert live ins Kino Babylon übertragen. Dieses Ereignis kann man auch im live-stream auf der ARTE Webseite mitverfolgen. Die TV-Premiere auf ARTE ist am 26. September 2011 um 23.45 Uhr.
Die US-Premiere der englischen Fassung findet am 18. Oktober 2011 im Egyptian
Theater am Hollywood Boulevard in Los Angeles statt. Das Weib des Pharao soll außerdem noch in diesem Herbst auf DVD und BluRay erscheinen und kann voraussichtlich direkt auf der ALPHA-OMEGA digital Website bestellt werden. Hier haben wir den Trailer für euch!
Quellen: www.arte.tv/de/70.html , www.adk.de / Bild: Alexander Binder


