.

Berlin: Afrikamera 2011 im Kino Arsenal

von Marlon Lieber, am 31.10.11

Gangster Project (Teboho Edkins, Südafrika/Deutschland 2011)
Das Berliner Kino Arsenal zeigt diesen November in Kooperation mit Afrikamera unter dem Titel African Filmfestivals - Beyond Present and Future ausgewählte Highlights von afrikanischen Filmfestivals. Acht Spielfilme und zwei Kurzfilmprogramme geben einen Überblick über die aufstrebende Filmszene in unterschiedlichen Ländern Afrikas. Alle Vorstellungen werden von Gesprächen mit Organisatoren der Festivals und Filmschaffenden aus Afrika begleitet. Zusätzlich wird eine Podiumsdiskussion zum Thema "Auslaufmodell Kino? Afrikanisches Kino auf neuen Wegen?" mit internationalen Gästen veranstaltet.

Gleich mehrere Filme wenden sich der Rolle der Frau in verschiedenen afrikanischen Gesellschaften zu. Pégase (Mohamed Mouftakir, Marokko 2009) erzählt vom Kampf einer Frau gegen die patriarchale Unterdrückung. Die kenianischen Menschenrechtsaktivistin Monica Wangu Wamwere wird in Unbroken Spirit (Jane Murago-Munene, Kenia 2010) porträtiert. Les Secrets (Raja Amari, Tunesien/Frankreich/Schweiz 2010) erzählt von zwei Schwestern und ihrer Mutter, die in einem verlassenen Palast leben, in dem die Mutter einst als Haushälterin angestellt war. Im Experimentalfilm Espelho Meu (Isabel Noronha/Vivian Altman/Firouzeh Khosrovani, Mosambik/Spanien/Iran 2011) werden traditionelle weibliche Stereotype in Mosambik, Iran, Spanien und Brasilien hinterfragt. Notre Étrangère (Sarah Bouyain, Burkina Faso/Frankreich 2010) erzählt schließlich die Geschichte von zwei Frauen zwischen den Kulturen Burkina Fasos und Frankreichs.

Aus Südafrika sind zwei Filme im Programm beinhaltet. In Skoonheid (Oliver Hermanus, Südafrika/Frankreich 2011) wird anhand der Geschichte eines Familienvaters die weiße Mittelschicht Südafrikas gezeigt. Gangster Project (Teboho Edkins, Südafrika/Deutschland 2011) erzählt von einem weißen Filmstudenten, der einen Gangsterfilm drehen will. Als er eine Gang findet, die dafür geeignet scheint, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion.

Der Dokumentarfilm Islands of the Spirits (Licinio Azevodo, Mosambik 2010) porträtiert einige Bewohner der Ilha de Moçambique. Schließlich werden ausgewählte Kurzfilmprogramme aus Madagaskar (unter dem Titel Malagasy Roots) und Ruanda (Rwanda Shorts) gezeigt.



Das Programm:


Pégase
Mi., 16.11. 20:00
In Anwesenheit von Ardiouma Soma (Programmleiter FESPACO)


Unbroken Spirit
Do., 17.11. 19:30
In Anwesenheit von Charles Asiba (Künstlerischer Leiter des Kenya International Film Festival)


Malagasy Roots (Kurzfilme aus Madagaskar)
Do., 17.11. 21:00
In Anwesenheit von Laza (Regisseur und künstlerischer Leiter des Festivals Rencontres du Film Court)


Les Secrets
Fr., 18.11. 19:30
In Anwesenheit von Annie Djamal (Journées Cinématographiques de Carthage)


Rwanda Shorts (Kurzfilme aus Ruanda)
Fr., 18.11. 21:30
In Anwesenheit von Jacques Rutabingwa (Rwanda Cinema Center)


Podiumsdiskussion "Auslaufmodell Kino? Afrikanisches Kino auf alternativen Wegen?"
Sa., 19.11. 17:00
Mit Claire Diao (Fédération Africaine de la Critique Cinématographique), Pedro Pimenta (DOCKANEMA), Soma Ardiouma (FESPACO), Charles Asiba (Kenya International Film Festival), Annie Djamal (Journées Cinématographiques de Carthage) und weiteren Gästen


Espelho Meu
Sa., 19.11. 19:00
In Anwesenheit von Pedro Pimenta (Produzent und künstlerischer Leiter des DOCKANEMA)


Skoonheid
Sa., 19.11. 20:30


Gangster Project
So., 20.11. 17:00
In Anwesenheit des Regisseurs und seines Teams


Island of the Spirits
So., 20.11. 19:00
In Anwesenheit des Regisseurs


Notre Étrangère
Do., 20.11. 20:30


Kino Arsenal
Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin

Hier gibt es das Programm auf der Homepage von Afrikamera und beim Kino Arsenal.

Bild: Kino Arsenal


 

NEGATIV - Magazin für Film und Medienkultur Gestaltet von Ciprian David und Christian Alt // Log in