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The Rum Diary feiert noch dieses Jahr Premiere

von Rebecca Nicklaus, am 31.3.11

Inzwischen steht fest, dass Bruce Robinsons neuester Film The Rum Diary noch diesen Oktober in die US-Kinos kommen wird.

Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Hunter S. Thompson, der sich unter anderem mit seinem Buch Fear and Loathing in Las Vegas einen Namen machte und dessen Selbstmord die Verfilmung von The Rum Diary 2005 ins Stocken geraten ließ. Neben Johnny Depp, der die männliche Hauptrolle spielt, wirken auch Aaron Eckhart, Amber Heard, Michael Rispoli, Richard Jenkins und Giovanni Ribisi mit.

Die Geschichte handelt von dem Journalisten Paul Kemp (Depp), der ein alter Ego Thompsons ist (ähnlich wie die Figur Raoul Duke in Fear and Loathing in Las Vegas) und ein Jobangebot auf Puerto Rico annimmt, um dem Lärm und Wahnsinn von New York zu entfliehen. Dieser Umzug hat Drogenexzesse und korrupte Geschäfte zur Folge, auch die Bekanntschaft zu einer attraktiven Dame bleibt nicht aus.

Thompson und Depp kamen sich während der Dreharbeiten von Fear and Loathing of Las Vegas näher, wo der Autor dem Schauspieler das Manuskript von The Rum Diary in die Hand drückte.

Der Produzent Graham King verlieh seinem Stolz Ausdruck, diesen Roman in einen Film umwandeln und damit Thompsons Vermächtnis honorieren zu dürfen. 


Text: NEGATIV / Quelle: indieWire

Ein Blick auf 25 Jahre Pixar

von Rebecca Nicklaus, am 31.3.11




Vor kurzem feierte Pixar seinen 25. Geburtstag. Die untere Montage blickt warmherzig auf Jahre voller Fantasie, Ideenreichtum und wunderbarer Animation für Groß und Klein zurück, angefangen bei den Kurzfilmen der 80er bis hin zur Fortsetzung von Cars, die dieses Jahr in die Kinos kommen soll.


Wenn Ihr - wie so viele - Genießer und Liebhaber dieser Filme seid, wird Euch diese Zusammenstellung sicher gefallen:



Text: NEGATIV / Bild: Disney Enterprises, Inc. & Pixar Animation Studios / Quelle: Firstshowing

The Big Lebowski 2 - mit Tara Reid als einziger Darstellerin

von Rebecca Nicklaus, am 31.3.11


Alle Fans von The Big Lebowski können sich freuen, denn schon bald wird es eine Fortsetzung der Kult-Komödie geben.

Nein, falsch. Dieses Gerücht streute Tara Reid im Internet, ohne dass das Regieduo Joel und Ethan Coen wussten, wovon sie da sprach. Der Kommentar der Coens: Gut zu wissen, dass sie daran arbeitet.

Und tatsächlich ist nun ein Trailer zu einem vermeintlich neuen Film aufgetaucht, mit Tara Reid in allen möglichen Rollen: verkleidet als The Dude, Jesus, Walter, Donnie und den restlichen Figuren aus The Big Lebowski. Hut ab zu dieser humorvollen Umgangsweise mit ihrem fälschlichen Gerücht, doch wirklich witzig ist das knapp dreiminütige Video nicht.




Hier könnt ihr das Ganze selbst beurteilen:



Text: NEGATIV / Foto: Universal Picture Home Entertainment / Quelle: Firstshowing

Bill Murray demnächst als Roosevelt zu sehen

von Rebecca Nicklaus, am 31.3.11

Wie seit Neuestem bekannt, wird Bill Murray (bekannt aus Filmen wie Lost in Translation, City of Ember siehe Foto) in der Filmversion von Hyde Park on the Hudson die Rolle des Franklin Delano Roosevelt übernehmen.


Der Film basiert auf dem 2009 entstandenen, gleichnamigen Radiospiel von Richard Nelson, in dem es um die wahre Geschichte der Affäre zwischen Roosevelt und seiner fernen Kusine geht. Die teilweise fiktionale Handlung spielt während eines Besuchs von König George VI im Jahre 1939, das erste Mal in der Geschichte, dass ein britischer Monarch nach Amerika reiste.

Regie wird Roger Michell (Morning Glory) nach dem Drehbuch führen, das ebenfalls aus Nelsons Hand stammt.


Text: NEGATIV / Quellen: Firstshowing, Comingsoon

goBeyondEast

von Ciprian David, am 31.3.11



2011 wagt goEast den Schritt raus aus der osteuropäischen Nische, hin zum europäischen, gar zum globalen Kino. Resolut bestimmt das Filmangebot dieses Jahres die Entwicklungsrichtung des Festivals und seine reflexive Position angesichts der gesellschaftlichen Umwälzungen in Osteuropa.

goEast entstand von vorneherein als ein Festival mit politischem und kulturellem Bewusstsein, so Festivaldirektorin Claudia Dillmann, als eine damals, 2001, wie heute leistungsfähige Brücke zwischen Osten und Westen. Die Vielfalt und die Schwerpunkte des Angebots bilden einen soliden Rahmen für Interkulturalität auf mehreren Ebenen und wurden auf der heutigen Pressekonferenz vorgestellt. Durch die Förderung der jungen Filmschaffenden und durch die Kooperation mit Hochschulen und Veranstaltungen wie den SchulkinoWochen Hessen, so Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, stellt das Festival seine kulturelle Relevanz in den Vordergrund, indem es den Nachwuchs direkt anspricht. Eine Relevanz, die Rita Thies, Kulturdezernentin der Stadt Wiesbaden, auf lokaler Ebene wiedererkennt, besonders durch die Programmreihe Beyond Belonging und vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich die Einwohner der Stadt aus vielen Nationen zusammensetzen. Gestärkt wird die gesellschaftliche Verankerung des Festivals durch das Thema des diesjährigen Symposiums – die neue Rechte im osteuropäischen Film - das auf Zuspruch und Unterstützung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft trifft. Veränderungen finden sich auch in dem Förderprogramm der Robert Bosch Stiftung, welche sich 2011 insbesondere auf die Filmemacher im Kaukasus konzentrieren wird. Zu den vielversprechenden Entdeckungen der Stiftung gehören Regisseure wie Jasmila Zbanic und Cristian Mungiu.

Es lag bei der Festivalleiterin Gaby Babic, die wichtigsten Änderungen der Programmsektionen vorzustellen. goEast wird, sowohl im Wettbewerb als auch durch die neue Sektion Beyond Belonging, auf Vielfalt setzen. Diversifiziert und publikumsaffiner wurde der Wettbewerb gestaltet. Diese Sektion, die bisher eng konzeptuell an das Autorenkino gebunden war, öffnet sich 2011 dem Genrekino, aber auch kompromissloseren Werken mit starker individueller Handschrift gegenüber. Grund dafür ist nicht zuletzt der Verzicht auf die bisher für Cineasten interessanteste Reihe des Festivals, Signatur, die einen Raum für unkonventionelles, künstlerisch anspruchsvolles Kino bot. Es gehöre zum Zeitgeist, zur Verlagerung der gesellschaftlichen Themen auf Globalisierung und Integration, welchen das Festival mit der gleichen politischen Relevanz wie bisher spiegeln möchte. Die Frage, die in diesem Kontext entsteht, ist, ob typische Signatur-Filme wie beispielsweise der Wettbewerbsbeitrag Aurora überhaupt in dieser Sektion auf die angemessene Achtung treffen werden.

Bekannt gegeben wurden die Mitglieder der Jury des Wettbewerbs. Unter der Leitung des radikalen serbischen Regisseurs Zelimir Zilnik werden der russische Produzent Vitaly Mansky, der georgische Regisseur Levan Koghuashvili (Gewinner des letztjährigen Hauptpreises von goEast), die rumänische Schauspielerin Anamaria Marinca und der Geschäftsführer des deutschen Filmverleihs Neue Visionen, Torsten Frehse, über die Filme urteilen. Selbst im Kontext einer beeindruckenden Zusammensetzung ist es erfreulich, in der Beteiligung Torsten Frehses eine Annäherung der deutschen Verleiher an das osteuropäische Kino zu erhoffen. Bisher sind wenige DVD-Veröffentlichungen, kleine oder lokale Kinotouren, und wenige Ausstrahlungen bei den Kooperationspartnern 3Sat und ARTE die einzigen Verbreitungskanäle für die Festivalbeiträge hierzulande.

57. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, 5.-10. Mai 2011

von Jo Bieber, am 31.3.11

Für die Wettbewerbe der 57. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen wurden 141 Filme aus 40 Ländern ausgewählt. Insgesamt werden in den Wettbewerben und im Sonderprogramm knapp 470 Arbeiten gezeigt.

Festivalleiter Lars Henrik Gass zeigte sich zufrieden mit der Wettbewerbsauswahl: "In diesem Jahr wurden bei uns Arbeiten aus 96 Ländern eingereicht. Wir können mit einiger Berechtigung sagen, dass wir in dieser ungeheuren Menge an Filmen eine Art globaler Wirklichkeit erleben, die sich auch in den Wettbewerbsprogrammen spiegelt. Wir sehen viele Arbeiten, die oft sehr spontan entstanden sind, mit einer ganz individuellen Sichtweise."









Internationaler Wettbewerb

Der Internationale Wettbewerb ist der größte und älteste Wettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen. Dieses Jahr kommen ungewöhnlich viele Filme aus außereuropäischen Ländern:  aus Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Mexiko, Arbeiten aus Südafrika und Uganda, Koproduktionen aus Samoa, Malaysia oder Burma und Vietnam. Der Internationale Wettbewerb bietet die seltene Gelegenheit, Filmländer kennen zu lernen, die nur schwer Zugang zum internationalen Markt finden oder zu denen umgekehrt der Zugang von außen sehr schwer sein kann.

Deutscher Wettbewerb

Dieses Jahr wurden über 1.350 Filme eingereicht. 20 Produktionen wurden daraus ausgewählt und konkurrieren nun im Wettbewerb. Dominant ist bei vielen Arbeiten die Frage nach der Wechselwirkung zwischen Politik und privaten Lebensläufen, welche sehr individuell und vielfältig gestellt und beantwortet wird.

NRW-Wettbewerb

Insgesamt wurden etwa 250 Filme für den NRW-Wettbewerb eingereicht, mit dem die Kurzfilmtage die Aufmerksamkeit auf eines der erfolgreichsten Filmproduktionsländer in Deutschland lenken wollen. In diesem Jahr steht NRW nicht nur als Produktionsland, sondern auch als Filmschauplatz im Zentrum: viele Arbeiten gehen der Frage nach, wie die Menschen hier leben.

Der 13. MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo

Der Preis für Musikvideos wird als Regiepreis für die visuelle Umsetzung eines Musikstücks verliehen. Dieses Jahr wurden zehn Clips ausgewählt, die von einer neuen Generation von Filmemachern dominiert werden: sieben der zehn Clips stammen von Regisseuren, die in Oberhausen noch keine Clips gezeigt haben.

Die Liste der für die Wettbewerbe ausgewählten Filme steht online unter: www.kurzfilmtage.de/wettbewerbe/auswahl

Mehr Informationen zum Festival gibt es unter: www.kurzfilmtage.de/

Der Cast für The Dead Circus steht fest: James Marsden als Charles Manson

von Leah Krug, am 30.3.11

James Marsden wird nach seinem Ausflug in die Welt der Familien- und Comedyfilme (Hop) endlich in einem anspruchsvollen Thriller mitspielen. Neben Marsden werden Golden Globe-Gewinner Michael C. Hall (Dexter) und Oscar-Preisträgerin Melissa Leo (The Fighter) im Film über den mysteriösen Sänger Bobby Fuller zu sehen sein. Fuller landete im Jahr 1966 mit seiner Band und dem Hit "I fought the law" auf Platz Eins der Charts. Nur eine Woche später wurde er tot in seinem Haus gefunden. Ein offensichtlicher Selbstmord - oder etwa nicht? Bei den Nachforschungen im Film kommen Verbindungen zu den legendären Kriminalfällen um Charles Manson und seine Familie auf...

Drehbuchautor Adam Davonport gibt mit diesem Film sein Regiedebut und möchte nach eigener Aussage eine Art neues Kunstwerk schaffen, welches Geschichte und Fiktion ganz neu verbindet. Hierfür orientiert er sich am Film Noir sowie an paranoiden Verschwörungsfilmen der 70er, wie The Parallax View.
Der Dreh zu The Dead Circus startet vermutlich diesen Sommer und verspricht ein spannendes Kinoereignis 2012 zu werden.

Text: NEGATIV/ Quelle: firstshowing.net, deadcircusthemovie.wordpress.com

L. A. Noire: Ein Videogame schafft es auf das Tribeca Film Festival

von Leah Krug, am 30.3.11


Den Machern des Games L.A. Noire gelingt, was vorher noch keinem gelungen ist: Sie dürfen ihr Spiel auf einem Filmfestival zeigen. Am 25. April wird das interaktive Videospiel von Rockstar Games erstmals in einer Art Live-Demonstration auf dem Tribeca Film Festival gezeigt. Das Spiel handelt von einem jungen Detektiv und ist in filmischer Hinsicht eine Art gewalttätiger Thriller in der Tradition des Film Noir. Diese spannende Innovation war den Festivalveranstaltern die Nominierung des Spiels, samt einer anschließenden Fragerunde zur Verbindung von Filmen und interaktiven PC- oder Videospielen, wert. Geleitet wird die Diskussion von Geoffrey Gilmore, dem Leiter des Tribeca Film Festivals, der unter anderem mit den Videospiel-Machern von Rockstar Games über deren Techniken und Parallelen zum Filmemachen sprechen wird.
Das Spiel wird offiziell am 20. Mai für PS3 in Europa erscheinen.

Hier gibt`s die Vorschau zu L.A. Noire von Rockstar Games:



Text: NEGATIV / Quelle, Video und Foto: Rockstar Games

Stuttgart: Programm der FMX 2011

von Vanessa Zitoun, am 30.3.11



Vom 3.bis zum 6. Mai findet in Stuttgart zum 16. Mal die alljährliche FMX statt. Das Programm für die wichtigste europäische Konferenz zur Kreation, Produktion und Distribution von Digital Entertainment steht fest und bietet eine vielfältige Auswahl an Vorträgen, Workshops, Präsentationen und Screenings.
Die Fachkonferenz präsentiert neben Themen wie Open Source und neuen Trends im Lighting und Rendering auch das Thema 3D Stereo im Hinblick auf die Einsatzmöglichkeiten in Freizeitparks. Dazu stellt Weta Digital ihr revolutionäres 360°-Erlebnis King Kong 360 3D vor. Langweilig wird es den Zuschauern garantiert nicht werden, denn die FMX 2011 bietet ein vielfältiges Programm aus Animationsfilmen und Oscar-Preisträgern, wie Rango, dem vierfachen Oscar-Gewinner The King’s Speech, Disneys Rapunzel - Neu Verföhnt, Clint Eastwoods Hereafter und Zack Snyders Sucker Punch. Auch erwartet die Zuschauer ein besonderes Screening-Highlight. Mehr Infos gibt es in der Programmauflistung weiter unten.

Eine Auswahl der Programmhighlights:

Weta Digital präsentiert: King Kong 360 3D

Weta Digital aus Neuseeland zählt zu den erfolgreichsten internationalen Visual Effects-Unternehmen. Mit ihren Effekten in Projekten wie Peter Jacksons Der Herr der Ringe-Trilogie, King Kong und James Camerons Avatar haben sie Größe bewiesen. Für den Freizeitpark der Universal Studios Hollywood schuf Weta das einmalige 360°-Fahrerlebnis King Kong 360 3D, eine der größten 3D Stereo-Attraktionen der Welt. Eingeladen ist Sebastian Sylwan, der erklärt, wie Weta die fotorealistische Umgebung mithilfe der Software CityBot kreiert und Manhattan mit über 90.000 Gebäuden und Details wie Straßenverkehr, Schiffen, Zügen und Fabriken originalgetreu zum Leben erwecken konnte. Auch wird er auf die Herausforderungen im Hinblick auf das Design der preisgekrönten Attraktion, deren Screens sich über 54 Meter erstrecken, eingehen.


Harry Potter: Eine einmalige Erfolgsgeschichte

Da der letzte Harry Potter Teil nun im Juni 2011 erscheint, widmet die FMX 2011 Harry Potter eine eigene Vortragsreihe. Die Programmschiene wird von Barbara Robertson präsentiert und von Chris DeFaria, Executive Vice President von Warner Bros. Pictures, moderiert. Dabei wird der Einfluss des Films auf die globale VFX-Produktion versucht herauszustellen und die technische Weiterentwicklung der einzelnen Harry Potter Teile in den Mittelpunkt gestellt. Die Zuschauer erwartet ein ganz besonderer Höhepunkt der FMX 2011: zwei Monate vor dem Kinostart wird ihnen die VFX-Arbeit am letzten Potter-Film Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 präsentiert.

Der erste Animationsfilm von ILM: Rango

Visual Effects Supervisor Tim Alexander und CG Supervisor Patrick Cohen gewähren Einblicke in die Produktion des ersten Animationsfilms von Industrial Light & Magic. Dabei untersuchen sie den Produktionsprozess vor allem im Hinblick auf Live Action, Animation, Lighting und Dialogaufnahmen.

Pixomondo: Sucker Punch und Fast Five


Pixomondo stellt seine neuesten Projekte vor: Zack Snyders Sucker Punch und Justin Lins Fast & Furious Five

ScanlineVFX: Hereafter

Scanline VFX präsentieren Clint Eastwoods Film Hereafter, der für einen Oscar in der Kategorie "Beste Visual Effects" nominiert wurde. Thomas Zauner, Co-Gründer des Unternehmens, erklärt den "Hereafter-Effekt", bei welchem aufwendige Wassersequenzen visualisiert worden sind, um die Wucht eines Tsunamis realistisch auf die Leinwand zu bringen.

Einblicke in die Welt von Industrial Light & Magic

Das 1976 von George Lucas gegründete und mehrfach ausgezeichnete Visual Effects-Studio Industrial Light & Magic ist in den vergangenen 35 Jahren für einige der denkwürdigsten Momente in der Geschichte der Visual Effects verantwortlich. Es wird die Dokumentation Industrial Light & Magic: Creating The Impossible gezeigt. Der Film zeichnet den Weg vom ersten computeranimierten Charakter bis hin zu den spektakulären Visual Effects der jüngsten Blockbuster wie Transformers, Pirates of the Caribbean, Iron Man oder Avatar nach und greift dabei auf bisher unveröffentlichtes Material zurück.

David Cohen präsentiert die Geschichte von 3D

David Cohen, Associate Features Editor der Variety, präsentiert die Geschichte der 3D-Technik. Cohen stöbert im komplett digitalisierten Variety-Archiv und zeichnet dabei den Kampf der Filmschaffenden um 3D-Stereoskopie bis hin zur internationalen Erfolgswelle der vergangenen Jahre nach. Dabei untersucht Cohen auch die Probleme des 3D Stereo-Films.

Interactive Content Creation

Die Konvergenz von Film, TV, Computer, Konsolen und mobilen Endgeräten wird diskutiert. Neben Präsentationen zu den umfangreichen Produktionsprozessen, die transmediale Konvergenz mit sich bringt, stehen Beiträge von GEElab und dem Stuttgarter Trickfilmstudio Film Bilder auf dem Programm. Die Konferenz beleuchtet die neuesten Flash-Entwicklungen für Games und Business-Apps, sowie die jüngsten Innovationen auf dem 2D-Sektor. Referenten sind hierbei Steven Peeters, David An und Alexander Gellner.

Global Production 

Internationaler und nationaler Workflow, dezentralisierte Arbeitsabläufe, internationale Finanzierung und transmediale Verwertung gewinnen heutzutage immer mehr an Bedeutung. Die Komplexität neuer Produktionen nimmt zu. Eric Roth, Executive Director der Visual Effects Society erörtert die Auswirkungen dieses Veränderungsprozesses und geht dabei auch auf die Rolle der rasant wachsenden Industrie in Asien ein.
Referenten des Global Production-Tracks sind hierbei: Jean-Julian Baronnet (Ubisoft Motion Pictures), Lee Berger (Rhythm & Hues), Jacques Bled (Mac Guff), Michael Coldewey (Trixter), Chris deFaria (Warner Bros.), Dan Glass (Method Studios), Philippe Gluckman (Dreamworks Dedicated Unit, Technicolor India), Scott Ross, William Sargent (Framestore), Sebastian Sylwan (Weta Digital), Xavier Nicolas (Lucasfilm Animation), Thilo Kuther (Pixomondo) und Christian Roberton (MPC).

Open Source Software

Dan Candela, Director of Technology der Walt Disney Animation Studios, spricht 2011 über den Open Source- Track, der sich mit der gegenwärtigen Branchensituation und den vielversprechenden Zukunftsaussichten von Open Source Software befasst. Viele große Hollywood-Studios setzen auf Open Source, weil diese Unternehmen die Möglichkeit bietet, die neueste Technik miteinander zu teilen und die Industrie so zunehmend zusammenwachsen lässt.
Zu den Referenten des Open Source-Tracks zählen: Dan Candela (Walt Disney Animation) auch Rob Bredow (Sony Pictures Imageworks), Larry Gritz (Sony Pictures Imageworks), Philipe Leprince (Double Negative), Phil Parsonage (The Foundry), Marc Petit (Autodesk), Bill Polson (Pixar) und Sebastian Sylwan (Weta Digital).

Im Blickpunkt: Frankreich, China und Baden-Württemberg


Die aktuellen Branchentendenzen und jüngsten Erfolge mit dem Focus on France und Focus on Chinese Animation werden diskutiert.
Darüber hinaus beleuchtet die MFG Baden-Württemberg im Animation Media Cluster Region Stuttgart die neuesten Entwicklungen im Land Baden-Württemberg, das sich in Deutschland als wichtiger Standort für Visual Effects und Animation etabliert hat. Einen Beitrag dazu liefern unter anderem die Stuttgarter VFX-Experten von Pixomondo, die ihre Visual Effects am Film Hindenburg präsentieren.

Mehr erfahrt ihr auf der ofiziellen Hompage der FMX 2011

Neue Westernreihe startet im ZDF

von Markus Hauschild, am 30.3.11

Am Samstag, den 2. April, um 0.20 Uhr eröffnet der Klassiker Sinola die neue Westernreihe beim ZDF. Danach, um 2.15 Uhr, folgt ein weiterer Film des Genres mit Südwest nach Sonora. Ab sofort werden jeden ersten Samstag im Monat im Rahmen der Filmnacht im ZDF Wildwestfilme im Doublefeature zu sehen sein. Am Eröffnungssamstag wird sogar noch ein weiterer Film gezeigt: Fluch der Verlorenen mit Rock Hudson.

Nach einem Drehbuch von Bestsellerautor Elmore Leonard inszenierte John Sturges den Western Sinola von 1972. In diesem hilft der Revolverheld Joe Kidd (Clint Eastwood) einem Großgrundbesitzer (Robert Duvall), einen mexikanischen Bauernaufstand niederzuschlagen. Als dieser jedoch hilflose Geiseln erschießen lässt, erkennt Kidd, dass er auf der falschen Seite steht. Der Film beruht auf einem Landkrieg in New Mexiko, der sich um 1900 ereignete.

Der ehemalige Büffeljäger Matt Fletcher (Marlon Brando) will in Südwest nach Sonora mit einem Rassehengst in die Pferdezucht einsteigen und sich so zur Ruhe setzen. Als ihm das Tier gestohlen wird, begibt er sich auf einen brutalen Feldzug, um das Pferd wieder zu bekommen.


Text: NEGATIV / Quelle & Fotos: ZDF

Palatin Mainz: Lornas Schweigen (OmU)

von Markus Hauschild, am 30.3.11

Am Montag, 4. April, läuft um 19.30 Uhr im Palatin Mainz der Film Lornas Schweigen von den belgischen Brüdern Dardenne in untertitelter Originalversion.

Lorna ist eine junge Albanerin, die einen Drogenjunkie heiratet, um die belgische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Die Hochzeit war jedoch Teil eines kriminellen Plans, der Lorna in die Hände eines reichen Russen treiben soll. Dieser bezahlt seinem Mittelsmann viel Geld, wenn der ihm eine Belgierin bringt, die er heiraten kann. Nur noch der Junkie muss aus dem Weg geräumt werden.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie auf der Homepage des Kinos. Hier können Sie den Trailer des Films sehen:


Text: NEGATIV / Quelle: Palatin

Picco

von Janusch Ertler, am 30.3.11


Homo homini lupus – Der Mensch ist des Menschen Wolf. Der Urzustand des Menschen nach Hobbes ist der Krieg jeder gegen jeden: „a state as a war of all against all“.
Um dieser determinierten Vernichtung zu entgehen errichtet sich der Mensch Regelsysteme. Familie, Gesellschaft, Politik, Recht – Systeme, die das Zusammenleben von Menschen ermöglichen und garantieren. Systeme, die den Menschen vor seinem eigenen Verfall retten. Subjekte, die nicht in diese Systeme passen oder passen wollen, werden reglementiert, bestraft und gegebenenfalls temporär entfernt. Zur Besserung, zur Resozialisierung, wie es fernab jeder sozialen Realität heißt. Interessanterweise stellen gerade diese Instanzen Mikrokosmen dar, in denen der Mensch wieder in seinen Urzustand zurückgeworfen wird. Friss oder stirb, Anpassung um jeden Preis, um nur nicht der Schwächste zu sein. Denn der Schwächste ist der Erste...
Homo homini lupus – Die Tragweite dieser Theorie von Hobbes findet sich, in einem der außergewöhnlichsten Nachwuchsfilme des vergangen Jahres, beispielhaft inszeniert wieder.

Picco heißt der Film, Picco werden die Neuankömmlinge im Jugendknast genannt. Den aussichtslosen Mikrokosmos der Resozialisation dokumentiert der Abschlussfilm von Philip Koch. Er liegt tatsächlichen Begebenheiten zugrunde, verzichtet aber darauf, dies hervorzuheben. Die Bilder vermitteln für sich genommen ausreichend Realität. Dabei ist Picco kein durchstrukturiertes Werk, keine Charakterstudie, kein Drama bei dem man leicht mitfühlt. Es ist eine Dokumentation. Eine Bestandsaufnahme, welche durch ihren dokumentarischen Charakter eine Radikalität aufweist, zu der sich lange keine deutschen Filmemacher mehr getraut haben. Ein Wunder, dass der Film überhaupt entstanden ist.


Homo homini lupus – eine Kamera, welche in ihrer theatralen Mise-En-Scène an Fassbinder erinnert, und eine Kamera, die gekonnt mit Tiefenschärfe spielt. Immer wieder schwenkt oder fährt sie in langen Einstellungen von einer Figur zur nächsten. Immer wieder verschwimmt das Bild in Unschärfen und mit ihm die Täter-Opfer-Relationen. Mit diesen Mitteln zeigt Koch das Leben in einer Jugend-JVA, ein Ort, in welchem Menschen in der vitalsten Phase ihres Lebens weggesperrt werden, in ihren physischen und psychischen Bewegungen auf fünf mal fünf Meter reduziert sind. Und mit diesen Mitteln erscheint eine Vergewaltigung, ein Mord, eine stundenlange Folter als natürliche Folge dieser Isolation. Eine Bestandsaufnahme. Die Kamera gibt keine Möglichkeit zur Wertung. Sie beobachtet und zeigt auf. Zeigt die seelischen Kämpfe der Insassen und die Konsequenzen dieser Folterungen, denen jeder ausgesetzt ist. Was bleibt da noch, als dieser Folter mit tatsächlicher Folter eine Ausdrucksmöglichkeit zu geben?

Homo homini lupus – diese scheinbar unabwendbare, willkürliche Spirale der Gewalt zu beobachten geht bis ins Mark des Zuschauers. Picco stellt ihm die Frage: Welcher Teil der Gesellschaft, die so etwas zulässt, bist du?

Leider tut er das manchmal zu direkt. In Tatort-Manier finden sich zwischen dem dokumentierten Zellenleben Dialoge, die stellvertretend das ganze Problem verbal abreißen. Wozu dann die ganze Mühe dieses Problem zu visualisieren, fragt man sich. Vielleicht ist es die Angst bei dem Film missverstanden zu werden.


Dennoch: von diesen Situationen einmal abgesehen, vereint Picco viel von dem, was den meisten deutschen Nachwuchsarbeiten fehlt: Mut zur Politik, Mut zum Schock, Mut zu einer ehrlichen Darstellung und Mut zu einem persönlichen Stil. Der Film zeigt auch, wie sich in Deutschland fernab vom dicken Förderungsgeschäft gute Filme machen lassen. Mit wenig Geld, aber einem kompakten Team an einem begrenzten Drehort und der Konzentration auf ein Thema. Und genau unter diesen Bedingungen lassen sich auch die endlosen Kamerafahrten und Plansequenzen realisieren, die den gewalttätigen Stillstand, die folternde Monotonie und verzweifelte Ausweglosigkeit der Jugendlichen illustrieren. Die Gewalttätigkeit ihrer Situation, welcher sie nur mit gleichem Mittel begegnen können.

Picco auf Film-Zeit.de 





Picco
R: Philip Koch
D: Constantin von Jascheroff, Frederick Lau, Joel Basman, Marin Kiefer
Deutschland 2010, 104 Min.

Neues Game zum Kinofilm RIO

von Leah Krug, am 30.3.11


Zum Animationsfilm Rio, der am 7. April 2011 in den deutschen Kinos startet, gibt es ein neues PC-Game. Im Film liefern sich die Vögel Blu und seine Freunde ein spannendes Match mit den diebischen kleinen Affen in den Straßen Rio de Janeiros.

Das Computerspiel von 20th Century Fox besteht aus 5 verschiedenen Leveln, in denen man versuchen muss mit Hilfe der Vögel die Affen zu Fall zu bringen. Das Spiel ist leicht zu verstehen und man kann sich seinen Lieblings-Vogel aussuchen, der mit verschiedenen Eigenschaften ausgestattet, die Jagd auf die Affen beginnt.

Zum kostenlosen Online-Spiel von Rio und zum NEGATIV-Gewinnspiel des Films!

Der folgende Trailer zum Film zeigt einen kleinen Vorgeschmack auf das Match "Vögel gegen Affen"...





Der Film läuft ab dem 7. April 2011 in den deutschen Kinos, in vielen in Digital 3D.


Zur Facebook-Seite von Rio und zur allgemeinen Film-Seite geht`s hier.

Interview: Philip Koch über seinen Film Picco

von Janusch Ertler, am 30.3.11


Picco ist einer der meist diskutiertesten Filme der letzten Zeit. Sein Publikum spaltet sich in Anhänger und Gegner des Films. Er wurde unter anderem für den Nachwuchspreis in Cannes nominiert. 
Nach der Vorführung  seines Abschlussfilms beantwortete der Regisseur Philip Koch dem Publikum im Mainzer Capitol Kino über vierzig Minuten lang Fragen. Dabei wurde die Entstehung des Films thematisiert und dass es sich um fiktive Figuren handelt. Die Handlung ist zusammengesetzt aus verschiedenen, teilweise wahren Ereignissen in Jugendvollzugsanstalten. Der Film ließ ein polarisiertes Publikum zurück, was dem Regisseur auch wichtig war, da er einen bewusst gesellschaftskritischen Film schaffen wollte. Deutlich wies er auf die Missstände im deutschen Strafvollzugssystem hin, die Rückfallquote bei Jugendlichen liege zum Beispiel bei 80%.

Koch nahm auch Stellung zu Stoic, der sich auf den gleichen Vorfall in Siegburg beruft. Die Nachricht, dass Uwe Boll sich des Themas angenommen hat und einen Kinostart vor Picco hatte, erreichte das Picco-Team während der Vorbereitungen. Man entschloss sich dennoch nicht vom Vorhaben abzulassen, da die Filme unterschiedliche Herangehensweisen haben. Koch problematisierte, dass Boll nicht mit Jugendlichen arbeitete und dass Siegburg in dieser Form nur in einem Gefängnis mit Jugendlichen möglich gewesen sei. Die delikate Arbeit mit den jugendlichen Darstellern an einem so gewaltvollen Thema empfand Koch als sehr professionell und wiederlegte damit Bolls These, dass dieser Film nicht wie in den wahren Begenheiten mit Jugendlichen verwirklichbar wäre.
NEGATIV traf sich im Anschluss an das Gespräch mit Koch und unterhielt sich mit ihm über seine Erfahrungen in der deutschen Filmproduktion und darüber, was Film für ihn ist.  


Negativ: Picco wird stilistisch mit Van Sant oder Haneke verglichen, Du selbst sprichst von Werner Herzog als Deinem Lieblingsregisseur. Was sind Deine Einflüsse, Deine Vorbilder?
                                                   
Philip Koch: Ich bin riesiger Herzog-Fan, das ist für mich der größte deutsche Filmemacher. Das war für diesen Film natürlich keine große Inspiration, das war eher Haneke, Van Sant, aber auch vor allem Alan Clarke hatte künstlerisch einen großen Einfluss auf den Film. Scum war der Film, der für Picco quasi Pate stand. Der war 1980 sehr kontrovers und führte damals vor allem dazu, dass das Justizvollzugssystem sich änderte und hat von daher wirklich, neben der Erzählsprache, eine Vorbildfunktion. Es war auch eine Legitimation dafür, einen Film zu machen, der wirklich schockiert und nicht auf die Masse zu schielen und das Ganze für den deutschen Markt abzusoften.

Negativ: Den langen Einstellungen, den Plansequenzen sieht man an, dass sie handwerklich sehr gut gemacht sind. Was würdest Du sagen, hast Du der Filmhochschule zu verdanken und was sind vielleicht auch Fähigkeiten, Richtungen, die nicht durch die Ausbildung vermittelt werden?

PK: An der HFF wird das Handwerk gelehrt und man bekommt sehr viel Dramaturgie, konventionelle Drei-Akt-Struktur wunderbar gelehrt. Was oft passiert, vor allem am Anfang, ist dass Dozenten, Dramaturgen einem in die Stoffe reinreden und man sich schnell verheddert. Deshalb wurde Picco bewusst nur durch die beiden Produzenten und mich entwickelt. Man braucht zwar grünes Licht, aber es war klar, dass man mit einem Film, der so polarisieren wird, nicht mit vielen Anderen auf einen gemeinsamen Nenner kommen würde. Dieses Experiment hat auch gut geklappt. Die Ausbildung selbst verhindert gar nichts. Es gibt da einfach einen Pragmatismus von Bedenkenträgern, mit denen man konfrontiert wird. Dadurch wird natürlich ungewollt viel Angst geschürt. Gerade bei Picco war uns klar, dass wenn da was schief geht, es sehr schnell der letzte Film sein kann. Da wäre die Angst von Vielen kontraproduktiv gewesen, weshalb die einzige Möglichkeit diesen Film zu machen, unsere rigorose Konsequenz war. Ein Konsensprodukt hätte den Tod des Films bedeutet.
Natürlich bekommt man super Tipps und das Handwerkliche sowieso. Es gibt auch viele Filme, die, gerade wenn sie für ein größeres Publikum mainstreamiger erzählt werden, davon profitieren. Aber man sieht dann immer wieder, dass Filme von der Hochschule die persönliche Note, eine Handschrift vermissen lassen, weil zu viele Dramaturgen und Lektoren reingepfuscht haben.

Negativ: Dann kommt es ja doch zu einer gewissen Gleichbügelung durch die Filmhochschulen?
  
PK: Klar, die Gefahr ist da. Das sind dann leider oft Schicksale, wo man sagt: „Ja, das ist irgendwie ein cooler Film, aber das wird dann schwierig den Nächsten zu machen.“ So sehr Picco auch provoziert hat und so viele Hasser er auch hat, so viele Liebhaber hat er auch. Mit Cannes hätte das Ganze eigentlich nicht besser laufen können und das hat uns allen sehr viel gebracht, sodass unsere nächsten Projekte eigentlich schon unter Dach und Fach sind.

Negativ: Es liefen gerade Die kommenden Tage und Wir sind die Nacht, jetzt ein Gefängnisfilm, findest Du, von der Hochschule kommend, dass gerade eine Tendenz zum Genrefilm in Deutschland entsteht?

PK: Das ist schon vermehrt zu beobachten, was ich sehr gut finde, auch wenn wir zu viele konventionelle Dramen haben, die von den Filmhochschulen kommen. Die sind zwar gut, um im Fernsehbereich zu arbeiten, der Schritt zum Kinofilm ist dann aber sehr schwierig. Kinomäßig, gerade wenn man sich Thriller anschaut, muss man sagen, dass das vom Publikum her leider nicht so funktionierte. Dabei haben wir tolle Genrefilme gehabt, vom letzten Schweigen bis Die Tür. Aber ich denke vom Publikum her wird sich das entwickeln.

Negativ: Muss man sich mit konventionellen oder gerade unkonventionellen Mitteln beweisen, damit man fürs Fernsehen arbeiten darf?

PK: Das ist eines der Grundprobleme. Es ist ein schwieriger Beruf und eine schwierige Branche, es kommen pro Jahr hundert Regisseure auf den Markt und es gibt natürlich längst nicht so viel Arbeit. Deshalb grassiert auch eine große Angst sich zu beweisen, dass man sich für einen Fernsehfilm qualifizieren kann. Sehr viele Filme werden aus Angst gemacht, weshalb man sich oft auf Konventionen und den kleinsten gemeinsamen Nenner stützt. Dabei kommt sehr viel Mittelmaß heraus, was handwerklich wunderbar ist, aber wo der letzte Schritt zur Konsequenz und zum Mut fehlt, den du als Abschlussfilm brauchst. Man muss sich, so blöd es ist, absetzen von einer Flut an Filmemachern. So wie die Industrie funktioniert ist es eine Sisyphusarbeit, die eigene Radikalität durchzusetzen. Das klappt nur bei sehr Wenigen, wenn man jetzt nicht etwas völlig Radikales macht, dass man danach im Kino weiter arbeiten kann.

Negativ: War es eher schwierig Fördergelder zu bekommen?

PK: Jein. So einen Film wie Picco, der kann in der deutschen Industrie nie gemacht werden, der wäre undenkbar. Den kriegst du eigentlich so gut wie nicht gefördert und vor allem kriegst du nie einen Sender, der da mitzieht. Viele Redakteure, die den Film super fanden, haben gesagt: „Ja, wir hätten ihn gern gemacht, aber nicht mit dem Ende.“ Das widerspricht sich ja eigentlich schon. Man muss also schon eine gewisse Massenkompatibilität mitbringen, um einen Kinofilm aufzustellen. Der Film war nur machbar, was traurig ist, weil es ein Abschlussfilm war.

Negativ: Wie sind denn jetzt die Möglichkeiten für Dich nach dem Abschlussfilm, außerhalb des Fördersystems? Du liebäugelst ja auch mit dem amerikanischen Markt, wo das Publikum mehr oder weniger bestimmt, wie sind die Möglichkeiten auch dort Absatz zu machen?

PK: Extrem schwierig. Wenn man im extremeren Arthouse-Bereich arbeitet, ist man mehr oder weniger dazu verdammt, wie ein Klaus Lemke zu arbeiten, der Filme mit niedrigstem Budget macht. Das geht, aber da kann man eigentlich nicht über die Runden kommen. Ich bin mit dem amerikanischen Kino groß geworden, dem schlägt mein Herz zu. Ich schreibe gerade an einem übernatürlichen Thriller, der großes Unterhaltungskino ist, ein kommerzielles Projekt. Trotzdem werde ich das Andere weiter machen, obwohl man so was wie Picco kaum noch machen kann. Das mache ich dann eben mit meiner eigenen Produktionsfirma und dann kostet so ein Film 30000 Euro.

Negativ: Glaubst Du, Du hast den Film bewusst politisch gemacht und gibt es für den Film eine Pflicht sich politisch zu engagieren?

PK: Finde ich absolut. Es ist ein Grundproblem, dass der politische Film in Deutschland tot ist. Politisches Kino in Deutschland gibt es nur, wenn man in die Vergangenheit schaut, über die DDR, die Nazis oder über den Tellerrand hinaus, also Terrorismus oder Banken, irgendwas Internationales. Aber ein Film, in dem knallhart die Gegenwart gezeigt wird, mit einer konsequenten politischen Haltung, die dem Establishment wie wir es haben entgegentritt, kannst du nicht machen, weil in den Sendern alles politisch ist.

Negativ: Aber liegt die Chance dann nicht wieder im Genrefilm als Vehikel? Zum Beispiel Rainer Werner Fassbinder, an dessen Bilder man sich an einigen Stellen in Picco kurz erinnert fühlt, der mit dem Melodram politische Botschaften transportierte.

PK: Der politische Film ist natürlich nicht seit immer tot. Fassbinder, Wenders, Herzog, das war politisches Kino, die Filme kann man heute aber nicht mehr machen. Das Fördersystem und der deutsche Film wurden bereits zu sehr von der Politik infiltriert.

Negativ: Picco ist sehr deutlich in seiner Aussage. Bist Du der Meinung, dass Missstände immer derart angeprangert werden müssen oder auch subtile Formen finden können?

PK: Klar gibt’s subtile Formen, die sind auch wichtig, weil sie damit ein größeres Publikum erreichen können, aber die Gefahr da zu versanden ist extrem. Eine politische Botschaft kann dann auch sehr unklar werden für den Zuschauer. Kokowääh ist auch ein politischer Film, Patchwork Familie etc., wahrscheinlich weiß er aber noch nicht einmal, dass er politisch ist. Politik steckt in jedem Film, nur dass das Bewusstsein darüber und vor allem eine klare politische Haltung zu haben, ist das was fehlt.

Negativ: Gehst Du in der mise-en-scène bewusst auf die Thematiken ein oder ist es eine Gefühlssache?

PK: Teils teils. Filmkunst ist sehr viel Intuition, oft aber auch klare Absichten. Es geht auch darum, wie sich für den Zuschauer die Geschichte am Emotionalsten transportiert. Manchmal gibt es mehr, das man hineinlesen kann und das man rational begründen kann, oft ist es einfach intuitiv und kommt sogar erst im Nachhinein: „Genau, das war das, was man eigentlich damit aussagen wollte.“

Negativ: Dein Hauptziel ist es also, den Zuschauer emotional zu bewegen?

PK: Ja. Ich denke Kino hat nur eine wirkliche Verpflichtung und das ist die Wahrheit. Eine Form von Wahrheit dem Zuschauer zu vermitteln. Wahrheit ist immer eine emotionale Wahrheit.

Negativ: Wie bei Herzog und der ekstatischen Wahrheit?

PK: Das sagt eigentlich schon der Begriff: Ekstase ist ein Gefühl und Herzog ist ein Meister davon, diese Wahrheiten aufzuspüren. Er hat ganz oft dramaturgische Mängel, zum Beispiel, dass man Längen im Film hat, schafft es aber trotzdem diese ekstatische Wahrheit einzufangen und das trägt einen dann weiter. Ganz oft gelingt es ihm, manchmal auch nicht. Film hat nur eine Verpflichtung und das ist Wahrheit und die transportierst du nur mit Gefühl. Ein Film ohne Emotionen transportiert für mich keine Wahrheit.

Negativ: In Picco unterscheiden sich die Zuschaueremotionen und Reaktionen ja sehr stark…

PK: Das sehe ich als Indiz dafür, dass wirklich eine starke Emotion ausgelöst wurde. Jeder Mensch ist natürlich anders mit Emotionen: Manche lassen es zu, dass sie 108 Minuten mit eingekerkert werden und andere lehnen das total ab.

Negativ: Aber was ist dann Wahrheit? Ist Wahrheit dann schon die Emotion an sich?

PK: Die Wahrheit ist etwas, das dahinter ist. Wir reden jetzt weit in die Interpretation des Films hinein, aber Gefühl ist ein Ausdruck dessen, dass eine Wahrheit berührt wird. Diese Wahrheit kann man nicht in Worte fassen, das glaube ich nicht. Man kann versuchen, Sachen zu ergründen, man kann sie nur versuchen ein bisschen zu umkreisen. Ich denke Wahrheit liegt nur dort verborgen, wo starke Gefühle transportiert werden, in jeder Kunst.

Negativ: Der Zuschauer hat eine breite Interpretationsmöglichkeit, dadurch dass Du mit der Kamera häufig eher beobachtend umgehst. Es gibt ganz wenige Einstellungen, die nah heran gehen und somit den Zuschauer zu einer einzigen Emotion verpflichten.

PK: Vor allem auch mit welcher Figur er emotional mitgeht. Jetzt gerade, bei einem Kammerspiel mit vielen Leuten in einer Zelle, ist natürlich sehr wichtig zu erfahren, wie die Energien zwischen den Figuren stattfinden, ohne dass es jetzt durch Schnitt/Nahaufnahme, Schnitt/Nahaufnahme von mir als Regisseur bewusst gesteuert wird. Das war uns ganz bewusst wichtig, da dem Zuschauer den Freiraum zu lassen, alles selbst zu ergründen. Es geht ja auch viel um die Vermischung von Opfern und Tätern.

Negativ: Die Kritiken waren sehr unterschiedlich und wir würden Dir gerne nochmal die Möglichkeit geben, zu einem Hauptkritikpunkt Stellung zu beziehen. Viele Kritiken waren sich darin einig, dass das was Du immer wieder gesagt hast, dass Picco auf die ganze Gesellschaft bezogen werden kann, nicht funktionieren würde. Dafür wurde oft die Szene angeführt, in der die Insassen Besuch bekommen. Der Blick nach außen und der Schnitt durch die verschiedenen sozialen Milieus funktionierten nur bedingt, so die Kritik und die Dialoge wirken wie Stellvertreterdialoge. Warum gab es diese Szene und warum findest Du, dass es funktioniert?

PK: Ich habe mich dafür entschieden, weil ich einen Hint geben wollte, dass das wahre Problem schon viel früher als im Vollzug ansetzt, nämlich aus den zerrütteten Verhältnissen und Umständen. Das ist einfach ein ziemlich klares Faktum, dass die Probleme des Jugendvollzugs viel früher ansetzen als im Jugendvollzug und ein gesellschaftliches Problem ist. Das ist ein Problem, das man angehen muss, wenn man das Problem an der Wurzel anpacken möchte. Da liegt die Parallele zur Gesellschaft natürlich sehr nahe. Ich finde es ehrlich gesagt relativ schwachsinnig, das nicht hinein zu interpretieren. Das wird von der Figur ja auch direkt angesprochen. Ja… [lacht]

Negativ: Zum Abschluss noch ein paar warme Worte über Werner Herzog? Warum ist er Dein Vorbild und für Dich der beste deutsche Filmemacher? Und welche Herzog-Elemente könnten wir bei zukünftigen Projekten von Dir entdecken?

PK: Wofür ich ihn extrem bewundere, er spielt wirklich extrem mit dem Pathos, wie es sich kein anderer Regisseur getraut hat oder traut in Deutschland. Ihm gelingen dadurch wirklich diese Momente ekstatischer Wahrheit, die wirklich hochemotional sind. Das kriegt kein Anderer so hin. Das war in seinen Spielfilmen aus den 70er Jahren schon besser, das muss ich ehrlich sagen. Er hat jetzt schon eine Schwächephase gehabt in den Spielfilmen der letzten Jahre, aber er bringt jetzt diese Wahrheit, die er in seinen Spielfilmen hatte, in seine Dokumentarfilme rein, die alle großartig waren, die Letzten. Das finde ich gut. Diese Momente ekstatischer Wahrheit, an diese heranzukommen, das wäre ein Ziel, da lohnt es sich hinzuarbeiten.

Negativ: Na dann, Dankeschön für das Interview und viel Erfolg dabei!

PK: Jaja… [lacht]


Das Interview führten Leander Ripchinsky und Janusch Ertler. 

Im Kino ab dem 31. März

von Markus Hauschild, am 30.3.11

Zwei lang erwartete amerikanische Produktionen halten diese Woche endlich auch Einzug in unsere Kinos. Die überwiegende Anzahl an deutschen Filmstarts wird es schwer haben, sich gegen diese Konkurrenz zu behaupten, obwohl eine der beiden eher enttäuscht.

In Winter‘s Bone, dem mehrfach Oscar-nominierten Drama von Regisseurin Debra Granik, macht sich die 17-jährige Ree Dolly auf die Suche nach ihrem untergetauchten Vater, dem Meth-Dealer Jessup, den sie finden muss, bevor das Haus der Familie in der Einöde der Ozark Mountains verpfändet wird. Der erstklassig inszenierte Film über die Armut in Amerika enthält auch viele Krimi-Elemente, die für Spannung sorgen.

Alice im Wunderland auf Ecstasy – so könnte man Zack Snyders neueste Vision Sucker Punch bezeichnen. Eine Psychiatrie-Patientin, die kurz vor einer Lobotomie steht, träumt sich in eine Fantasiewelt, in der Drachen, Cyborgs und Maschinengewehre die Hauptrollen spielen. Sicher ein Film, der durch seine abgedrehte Story und die gleichsam attraktiven wie tödlichen Hauptdarstellerinnen polarisiert, aber zweifelsohne visuellen Hochgenuss verspricht. Die letzte Lüge ist ein Screwball-Musical aus Deutschland. Was wie ein Gegensatz klingt, macht Regisseur Jonas Grosch möglich und allein für das Genre-Experiment hätten er und die Produzenten Lob verdient. Und tatsächlich ist die Beziehungskomödie über ein Pärchen, dessen Ex-Partner wieder auftauchen, oft unterhaltsam. Der Dokumentarfilm Im Kopfstand zum Glück erzählt von vier Großstadtbewohnern, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen zu Yogalehrern ausbilden lassen. Der Film untersucht nicht nur, ob Yoga helfen kann glücklich zu werden, sondern ist auch ein Portät von Berlin. Einer anderen Großstadt gewidmet ist Unter dir die Stadt, der in Frankfurt gedreht wurde. Der Eröffnungsfilm der Lichter Filmtage 2011 handelt von einem Bänker, der sich in die Frau eines Angestellten verliebt und nicht davor zurück schreckt, sie durch Manipulation für sich zu gewinnen. Das Thema Bankenkrise wird in dem Liebesdrama zwar auf interessante Weise verarbeitet, doch der Film wirkt Stellenweise sehr leblos.

Es gibt kaum einen Feiertag, der nicht missbraucht wurde, um Leute in die Kinos zu locken. Jetzt muss auch Ostern dafür herhalten. In HOP – Osterhase oder Superstar? geht es um den Sohn des Osterhasen, der lieber Rockstar werden will, anstatt das Werk seines Vaters weiter zu führen. Die Mischung aus Live-Action und Animation ist für kleinere Kinder ein Spaß, für alle anderen jedoch nicht empfehlenswert. In Gegengerade – Niemand siegt am Millerntor machen Fußball-Hooligans Hamburg unsicher. Schon im Trailer erkennt man, dass der Spielfilm keine Milieustudie bietet, sondern die Gewalt verherrlicht. Action, Sex und coole Sprüche – man wollte wohl keinen kritischen Film über die fanatischen Fußballfans machen, sondern einen, der genau diese anspricht.


Sucker Punch von Zack Snyder




Winter's Bone von Debra Granik




Text: NEGATIV / Foto: Warner Brothers

Winter's Bone

von Christian Kim, am 30.3.11























In vielen Filmen sieht man Helden, die ihre Abenteuer dank übermenschlich wirkender Fähigkeiten oder aufwendiger technischer Hilfsmittel bestehen. Einen bleibenderen Eindruck hinterlassen jedoch meist Helden des Alltags, die sich mit Entschlossenheit und Prinzipientreue einer ausweglos wirkenden Situation stellen und den Zuschauer nachdenklich zurücklassen, ob er sich in ihrer Lage ähnlich gut bewährt hätte.

Eine solche Heldin ist die Hauptfigur in Winter’s Bone, dem zweiten Film der amerikanischen Independent-Regisseurin Debra Granik, der auf dem Sundance Film Festival 2010 als bestes Drama ausgezeichnet wurde und in diesem Jahr vier Oscar-Nominierungen (u.a. als bester Film) erhielt.

Auf Daniel Woodrells gleichnamigem Roman basierend, erzählt der Film von der erst 17-jährigen Ree (Jennifer Lawrence), die mit ihren beiden jüngeren Geschwistern und ihrer psychisch kranken Mutter in den Ozarks, einer Hochlandregion der zentralen USA, lebt. Bereits die Eingangssequenz macht deutlich, dass Ree für ihre Geschwister die Rolle der Mutter übernommen hat: Sie kümmert sich um den Haushalt, begleitet sie zur Schule, prüft ihre Rechen- und Buchstabierfähigkeiten oder bringt ihnen später im Film bei, wie man mit einem Gewehr auf die Jagd geht, um den Winter zu überstehen.

Eines Tages eröffnet ihr der Sheriff, dass ihr Vater wegen seiner Drogengeschäfte verhaftet wurde und das Haus samt dem umliegenden Grundstück als Pfand für seine Kaution hinterlegt hat. Sollte er nicht zum baldigen Gerichtstermin erscheinen, geht alles in Staatseigentum über. Ree erkennt, dass dies das Auseinanderbrechen ihrer Familie zur Folge hätte, und begibt sich auf die Suche nach ihrem flüchtigen Vater. Als sie Verwandte und benachbarte Clans, mit denen ihr Vater seine Geschäfte betreibt, um Hilfe bittet, begegnen diese ihr jedoch feindselig und zeigen kein Interesse daran sie bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Zunehmend mit dem Rücken zur Wand, setzt Ree ihre Nachforschungen fort und bringt sich so in große Gefahr.

Winter’s Bone steht in der Tradition amerikanischer Independent-Filme, die auf realistisch anmutende Weise die Lebensbedingungen in einer von Armut geprägten Region der Vereinigten Staaten schildern. Der Film wird oft als Thriller beschrieben, zeichnet sich aber durch eine langsame Erzählweise aus. Spannung wird nicht mit künstlicher Dramatisierung, sondern einer durchweg sehr dichten Atmosphäre und dem überzeugenden Spiel aller Darsteller erzeugt.

Jennifer Lawrence
, die Rees verzweifelten Mut und die Liebe zu ihren Geschwistern in vielen Szenen fast wortlos vermittelt, hat mit ihrer ausdrucksstarken wie auch subtilen Performance sicherlich den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere gelegt. Sie trägt den Film über weite Strecken, was aber nicht die hervorragende Leistung der anderen Darsteller abwerten soll. An dieser Stelle sei vor allem John Hawkes erwähnt, der Rees Onkel "Teardrop" und dessen inneren Konflikt, zwischen seiner Loyalität gegenüber den anderen Clan-Mitgliedern und dem Wohl von Ree und ihren Geschwistern schwankend, glaubwürdig verkörpert und wie Lawrence mit einer Oscar-Nominierung bedacht wurde.

Zum Eindruck von Authentizität trägt neben den Schauspielern auch die Darstellung der Ozarks bei: Viele Landschaftsaufnahmen wirken beinahe farblos und verstärken, zusammen mit dem langsamen Erzähltempo, die bedrückende Wirkung des Films. Die verfallene Umgebung, in der sich die Figuren in etlichen Szenen bewegen, steht im Einklang mit der geistigen Stagnation der ortsansässigen Clans und Familien, die im Untergrund ein Netzwerk für ihre illegalen Geschäfte aufgebaut haben und gleichermaßen von Lebenswidrigkeiten, Perspektivlosigkeit sowie auch ihrem kontinuierlichen Drogenkonsum gezeichnet zu sein scheinen.
Im Gegensatz zum von Vernunft und praktischen Erwägungen geleiteten Gespräch, das Ree mit einem Berater der US-Army führt, folgt diese Welt eigenen Rechtsvorstellungen, einem konsequenten Schweigekodex und strengen patriarchalisch geprägten Regeln: Frauen sind hier den Weisungen ihrer Männer untergeordnet und keine gleichberechtigten Gesprächspartner. Ree verstößt mit der Suche nach ihrem Vater gleich gegen mehrere dieser ungeschriebenen Regeln, verdient sich mit ihrer Beharrlichkeit und Integrität schließlich aber doch den Respekt der Gemeinschaft.

In Winter’s Bone, der universelle Themen wie Familie, Blutsbande, Loyalität und Anstand behandelt, bleibt Vieles nur angedeutet und vor allem eine Frage unbeantwortet: Wie wurde Ree zu der Frau, die sie ist? Woher kommen ihr Mut und ihr ausgeprägter Sinn für Pragmatismus, der ihrem Alter so weit voraus zu sein scheint? Ihr Bestehen auf ethischen Standards, die sie sich selbst und allen anderen abverlangt – mit eventuell fatalen Konsequenzen? Gewiss nicht von ihren Eltern oder ihrem Umfeld.
Dem Film wurde von vielen Zuschauern ein inhärenter Optimismus zugeschrieben, da er damit vielleicht die Hoffnung andeutet, dass Rees positive Eigenschaften allen Menschen innewohnen und erst im Zuge ihrer Sozialisation „überlagert“ werden.

Ob Graniks und Woodrells Darstellung des Lebens in den Ozarks wirklich realistisch ist, kann man als Außenstehender nicht bewerten und ist wohl von untergeordneter Bedeutung. Das Hauptaugenmerk des Films liegt auf Ree und ihrer Charakterstärke.
Am Ende ihrer Reise liegt zwar kein Ausbruch aus dem zuvor beschriebenen einengenden Umfeld, aber ein Schimmer von Hoffnung, denn Ree und ihre beste Freundin Gail stehen, zumindest im Rahmen der Filmhandlung, für eine junge Generation von Frauen in den Ozarks, der es eines Tages vielleicht gelingen wird, sich aus ihrer Unterdrückung zu befreien.

Winter's Bone - Pressespiegel bei film-zeit.de



Winter's Bone
R: Debra Granik
D: Jennifer Lawrence, John Hawkes, Garret Dillahunt
USA 2010, 100 Min.
Fotos: Ascot Elite
Kinostart: 31.03.2011

Horrorschocker Suspiria wird neu verfilmt

von Rebecca Nicklaus, am 30.3.11

Schon vor drei Jahren äußerte David Gordon Green, der im Moment für seine Komödie Your Highness wirbt, den Wunsch, Dario Argentos Horrorklassiker Suspirira von 1977 neu zu verfilmen. Damals gab es jedoch Probleme mit den Rechten. Anscheinend konnte sich letztendlich nun doch gütlich geeinigt werden, denn Green will noch dieses Jahr mit der Produktion der Neuauflage beginnen und setzt große Hoffnungen in das Projekt.

Seiner Aussage nach wird seine Version unkonventionell sein und nicht dem Trend der traditionellen Horrorfilme der heutigen Zeit entsprechen. Trotzdem soll der neue Film dem Original mit Respekt gegenüberstehen und ihn auch sinngetreu übertragen.

Gerüchte über eine Mitwirkung Natalie Portmans weist Green jedoch zurück, er bevorzuge einen unbekannten Cast und da die Geschichte in einem Internat spielt, benötige er sehr junge Schauspielerinnen. Vor allem in Europa, vielleicht sogar in Deutschland, möchte er sich umschauen.

Um schon einmal auf Kommendes einzustimmen, könnt ihr hier den Trailer des Originals aus den 70ern anschauen:




Text: NEGATIV / Quelle: Firstshowing

The Tree of Life-Premiere nicht in Cannes

von Rebecca Nicklaus, am 30.3.11

Als bekannt wurde, dass The Tree of Life bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt werden würde, erwarteten alle, dass dies die Startrampe für einen Auftritt in der ganzen Welt darstellt. Aber neue Informationen zeigen, dass dem nicht so ist. Wie indieWire vermutet, besitzt Terrence Malick, der Regisseur des Films, wohl eine Schwäche für die Briten, denn die dürfen nun als Erste in den Genuss einer Vorstellung kommen: Die offizielle Premiere findet am 04. Mai 2011 in Großbritannien statt. 




Text: NEGATIV / Foto: Concorde Filmverleih / Quelle: indieWire, The Playlist

Cast-News: Benicio del Toro, Jennifer Garner und Samantha Morton

von Rebecca Nicklaus, am 30.3.11

Wie wir schon in einem kurzen Beitrag berichteten, wird Benicio del Toro in Oliver Stones neuem Film Savages die Rolle eines Drogenkartellmitglieds übernehmen. Die Handlung des Films basiert auf einem Roman von Don Winslow und konzentriert sich auf zwei kleine Dealer, die Probleme mit einem großen Drogenkartell bekommen.
Neueste Informationen geben nun Aufschluss darüber, dass Universal Pictures die Hauptvertriebsrechte für den Film gekauft hat und dafür der Musicaladaption In the Heights den Geldhahn zudrehte.

Außerdem wird Jennifer Garner (auf dem Foto in einer Szene von Lieben und Lassen) in Disneys Neustart von Agatha Christies Detektivserie der berühmten Miss Marple ein jugendlicheres Auftreten verleihen. Eigentlich eine alte Jungfer, die in ihrer Freizeit mysteriöse Kriminalfälle löst, soll in der neuen Version von Mark Frost (Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer) eine Verbechensbekämpferin in ihren 30ern oder 40ern gezeigt werden.

Und zuletzt gibt es Neuigkeiten zu David Cronenbergs Adaption von Don DeLillos Roman Cosmopolis: Neben Robert Pattinson und Juliette Bincoche konnten nun auch Samantha Morton (Minority Report) und Sarah Gadon (Charlie Bartlett) verpflichtet werden.

Gadon wirkte schon in Cronenbergs Film A Dangerous Method mit, weswegen eine erneute Teilnahme nicht überrascht. Sie wird die weibliche Hauptrolle als Frau der von Pattinson gespielten Figur übernehmen, wohingegen zu Mortons Rolle noch keine Details veröffentlicht wurden.



Text: NEGATIV / Foto: Sony Pictures Home Entertainment / Quellen: Comingsoon, Firstshowing

Palatin Mainz: Die Katze auf dem heißen Blechdach (OmU)

von Markus Hauschild, am 29.3.11

In Gedenken an die kürzlich verstorbene Schauspiel-Ikone Elizabeth Taylor zeigt das Palatin in Mainz vom 31. März bis zum 6. April täglich Die Katze auf dem heißen Blechdach in der untertitelten Originalversion.

Das Drama basiert auf einem Theaterstück von Tennessee Williams, der darin die Fassade einer reichen Südstaaten-Familie bröckeln lässt. Psychologische Abgründe werden aufgedeckt und erreichen durch das Spiel von Elizabeth Taylor und Paul Newman eine ungeahnte Intensität. Beeindruckend sind ebenfalls die fein ausgearbeiteten Dialoge.

Weitere Informationen zum Programm finden sie hier.


Text: Negativ / Foto: Neue Visionen / Quelle: Palatin

Der Mandant - Ab 23. Juni im Kino, hier der neuste Trailer!

von Leah Krug, am 29.3.11

Der Anwalt Mickey Haller (Matthew McConaughey) verdient sein Geld damit, Kleinkriminelle in Los Angeles vom Rücksitz seiner Limousine aus zu verteidigen. Das ändert sich, als er einen spannenden Fall wittert: Louis Roulet (Ryan Phillippe), ein bekannter Playboy aus einer reichen Familie in Beverly Hills, soll wegen versuchtem Mord an seiner Frau angeklagt werden. Haller, der eigentlich nur schnelles Geld verdienen wollte, sieht sich bald mitten in einem Strudel aus Lügen und Gewalt gefangen.


Der Mandant ist ein Justiz-Thriller von Brad Furman, der auf dem gleichnamigen Bestseller von Michael Connelly beruht.
Der Film kommt am 23. Juni 2011 in die deutschen Kinos. Neben Matthew McConaughey und Ryan Phillippe wird die Oscar-Gewinnerin Marisa Tomei als Hallers Ex-Frau zu sehen sein.




Der Trailer zum Film:


Text: NEGATIV/ Bilder und Quelle: Universum Film

Woody Allens Midnight in Paris - Trailer

von Rebecca Nicklaus, am 29.3.11

Endlich gibt es einen Trailer für Woody Allens neue Komödie Midnight in Paris.

Der Film wird die diesjährigen Filmfestspiele in Cannes eröffnen. Festivaldirektor Thierry Frémaux bezeichnete ihn als "Liebesbrief an Paris" und sieht darin eine Auseinandersetzung mit der Beziehung des Menschen zu Kunst, Geschichte, Freude und Leben.

Genauer steht eine Familie im Mittelpunkt des Films, die aus beruflichen Gründen eine Reise nach Paris antritt. Darunter befindet sich ein junges Paar, dessen Leben sich durch dieses Erlebnis verändert. Die Geschichte handelt von der großen Liebe eines Mannes zu einer Stadt und von der Illusion der Menschen, ein anderes Leben könnte besser sein als das, was sie gerade führen.

Mit dabei sind unter anderem Kathy Bates, Adrien Brody, Carla Bruni, Marion Cotillard, Rachel McAdams, Michael Sheen und Owen Wilson.





Text: NEGATIV / Quelle: Comingsoon, Firstshowing

Filme auf Facebook schauen

von Rebecca Nicklaus, am 29.3.11

Wie wir vor Kurzem in folgendem Beitrag berichteten, tat Warner Bros. das Vorhaben kund, Filme über ihre Facebook-Seite zur kostenpflichtigen Sicht anzubieten. Auch Sony Home Entertainment stellte Überlegungen an, diesem "ersten Schritt zu einer sozialeren Filmdistribution" zu folgen. Somit ist ein Verlauf abzusehen, in dem sich die Verleihe fernab der Kinos orientieren und sogar den Fernseher hinter sich lassen, um das Filmangebot einem immer breiter werdenen Publikum zu öffnen und eine einfachere und bequemere Art der Konsumierung von Filmen bereitzustellen.

Diese Entwicklung ist wohl in vollem Gange, denn Warner Bros. Digital Distribution (WBDD), Marktführer auf dem Gebiet des Video-auf-Abruf-Verkaufs, kündigte eine Erweiterung des Testangebots der Filme auf Facebook an. Demnach können die Konsumenten zusätzlich die fünf folgenden Filme auf der jeweiligen offiziellen Facebookfilmseite schauen: Harry Potter und der Stein der Weisen, Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Inception, So spielt das Leben und Yogi Bär.

Das Angebot steht gegenwärtig ausschließlich Bewohnern der Vereinigten Staaten von Amerika zur Verfügung, ist für diejenigen aber umso einfacher zu handhaben: Ein Klick auf das "Watch Now"-Bildzeichen, der dann auch die Abbuchung der jeweiligen Facebook Credits veranlasst und schon "gehört" der Film ab dem Zeitpunkt des Einkaufs 48 Stunden Ihnen und bietet jede gängige Möglichkeit des Abspielens, angefangen von Full Screen bis zur Pausetaste. Ob auf Facebook auch schon bald der Popcornverkauf angeboten wird?



Text: NEGATIV / Quelle: Comingsoon

Lichter Filmtage: Resümee

von Markus Hauschild, am 29.3.11

Im Jahr 2012 werden die Lichter Filmtage ihr fünfjähriges Jubiläum begehen. Mit den Feierlichkeiten kommen auch Probleme, denn viele Sponsoren werden nicht mehr dabei sein. Das Festival müsse jetzt langsam auf eigenen Beinen stehen, folgerte Festivalleiter Gregor Maria Schubert zu Beginn der diesjährigen Filmtage, die bewiesen haben, dass es machbar ist.

Die Zusammensetzung aus Lang- und Kurzfilmen, Dokumentationen und Spielfilmen, Vorträgen und Workshops, war abwechslungsreich und unterhaltsam. Auch an der Mischung von nationalen und internationalen Beiträgen konnte man erkennen, dass sich die Lichter Filmtage nicht auf eine Sparte festlegen wollten, sondern sich an alle Filmfreunde allgemein richten. Thematisch ließ sich auch keine eindeutige Linie erkennen, nur der Trend, dass die Werke bevorzugt um skurrile Persönlichkeiten herum aufgebaut waren, wie The Big Eden, Algérie mon amour oder Die Mondverschwörung. Die abschließenden Diskussionen mit den, zumeist anwesenden Regisseuren, erhöhten den Mehrwert der Veranstaltungen und trugen zur Qualität des Festivals bei.

Ich bin zuversichtlich, dass das Team der Lichter Filmtage auch im Jahr 2012 die Herausforderung meistern kann und ein genauso erfolgreiches Festival, wie dieses Jahr, auf die Beine gestellt werden kann.

Im Interview mit Wim Wenders über Pina

von Dennis Stormer, am 29.3.11






Pina Wim Wenders großartiger Tanz-Dokumentarfilm in 3D – wurde auf der Berlinale gefeiert und läuft derzeit unter großem Erfolg im Kino. Jetzt ist er für den Deutschen Filmpreis, für die LOLA, in der Rubrik Dokumentarfilm nominiert. Auch Wim Wenders ist für die Regie in Pina nominiert.

Pina sollte ein Film über die Tänzerin Pina Bausch werden, die kurz vor dem Dreh verstorben ist. Nach einer längeren Pause entstand dann die Idee, Pina und ihren Tänzern einen Film zu widmen und damit ihre Arbeit zu würdigen.

Am letzten ereignisreichen Samstag habe ich Wim Wenders, wenige Fuß weit von der Anti-Atomkraft Demo am Potsdamer Platz, getroffen. Er war zu dem Zeitpunkt bereits auf der Demo gewesen, wollte dann aber noch mal hin. Es sei ja immer sehr interessant zu sehen, was für Menschen demonstrieren gehen, diese Menschen zu betrachten. Er war gespannt auf die Auswirkungen, ich allerdings war außerdem gespannt, was er NEGATIV und zwei anderen Journalisten zu seinem Meisterwerk mitzuteilen hatte.

Die ausführliche Kritik zu Pina von Oliver Schmitt gibt es hier zu lesen.

































Mit der Perspektive von Pina transportieren sie eine Bühne häufig direkt auf die Leinwand. War es das Ziel, das Publikum eine von Pina Bauschs Vorstellungen erleben zu lassen?


Wir wollten das ja eigentlich von der Bühne runter bringen und den Menschen nahe bringen, die so etwas nie gesehen haben.
Wenn ich ein Zielpublikum hatte, dann waren das Menschen, die Pina nie erleben konnten, die man aber damit jetzt noch anstecken kann.
Das hat so eine Lebenskraft, was Pina erfunden hat und das ist auch so brauchbar zum Leben und zum anders Leben, und um mehr man selbst zu sein. Das ist ja die große Kunst von Pina, dass man den Tanz aus der Ästhetik rausgenommen hat und den Menschen gegeben hat.
Jeder, der nichts mit Tanz zu tun hat, kann dadurch ein ganz anderes Körpergefühl bekommen.


Haben Sie, um dem nachzuempfinden, so viel in Distanz und Totalen gearbeitet?


Wir sind ja auch richtig dicht ran gegangen. Die Distanz hat sich immer wieder ergeben, aus der Architektur der Stücke von Pina, die manchmal nur in der Gesamtheit zu verstehen ist. Und das Tolle an unserer 3D Technik war ja, dass man sowohl in der Distanz, als auch in der Nähe, auf eine andere Art an die Körperlichkeit rangekommen ist und wenn man dann einmal nah war, die Präsenz von Menschen so sehr hat spüren können. Viel mehr, als man sie je im Kino hat spüren können.


Kann man, wenn man in 3D arbeitet, die Form der flächigen Bildgestaltung eins zu eins auf die Tiefe des Raumes übertragen?


Also ich mache ja schon lang genug Filme, aber all die Kritzeleien und Storyboards vom Abend, vor dem Dreh, funktionieren nicht mehr, weil man keine Einstellung mehr inszeniert, sondern Räume bis in die Unendlichkeit. Es ist eine völlig andere Aufgabe das ganze Volumen, was vor einem liegt, zu inszenieren. Daran muss man sich gewöhnen. Man muss sich daran gewöhnen, dass sich die Kamera anders bewegt, viele Bewegungen die man kennt, gehen gar nicht und verbieten sich von selbst, weil sie verheerende Folgen haben. Manche Bewegungen gehen sehr schön. Objektivwechsel haben z.B. nichts gebracht, weil man auf einmal den ganzen Raum so sehr gestaucht oder aufgezogen hat, da mussten wir mit einer Brennweite alleine arbeiten.


Um diese Räume zu füllen, haben Sie sich einiges ausgedacht. Wie kamen die vielen Drehorte zustande?


Wir sind nicht auf der Bühne geblieben, weil Pina Bausch so viel mit dem Leben zu tun hat. Das wollte ich in die Stadt und Landschaft tragen, die Pina so beeinflusst hat, das Ruhrgebiet. Ich wollte auch, dass die Stadt Wuppertal in dem Film gewürdigt wird und eine kleine Hauptrolle bekommt. Außerdem hab ich versucht, für all diese Soli und all diese getanzten Antworten auf Pina, und all diese vielen Einzelteile aus dem Film, einen Ort zu finden, der das jeweils am besten rausgebracht hat. Das hat uns eine andere Freiheit gegeben, nach draußen zu gehen, die Stadt mitspielen zu lassen. Für die 3D Kameras war das die helle Freude, denn die mögen das sehr, wenn es da unendliche Tiefe gibt, und eine gestaffeltere Landschaft, als auf der Bühne.























Was hätte eigentlich Pina zu dieser LOLA Nominierung gesagt?


Pina wäre sicher sehr überrascht gewesen.


Warum überrascht?


Pina kannte sich nicht besonders gut aus im Bereich Film, aber Pina hat sich immer viel versprochen von unserem Film. Da hat sie auch immer sehr dran geglaubt und auch sehr viel dafür gekämpft. Das haben wir dann leider nicht zusammen machen können.
Ja aber Pina hätte sich bestimmt irre gefreut, nicht zuletzt für ihre Tänzer, die sie ja wirklich geliebt hat und die uns ja auch mit dem Film belohnt haben.


Hätten Sie selbst damit gerechnet, dass der Film nominiert wird und auch nach der Berlinale so weite Kreise zieht?


Ich hab ja an dem Film länger geschnitten, als je zuvor bei einem Film. 14 Monate haben wir an dem Film geschnitten. Dann habe ich natürlich angefangen, den Film ein bisschen zu zeigen, Freunden, den Tänzern natürlich, kleinen Gruppen und dann gemerkt, dass der Film ziemlich tiefe emotionale Bewegungen hervorgerufen hat. Das weiß man ja alles nicht im Schneideraum, das merkt man auch erst, wenn man das Leuten zeigt. Da hab ich dann schon gemerkt, dass der Film eine Wirkung hat, trotzdem weiß man nicht, was dann kommt. Das war dann schon eine Überraschung.


Wie haben sie von der Nominierung erfahren?


Ich war auf dem Fahrrad einkaufen und wusste eigentlich gar nicht, wann das kommt. Ich hab dann eine SMS bekommen, von dem Produzenten und musste absteigen, weil das ja manchmal nicht so einfach ist, auf dem Fahrrad mit dem Handy. Das war dann eine Überraschung am Vormittag


Ist die LOLA ein Unterschied zum früheren Bundesfilmpreis?


Ich weiß es nicht, ich hab den ja noch nicht in der Hand gehabt, bisher immer nur Bundesfilmpreis. Nein das ist kein unterschied. Ich bin jetzt einer der älteren Nominierten, ich habe was den Bundesfilmpreis angeht, schon Erfahrung aus den 70ern, aber es ist schön nach so langer Pause wieder dabei zu sein.


Und LOLA hat auch noch das gleiche Gewicht für Sie?


Das hat mehr Gewicht. Ich finde, die Demokratisierung im Verfahren, war ein sehr wichtiger Schritt.


Warum sind nur zwei Dokumentarfilme nominiert? Gibt es zu wenig gute Dokumentarfilme in Deutschland?


Ich finde, der Dokumentarfilm hat in den letzten Jahren erstaunlich aufgeholt. Ich bin auch erstaunt, es könnten auch 3 oder 4 sein. Und ich finde, es ist in diesem Moment meines Lebens die spannendste Kunstform, weil derzeit alles so ins Fantasy abdriftet, was aus Amerika kommt, das ist ja im Prinzip wirklich Weltflucht. Ja  ich finde den Dokumentarfilm im Moment, mit Abstand das aufregendste Medium.




Pina als erste Deutsche Filmpreis Nominierung in 3D, fühlen sie sich da als Pionier?


Beim Drehen fühlt man sich schon als Pionier, denn plötzlich hat man gemerkt, man kann niemanden mehr fragen, man kann sich auf keine Erfahrung mehr berufen. Beim Drehen musste man die Fehler schon selbst machen um daraus zu lernen, beim Schneiden sowieso. Das ist Neuland, erstaunliches Neuland. Diese Tür ist aufgegangen, jetzt zwei, drei Jahre und niemand will durch. Gerade das Blockbuster Kino geht nicht durch, sondern starrt auf die offene Tür und freut sich, dass sie so einen Goldregen beschert. Aber niemand benutzt dieses Medium um zu zeigen, wozu es eigentlich Nutze ist. Das einzige Meisterwerk ist eigentlich Avatar und ansonsten ist die Tür offen. Das Medium, diese Raumforschung, wird gar nicht benutzt. Es wird so getan, als ob das wirklich nur eine Attraktion ist und nicht, eine andere Art, Geschichten erzählen zu können. Ich bin vor allem der Meinung, dass es sich sehr anbietet, Menschen zu erfassen und Lebens- und Arbeitswelten näher zu bringen, damit zu berühren.


Würden sie den nächsten Film, angenommen ein Drama, in 3d drehen oder würde das keinen Sinn machen?


Ich möchte auf jeden Falll meinen nächsten Film in 3D drehen, aber was das für einer wird, weiß ich noch nicht. Er muss auf jeden Fall eine Affinität zu dem Medium haben. Wenn das eine Geschichte wird, dann muss sie eine Affinität zur Raumforschung haben, damit zu tun haben, dass man anders an Menschen rankommt. Ich bin auch überzeugt, dass es das Medium der Zukunft für den Dokumentarfilm wird. Um das Blockbuster Kino muss man sich ja keine Sorgen machen. Irgendwann werden die schon merken, dass man nicht so gewissenlos, jeden Schrott damit produzieren kann. James Cameron ist ja zurecht enttäuscht, dass niemand springt. Ich denke, gerade Dokumentar- und Autorenfilmer müssen jetzt springen.


Wir danken Wim Wenders herzlich für die Möglichkeit zum Interview!

 

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