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Die drei Musketiere

von Elisabeth Maurer, am 31.8.11

Beim ersten Blick in das Gesicht eines der Helden friert das Bild ein, verwandelt sich in ein Gemälde und der Name des Gezeigten erscheint in Schnörkelschrift auf der Leinwand. Paul W. S. Anderson lässt Alexandre Dumas Klassiker in seiner Version von Die drei Musketiere keineswegs hinter sich. Aber er bezieht alles mit ein, was der Geschichte um die königstreuen und über alle Maßen geschickten Hauptfiguren über die Jahrzehnte der Bearbeitung, der Ausbeutung, der Kombination, der Liebhaberei geschehen ist und bedient sich beim entstandenen allgemeinen Wissen über die Figuren. Dem Ganzen setzt er die Extraportion Bombast auf, die er angesichts der 3D-Technik offenbar für notwendig erachtet. Und inszeniert seine Ehefrau Milla Jovovich als Mylady (das de Winter braucht man nicht mehr) wieder einmal mit den Augen eines sehr verliebten Ehemanns.

Über die Geschichte braucht man also kaum zu berichten, es ist die altbekannte, mit einigen auch nicht neuen Variationen (man hat ja schon viel gesehen, mal ist Buckingham das Opfer, mal – wie hier – der Übeltäter etc., an der Grundgeschichte ändert das wenig: am Ende stehen die Musketiere aufgrund ihrer Heldentaten in der Gunst des guten Königs). Auf die Berühmtheit seiner Figuren kann sich Anderson ebenso verlassen, in wenigen Momenten werden die typischen Eigenschaften von Athos (Matthew Macfadyen), Aramis (Luke Evans), Porthos (Ray Stevenson) und D’Artagnan (Logan Lerman) sowie den Bösen Rochefort (Mads Mikkelsen), Richelieu (Christoph Waltz) und Buckingham (Orlando Bloom) angerissen. Auserzählt werden muss das schon lange nicht mehr und eine eigene Note möchte Anderson den Charakteren offenbar auch nicht verleihen. Selbst die ausgebaute Figur seiner Frau bietet im Prinzip das Bekannte. An dieser Strategie ist grundsätzlich nichts auszusetzen, scheint Anderson auf den jedem bewussten Gesetzen und Figuren des Mantel-und-Degen-Films operieren zu wollen, wobei im Hintergrund offensichtlich der Gedanke einer Erneuerung des Genres steht.

Dazu greift Anderson zu kleinen Versatzstücken eines anderen Subgenres des Abenteuerfilms, das in den letzten Jahren erfolgreich wiederbelebt werden konnte – gemeint ist natürlich der Piratenfilm. Nicht nur erscheint Buckingham mit seinem Perlenohrring wie der Prototyp eines selbstgefälligen und rücksichtslosen Piraten, es sind natürlich vor allem die Luftschiffe, die diese Assoziation hervorrufen. An einer entscheidenden Stelle in der Luftschlacht lassen sich die Helden zudem wie einst Douglas Fairbanks an ihren Klingen hängend durch die Segel gleiten. Dieses Manöver findet sich nicht nur in Fluch der Karibik wieder - schon viel früher, in dem Film, der allgemeinhin als der Höhe- und zugleich Wendepunkt des klassischen Piratenfilms angesehen wird, erscheint dieses Zitat. Dieser Piratenfilm, Der rote Korsar, beinhaltet überraschenderweise auch eine Art Luftschiff, hier ein normaler Heißluftballon. Der rote Korsar bündelte 1952 alle Facetten des Piratenfilms, stellte die Zirkushaftigkeit und die Künstlichkeit des Subgenres aber offen und selbstbewusst ins Zentrum, überspitzt alles durch den Heißluftballon und ähnliches. Es folgten Piratenfilme, die versuchten, dies nachzuahmen, andere wollten betont realistisch und düster sein. Das Genre jedoch erlebte nach diesem übertriebenen Spektakel seinen Niedergang, erst Fluch der Karibik kam zur Rettung. Fluch der Karibik nämlich verband, wie es Andreas Rauscher in seinem Aufsatz über den Piratenfilm in Meer im Film zusammenfasst, einerseits eine neoklassische Heldengeschichte, zentriert um Will Turner, andererseits den postmodernen Kommentar auf das Genre durch die Figur Jack Sparrow. Andersons Zitate beim Piratenfilm lassen die Hoffnung erahnen, einen ähnlichen Film wie Fluch der Karibik, nur im Universum der Musketiere, zu erschaffen. Dass er scheitert, mag vielleicht ein grundsätzliches Problem des Mantel-und-Degen-Films spiegeln. Denn obschon es unter den Piraten Edelmänner und Helden gibt, sie alle sind von einer wesentlich größeren räumlichen, ideologischen, moralischen, persönlichen Freiheit bestimmt wie es die treuen Diener des Bourbonen-Königs jemals sein könnten. Der rote Kosar konnte nur funktionieren, weil sein Held ambivalent und frech ist. Ohne diese Note in der Geschichte bleibt purer Zirkus, was auf die Dauer langweilt. Ein paar harmlose, oft lächerlich naive Sprüche des jungen D’Artagnans reichen da nicht aus. Und nach einem intelligenten, weil über alle Genreregeln Bescheid wissenden Kommentator wie Sparrow braucht man schon gar nicht Ausschau zu halten. Womöglich ist es aber nicht nur das Genre, das Schuld trägt, sondern doch das fehlende Gespür, die mangelnde Cleverness beim Spiel mit dem Genre beziehungsweise den Mut, den Weg bis zum Ende zu gehen. Was man nämlich zuhauf findet, sind die gleichen abgedroschenen Sätze, wie man sie in billigen Heldengeschichten so oft findet, nach dem Motto „Folge deinem Herzen!“.

Anders wie die Bearbeitungen des Musketier-Stoffs der letzten Jahre - die Disney-Variante Die drei Musketiere von 1993, die Variante The Musketeer mit Martial Arts-Einlagen von 2001 und der Blick auf die gealterten Musketiere in Der Mann in der eisernen Maske aus dem Jahr 1998 – verzichtet Die drei Musketiere auf eine Ausgestaltung der Figuren um sie als pure Genrestereotypen erscheinen zu lassen. Er ist aber nicht mutig genug, um diese dann auch auszustellen oder zu kommentieren, sondern baut die Geschichte dann trotzdem um die klassischen Helden herum. Diese müssen so jedoch farblos bleiben, vor allem auch, weil ihnen ausschließlich Plattitüden in den Mund gelegt werden. 3D und alles Spektakel hin oder her - auf eine solche vermeintliche Genreerneuerung kann man getrost verzichten und sieht sich lieber einen rundum gutgemachten klassischen Mantel-und-Degen-Film wie Der Mann in der eisernen Maske an.

Die drei Musketiere - Pressespiegel bei film-zeit.de




Die drei Musketiere / The Three Musketeers
R: Paul W. S. Anderson
B: Alex Litvak, Andrew Davies nach dem Roman von Alexandre Dumas
K: Glen MacPherson
D: Logan Lerman, Milla Jovovich, Luke Evans, Ray Stevenson, Matthew Macfadyen, Orlando Bloom, Christoph Waltz, Mads Mikkelsen, Juno Temple
Deutschland, Frankreich, Großbritannien 2011, 110 Min.
Constantin Film
Kinostart: 1.9.2011
FSK: 12

Fantasy Filmfest 2011: Yellow Sea

von Jo Bieber, am 31.8.11


Das Gelbe Meer, das Süd-Korea von China trennt, symbolisiert für viele die Tür zu einem neuen Leben, einem besseren. Auch Goo-nam (Jung-woo Ha), der Protagonist in Hong-Jin Nas existentialistischem Drama Yellow Sea wähnt seine letzte Chance in der Reise, er hat immense Schulden. Seine Frau ist in Korea, ihr Visum war teuer und er verspielt sein niedriges Gehalt regelmäßig beim Mah-Jong. Mr. Myun (Yun-seok Kim), die Spitze des organisierten Verbrechens in Yanbian, bietet ihm einen Deal an, er tötet einen Mann in Korea, dafür bezahlt Myun seine Schulden. Goo-nam ist kein Killer, aber er bricht auf nach Seoul, im Hinterkopf die Hoffnung, hier auch seine Frau wiederzufinden. Sorgfältig, sekundengenau plant er den Anschlag, aber als es soweit ist, kommen ihm andere zuvor, von Mr. Kim (Seong-Ha Cho) mit dem gleichen Mord beauftragt. Die Situation eskaliert und Goo-nam flieht, wird aber daraufhin von Mr.Myun, Mr. Kim und der Polizei gejagt. Yellow Sea ist nihilistisch und bitter und brutal, ohne Grenzen zwischen Gut und Böse.

Hong-Jin Na porträtiert die Charaktere und das elende Milieu, in dem sie leben, sehr präzise und authentisch. Die Stadt, trist und staubig, durchsetzt von Gewalt und Verbrechen - für die meisten hier bedeutet leben zu überleben. Goo-nam wohnt in einem kargen, dreckigen Apartment, das gerade die niedrigsten menschlichen Bedürfnisse erfüllt und sein selbstzerstörerisches, lethargisches Leben erkennen lässt.

Am Anfang des Films zeigt Mr. Myun Goo-nam zwei bissige Hunde. Die unmotivierte Aggressivität liegt nicht in der Natur der Tiere, aber sie sind abgerichtet, konditioniert und werden nur durch Leinen davon abgehalten, sich gegenseitig zu zerfleischen: „Do you want to live like these dogs?“ Der zynische Blick Nas offenbart sich, als es letztendlich doch Mr. Kim und Mr. Myun sind, deren Verhalten sich in dem der Hunde spiegelt. Anfangs zurückgehalten vom Band der Komplizenschaft, zerstören sie sich gegenseitig, sobald diese Verbindung durch einen Vertrauensbruch hinfällig geworden ist. Auf Goo-nam hingegen passt eine andere Geschichte. Er erzählt von seinem eigenen Hund, der sich mit Tollwut infizierte und unkontrolliert alle anfiel, die sich in seiner Nähe aufhielten. Als der Leichnam des Hundes aus seinem Grab befreit wurde, kehrte die Tollwut zurück und raffte weitere Leben hin. Durch die Virusinfektion des Hundes unterlag das Töten nicht seiner Kontrolle, genau wie die Gewalt Goo-nam kontrolliert, nicht er sie.


Goo-naam ist eine tragische Figur, heimatlos und allein, mit dem Rücken zur Wand. Er rennt und rennt und verliert dabei immer mehr. Der erste Mord geschieht mit einer ängstlichen Achtung vor seinem Opfer und dem Morden an sich. Je auswegloser seine Situation, desto skrupeloser und indifferenter wird und tötet Goo-nam. Der Überlebenskampf zwingt ihn zur Gewalt, da ist nichts Edles, Idealisiertes. Die Moralität des großen spiegelt die des kleinen Kriminellen und sei es, weil sie an der gleichen Stelle verwundbar sind und von der gleichen Angst gelenkt werden - die Wege kreuzen sich am ersten Tatort nur, weil Mr. Kim und Goo-nam beide den Treuebruch ihrer Geliebten fürchten.

Da in Yellow Sea keine Schusswaffen genutzt werden, erhält der Film eine ganz eigene, groteske Dimension von Körperlichkeit und Gewalt, ohne zu stilisieren. Getötet wird mithilfe von Messern, Äxten, den Fäusten - die Verwundbarkeit des Körpers steht im Vordergrund, seine Zerbrechlichkeit. Das Töten ist langwierig und archaisch, vor allem aber schmutzig. Der Körper wird beträchtlich zerstört, er wird gebrochen und entstellt. Opfer und Täter sind sich nah, müssen sich berühren und es steht nicht unmittelbar fest, wer wer ist.

Hier die Screening-Termine:

München / 03 SEPT / 14.15 UHR / CINEMA
Stuttgart / 06 SEPT / 21.15 UHR / METROPOL 2

Hier geht es zu unserer Gesamtberichterstattung des 25. Fantasy Filmfests.

Yellow Sea
R: Hong-Jin Na
D: Yun-Seok Kim, Jung-Woo Ha, Seong-Ha Cho
B: Hong-Jin Na
K: Lee Sung-je
Twentieth Century Fox of Germany, 157 min.
Südkorea, 2010



Bildmaterial: Fantasy Filmfest

Mannheim - Venedig oder: Die Modifikation

von Rüdiger Suchsland, am 31.8.11


Der heilige Marco Müller, die Akkreditierung für die Akkreditierung, chinesische Amour Fou in Paris und kostenlose Gondelfahrten.

Venedig-Blog, Folge 1

"We are sorry for the interruption. The screening will start as soon as possible." Erste Vorführung am ersten Tag - wir sind wieder in Venedig. Mitten im Trailer, der knalligen Lumière-Burleske, die im Auftrag des Festivalleiters Marco Müller eingefärbt und am Computer aufgepeppt wurde.
Genau gesagt ist es noch gar nicht der erste, sondern der vorerste Tag, der Tag "-1". Ein paar Pressevorführungen laufen schon, die ersten Gäste klappern mit ihren Rollkoffern über den Lido, beziehen die Appartements, die für knapp zwei Wochen Zuhause, Büro und Fluchtpunkt zugleich sein werden. Erst am Abend des nächsten Tages werden die Filmfestspiele von Venedig offiziell eröffnet - und alles hier vor Ort sagt uns, was für eine Frechheit es aber auch ist, einfach zu erwarten, dass hier über einen Tag vorher schon etwas funktionieren muss.
"Please take your seat. The screening is about to begin." sagt die warme, aber autoritäre Frauenstimme aus der Dose jetzt schon zum zweiten Mal, Lacher im Saal, denn das Licht geht nach 30 Sekunden wieder an. Es dauert 20 Minuten, dann erst beginnt die Vorstellung von Love and Bruises, der die Nebenreihe Giornate Degli Autori, international auch Venice Days genannt, eröffnet. Der Regisseur ist kein Geringerer als der Chinese Lou Ye, und man wundert sich ein bisschen, dass ein Film dieses Regisseurs in einer Nebenreihe läuft. Schließlich hat Lou Ye, Regisseur unter anderem von Suzhou River und Summer Palace und einer der interessantesten und besten Filmemacher Chinas, zuletzt in Cannes einen Drehbuch-Preis gewonnen; seine letzten drei Filme liefen im dortigen Wettbewerb.

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Love and Bruises hat schon mal vieles, was einen einnimmt: Er ist ein richtiger Paris-Film und handelt von Chinesen. Produziert wurde in Frankreich von Isabelle Glanchet (Why Not Productions). Es geht los mit einem Streit mitten auf der Straße: "Je t'aime plus" sagt ein französischer Enddreißiger im Anzug, "I loved you in Beijing. You are in Paris. You are free now." Die Frau, eine Chinesin, die vielleicht Ende 20 ist - "28" sagt sie später einmal, aber das muss ja nicht stimmen - oder auch Anfang 30, ist sichtbar erschüttert. Wie in Trance taumelt sie vom Ort der Niederlage... Über eine Brücke... Über einen Markt... Um dort einen weiteren Schlag zu bekommen - ein Balken, der von einem Marktarbeiter getragen wird, trifft sie unglücklich am Kopf, sie stürzt zu Boden. Der Arbeiter kümmert sich um sie und als er sieht, dass sie nur etwas benommen, aber nicht weiter verletzt ist, beginnt er sofort zu flirten. Er ist charmant, sie lässt sich zum Essen einladen. Er heißt Mathieu, sie heißt Hua. Als er sie nach Hause bringt, erwartet er eine Gegenleistung, als sie sich sträubt, kommt es an einem Maschendrahtzaun zu einem nicht sehr eindeutigen Sex, halb zieht er sie, halb sinkt sie hin. Dann aber geht sie mit ihm mit, und so ist alles eine Mischung aus sexueller Gewalt und Leidenschaft.
Mathieu und Hua sind zwar nicht ganz Seberg und Belmondo, aber diese sich nun entspinnende, wechselhafte Amour Fou erinnert doch eine Weile an Außer Atem. "Life's good" steht auf seiner großen Werbetafel. Aber Mathieu ist in Kleinkriminalität verwickelt, seine Freunde tendieren zu Rassismus und Frauenverachtung, er selbst spricht bald von Heirat, Kindern und davon, dass sie dann zuhause bleiben soll - "Your science is crap.", sie lacht nur und will doch nicht von ihm lassen. Viel mehr als Sex und Gespräche über Döner und Musik haben sie nicht gemeinsam, und man muss ihrem chinesischen Ex-Lover zustimmen, der sagt: "Er ist unter deinem Niveau."
So erzählt der Film über diese Story einer chinesischen Akademikerin und eines französischen Arbeiters noch viel mehr: Von Liebe, die nur Sex ist, von Klassenkonflikten und Milieus, von kultureller Differenz. "What's Chinese for you?" fragt Hua einen ihrer Professoren.

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Und es geht um Politik: "The fight continues" sagt einer von Huas Professoren in der Vorlesung, erzählt von Frauenemanzipation in den 60ern. Darüber legt Lou Ye dann pathetische Streicher-Musik, voller Ernst und Heißblut. Irgendwann ist Hua dann zurück in China. Dort arbeitet sie als Dolmetscherin für eine französische Journalistin. Und wir hören folgendem Dialog zu: "Gibt es eine Opposition in China?" - "Das ist eine typisch westliche Frage. … Ich bin kein Dissident. Ich habe eine andere Meinung. … Demokratie ist ein Lernprozess. … Automatisches Vergnügen ist kein echtes Vergnügen. Das sieht man an den Olympischen Spielen." Klarer in seinen politischen Aussagen kann ein chinesischer Film nicht sein. Auch was ihr ein Vorgesetzter sagt, als sie sich entschließt, in China zu bleiben, ist ein klares Statement: "We need people like you, Comrade Hua. Contribute building your country." Das ernste Leben ist besser, als die Flucht in die Spaßgesellschaft. Und in China ist das Leben ernst.

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Momente wie diese dürften der Grund sein, warum der Film nicht im Hauptwettbewerb läuft, den Marco Müller lieber Staatstragendem vorbehält. Müller ist bekanntlich Chinesenversteher. ganz wörtlich gemeint, denn er spricht angeblich 17 (oder waren es 18) chinesische Dialekte. Aber ganz so wörtlich ist das sowieso nicht gemeint, eher metaphorisch, so wie man über einen mittelalterlichen Heiligen schon mal sagte, er könne die Stimmen der Tiere verstehen. Müller muss so ein Heiliger sein. Und wie man diese nicht versteht, wenn sie mit den Tieren reden, so versteht man eben auch Müller manchmal nicht.

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Noch einmal ist Hua in Frankreich, in Arras in einer Arbeitersiedlung aus dem 19. Jahrhundert, die, mit Kohleberg gleich daneben, direkt aus Germinal stammen könnte. Sie besucht Mathieu, weiß aber schon, dass sie den Chinesen heiraten wird, der sie füttert, sich um ihren Vitaminhaushalt sorgt, und verspricht "Keine Lügen." Im Gegensatz zu Mathieu, der ihr sogar seine erste Ehe vorenthielt. Und da setzt die Männersolidarität ein: "You are getting married and you are here? You are a real bitch" sagt Mathieu.
Die schlechthin großartige (Hand-)Kamera von Yu Lik Wai - der auch selbst Regisseur ist, und viel für Jia Zhang-ke arbeitet, fängt das alles in leichten, luftigen Bildern ein. Sie fliegt und fließt ein ums andere Mal, mitunter gehen Paris und Peking ineinander über, und auch sonst herrscht in diesem tollen Film ein wunderbarer Fragmentarismus, eine experimentelle Grundhaltung. Wenigen gelingt diese Art flirrenden Kinos so gut, wie Lou Ye.

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Wir sind wieder in Venedig. Die Menschen sind braungebrannt, die Frauen (und manche Männer) leicht bekleidet. Das Wetter herrlich, so schwül, dass es sogar den Mücken zu anstrengend ist. Das ist auch körperlich eine ziemliche Umstellung denn nur einen Tag zurück lag der kalte deutsche Regensommer. Für die Filmauswahlsichtung fürs Festival Mannheim Heidelberg, die vergangene Woche stattfand, war das ganz passend. Und dann wurde mit zwölfstündiger Zugfahrt alles anders. Ein Wandel der Welt, die über München und Villach immer verschlampter und lockerer wurde - oder soll man sagen: südlicher? - bis zu dem Moment, wo wir in Venedig Mestre ausstiegen, und kein Zug mehr in die Stadt fuhr, auch kein Bus, sondern nur Taxen, die groteske 25 Euro für die kurze Fahrt wollten. Und dann, als wir uns gerade breitschlagen ließen, das zu bezahlen, kam ein Bus, unfahrplanmäßig, eben italienisch aus dem Nichts. Der Fahrer wollte noch nicht einmal Geld, drängelte nur zur Eile und fuhr uns in fünf Minuten zur Piazzale Roma. Dort tuckerte dann die Nachtgondel eine Dreiviertelstunde lang durch ein wunderschön verschlafenes nächtliches Venedig.

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Vor dem Film kam der Trailer der Giornate. Gesponsort hat die Firma "Luce", also sieht man zur Musik von Battle of Algiers (von Morricone) alte Schwarzweißaufnahmen: Der junge Bertolucci, ein Fußballspiel, ein Filmset. Schön. Unklar. Eindrucksvoll.

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Wenn man seine Akkreditierung will, und nicht die ausgedruckte Bestätigungsmail vorweisen kann, muss man sich bevor man den Palazzo des Festival betritt, einen Ein-Tages-Pass abholen. Also eine Akkreditierung für das Abholen der Akkreditierung.

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Alles scheint also wie es war, aber nichts ist, wie es gerade noch war. Eine Modifikation des ganzen Leben. Warum schreibe ich hier eigentlich? Und vor allem: Für wen? Natürlich für die, die nicht da sind, sondern weit weg. Für die, die ganz nahe sind. Für Freunde. Für Filmemacher. Auch für die Kollegen. Für Josef Schnelle, der hier ist, und nicht mehr genannt werden will. Für Michael Althen, der leider nie mehr hier sein wird, und doch nicht wegzudenken ist. Für die, die es lesen, und für die, die es nicht lesen, für die, die mir daraufhin Mails schreiben, für die, die anderen Mails schreiben, für die, die sich über die Texte freuen und für die, die sich über sie aufregen.
In diesem Sinne: Have fun! Denn wie der gute alte Münchner Kollege Bodo Fründt neulich ganz wunderbar formuliert hat: Ein Filmfestival muss vor allem Spaß machen.


Hier lesen Sie alle Berichte von Rüdiger Suchsland aus Venedig.



Bild-Copyright: Wild Bunch

Kandidaten für den Auslandsoscar aus Rumänien, Österreich, Griechenland und Marokko

von Regina Joos, am 31.8.11

Erst seit 1957 gibt es bei der jährlichen Oscar-Verleihung in Hollywood die Auszeichnung Bester nicht-englischsprachiger Film. Den ersten Auslandsoscar bekam Italien für Frederico Fellinis La Strada – Das Lied der Straße und hat bisher gleichzeitig die meisten erhalten, dicht gefolgt von Frankreich und Spanien auf Platz 3. Deutschland bekam die Auszeichnung das erste Mal 1980 für Die Blechtrommel von Volker Schlöndorf.

Letztes Jahr erhielt Dänemark die Trophäe in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film. Regisseurin Susanne Bier nahm den Preis für In einer besseren Welt in Hollywood entgegen.

Auch für die nächsten Academy Awards beginnen bereits die Bewerbungen für den Auslandsoscar. Nachdem Agnieszka Holland In Darkness für Polen angemeldet hat (hier erfahrt Ihr mehr), kommen immer mehr Länder hinzu. So versucht Griechenland mit Attenberg von Athina Rachel Tsangari sein Glück - die Coming-of-Age-Geschichte wurde von Giorgos Lanthimos produziert, der im Vorjahr mit Dogtooth immerhin zu einer Nominierung kam. Attenberg wurde auf diversen Festivals herumgereicht und prämiert, in Venedig gewann Darstellerin Ariane Labed im Vorjahr die Coppa Volpi.

Rumäniens Entscheidung fiel auf Marian Crisans Morgen. Der Film erzählt die Geschichte eines Wachmanns, der einen nach Westen fliehenden Mann aufliest. Hierzu könnt Ihr Euch Ciprian Davids Kritik zu Morgen zu Gemüte führen und Euch vorab ein Bild machen. Marokko meldete die französische Produktion Omar m'a tuer von Roschdy Zem an, während Österreich das Drama Atmen von Karl Markovics wählte. Hierbei lobte die österreichische Jury vor allem die "schlichten und eindrucksvollen, präzisen Bilder" des Films. Atmen ist Markovics Regiedebüt und gewann bereits den Hauptpreis beim Sarajevo Film Festival sowie den Preis als bester europäischer Beitrag in Cannes dieses Jahr. Außerdem wird es Markovics zweiter Besuch der Oscars sein. 2008 wurde Stefan Ruzowitzkys Die Fälscher mit dem Auslandsoscar ausgezeichnet, Markovics spielte dort die Hauptrolle.

Welche Länder sich noch anmelden, bleibt mit Spannung abzuwarten. Die Oscar-Verleihung 2011 findet am 26. Februar 2012 statt.

Text: NEGATIV / Bildmaterial: cinefundas.com / Quellen: Blickpunkt:Film, orf.at, detektor.fm

Wiesbaden: Erinnerung an Peter Schamoni im Murnau-Filmtheater

von Cassandra Heinrich, am 31.8.11

Foto: © Marburger Kamerapreis
Das Murnau-Filmtheater in Wiesbaden würdigt seit Mitte Juli den deutschen Regisseur Peter Schamoni in der Filmreihe: In memoriam Peter Schamoni.

Schamoni war Mitautor des Oberhausener Manifests und prägte das Aufkommen des deutschen Films. Bekannt wurde er vor allem für den Kultfilm Zur Sache, Schätzchen. In seiner Laufbahn drehte er zahlreiche Filme, darunter vor allem Künstlerbiografien und Filme über historische Persönlichkeiten. Der Künstler, der es Schamoni vor allem anderen angetan hatte war Max Ernst, über den er mehrere Filme drehte. 1991 entstand zum hundertsten Geburtstag des Künstlers Max Ernst – Mein Vagabundieren, Meine Unruhe. Die Biografie bildet auf einzigartige Weise sowohl die Person als auch deren Werk ab. Sie zeigt die faszinierenden Stationen des Künstlerlebens von Max Ernst von der aufrührerischen DADA-Zeit in Köln, über die Surrealisten in Paris bis zum Aufenthalt bei den Hopi-Indianern. Weiter Künstler, die Schamoni abbildete, waren Hundertwasser (Hundertwassers Regentag), Caspar David Friedrich (Caspar David Friedrich - Grenzen der Zeit), Niki de Saint Phalle (Niki de Saint Phalle: Wer ist das Monster - du oder ich?) und Fernando Botero, dem sich das letzte Werk des Regisseurs widmete. In Botero - Geboren in Medellin sehen wir die Entwicklung der Karriere des Künstlers. Vom Anfang, als der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Kolumbianer seine Zeit damit verbrachte, um Anerkennung zu kämpfen, bis zur Gegenwart, in der er zu den wichtigsten Künstlern unserer Zeit gezählt wird. 40 Jahre lang kannte Schamoni Botero und vermag dem Zuschauer dadurch tiefe Einblicke in die Welt des Künstlers vermitteln.

Schamoni starb am 14. Juni 2011. NEGATIV widmete dem Filmemacher eine besondere Art des Nachrufs in einem Gespräch mit Norbert Grob, welches Ihr hier findet.


Die verbleibenden Kinotermine der Filmreihe In memoriam Peter Schamoni sind:

Freitag 09.09. um 18 Uhr: Max Ernst - Mein Vagabundieren, Meine Unruhe

Mittwoch 14.09. um 18 Uhr: Max Ernst - Mein Vagabundieren, Meine Unruhe

Freitag 16.09. um 20 Uhr: Botero – Geboren in Medellin

Fantasy Filmfest 2011 - Attack the Block

von Dennis Vetter, am 31.8.11


Auch nach rund 50 Jahren zeigt das zeitgenössische britische Kino mit Filmen wie Trainspotting (1996, R: Danny Boyle), The Full Monty (1997, R: Pater Cattaneo), Ratcatcher (1999, R: Lynne Ramsay), This is England (2006, R: Shane Meadows) oder jüngst dem hervorragenden Tyrannosaur (2011, R: Paddy Considine) noch immer sehr deutlich seinen starken Bezug zu den Einflüssen des British New Wave Cinema der 50er und 60er Jahre. Realitätsnahe Dramen scheinen beim dortigen Publikum zeitlos populär zu sein und setzen sich regelmäßig und intensiv mit sozialen Problempunkten auseinander. Jugendkriminalität, mangelnde Bildung, Armut, Gewalteskalation, Drogenmissbrauch - die angesprochenen Themen stehen ihren filmischen Umsetzungen in puncto Pessimismus oftmals in nichts nach. Bei aller Kritik am Immergleichen, die derzeit gerne geäußert wird, an wiederkehrenden Charaktertypen und Settings: Intensiv und gekonnt inszeniert sind die Geschichten dabei im Großteil aller Fälle. Das trifft auch auf Attack the Block zu. Doch hier ist alles anders. Wo er in dieser Tradition anzuordnen ist, ist schwer zu sagen, obwohl hier ein weiteres Mal der Bezug offensichtlich ist.

Vermutlich irgendwo hinter dem zweiten Stern rechts...

Denn bei allem, was folgen wird, ist nicht abzustreiten: Immer wieder kokettiert der Film ganz klar mit oben genannten Dramen. Er begleitet eine Gang von Jugendlichen in der Londoner Vorstadt, die sich ihre Zeit mit kleinen Überfällen vertreibt und alles andere als sympathisch erscheint. Hoodies, wie sie Lida Bach in ihrer Rezension zu F beschreibt. Einige Momente tut er dies sogar sehr ernsthaft. Doch bereits der anfängliche Blick in den Sternenhimmel hat es angedeutet: Nach rund 10 Filmminuten zeigt ein einschlagender Meteor den Standards des britischen Arthauskinos auf sehr erfrischende Weise den Mittelfinger und rüttelt den sozialen Brennpunkt ganz unverblümt mit einer Alieninvasion sowie einer ganzen Armada von Genrezitaten auf. Keine Gefangenen!

Das kleine, garstige Wesen, was dem Himmelskörper entsteigt, erinnert wohl an eine Kreuzung von E.T. mit den Critters und bringt die Jungs, die gerade brutal eine Frau ausrauben und schikanieren, nicht nur aus dem Konzept, sondern scheint auch Streit zu suchen. Ein gestandener Gangster lässt eine Bisswunde im Gesicht jedoch natürlich nicht auf sich sitzen und so haucht der kleine Außerirdische nach einem ziemlich unterhaltsamen Schlagabtausch gegen die Halbstarken seinen letzten Atem aus. Die Trophäe – das Wesen ist kindergroß und baumelt leblos und ziemlich demotiviert von einem Rucksack der Truppe – wird erst einmal den Mädels gezeigt und anschließend im Drogenlager des örtlichen Gangsterbosses Hi-Hatz (Jumayn Hunter) verstaut. Die Freude von Moses (John Boyega), seines Zeichens Anführer der jugendlichen Heldenbande, über den Triumph und den neu gewonnenen Job als Dealer währt jedoch nur kurz. Denn um Rache zu nehmen, treffen bald einige deutlich unangenehmere Zeitgenossen ein...


Attack the Block ist prall gefüllt mit urkomischen Momenten und braucht Szene für Szene niemals lange, um auf den Punkt zu kommen. Etwa wenn Hi-Hatz nach seiner ersten unheimlichen Begegnung mit der dritten Art zwei Schergen zu sich ruft, diese ins Auto beordert und mit diesen zu lautem Rap-Sound auf einer viel zu kleinen Straße losprescht, um abzurechnen – während diese sich völlig überfordert erst einmal zur Sicherheit anschnallen. Genauer gesagt kommt der Film mit seinen skurrilen Situationen nicht nur zum Punkt, sondern gleich auf mehrere, die größtenteils hervorragend miteinander kombiniert sind. So bleibt die Geschichte bei aller Liebe zur Übertreibung ganz bewusst in ihrem sozialen Milieu verhaftet und zeichnet beispielsweise ein recht entlarvendes Bild von einer Gangster-Kultur, die letztlich gar nichts mit ihren großen Vorbildern aus den USA zu tun hat, sondern nicht einmal über den eigenen Wohnblock zu blicken vermag. Durch die Begrenzung der Alieninvasion auf eine Nacht und das winzige Umfeld eines einzelnen Viertels bzw. einen einzelnen Wohnblock – weder die Polizei noch andere Passanten bemerken etwas – gelingt es Regisseur Joe Cornish in seinem eindrucksvollen Debüt zwischen einigen comichaft unappetitlichen Sci-Fi Splatterszenen immer noch eine funktionierende Jugendgeschichte zu erzählen, in der einerseits emotionale Substanz, andererseits ein herrlich ironischer und doch deutlicher und ernstgemeinter Gesellschaftskommentar durchschimmern. Die Läuterung der Kleinkriminellen und deren Rückbesinnung auf abenteuerlustige Miniatur-Helden, die ihre Missetaten bereuen und mit Mut und vollem Körpereinsatz wieder gut machen wollen, mag dabei etwas übertrieben moralisch daherkommen. Sie nimmt sich aber zum Glück nie zu ernst. Dafür sorgen nicht nur die überraschend aufwendig designten und dabei unerwartet bösartigen Alien-Monster-Werwolf-Affen, sondern auch eine sehr abwechslungsreiche, temporeiche Inszenierung, die beinahe ohne Längen auskommt. Auch freut man sich über eine für britische Verhältnisse tatsächlich sehr optimistische Auflösung, die zwar Probleme nicht unter den Tisch kehrt, aber verspielt ad absurdum führt. Und natürlich über ein Schauspielerensemble, das so manchen Glücksgriff aufweist. Etwa Boyega, der den zentralen Charakter Moses gibt, oder natürlich den stets großartigen Nick Frost als Vollzeit-Dealer, der mit Unterstützung von Luke Treadaway Slackertum, Gangster-Getue und Oxford-Überheblichkeit wohl kaum spaßiger durch den Kakao ziehen könnte.

Was bei dem Film letztlich als wohl spannendste Frage offen bleibt, ist die nach seinem Zielpublikum. Während einige Momente der kurzweiligen Sci-Fi-Horrorgeschichte in ihrer Verspieltheit beinahe an die Goonies erinnern, sind Gewaltgrad und Bodycount doch erstaunlich hoch und das Ganze ist selbst bei kindlichen Opfern recht plastisch ausgefallen. Dieses Spagat ist nur ein Element, das auf eine gewisse Mehrdeutigkeit hinweist, die sich hier nie abstreiten lässt. So werden neben den handfesten Actionszenen auch die kleinen Dramen um die Figuren immer wieder recht gekonnt auf eine sehr erwachsene, mehrdeutige Ebene gehoben und die Jugendlichen so nicht nur als vollwertige Draufgänger in echter Lebensgefahr präsentiert, sondern als ernstzunehemende Charaktere auch gekonnt im Rahmen ihrer sozialen Bezüge und Elternhäuser verankert. Alleine die Tatsache, dass die Jugendlichen mitsamt ihres Opfers und des angesprochenen Drogenhändlers allesamt in dem gleichen Haus Leben, dass ihre gleichgütligen oder zerbrochenen Familien aber keinerlei Interesse am Geschehen zeigen, spricht bereits Bände.

So ernst wie seine Figuren nimmt die Komödie glücklicherweise auch das junge wie alte Publikum, das permanent mit vollem Einsatz und vielen liebevoll umgesetzten Ideen befeuert wird. Cornish, auf dessen weitere Filme man wohl sehr gespannt sein sollte, liefert einen hervorragend inszenierten, augenzwinkernden Sci-Fi Rundumschlag mit handfesten Horrorszenen und eine kleine aber feine Coming-of-Age-Geschichte mit reichlich Wortwitz und hervorragendem Gespür für ihre Figuren. Die bereits als Kultfilm gehandelte Komödie erweist sich als gut gewählter Abschlussfilm des Fantasy Filmfests und wird bei ihrem Kinostart am 22. September sicherlich einschlagen, wie ein Komet - so viel Kalauer muss am Ende dieses Artikels nun einfach sein.

Hier die Fantasy Filmfest Screening-Termine:

F / 31 AUG / 21.30 UHR / METROPOLIS 6
K / 31 AUG / 21.30 UHR / CINEDOM 9
N / 01 SEPT / 21.30 UHR / CINECITTA' 3
M / 07 SEPT / 21.30 UHR / CINEMA
S / 07 SEPT / 21.30 UHR / METROPOL 1

Hier geht es zur Gesamtberichterstattung des 25. Fantasy Filmfests.

Attack the Block
R&B: Joe Cornish
K: Thomas Townend
D: Nick Frost, Jodie Whittaker, Luke Treadaway, John Boyega, Alex Esmail, Jumayn Hunter
GB, 2011, 88 Min.
Wild Bunch Germany / Capelight Pictures
Kinostart: 22.09.2011
FSK 16



Bildmaterial: Fantasy Filmfest

Jack in Love

von Dennis Vetter, am 31.8.11



Jack geht Boot Fahren: an sich so einfach, für besagten Jungesellen jedoch eine schier unüberwindbare Aufgabe, verbunden mit Selbstüberwindung, einer riesen Portion Mut, mit dem Kampf für die eigene Zukunft und mit der leisen Hoffnung auf Liebe. Den Weg von Jack, seines Zeichens Limousinenfahrer in New York, bis hin zum dafür notwendigen See erzählt Philip Seymour Hoffmann in einem leisen Film, der im Gegensatz zu seiner ebenso leisen Hauptfigur irgendwie unerwartet schlank daherkommt. Scheinbar völlig frei von dem dramaturgisch aufgeblasenen Balast, der viele Liebesgeschichten so künstlich und uninteressant wirken lässt, lebt diese Bühnenadaption von ihren Figuren, die sie mit viel Ruhe und Sorgfalt in Szene setzt, authentisch und in meist wenig bedeutsamen Momenten, dabei allerdings ohne bühnenhaft zu wirken. Meist verzichtet die Erzählung erfolgreich auf gängige Muster und Standardsituationen von 08/15-Beziehungswirren und präsentiert ein abwechslungsreiches Portfolio von Situationen, die Gefühle nicht erzwingen und ausschlachten, sondern in denen sie oft wie versehentlich oder beiläufig hervorbrechen, in fast jedem Fall äußerst gemächlich. Wie Jack, subtil gespielt von Hoffman selbst, ist Jack Goes Boating - der deutsche Titel ist induskutabel platt - in erster Linie auf direkte Nachvollziehbarkeit ausgelegt und alles andere als verkopft, in vielen Situationen auf entwaffnende Art und Weise rührend, durchweg emotional, sehr verspielt und daher regelmäßig überaus humorvoll.

Doch was sagt schon eine Reihung von Adjektiven aus? Insbesondere Bühnenstücke leben von ihrer Einzigartigkeit, davon, dass jede Aufführung vergänglich und nicht mehr rekonstruierbar ist. Jede einzelne gestaltet sich sehr unterschiedlich, je nach Tagesform der Schauspieler, Bühnenbild, Akkustik, Atmosphäre der Spielstätte und vielem mehr. In Anbetracht der Wiederholbarkeit eines Films wird häufig vergessen, dass analog auch der der Zuschauer ein menschliches Wesen ist. Er ist derjenige, der bei jedem Sehen in einer anderen Stimmung und Lage ist, somit die Wirkung eines Films bei jedem Sehen neu mitgestaltet – auch hier versagt also die rein subjektive Beschreibung eines Films, insbesondere in der reduzierten Form eines Textes, nur zu gerne. Betrachtet man ein und denselben Film nach Wochen, Monaten oder gar Jahren nochmals, so ist die Wirkung, die sich einstellt mindestens zu gewissen Teilen ein Spiegel der Person vor der Leinwand oder vor dem Bildschirm.

Einige Filme schaffen es, den Einfluss des Zuschauers zu reduzieren, indem sie ihm keine Lücken lassen, ihn überwältigen, sie wollen keine Reflektion sondern sie wollen ihren Zweck erfüllen, reduzieren ihre Gestaltung weg von Bedeutungsaufladung nur auf einen gewünschten emotionalen Effekt hin – insbesondere das Hollywood-Kino hat diese Strategie perfektioniert. Es soll dort zumeist nicht darum gehen, einen Film immer wieder anders erleben zu können, sondern vielmehr um einen kalkulierten Effekt. Ebenso wie bei 3D-Darstellungen die Schärfenverlagerungen vorgegeben werden, steuert das Blockbusterkino mit unsichtbarem Schnitt und Manipulationsmechanismen wie Musik oder Special Effects unsere emotionale oder oftmals nur noch affektive Wahrnehmung – Michael Bay’s Transformers 3 wurde bereits an mehreren Stellen als Kino begriffen, das schön längst jeden Sinngehalt hinter sich gelassen hat und emotional oder logisch längst nicht mehr zu funktionieren braucht.



Jack Goes Boating hingegen gehört zu den Filmen, die Reflektion nicht vermeiden möchten, die viel Freiraum für den Menschen im Spiegel des Kinos bieten, die Gefühle zwar thematisieren und dezent in eine Richtung leiten, es aber ebenso vom Zuschauer verlangen, sich emotional zum Gesehenen zu positionieren. Der Film lässt in seiner zurückgenommenen, unaufdringlichen Erzählweise und mit einem Protagonisten, der sich kaum auszudrücken weiß, manchmal nur verlegen vor sich hin räuspert, bewusst Raum, um über das Gezeigte nachzudenken, sich emotional damit auseinanderzusetzen – oder sogar, erst die passenden Emotionen in sich selbst zu finden. Jack Goes Boating fragt an vielen Stellen: Wie würde ich regieren? Exakt dadurch, dass Jack sich dann oftmals dieser eingefahrenen Denkweise verweigert, gewinnt der Film seine erfrischende, tief rührende Wirkung. Hoffman verleiht Jack im Vergleich zu seinen teils sehr exzentrischen Performances eine unerwartete Unauffälligkeit, Introvertiertheit und gleichermaßen eine Art Hypersensibilität, die einen Glauben lässt, der etwas einfach gestrickte Reggae-Fan könnte jeden Moment unter dem emotionalen Druck der Welt zerbrechen. Seine gesamte Psychologisierung scheint von seiner starken Gefühlswelt getragen zu sein, die dem Zuschauer letztlich ein Gespür für eben diese Emotionalität abverlangt, wenn er sich mit dem Geschehen auseinandersetzen will.

Glücklicherweise sind nicht nur Jack, sondern alle Figuren, die seine überschaubare Welt bevölkern, vielschichtig genug gezeichnet um das nötige Interesse im Zuschauer anzuregen, das die Grundlage darstellt, um sich letztlich emotional einzulassen. Neben Jack spielt vor allem das befreundete Pärchen Clyde (John Ortiz) und Lucy (Daphne Rubin-Vega) eine zentrale Rolle, das ihm einerseits als sozialer Bezugspunkt dient, das aber andererseits auch einen deutlichen Verweis auf die Arbeiterschicht in New York im Spannungsfeld von verlorenem Selbstbewusstsein, Statussymbolen und überbewertetem Ehrgeiz liefert. Teils ist dieser Kommentar recht zynisch, in jedem Fall überaus spannend und entlarvend. Dann ist da natürlich noch Connie (sehr bewegend: Amy Ryan), die Jack erst auf den Gedanken bringt, gemeinsam Boot zu fahren, Kochen zu lernen und sein Leben so letztlich in eine positive Richtung zu lenken.

Zentral bleibt jedoch stets Jack. Obwohl er in seiner scheinbaren Lethargie oftmals als recht passive Projektionsfläche erscheint, erweist er sich letztlich als sehr markanter Charakter, auch als sonderbares Element der Komik. Durch seine Tendenz zur Nervosität und übertriebenen Emotionalität, aber auch durch seinen beinahe autistisch wirkenden Hang, Dinge die ihm wichtig sind, bis zur Perfektion zu treiben, bringt er wiederholt ein angenehmes Chaos und viele kleine, prickelnde Spannungskurven in die sozialen Sturkturen, die ihn und seine Freunde umgeben. Standardsituationen eskalieren so immer wieder, manchmal fatal, beruhigen sich wieder, spielen mit Erwartungshaltungen – oder sie entwickeln sich durch die Verweigerung von Dialog gar nicht erst in eine auf den ersten Blick verständliche Richtung.



Wie es Ciprian David hier bereits sehr gelungen auf den Punkt brachte, ist Jack Goes Boating nicht zu sehr in seinen Wurzeln als Off-Broadway Stück verhaftet, sondern von Regisseur und Hauptdarsteller Hoffmann sowie John Ortiz mit viel Liebe und Routine für die Leinwand adaptiert. Für die Umsetzung des Films nutzte das Gespann filmische Mittel sehr überzeugend und schafft eine reichhaltig bebilderte Welt, die immer wieder in ruhigen, auch oft ulkigen Momenten innehält, um mit uns ein wenig zu spielen und uns herausfordernd zu bitten, dem Geschehen doch bitte weiterhin mit unserem verstand und Herzen zu folgen. Es ist eine seltene Qualität, dass ein Film den Zuschauer gleichermaßen ernst nimmt und ihn dabei so umfangreich wie hier auch direkt in seiner Konzeption miteinbezieht. Entsprechend dieser inszenatorischen Ausgewogenheit stellt auch der Soundtrack des Films eine sehr bewusste Wahl dar und liefert mit Bands wie Fleet Foxes, Grizzly Bear, Cat Power, Goldfrapp oder DeVotchKa einen ambivalenten und reifen Grundton, der sich auf eine zu deutliche Gefühlslage oder sogar die Provokation von Kitsch, also einem Übermaß an Gefühl, nie einlässt.

Umso weniger würde dies passen, da die Geschichte zum Ende hin zwar kein pessimistisches, aber nennen wir es ein zweifelndes Bild von Beziehungen im Allgemeinen entwickelt. Denn während Jack und Connie immer weiter zueinander finden, spiegeln sich Sorgen und Nöte einer lange andauernden Beziehung in der auseinanderbrechenden Welt des befreundeten Pärchens wider. Gerade Jacks Figur regt dabei letztlich die Frage an, ob Liebe und Partnerschaft in einer ökonomisch dominierten Welt nur noch funktionieren können, wenn man fähig – oder begrenzt – genug ist, alle äußeren Umstände auszublenden und nur seinem Gegenüber in die Augen zu blicken. Ob nun eine Alternative funktionieren kann, oder nicht, ob Jack und Connie ihre einfachen Träume von Zweisamkeit und Treue erfüllen können, bleibt offen. Dem Zuschauer bietet Philip Seymour Hoffman für den tiefen Blick in den Spiegel seines Films jedoch die Gewissheit einiger wunderschöner Momente – und diese machen das Leben doch letztlich lebenswert.


Jack in Love / Jack Goes Boating
R: Philip Seymour Hoffman
B: Bob Glaudini
K: Mott Hupfel
D: Philip Seymour Hoffman, Amy Ryan, John Ortiz, Daphne Rubin-Vega
USA, 2010, 86 Min.
Alamonde
Veröffentlichungsdatum: 08.07.2011
Bildformat: 16:9 – 1.85:1
Sprache: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Extras: - Interview mit Philip Seymour Hoffman (Jack); Interview mit John Ortiz (Clyde); Interview mit Amy Ryan (Connie); Interview mit Thomas McCarthy (Dr. Bob); Interview mit Bob Glaudini (Drehbuch); Trailer
FSK 12

Al Pacinos Wilde Salome - erster Trailer

von Sabrina Schambeck, am 31.8.11

2006 konnte man Al Pacino im Wadsworth Theater in Los Angeles in Oscar Wildes Salomé sehen. Er spielte die Rolle des King Herod, den er bereits zwei Jahre zuvor am Broadway verkörpert hatte. Während der Proben wurden die Schauspieler von einem Kamerateam begleitet, das versuchte, so viel wie möglich aufzunehmen. Die Aufnahmen waren für Al Pacinos Dokumentation über den irischen Autor und sein berühmtes Bühnendrama bestimmt. Jetzt, fünf Jahre später, wird das Doku-Drama Wilde Salome der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Film erforscht Pacinos Leidenschaft für das Oscar Wilde-Stück Salomé und bietet einen intimen Einblick in die Welt des großartigen Schauspielers. Es ist eine Geschichte über sexuelle Begierde, Habgier und Gewalt, die mit sehr ehrlichen Momente schockiert.

In seinem Werk spielt Pacino gleich zwei anspruchsvolle Rollen, sich selbst und King Herod. Neben dem Oscar-Gewinner werden Jessica Chastain als Salome und Kevin Anderson als Baptist John zu sehen sein.

Seine Premiere wird Wilde Salome am 4. September bei den Filmfestspielen von Venedig haben, die in dieser Woche beginnen. Ob es einen Kinostart geben wird, ist bisher aber noch nicht bekannt. Hier könnt Ihr Euch den außergewöhnlichen Trailer ansehen!


Bild: Thomas Schulz

Titanic: Blood and Steel - BBC dreht 28 Mio. Dollar Serie über Schiffskatastrophe

von Cassandra Heinrich, am 31.8.11

Die Titanic am 10. April 1912 vor Southampton
In Belfast starteten kürzlich die Dreharbeiten zu Titanic: Blood and Steel, einer 12 teiligen TV-Miniserie. Regie führt Ciaran Donnelly, der bereits mehrere erfolgreiche TV-Serien produzierte, wie etwa The Tudors. Geschrieben wurde das Ganze unter anderem von Matthew Faulk, Mark Skeet, Francesca Brill und Alan Whiting. Die britische Serie wurde von BBC in Auftrag gegeben, für den Dreh stehen 28 Millionen Dollar zu Verfügung.

Titanic: Blood and Steel erzählt die Geschichte des Meereskolosses von Anfang an. Das heißt sie fokussiert vor allem den Bau des Schiffes in Belfast zu Beginn des 20. Jahrhunderts, während der Regentschaft Eduards des VII und vor dem Nahen der Revolution.

Kevin Zegers wird Mark Muir spielen, den Metallurgen des Schiffsprojektes. Dieser entdeckte potenzielle Sicherheitslücken in der Form von Mängeln in der Qualität des Metalls, welches für den Bau verwendet wurde.

Für andere tragende Rollen befinden sich jetzt Chris Noth, Derek Jacobi und Neve Campbell in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Produktionsfirma De Angelis Group. Noth ist für die Rolle des Geldgebers des Schiffsbaus, J.P. Morgan, vorgesehen. Jacobi wird voraussichtlich Lord William Pirrie spielen, Vorsitzender des Unternehmens, das den Unglücks-Dampfer gebaut hat. Campell soll als Reporterin zu sehen sein, die die Jungfernfahrt der Titanic begleitete.

Die Miniserie soll noch 2012 raus kommen, also 100 Jahre nach der Katastrophe, ebenso wie ein weiteres Projekt.  Produzent Simon Vaughn plant die 4-teilige TV-Miniserie Titanic, die eine internationale Produktion des ABC ist.

Text: NEGATIV / Quelle: Deadline / Bild: F. G. O. Stuart

Tim Fehlbaums Hell – neue Filmausschnitte

von Cassandra Heinrich, am 31.8.11


Am 22. September kommt Tim Fehlbaums Hell in die deutschen Kinos. Vor Kinostart steht noch die Kinotour mit Regisseur Fehlbaum und je nach Termin einigen der Hauptdarsteller an. Infos zu den Vorstellungen die vom 16. bis zum 19. September stattfinden findet ihr hier. Jetzt erschien neues Bildmaterial zum Film, das ihr euch unten ansehen könnt.

Der Sciencefiction-Film spielt in Deutschland im Jahr 2016. In wenigen Jahren hat sich das Erdklima so verändert, dass das Leben auf dem gesamten Erdball drastisch geändert hat. Die wenigen Menschen, die überlebt haben, kämpfen täglich ums Überleben. Marie (Hannah Herzsprung), ihre kleine Schwester Leonie (Lisa Vicari) und Phillip (Lars Eidinger) sind in einem abgedunkelten Auto auf dem Weg ins Gebirge, wo es Wasser geben soll. Sie treffen Tom (Stipe Erceg), den sie mitnehmen. Ohne Vorwarnung geraten die vier auf dem Weg in einen Hinterhalt und müssen um ihr Überleben kämpfen, nicht wissend, was die vermummten Gestalten eigentlich vorhaben.

Infos zum Film finden sich auf NEGATIV reichlich, unter anderem eine Rezension, ein Teaser und der Trailer.





Copyright Bild- unf Filmmaterial: Paramount

Shanghai – Video-Interviews mit John Cusack und Franka Potente

von Cassandra Heinrich, am 31.8.11

John Cusack und Franka Potente im Hafen von Shanghai
Nachdem vor kurzem der deutsche Trailer zu Shanghai von Mikael Håfström erschien, wurden jetzt mehrere kurze Interviews mit einigen der Hauptdarsteller veröffentlicht. Infos zum Film, der am 15. September in den Kinos startet, inklusive des Trailers, findet Ihr hier.

Das Drama spielt in Shanghai im Jahr 1941, genau eine Woche vor dem Angriff auf Pearl Harbor. Der amerikanische Geheimagent Paul Soames (John Cusack) befindet sich in der Metropole, um den Mord an seinem besten Freund aufzuklären. In Shanghai angekommen, trifft er Leni (Franka Potente), die Frau des deutschen Konsuls, die er bereits von früher kennt. Sie hilft ihm Kontakte zu knüpfen, damit er sein Vorhaben verwirklichen kann.

Im folgenden könnt Ihr Euch ansehen, wie sich John Cusack und Franka Potente zu den Charakteren des Films äußern.

Interview mit John Cusack über die Charaktere im Film:


Interview John Cusack über seine Rolle:


Interview Franka Potente über ihre Rolle:


Text: NEGATIV / Copyright Bild- und Filmmaterial: Senator / Central

Oldboy Remake: Josh Brolin als Oldboy

von Cassandra Heinrich, am 31.8.11

Bereits Anfang Juli berichteten wir Euch über die Neuauflage des erst 2003 herausgekommenen Films Oldboy (hier). Der südkoreanische Film von Regisseur Chan-wook Park wird als US-Produktion durch Spike Lee neu aufgelegt. Dem Manga von Garon Tsuchiya und Nobuaki Minegishi folgend, auf dem auch Parks Film beruht, soll der Titel des Remakes Old Boy sein. Das Drehbuch verfasst Mark Protosevich, der auch schon zu Filmen wie Thor, I Am Legend und The Cell in tragendem Maße für die Drehbücher verantwortlich war.

Nachdem vor kurzem Christian Bale als eventueller Bösewicht ins Gespräch kam (Infos hier), wurde das schon länger kursierende Gerücht über Josh Brolin in der Hauptrolle bestätigt. Dieser wird als nächstes in Man In Black III neben Will Smith, der ursprünglich als Oldboy im Gespräch war, zu sehen sein. Bevor für ihn die Dreharbeiten zu Old Boy und The Gangster Squad beginnen.

Brolin wird im Remake als Joe zu sehen sein, der kurz nach der Geburt seiner Tochter für 20 Jahre in ein Hotelzimmer gesperrt wird, ohne zu wissen warum. Nachdem er frei gelassen wird, hat er vier Tage, um den Grund für das Ganze herauszufinden, andernfalls soll seine Tochter getötet werden.

Text: NEGATIV / Quelle: Comingsoon / Bild: Pete Morawski

Abgebrannt – Trailer erschienen

von Martin Becker, am 31.8.11



Zu Abgebrannt, dem Debüt-Projekt der jungen Filmemacherin Verena S. Freytag gibt es einen ersten Trailer. Der Film startet in vier Wochen in den deutschen Kinos. Zum Inhalt des Films berichteten wir bereits hier bei Negativ.

Mehr zum Film findet Ihr auf der Facebook-Seite und auf der offiziellen Seite zum Film.

Viel Spaß mit dem Trailer!



Bildmaterial: Missingfilms

Alps - erster Teaser zum neuen Film des Dogtooth-Regisseurs Giorgos Lanthimos

von Stephanie Reich, am 31.8.11

Nach der Nominierung für den Oscar mit dem stark diskutierten Film Dogtooth, kehrt der Regisseur Giorgos Lanthimos mit seinem neuen skurrilen Werk Alps zurück. In den Hauptrollen sind die Schauspieler Aris Servetalis, Johnny Vekris, Aggeliki Papoulia und Ariane Labed zu sehen.

Alps handelt von vier Menschen, die einen speziellen Service für die Hinterbliebenen von Verstorbenen anbieten: gegen eine Bezahlung ersetzen sie die Toten im alltäglichen Leben, nehmen deren Termine wahr und helfen den Trauernden. Dabei müssen jedoch bestimmte Regeln eingehalten werden, die von dem Oberhaupt der Gruppe vorgegeben sind.

Der Film ist bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig vertreten und feiert seine weltweite Premiere beim Internationalen Filmfestival in Toronto.

In Griechenland startet der Film am 27. Oktober. Ein deutscher Starttermin ist noch unbekannt.

Hier für Euch nun der erste Teaser dazu:



Quelle: www.indiewire.com


Neuer Trailer zu Lars von Triers Melancholia

von Sabrina Schambeck, am 31.8.11

Im Oktober startet Lars von Triers Melancholia endlich in den deutschen Kinos. Die Geschichte wird aus der Perspektive von zwei Schwestern erzählt, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Zu Beginn des Films feiert die hübsche Justine (Kirsten Dunst) ihre Hochzeit mit Michael (Alexander Skarsgård) auf dem Schloss ihrer Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg). Zunächst verläuft alles perfekt nach Plan, die Braut ist wunderschön und es verspricht der schönste Tag in ihrem Leben zu werden. Doch dann breitet sich Missstimmung aus, die geschiedenen Eltern der Braut beginnen einen Streit und Justine geht es zunehmend schlechter. Als die Hochzeitsgesellschaft schließlich den geheimnisvollen Planeten erblickt, der in den nächsten Tagen knapp an der Erde vorbeirasen soll, mündet die Hochzeit in einer Katastrophe.

Justine verfällt in eine Depression und fühlt sich in ihrer Rolle als Ehefrau nicht wohl. Claire nimmt sie bei sich auf und kümmert sich liebevoll um sie. Der Unglück bringende Planet sorgt jedoch weiterhin für große Aufregung, denn man ist sich nicht einig, ob er mit der Erde kollidieren wird oder nicht. Während Claires Ehemann John (Kiefer Sutherland) versucht, die Frauen zu beruhigen, sehen sie dem sicheren Weltuntergang entgegen. Je näher die Katastrophe rückt, desto gefasster und ruhiger wird Justine. Ihre Schwester wird hingegen zunehmend panischer und kann mit der Situation nicht umgehen.

Der dänische Regisseur Lars von Trier, der auch das Drehbuch zu dem Film schrieb, konnte für seinen Film ein beeindruckendes Ensemble gewinnen. Neben den oben genannten Schauspielern werden Charlotte Rampling, Stellan Skarsgård, Brady Corbet und Udo Kier in weiteren Rollen zu sehen sein.

Erstmals wurde Melancholia bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt. Hier könnt Ihr Rüdiger Suchslands Kritik dazu lesen. NEGATIV berichtete hier außerdem darüber, dass Lars von Trier von dem Festival ausgeschlossen wurde, nachdem er auf einer Pressekonferenz behauptet hatte, er sympathisiere mit Hitler. Das Werk des Dänen blieb aber trotzdem im Wettbewerb und musste nicht unter dem Skandal leiden. Hauptdarstellerin Kirsten Dunst wurde für ihre Rolle als melancholische Justine als beste Schauspielerin geehrt.

Das Science-Fiction Drama, dessen Rechte sich der Concorde Filmverleih sicherte, wird am 6. Oktober in den deutschen Kinos starten. Hier haben wir den neuen englischsprachigen Trailer für Euch!



Bild: Concorde Filmverleih

Laurence Fishburne ist Jurypräsident beim 7. Zürich Film Festival

von Noemi Di Pace, am 31.8.11

Der US-Schauspieler Laurence Fishburne leitet die Internationale Jury beim diesjährigen Zürich Film Festival, das vom 22. September bis zum 02. Oktober stattfindet.

Das Festival wird mit Steven Soderberghs Conaigon eröffnet, in dem Fishburne eine Rolle übernommen hat. Darüber hinaus wird der 50-Jährige Fishburne in Zürich für sein Lebenswerk geehrt.

Ebenfalls der Internationalen Jury in Zürich gehören die Leiterin des European Film Market Beki Probst, der ehemalige Paramount-President John Lesher, die Schauspielerinnen Paprika Steen und Alice Eve sowie der Regisseur Stefan Arsenijevic an.

Die Dokumentarfilmjury in Zürich besteht aus dem Regisseur Charles Ferguson, der den Vorsitz inne hat, den Produzenten John Battsek und Stephen Nemeth sowie den Dokumentarfilmregisseuren Eline Flipse und Nino Kirtadze.




Text: NEGATIV / Bild: Blickpunkt Film

The Deep Blue Sea ist Abschlussfilm des 55. London Film Festival

von Noemi Di Pace, am 31.8.11

Terence Davies' The Deep Blue Sea wird der Abschlussfilm des diesjährigen BFI London Film Festivals sein, das vom 12. - 27. Oktober stattfindet.

Für Davies ist der auf dem gleichnamigen Theaterstück von Terence Rattigan basierende Film der erste fiktionale Film seit The House of Mirth im Jahr 2000. The Deep Blue Sea ist im London der 50er Jahre angesiedelt. Rachel Weisz spielt darin die Frau eines Richters, die ein privilegiertes Leben führt. Eines Tages versetzt sie ihrem Umfeld einen Schock, als sie ihren Mann verlässt und mit einem ehemaligen Piloten der Royal Air Force durchbrennt. Die Schauspielerin Rachel Weisz ist damit sowohl im Eröffnungs- als auch im Abschlussfilm des BFI London Film Festival zu sehen, da sie ebenfalls im Eröffnungsfilm 360 von Fernando Meirelles mitspielt.

The Deep Blue Sea wird seine Weltpremiere in Toronto erleben und anschließend im Wettbewerb von San Sebastian gezeigt, bevor er nach London weiterreist.


Text: NEGATIV / Bild: London Film Festival

Pressekonferenz zum Lucas Kinderfilmfestival

von Holger Weiß, am 31.8.11


Genau eine Woche vor dem Start des 34. Internationalen Kinderfilmfestivals Lucas lud das Deutsche Filminstitut zu einer Pressekonferenz in das neu eröffnete Deutsche Filmmuseum in Frankfurt ein. Schon am Eingang staunte man nicht schlecht über das moderne Innenleben des von außen eher unscheinbar wirkenden Gebäudes. Am Einlass zum eigenen Kinosaal des Museums, in dem die Pressekonferenz stattfinden sollte, wurde dann jeder Teilnehmer mit einer 3D-Brille ausgestattet. Und spätestens nach dem Betreten des im klassischen Rot gehaltenen Filmsaals kam echte Kinoatmosphäre auf.

Den Start machte ein kurzer Trailer des Filmfestivals mit dem Maskottchen, der Lucas Maus. Die Begrüßung der erschienenen Journalistinnen und Journalisten übernahm dann Petra Stalbus, die Pressesprecherin des Kinderfilmfestivals Lucas. Sie stellte anschließend die anwesenden Gäste der Pressekonferenz vor:  Dr. Nikolaus Heusel ist seit 2006 ehernamtliches Vorstandsmitglied des Lucas Kinderfilmfestivals und gehört auch dem Vorstand des Deutschen Filminstituts an. Petra Kappler leitet bereits seit vier Jahren das Festival, das sich in dieser Zeit an einer wachsenden Zahl an Besuchern und Bewerberfilmen erfreuen kann.  Die Kulturwissenschaftlerin Sabrina Jähner hat neben dem Festivalmanagement auch die Betreuung der Jury-Kinder zur Aufgabe. Zwei dieser Jury-Kinder waren ebenfalls bei der Pressekonferenz dabei: Die 10-jährige Sahra Mendes und der 12-jährige Tim Bäumler.


Von links nach rechts: Sahra Mendes, Sabrina Jähner, Petra Kappler, Dr. Nikolaus Heusel und Petra Stalbus

Danach stellte Jähner kurz das im August neu eröffnete Deutsche Filmmuseum vor. Gerade für Kinder biete es durch den sogenannten "Aktivbereich" mehr Platz und mehr Möglichkeiten. Als nächstes durften sich die beiden Jury-Kinder kurz selbst vorstellen und man erfuhr, dass der Weg bis zum Jury-Kind des Lucas Filmfestivals über ein zweiteiliges Bewerbungsverfahren führte.

Und dann folgte endlich der Einsatz der zuvor ausgeteilten 3D-Brillen. Zu bestaunen gab es eine kurze Kostprobe der in diesem Jahr erstmals beim Lucas Filmfestival eingesetzten 3D-Technik. Die 3D-Animation Freddy Frogface von Regisseur Peter Dodd soll ein echtes Highlight werden.

Die Leiterin des Festivals bildete die Schlussrednerin und erwähnte vor allem die große Bandbreite mit 46 Filmen aus 22 Ländern. Sie betonte außerdem, dass in diesem Jahr unter anderem drei Weltpremieren und der "Goldene Buchstabe" als neuer Preis zu begrüßen seien.
Danach folgte ein Trailerzusammenschnitt des diesjährigen Filmprogramms. Höhepunkte wie die Verfilmung des Jugendbuchklassikers Tom Sawyer und das in diesem Jahr stärker behandelte Thema Homosexualität bei den Filmen für Kinder ab 12 Jahren wurden von Kappler danach hervorgehoben. Zuletzt erwähnte sie noch die Einladung des Hamburger Filmfests, über das Negativ hier schon berichtete, das diesjährige Programnm des Michel Kinder- und JugendFilmfest Hamburg mit einer Auswahl der besten Filme des Lucas Filmfestivals zu bestücken.

Das komplette Programm und weitere Berichte über das Internationale Kinderfilmfestival Lucas in Frankfurt gibt es hier.

Intro Lucas Kinderfilmfestival


Bildmaterial: Lucas - Internationales Kinderfilmfestival

Kent Nagano - Montréal Symphony

von Leander Ripchinsky, am 31.8.11


Großstadtgeräusche. Die Klänge eines sich stimmenden Orchesters. Das erste Bild: Die Skyline Montréals bei Nacht. Dann ein Blick in das Eishockey-Stadion, das das OSM (Orchèstre Symphonique des Montréal) bespielt. Die Menschenmasse wird auf Französisch und auf Englisch begrüßt, ein kurzer Kameraschwenk fängt sie im Hexenkessel ein. Zur Eröffnung laufen Kinder in Trikots der Montréal Canadiens Fahnen tragend über eine eigens installierte Eisfläche vor dem Orchester auf Schlittschuhen ein. Der Ansager tönt im Stile eines Stadionsprechers „Le Maestro: Kent Nagano!“ – tosender Applaus, der Star des Films tritt in die Totale ein. Nicht nur sein Orchester erhebt sich für den 1951 geborenen Stardirigenten, sondern gleich das ganze Stadion würdigt ihn mit Standing Ovations, noch bevor ein Ton gespielt wurde. Nagano bedankt sich, gibt seinen Applaus mit einer freundlichen Armbewegung an seine Musiker weiter. Dann nimmt er ohne Umschweife seinen Posten ein und beendet den Jubelsturm mit dem bekanntesten Beginn, den die klassische Musik zu bieten hat, dem der Fünften Sinfonie Beethovens. Die Regisseurin des Dokumentarfilms, Bettina Ehrhardt, schneidet so, dass zunächst nur Nagano einzeln zu sehen ist. Die Musiker im Orchester treten als Masse auf. Kurz zeigt sie den dirigierenden Nagano über einen kleinen Kontroll-Monitor. Dieses Fernsehbild im Bild verdeutlicht, auf wen sich der mediale Fokus richtet. Die Exposition zeigt bereits die Strategie des Orchesters und die Rolle, die der Dirigent spielt: Meisterwerke der klassischen Musik für alle und Kent Nagano als Chamäleon. Ein Chamäleon, das trotz aller Bescheidenheit heraussticht.

Im Bereich der klassischen Musik finden sich nur wenige Stars wie Kent Nagano, die eine derartige internationale Bekanntheit haben und auf solch intensive Weise verehrt werden. Das erste Jahr seiner Tätigkeit in Montréal verfolgt Ehrhardt mit ihrem Film. Wer nun meint, dass die Musik-Dokumentaristin in die Stadt zurückkehrt, in der sie 2002 für A Trail On The Water, einem Film über den italienischen Komponisten Luigi Nono durch die Augen zweier Musiker, den Jury Award des Montréal International Films on the Art- Festivals erhielt, liegt nur teilweise richtig. Denn Nagano ist nicht nur in den zu sehenden Proben äußerst ehrgeizig und perfektionistisch, sondern auch in seiner Tournee-Planung. Der Beginn ist repräsentativ für das gesamte Konzept, klassische Musik möglichst vielen Menschen nahe zu bringen, gerade denen, die sonst nicht damit in Berührung kommen. Dabei ist jedes Mittel recht, wenn es denn zur jeweiligen Populärkultur passt. In Montréal kommen aktuelle und ehemalige Starspieler der Canadiens auf die Bühne. Da ist dem Applaus nach zu urteilen ein Star wie Guy Lafleur, der mittlerweile ergraute „blonde Dämon“, durchaus ein starker Anziehungspunkt. Auf seiner Tour bereist das Orchester aber gerade auch den völlig andersartigen Norden Kanadas und spielt für Inuit in einer Turnhalle. Die Kinder lachen über die deutschen Namen der Komponisten, also gibt der Maestro persönlich vor jedem Stück eine kurze Einführung. Immer dem Glauben folgend, dass jeder Klassik-Infizierte ein Initiationserlebnis hat, versucht er genau dieses an möglichst viele Menschen heran zu bringen. Ehrhardt fängt dabei erstaunlich viele Facetten des beruflichen Naganos ein. Sie zeigt ihn in einer Grundschule, in der er sich mitsamt seines Orchesters den Fragen der Schüler stellt und ganz simpel von seinem Beruf erzählt, zeigt in Interviews (und Proben) aber auch seine elitäre Seite, seine Persönlichkeit, die von Talent, Ehrgeiz und Perfektionismus geprägt ist. Der Amerikaner japanischer Herkunft verliert dabei niemals seine Freundlichkeit, seine Leidenschaft für die Musik oder seine einnehmende Herzlichkeit. „Ein stiller Kämpfer für Dinge, von denen er zu hundert Prozent überzeugt ist“ wird er auch genannt, und stellenweise scheint sich der Film etwas mitreißen zu lassen. Dann wirken die Interviews kurz wie ein lästiges Making-Of, dem man die Herkunft seiner Gelder genau ansieht. Lediglich Ehrhardts sicheres Gespür für Rhythmus und Länge im Bereich des Films bewahren Kent Nagano - Montréal Symphony davor, ein Werbevideo für die Symphonie, das Orchester und ganz besonders für seinen Dirigenten werden lassen.

Dass man von den originellen Endprodukten nur kurze Ausschnitte zu sehen bekommt, ist zwar bedauerlich, zerstört andererseits aber dadurch auch nicht das Tempo. Das Konzept, sich ganz auf die Tätigkeit in Montréal zu beschränken, ist zwar konsequent, lässt andererseits viel Interessantes außen vor. Wie jongliert Nagano derart viele Projekte weltweit derart engagiert und professionell? Wie ist es, wenn dieser in sich ruhende Mann durch zermürbende Strukturen zur Verzweiflung gebracht wird? Der Theaterkanal und der Filmfernsehfonds Bayern waren zwar am Film beteiligt, über Naganos Arbeit in München erfährt man aber leider nichts. Die Unstimmigkeiten dort, die den Star schließlich dazu gebracht haben seinen Vertrag in München nach 2013 nicht zu verlängern, hätten bestimmt einen spannenderen, geladeneren Film hervorgebracht. So bleibt der Film an der glitzernden Oberfläche. Diese ist zwar interessant und einnehmend, für Nicht-Klassik-Fans aber doch relativ uninteressant. Ein soziales Gefüge, das Funktionieren einer Institution oder große, verallgemeinerbare Einsichten in menschliches Verhalten bleiben aus, interessieren Ehrhardt nicht. Sie macht im Gegensatz zu anderen Dokumentaristen, wie beispielsweise Frederik Wiseman, Kino für ein Fachpublikum. Dieses ragt im Fall von Kent Nagano - Montréal Symphony zwar ins Populärere hinein, dies liegt aber an seinem charismatischen Protagonisten, der eine wahre Schatzkiste an Weisheiten und Lebenseinstellung darstellt. Auf DVD, abseits der großen Leinwand, geht zudem etwas von der Sogkraft der Musik verloren. Sie kommt nicht mehr ganz so „live“ und mächtig daher, die Intensität der Interviewten, ihre sie vereinende, sichtbar werdende Passion leidet etwas unter der Verkleinerung. Damit wird der Film leider nochmals uninteressanter für ein breites Publikum. Dieses mysteriöse Massenpublikum (wenn es das für den Dokumentarfilm denn überhaupt gibt) könnte Ehrhardts Werk durchaus stellenweise für ein Werbevideo des Sinfonieorchesters aus Montréal halten. Dann werden sie es aber zumindest für ein gutes seiner Art halten.



Kent Nagano - Montréal Symphony
R.: Bettina Ehrhardt
Deutschland/Kanada 2010
Verleih: Zorro
Bild: 16:9
Sprache: OmU
VÖ: 20. 5. 2011
FSK: Ohne Altersbeschränkung

 

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