--

.

Programmüberblick: Viennale 2011

von Janin Aadam, am 30.9.11


Bald ist es endlich so weit: Die Viennale wird vom 20. Oktober bis 02. November zum 49. Mal stattfinden. Selbst wenn das vollständige Filmprogramm erst am 11. Oktober veröffentlicht wird, sind jetzt schon sensationelle Highlights bekannt. Wie jedes Jahr im Oktober erwartet Filminteressierte ein hervorragendes Programm, das völlig unabhängig von Aktualität und Premierenwahn zusammengestellt ist. Der Vorverkauf startet am 15. Oktober.

Gegründet wurde das Vienna International Film Festival 1960. Die ersten Veranstaltungen liefen noch unter dem Titel Erste Wiener Filmwoche, in der österreichische sowie 18 internationale Filme gezeigt wurden. Internationale Resonanz erhält das Festival auch durch die Tributes.

Über das beliebte Filmfestival äußerte der Direktor der Viennale: „Vielleicht ist dies die Idee der Viennale: jeder Film für sich das lebendige, wilde, blutige Herz eines großen Ungetüms, das den Namen Kino trägt“. Hans Hurch will mit dem Festival somit einerseits einen Entwurf des aktuellen Weltkinos kreieren, andererseits die Individualität der Filme betonen.

Den diesjährigen Festivaltrailer The 3 R’s gestaltete David Lynch. Wir berichteten bereits hier. In seiner Einfachheit hebt sich das Plakat des Festivals von den vorherigen ab: Skizzenhaft ist die Silhouette einer Figur angedeutet. Nach Angaben von Hans Hurch ist dies eine Anlehnung an Kafkas Tagebuchnotizen. Zusammen mit dem Trailer wird dies zu einer runden Sache, wenn man bedenkt, dass Lynch in Interviews Kafka oft als Inspirationsquelle angibt und in der Medienwelt als „Kafka Hollywoods“ bezeichnet wird.

Dieses Jahr wird unter dem Motto "Against All Odds" ein Tribute zu Harry Belafonte stattfinden. Der Musiker, Schauspieler und Politaktivist wird persönlich anwesend sein. Unter anderem wird sein eigens produzierter Film Odds Against Tomorrow gezeigt, in dem er als erster schwarzer Protagonist in einem Film noir zu sehen ist. Fünf weitere Filme mit Belafonte werden von der Dokumentation Sing Your Song über seine Arbeit und sein Leben abgerundet.

Harry Belafonte in Odds Against Tomorrow


Außerdem wird auch der Produzent Jeremy Thomas unter dem Motto "Apart From the Deal" geehrt.

Die im Filmmuseum stattfindende Retrospektive ist dieses Mal der Regisseurin Chantal Akerman gewidmet. Neben Höhepunkten ihres Werks wird auch ihr neuster Film La folie Almayer, eine Verfilmung von Joseph Corads erstem Roman, zu sehen sein.

Besondere Ehre wird auch dem legendären Künstler Genesis P-Orridge mit einem Film, einem Konzert und einer Ausstellung verliehen.

Höhepunkte der Viennale sind neue Filme von Aki Kaurismäki, Lars von Trier, Todd Haynes, Nanni Moretti, Nicolas Winding Refn und vielen mehr. Rund 130 aktuelle Langfilme, darunter Dokumentar- und Spielfilme, werden insgesamt gezeigt. Mit ungefähr 20 Filmen ist das Österreichische Kino dieses Jahr vertreten, davon sind die meisten Filme Weltpremieren.

Dieses Jahr sind wieder einige Hispanoamerikanischen Filme vertreten. Dazu zählt beispielsweise Aitá von José Maria de Orbe. Der Film handelt von einem mysteriösen leerstehenden Haus, das den Zuschauer als Ort der Erinnerungen auf eine poetische Reise entführt. Als besonderen Tipp präsentierte Hans Hurch den Locarno-Sieger Abrir puertas y ventanas von Milagros Mumenthaler. Der Film erzählt von drei Mädchen, die um ihre verstorbene Großmutter trauern.

In der Auswahl der ersten präsentierten Filme lassen sich weitere Highlights finden, wie beispielsweise Drive von Nicolas Winding Refn. Ryan Gosling verkörpert die Rolle des Stuntmans in Hollywood, der als Nebenbeschäftigung Fluchtwagen steuert. Nachdem ein Raubüberfall gescheitert ist, wird ihm ein Auftragskiller auf den Hals gehetzt. In Cannes gewann Nicolas Winding Refn die begehrte Auszeichnung für die Beste Regie. Mit Ryan Gosling und Carey Mulligan ist der Film hervorragend besetzt.

Ryan Gosling und Carey Mulligan in Drive

Mit großer Vorfreude wird außerdem A Dangerous Method von David Cronenberg erwartet. Cronenberg, der sich mit seinen letzten Filmen A History of Violence und Eastern Promises vom Horror alter Tage wegbewegte, gibt mit seinem jüngsten Werk einen Einblick in die Beziehung zwischen Carl Gustav Jung und Sigmund Freud und die damit verbundene Begründung der Psychoanalyse. Wie in den vergangenen beiden Filmen verkörpert Viggo Mortensen auch in diesem eine der Hauptrollen, nämlich Sigmund Freud. Carl Jung wird dargestellt von Micheal Fassbender. In weiteren Rollen sind Keira Knightley und Vincent Cassel zu sehen.

Keira Knightley und Michael Fassbender in A Dangerous Method


Auch Lars von Triers neuster Film Melancholia zählt zu den Highlights der Viennale. Darin feiern Justine und Michael ihre Hochzeit auf einer Party, die von ihrer Schwester organisiert wurde. Doch die Beziehung der beiden wird auf die Probe gestellt, als ein Planet droht, die Erde zu treffen. Neben Kirsten Dunst und Alexander Skarsgård, bekannt aus True Blood, sind sind auch Kiefer Sutherland und Charlotte Gainsbourg zu sehen. In Cannes wurde Kirsten Dunst bereits als Beste Darstellerin prämiert.

Kirsten Dunst in Melancholia

Eine großartige Kate Winslet wird in Todd Haynes' Miniserie Mildred Pierce zu sehen sein. Die TV-Produktion ist eine Adaption von James M. Cains gleichnamigen Film noir von 1945. Eine geschiedene Mutter will darin ein Restaurant eröffnen, was die Beziehung zu ihrer selbstbezogenen Tochter weiter verschlechtert.

Nanni Morettis neuste Tragikomödie Habemus Papam, lateinische Phrase für die Bekanntgabe eines neuen Papstes, thematisiert die Angst eines neugewählten Papstes.

Ulrich Köhler gewann für Schlafkrankheit auf der diesjährigen Berlinale den silbernen Bären für die beste Regie. Der Film handelt von dem Ehepaar Ebbo und Vera Velten, die seit 20 Jahren in Afrika leben. Ebbo leitet ein Schlafkrankheitsprojekt. Als seine Frau nach Deutschland zurückkehren will, steht er vor einer schweren Entscheidung.

Le Havre von Aki Kaurismäki erzählt die Geschichte eines Schuhputzers, der einem Flüchtling hilft. Der Film war für die goldene Palme nominiert.

Le Gamin au vélo von den Brüdern Jean-Pierre und Luc Dardenne konzentriert sich auf einen Jungen auf der Suche nach Zuneigung, nachdem ihn sein Vater ins Heim abgeschoben hat. Das Drama wurde auf dem Filmfest München als Eröffnungsfilm gezeigt.

Werner Herzogs Cave of Forgotten Dreams

Werner Herzogs Dokumentarfilm Cave of Forgotten Dreams thematisiert die Chauvet-Höhlen in Südfrankreich. 1994 wurden dort ungefähr 400 Wandbilder mit gravierten Symbol- und Tierdarstellungen gefunden, die auf 33.000 bis 30.000 v. Chr. zurückreichen. Nach großen Bemühungen ist es Werner Herzog gelungen, dort zu filmen.

Nach der Betrachtung der vielseitigen Programmhighlights kann man wirklich auf die diesjährige Viennale gespannt sein. Zum 50. Jubiläum im nächsten Jahr ist bereits ein Relaunch des Festivals mit umfassenden Aktualisierungen geplant, in dem das Altbewährte durch Verbesserungen ergänzt werden soll.

Weitere Informationen zur Viennale kann man hier finden. Trailer ausgewählter Programmhighlights gibt es nachfolgend zu sehen:

Trailer zu Drive:




Trailer zu A Drangerous Method:



Trailer zu Melancholia:



Trailer zu Mildred Pierce:



Trailer zu Schlafkrankheit:



Trailer zu Le Havre:



Trailer zu Cave of Forgotten Dreams:



Bildmaterial: www.viennale.at

TV-Tipps vom 03. bis 09. 10.

von Janin Aadam, am 30.9.11

Der fremde Sohn (R: Clint Eastwood) am 03.10 im ZDF Montagskino

Diese Woche starten die TV-Tipps mit einem umfangreichen Feiertagsprogramm:

Mo, 03.10. 

Lawrence von Arabien (David Lean, 1962 Großbritannien)
Kabel 1, 07:45 Uhr
Leans Meisterwerk wurde 1964 mit sieben Oscars ausgezeichnet, machte Peter O’Toole und Omar Sharif weltweit bekannt und gilt bis heute eines der größten Leinwandepen.

Die Feuerzangenbowle (Helmut Weiss, 1944 Deuschland)
ZDF, 14:00 Uhr
Literaturverfilmung nach Heinrich Spoerls Vorlage und Komödienklassiker mit Heinz Rühmann.

Es geschah am hellichten Tag (Ladislao Vajda, 1958 Deutschland, Schweiz)
ZDF, 15:35 Uhr
Krimiklassiker nach dem Drehbuch von Friedrich Dürrenmatt.

Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte (Michael Haneke, 2009 Deutschland/Österreich/Frankreich/Italien) – Prime Time-Tipp 
ARD, 20:15 Uhr
Der großartige Schwarzweißfilm von Michael Haneke wurde unter anderem mit der Goldenen Palme und einem Golden Globe prämiert und beleuchtet die Wirkung autoritärer Erziehung auf mysteriöse Weise.

Das weiße Band (R: Michael Haneke) am 03.10.

Die Nibelungen – Siegfried (Fritz Lang, 1924 Deutschland)
ARTE, 20:15 Uhr

Die Nibelungen – Kriemhilds Rache (Fritz Lang, 1924 Deutschland)
ARTE, 22:40 Uhr

Zum Tag der deutschen Einheit zeigt ARTE beide Teile von Fritz Langs Stummfilmklassiker in restaurierter HD-Fassung.

Der fremde Sohn (Clint Eastwood, 2008 USA) - TIPP: ZDF Montagskino
ZDF, 22:00 Uhr
Angelina Jolie auf der Suche nach ihrem verlorenen Sohn – beruht auf wahren Begebenheiten. Der fremde Sohn ist der Auftaktfilm des empfehlenswerten ZDF Montagskinos.

Good Bye, Lenin! (Wolfgang Becker, 2003 Deutschland)
NRD, 23:35 Uhr
Tragikomödie mit Ostalgie-Faktor.


Di, 04.10. 

Die Mothman-Prophezeihungen (Mark Pellington, 2002 USA)
TELE 5, 20:15 Uhr
Horrorthriller mit Richard Gere

Jenseits von Afrika (Sydney Pollack, 1985 USA)
ZDF NEO, 21:00 Uhr
Das Liebesmelodram mit Robert Redford und Meryl Streep in den Hauptrollen wurde mit sieben Oscars ausgezeichnet.

Der dritte Mann (Carol Reed, 1949 Großbritannien) – Tagestipp 
ARD, 00:20 Uhr
Kriminalthriller und Filmklassiker mit Anton Karas' berühmter Zithermusik und Orson Welles in der Hauptrolle.


Mi, 05.10. 

School of Rock (Richard Linklater, 2003 USA/Deutschland)
Kabel 1, 20:15 Uhr
Musikkomödie mit Jack Black

Dogma (Kevin Smith, 1999 USA) – Tagestipp 
Kabel 1, 22:25 Uhr
Kultfilm mit Ben Affleck und Matt Damon, in dem zwei gefallene Engel Gott austricksen wollen.

Ben Affleck und Matt Damon in Dogma (R: Kevin Smith) am 05.10.


Trennung (Amos Gitai, 2007 Deutschland/Frankreich/Italien/Israel)
ARTE, 22:00 Uhr
Polit-Familiendrama von Israels Starregisseur.

The Boss of It All (Lars von Trier, 2006 u.a. Dänemark/Schweden/Island/Deutschland/Frankreich)
3Sat, 22:40 Uhr
Provokative Firmen-Satire von Lars von Trier (siehe auch 06.10. Manderlay).


Do, 06.10. 

King Kong (Peter Jackson, 2005 Neuseeland/USA)
VOX, 20:15 Uhr
 Remake des Klassikers von 1933, mit Naomi Watts und Adrien Brody.

Manderlay (Lars von Trier, 2005 u.a. Dänemark/Schweden/Deutschland/Frankreich/USA) – Tagestipp 3Sat, 22:25 Uhr
Satire und nach dem hervorragendem Film Dogville der zweite Teil der Amerika-Trilogie von Lars von Trier.


Fr, 07.10. 

Adel verpflichtet (Robert Hamer, 1949 Großbritannien)
ARD, 10:20 Uhr
Schwarze Komödie, in der Alec Guiness alle acht männliche und weibliche Opfer spielt.

Flutsch und weg (David Bowers, Sam Fell, 2006 Großbritannien/USA)
Sat.1, 20:15 Uhr
Hugh Jackman und Kate Winslet sprechen die Hauptfiguren dieses Animationsfilms im Original.

28 Days Later (Danny Boyle, 2002 Großbritannien/Frankreich/USA) – Tagestipp 
RTL II, 22:05 Uhr
Endzeithorror.


Sa, 08.10. 

Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft (Ian MacNaughton, 1971 Großbritannien)
WDR, 15:25 Uhr
Zusammenstellung der besten Sketche der 1. und 2. Staffel des "Flying Circus".

Der Ja-Sager (Peyton Reed, 2008 USA/Australien)
Sat.1, 20:15 Uhr
Optimistische Komödie mit Jim Carrey und Zooey Deschanel.

Papillon (Franklin J. Schaffner, 1973 USA/Frankreich) - Tagestipp 
ARD, 00:05 Uhr
Gefangenendrama und Auftaktfilm des Themenabends: Steve McQueen - Der coole Einzelgänger.

28 Weeks Later (Juan Carlos Fresnadillo, 2007 Großbritannien/Spanien)
RTL II, 22:15 Uhr
Endzeithorror und Fortsetzung von 28 Days Later.


So, 09.10. 

Fargo – Blutiger Schnee (Ethan Coen & Joel Coen, 1996 USA/Großbritannien) - Tagestipp
TELE 5, 22:05 Uhr
Der groteske Thriller der Coen-Brüder gewann 1997 zwei Oscars.

Chocolat – Ein kleiner Biss genügt (Lasse Hallström, 2000 USA/Großbritannien)
ARTE, 20:15 Uhr
Johnny Depp und Schokolade – das macht Frauen glücklich. Im Anschluss zeigt Arte ein Porträt der Hauptdarstellerin Juliette Binoche.

Jagd auf Roter Oktober (John McTiernan, 1990 USA)
RTL II, 20:15 Uhr
Der U-Boot-Thriller ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Tom Clancy.

Schatten über dem Kongo (Pippa Scott, Oreet Rees, 2006 USA)
3Sat, 21:45 Uhr
Dokumentarfilm über die Schreckensherrschaft der belgischen Kolonialmacht im Kongo.

Welcome – Grenze der Hoffnung (Philippe Lioret, 2009 Frankreich)
ARD, 23:35 Uhr
Das Flüchtlingsdrama wurde auf mehreren Filmfestivals ausgezeichnet.


Bildmaterial: ZDF Bilderdienst, X Verleih, Kinowelt Filmverleih

Gods and Kings: Steven Spielberg im Gespräch für die Regie

von Stephanie Reich, am 30.9.11

Warner Bros. Pictures gab bekannt, dass Steven Spielberg als Regisseur für den Film Gods and Kings angefragt wurde. Das Drehbuch, welches Michael Green und Stuart Hazeldine verfassten, soll Spielberg bereits gelesen haben.

Der Film handelt vom Leben Moses, von seiner Geburt bis zu seinem Tod. Schlüsselszenen des Drehbuchs sind dabei die Begegnung mit dem brennenden Busch, den zehn Plagen und das Aufeinandertreffen mit dem Pharao Ägyptens.

Genauere Details und ob Spielberg nun tatsächlich die Regie übernehmen wird, sind bisher noch nicht bekannt.


Quelle: www.deadline.com
Bild: Gerald Geronimo

Mortal Kombat: New Line Cinema produziert Neuverfilmung

von Stephanie Reich, am 30.9.11

New Line Cinema gab bekannt, dass sie Mortal Kombat, das legendäre Prügelspiel, welches schon mehrfach fürs Kino adaptiert wurde, neu verfilmen werden. Das Drehbuch dazu schreibt Oren Uziel. Die Regie wird wohl Kevin Tancharoen übernehmen, auch bekannt durch Glee On Tour - der 3D Film und das Video Mortal Kombat: Rebirth.
Die erste Version von Regisseur Paul W. S. Anderson kam bereits 1995 in die Kinos und spielte dabei weltweit 122 Millionen Dollar ein.

Mortal Kombat soll voraussichtlich 2013 in die US-Kinos kommen. Deutscher Verleih und Starttermin wurden bisher noch nicht veröffentlicht.

Quelle: www.deadline.com / Bild: Creative Commons

Neues Bond-Girl gefunden – Eröffnungsszene in Istanbul

von Sabrina Schambeck, am 30.9.11

American Beauty-Regisseur Sam Mendes bringt nächstes Jahr den 23. James Bond auf die Kinoleinwände. Während der Film noch keinen Titel bekommen hat, ist nun scheinbar die wichtigste Frage geklärt: die attraktive, französische Schauspielerin Bérénice Marlohe wird offenbar den Part des Bond-Girls übernehmen und an der Seite von Daniel Craig zu sehen sein.

Die Französin spielte bisher vor allem in Serien, die aus ihrem Heimatland stammen und versucht sich gerade an ihrem Sprung auf die große Leinwand, was ihr mit der Rolle als Bond-Girl durchaus international gelingen könnte. Regisseur Sam Mendes scheint zumindest der Meinung zu sein, dass sie perfekt mit Daniel Craig alias James Bond harmonieren wird.

Sollte Bérénice Marlohe die Rolle tatsächlich bekommen, wird sie Teil eines großartigen Ensembles, zu dem Schauspielgrößen wie Ralph Fiennes, Javier Bardem, Judi Dench, Naomie Harris und Ben Whishaw gehören.

Auch bezüglich der Drehorte gibt es Neuigkeiten. Die Eröffnungsszene von James Bond 23 wird in Istanbul gedreht. Die sonst eher medienscheuen Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli trafen sich Anfang der Woche mit Ertugrul Günay, dem türkischen Kultur- und Tourismusminister, um den Dreh in der beliebten türkischen Metropole zu besprechen. Etwa 15 Minuten sollen an berühmten Plätzen der Stadt entstehen und auch andere Schauplätze außerhalb Istanbuls kommen für die Filmcrew in Frage.

In den amerikanischen Kinos soll der Film ab dem 9. November zu sehen sein. Infos über einen deutschen Starttermin gibt es bisher noch nicht.

Quelle: www.comingsoon.net, www.twitchfilm.com / Bild: Chrisa Hickey at http://www.flickr.com/photos/chrisahickey/

Tom DiCillos Living in Oblivion in der Kinemathek Karlsruhe

von Anne Brendel, am 30.9.11



Befindet man sich im Film, im Film im Film oder im Traum vom Film im Film? Bei Tom DiCillos Werk Living in Oblivion aus dem Jahre 1995 weiß man nie so recht, wo man gerade ist. So scheint doch Regisseur Nick gerade erst aus seinem Alptraum erwacht zu sein, in dem er davon träumte einen Low Budget Film in New York zu drehen, wobei Geld und Talent nur begrenzt vorhanden waren. Oder wird der Traum doch real?

Tom DiCillo gewährt in der mit Steve Buscemi besetzten Satire Einblick in die Filmarbeit, gespeist aus dem Spektrum seiner eigenen Erfahrungen. Ein Blick direkt hinter die Kulissen. Ängste, Probleme, Pannen und Missgunst unter Kollegen werden zu einer vergnüglichen Collage verbunden. Die zweite Regiearbeit DiCillos, in der er auch auf die Erfahrungen als Kameramann unter anderem für Jim Jarmusch zurückgreifen konnte, wird in der untertitelten Originalfassung bis einschließlich Sonntag, den 2. Oktober, in der Kinemathek Karlsruhe gezeigt.

***

KINOPROGRAMM


Living in Oblivion -


Samstag, 1. 10. 21.15 Uhr


Sonntag, 2. 10. 21.15 Uhr


Bildmaterial: Kinemathek Karlsruhe

Klassiker beim ZDF-Montagskino im Herbst

von Anne Brendel, am 30.9.11

Szenenbild Der fremde Sohn

Als Free-TV-Premiere zeigt das ZDF zum Auftakt des eindrucksvollen Aufgebots an Hollywoodstars im Herbst den fesselnden Psychothriller Der fremde Sohn am Montag, den 3. Oktober um 22.00 Uhr. Das Meisterwerk des Regieveteranen Clint Eastwood mit Angelina Jolie und John Malkovich in den Hauptrollen handelt von einer alleinerziehenden Mutter, die sich auf die verzweifelte Suche nach ihrem entführten Sohn Walter macht und es dabei mit einem korrupten Polizeiapparat zu tun bekommt. Als ihr Sohn wiedergefunden wird, behauptet Christine Collins felsenfest, dass dies nicht ihr Kind sei. Niemand schenkt ihr Glauben und die lokale Polizeibehörde erklärt sie für geisteskrank. Der Aufenthalt in der Psychiatrie folgt. Doch die mutige Frau beginnt, für ihr Recht zu kämpfen.

Auch in den kommenden Wochen verspricht das ZDF-Montagskino fesselnde Unterhaltung und ein Staraufgebot. Zunächst gibt es vom 10. Oktober an eine dreiteilige Reihe mit spannenden Krimiproduktionen um Tommy Lee Jones, der kürzlich seinen 65. Geburtstag feierte. Im November und Dezember folgen unter anderem Martin Scorseses Departed – Unter Feinden mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon und Jack Nicholson sowie Public Enemies mit Johnny Depp. 16 Blocks mit Actionheld Bruce Willis ist ebenso vertreten wie Fletchers Visionen, in welchem Julia Roberts den Verschwörungsfanatiker Mel Gibson unterstützt. Der Science-Fiction-Thriller Die Insel glänzt durch das Thema der Anti-Utopie mit Scarlett Johannson und Ewan McGregor in den Hauptrollen. In einer Free-TV-Premiere sind außerdem Robert De Niro und Al Pacino in dem Thriller Kurzer Prozess – Righteous Kill zu sehen.


Bildmaterial: ZDF // Tony Rivetti, Jr.

Jung, arm, alles schon gelaufen? Filmreihe der Kinemathek Karlsruhe im Oktober

von Anne Brendel, am 30.9.11



Die zunehmende Verarmung in der heutigen Gesellschaft hat vor allem für Jugendliche gravierende Folgen. Perspektivlosigkeit verhindert oftmals, dass junge Menschen Stärke und Durchhaltevermögen entwickeln. Sie verlieren den Glauben an sich selbst und daran, dass das Leben Chancen für sie bereithält. Die Kinemathek Karlsruhe stellt in Kooperation mit SOZPÄDAL e. V. vier Filme vor, die auf unterschiedliche Weise den Kampf junger Menschen ganz individuell thematisieren. Alle Filme werden drei mal präsentiert und jeweils vor und nach der ersten Vorstellung wird allen Zuschauern die Gelegenheit zum Gespräch gegeben.

Jean-Pierre und Luc Dardennes Täter-Opfer-Studie Der Sohn handelt von Olivier, der eine Schreinerwerkstatt für schwererziehbare Jugendliche führt. Für Francis interessiert er sich besonders. Aus Panik hat der Junge einen Mord begangen und verbrachte lange Zeit im Gefängnis. Doch irgendwann wird klar, dass etwas in der Beziehung zwischen den beiden nicht stimmt.

Draußen bleiben ist ein Dokumentarfilm von Alexander Riedel, der die zwei Protagonistinnen Valentina und Suli ein Jahr lang in ihrem Alltag in München begleitete. Die beiden Mädchen mit Flüchtlingshintergrund fühlen sich auf der Straße stark, wenn sie mit vielen anderen unterwegs sind, abseits vom Alltag im Heim.

In ihrem zweiten Spielfilm Fish Tank erzählt die britische Filmemacherin Andrea Arnold voller Spannung und unerwarteter Wendungen von den ambivalenten Gefühlen der pubertierenden Mia vor dem Hintergrund wenig aussichtsreicher Lebensverhältnisse. Die 15-Jährige lebt mit ihrer Mutter und ihrer Schwester im Osten Englands und ihr Alltag ist von Langeweile, Tanzen und Handgreiflichkeiten geprägt. Als der neue Freund ihrer Mutter beginnt an ihr Talent zu glauben, verliebt sie sich in ihn.

***

KINOPROGRAMM


So 2. Okt.: 19:00, Fish Tank


Mi 12. Okt.: 19:00, Draußen bleiben


Fr 14. Okt.: 21:15, Draußen bleiben


Di 18. Okt.: 19:00, Draußen bleiben


Di 25. Okt.: 19:00, Der Sohn


Do 27. Okt.: 21:15, Der Sohn


So 30. Okt.: 19:00, Der Sohn




Mehr Informationen zu dem Programm finden sich hier.



Bildmaterial: Kinemathek Karlsruhe

Aim High – Warner Bros. verbindet TV-Serie mit Facebook

von Sabrina Schambeck, am 30.9.11

Warner Bros. hat eine Reihe von renommierten Schauspielern an Bord geholt, um eine neue Mini-Web-Serie zu produzieren, die ab dem 18. Oktober unter dem Titel Aim High laufen wird.
Die Serie soll ausschließlich über die Facebook-Seite gesendet werden und wird erstmalig die sozialen Komponenten des Netzwerkes direkt in die Serie integrieren. Das bedeutet, der Zuschauer ist selbst Star der Serie.

Während dieser die Folge betrachtet, werden z.B. Fotos von ihm und seinen Freunden in das Bild integriert. Musik, die die Charaktere der Serie hören stammt aus der Playlist des Zuschauers und Bilder und Namen seiner Facebook-Kontakte tauchen im Abspann auf.

Als Hauptdarsteller wird Jackson Rathbone (Twilight) in der Rolle des Highschool-Schülers Nick Green zu sehen sein, ein Teenager der am Tag die Schulbank drückt und nachts zum Special-Agent mutiert um Verbrecher zu jagen. Aimee Teegarden (Friday Night Lights) wird das Mädchen spielen, in das Nick verliebt ist, während Rebecca Mader (Lost) als aufreizenden Lehrerin auftritt. Außerdem wird Greg Germann (Ally McBeal) als Vizedirektor von Nicks Schule zu sehen sein. Regie führt Thor Freudenthal, der zuletzt den Film Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt! inszenierte.

Mit Aim High möchte Warner Bros. versuchen am Puls der Zeit zu bleiben und TV-Serien mit Social Media verbinden. Da das junge Publikum zwischen 14 und 30 Jahren sehr viel Zeit auf Facebook verbringt, erreicht man so spielend leicht eine große Zielgruppe.

Quelle: www.deadline.com / Bild: facebook.com website

Trailer zu Extrem laut und unglaublich nah – mit Tom Hanks und Sandra Bullock

von Sabrina Schambeck, am 30.9.11

Regisseur Stephen Daldry hat die Oscar-Preisträger Sandra Bullock und Tom Hanks als Dreamteam vor die Kamera geholt. Sein neuer Film Extrem laut und unglaublich nah basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jonathan Safran Foer, der 2005 in den USA erschien und von Literaturkritikern in hohen Tönen gelobt wurde.

Bei den Anschlägen des 11. Septembers hat der 9-jähirge Oskar (Thomas Horn) seinen Vater (Tom Hanks) verloren. Seine Mutter (Sandra Bullock) ist in tiefer Trauer versunken und kann sich kaum um ihren Sohn kümmern. Oscar weigert sich zu glauben, was er nicht mit eigenen Augen gesehen hat und kann den Tod nicht einfach akzeptieren. Er ist davon überzeugt, dass ihm sein Vater eine letzte Botschaft hinterlassen hat, die irgendwo in New York versteckt ist. Als er im Schrank seines Vaters einen mysteriösen Schlüssel findet, begibt er sich deshalb auf die Suche nach dem passenden Schloss. Bei seinen Streifzügen durch die fünf Stadtbezirke von New York beginnt er seine sichtbare Welt mit anderen Augen wahrzunehmen und versucht allmählich den schrecklichen Verlust zu verarbeiten.

Oscar-Kandidat Stephen Daldry (Der Vorleser, The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit) hat schon mehrfach Literatur für die große Leinwand adaptiert und war damit bisher sehr erfolgreich. Mit seinem neuen Werk wagt er sich nun erneut an eine Literaturverfilmung. Das Drehbuch dazu stammt von Eric Roth, der auch für das Script von Forrest Gump verantwortlich war.

Am 19. Januar 2012 wird Warner Bros. den Film in die deutschen Kinos bringen. Den Trailer zu Extrem laut und unglaublich nah könnt ihr euch hier ansehen!



Quelle: www.twitchfilm.com / Bild: Warner Bros.

Deutsche Akademie für Fernsehen vergibt ab 2013 eigene Preise

von Sabrina Schambeck, am 30.9.11

Die im Dezember 2010 gegründete Deutsche Akademie für Fernsehen werde erstmals 2013 eigene Preise vergeben, meldet Blickpunkt Film. Die Organisation, der derzeit 350 Mitglieder aus 18 Berufsgruppen angehören, werde die Auszeichnungen für Einzelleistungen in deutschen TV-Produktionen vergeben. Die Kategorien entsprechen den Sektionen der Akademie, wobei in der Kategorie Schauspiel zwischen einer Auszeichnung für die beste weibliche und die beste männliche Hauptrolle sowie für die beste weibliche und männliche Nebenrolle differenziert wird.

Vorschlagsberechtigt sind alle Mitglieder der Akademie. In den einzelnen Sektionen soll dann über eine Vorauswahl und die Nominierungen abgestimmt werden. Über die Preisvergabe werden schließlich wieder alle Mitglieder entscheiden. Wichtig ist, dass weder Nominierte noch Preisträger, Mitglied der Akademie sein müssen.

Dazu der Vorstand der Deutschen Akademie für Fernsehen: "Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern fehlte bislang in Deutschland ein vom professionellen Know-How der Fernsehschaffenden bestimmter Fernsehpreis. Unabhängig von pädagogischen und politischen Interessen sowie Sender- und Verlegereinflüssen werden die FernsehmacherInnen selber die herausragenden Leistungen ihrer BerufskollegInnen würdigen und auszeichnen."

Die Stifter des Deutschen Fernsehpreises, die Sender RTL, Sat. 1, WDR und ZDF als auch die Fernsehakademie streben voraussichtlich eine enge Zusammenarbeit an. Zu den Mitgliedern der Akademie gehören u.a. die Schauspieler Silke Bodenbender, Sky du Mont, Tatortkommissarin Maria Furtwängler, Walter Sittler sowie zahlreiche Autoren, Regisseure und Produzenten.

Quelle: Blickpunkt Film

HBO sichert sich Rechte an Klitschko Film

von Stephanie Reich, am 30.9.11



Zu der Dokumentation Klitschko sicherte sich jetzt HBO die Filmrechte. Im Juni 2012 will der US-Pay-TV-Sender dann voraussichtlich den Film ausstrahlen.

Der Film von Sebastian Dehnhardt zeigt das Leben der Brüder Wladimir und Vitali Klitschko, ihre Kindheit in der Ukraine, den Umzug nach Deutschland und ihren Aufstieg im Boxsport und den damit verbundenen Siegen und Niederlagen in ihrer Karriere.

Klitschko erscheint am 18. November auf Blu-ray und DVD.


Quelle: Blickpunkt:Film
Bild: Majestic Filmverleih

Yoko - ab 26. Januar 2012 im Kino

von Stephanie Reich, am 30.9.11



Am 26. Januar 2012 startet im Verleih von Sony Pictures der Film Yoko. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Knister.

Franziska Buchs Film handelt von dem Mädchen Pia (Jamie Bick), die eines Tages in ihrem Baumhaus eine wahnsinnige Entdeckung macht: ein weißes, zotteliges Tier hat sich darin versteckt. Es spricht eine Sprache, welche sie nicht versteht. Fortan bringt der sogenannte Yoko das Leben von Pia und ihren Freunden vollkommen durcheinander. Doch Thor Van Sneider (Tobias Moretti), ein böswilliger Großwildjäger, hat es auf das fremdartige Tier abgesehen.

Neben Jamie Bick und Tobias Moretti sind Jessica Schwarz, Justus von Dohnányi und Lilly Reulein in Yoko zu sehen.

Hier seht ihr nun den deutschen Trailer dazu. Viel Spaß beim Ansehen!



Abonniert hier unseren Youtube-Channel, um täglich neue Trailer und Clips zu sehen.

Bild: Sony Pictures

München: 2 neu untertitelte Filme im Filmmuseum

von Marlon Lieber, am 30.9.11

In einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Sprachen- und Dolmetscherinstitut München (SDI) werden im Oktober im Filmmuseum München zwei neu vom SDI untertitelte Filme aus den Archiven des Filmmuseums vorgestellt.

Zunächst wird in der Reihe Open Scene am 6. Oktober der chinesische Film Gold und Sand (1965) gezeigt. Der Film von Regisseur Yi Lin basiert auf dem Roman Im Strom der großen Revolution des Schriftstellers Zhu Danoan und spielt in den 1920er Jahren, als China mit Warlords und dem Einfluss Japans zu kämpfen hat. Vier junge Männer verlassen ihre Heimatorte und schwören für eine bessere Zukunft zu kämpfen. Dabei kommt es jedoch zu ideologischen Spannungen zwischen kommunistischen und nationalistischen Vorstellungen.
Der Film wurde nach seinem Erscheinen als "Zerrbild der Revolutionsgeschichte" verboten und Yi Lin, der Regisseur, wurde im Zuge der Kulturrevolution verfolgt.
Yanhua Wang, Fenghua Wu und Julia Buddeberg, Studentinnen am SDI, führen in den Film ein und berichten von der Arbeit der Untertitelung.

Am 17. Oktober wird in einer Sondervorstellung der zweite Film des Projekts, The Devil and Daniel Webster (1941) von William Dieterle, gezeigt. Der Film erzählt von einem armen Farmer im US-Bundesstaat Vermont, der dem Teufel seine Seele verkauft, um zu Wohlstand und Erfolg zu kommen. Als er erkennt, dass dies ein Fehler war, heuert er einen Anwalt an, um ihn aus dem Vertrag herauszulösen. Der Film besticht mit faszinierenden Effekten. Die deutschen Untertitel stammen von Birgit Roberts.

Gold und Sand (OmU)
Do., 6.10. 19:00 


The Devil and Daniel Webster (OmU)
Mo., 17.10. 19:00


Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München


1000 Könige - Interview mit Bidzina Kanchaveli auf ARTE

von Marlon Lieber, am 30.9.11



1000 Könige, das erste Langfilm-Projekt des in Georgien geborenen Regisseurs Bidzina Kanchaveli ist eine exklusiv vor Green-Screen gedrehte Zukunftsvision, in der alle Menschen ihre Körper aufgegeben haben und nur noch als gleichgestellte Seelen existieren. Allein einer der 1000 Seelen dieser Welt ist noch im Stande Gefühle zu empfinden, was ihm Ansehen sichert, aber auch dazu führt, dass er ausgenutzt wird. Der Indie-Science-Fiction Film, der sich von allem, was bisher in Deutschland in dieser Richtung passierte, radikal unterscheidet, befindet sich momentan noch in der Postproduktionsphase. Hier ist ein längerer Bericht zum Projekt von uns, dort gibt es auch weitere Bilder aus dem Film zu sehen.

Kürzlich berichtete das Magazin KurzSchluss auf ARTE von dem Projekt und zeigte ein Interview mit Kanchaveli. Das möchten wir euch nicht vorenthalten:

Das Interview




Bonusmaterial






Um das Team bei der Postproduktion zu unterstützen, könnt ihr die offiziellen T-Shirts zum Film erwerben. Es gibt sie in schwarz und weiß, aber die Anzahl ist limitiert, also schnell zugreifen. Hier geht es zum Shop und hier kommt ihr auf die offizielle Homepage des Projekts. Dort erfahrt ihr mehr über den Film und könnt außerdem herausfinden, wie ihr dem Team helfen könnt. Kreative 2D und 3D Artists werden ebenfalls noch gesucht. Hier geht es außerdem zur Homepage des Regisseur Bidzina Kanchaveli.

Eröffnung mit grandioser Polit-Parabel

von Oliver Kaever, am 30.9.11

Bei Filmfestivals prallen zwei Welten aufeinander: die des Glamours, der Stars, Sternchen, roten Teppiche und kurzen Schwarzen – und die der ernsten, in der breiten Öffentlichkeit als anstrengend empfundenen Filmkunst. Gestern Abend, bei der Eröffnungsveranstaltung des 19. Hamburger Filmfestivals, kollidierten diese beiden Welten unmittelbar. Es klang fast so, als wolle sich Festivalchef Albert Wiederspiel in seiner Rede rechtfertigen dafür, dass er in diesem Jahr als Eröffnungsfilm keine beschwingte Komödie zeigte, sondern Auf Wiedersehen, das Polit-Drama des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof, der in seiner Heimat einem Berufsverbot unterliegt und seinen Film zur Uraufführung in Cannes außer Landes schmuggeln lassen musste. Dabei hat sich das Festival in diesem Jahr den Schwerpunkt "Macht" auf die Fahnen geschrieben, versteht sich also als explizit politisch. "Ich hätte mit einer netten Komödie über das Sexleben der Großstädter eröffnen können", so Wiederspiel. "Aber die Welt brodelt, wir haben Revolutionen, Aufstände, Kriege. Dazu muss ein kulturelles Ereignis wie das Filmfest Hamburg Stellung beziehen." Man kann das als etwas pathetisch empfinden, aber angesichts Wirtschaftskrise, Krise der EU, arabischen Revolutionen, sich allerorten formierenden Bürgerbewegungen und verheerenden Naturkatastrophen wird wohl niemand abstreiten wollen, dass die Zeiten im Moment zumindest subjektiv empfunden besonders turbulent sind. Und die Hamburger Programm-Macher somit ein gutes Näschen beweisen.

Das Filmfest Hamburg hat einen weiteren guten Grund, mit einem iranischen Film zu eröffnen. Schon seit Jahren bestehen enge Verbindungen, laufen auf jedem Filmfest einige Filme aus dem Iran. Auch Rasoulof ist ein hier ein alter Bekannter, er zeigte in Hamburg bereits seine Arbeiten Iron Island und The White Meadows. Sein neuer Film ist sein bisher stärkster – Wiederspiel versprach also nicht zuviel, als er sagte, nicht die Freundschaft mit dem Regisseur, sondern die Qualität des Films habe den Ausschlag gegeben, ihn als Eröffnungsfilm auszuwählen. Auf Wiedersehen erzählt die Geschichte der Teheraner Anwältin Noura (Leyla Zareh), von der man zunächst nur erfährt, dass sie schwanger ist. Sie lebt scheinbar allein, mit ihrem Mann telefoniert sie nur ab und zu. Die Kamera beobachtet sie dabei, wie sie Papierschachteln beklebt, U-Bahn fährt, sich vor einem Gespräch mit einer ehemaligen Kollegin den Nagellack entfernt und den locker ums Haar gelegten Schal mit einem dichten Kopftuch vertauscht. Sie sitzt bei einem Arzt und einem Anwalt im Wartezimmer, schlägt sich mit abweisenden Rezeptionsdamen herum. Rasoulof erzählt den Film aus alltäglichen Situationen, und nur sehr langsam schält sich die Geschichte heraus. Noura wurde mit einem Berufsverbot belegt, weil sie politisch Verfolgten half. Ihr Mann, ein kritischer Journalist, musste aus Teheran fliehen und versteckt sich nun im Süden des Landes. Die beiden wollen den Iran verlassen, aber sie haben so gut wie keine Chance, ein Visum zu bekommen. Ein Anwalt lässt sich teuer dafür bezahlen, einen Weg zu finden. Die Schwangerschaft soll dabei helfen. Aber die Repressionen der Staatsgewalt nehmen immer mehr zu, Noura geht langsam das Geld aus, und in der Schwangerschaft gibt es Komplikationen.

Ungewöhnlich ist die Wahl von Auf Wiedersehen als Eröffnungsfilm nicht nur, weil es sich um einen politischen Film handelt. Sondern auch und vor allem, weil dieses leise, spröde, sublime Kammerspiel sich dem Zuschauer nie in Form von Dramatisierung, Emotionalisierung oder Spannungssteigerung anbiedert. Er habe den Alltag einer bestimmten Schicht im Iran zeigen wollen, sagt Rasoulof über seinen Film. Wie er diesen Alltag beschreibt und künstlerisch verdichtet, das ist schlichtweg atemberaubend. Er stellt die filmischen Mittel vollkommen in den Dienst der Erzählung. Es gibt keine Musik, auf der Tonspur sind lediglich Dialoge und Alltagsgeräusche zu hören. Rasoulof entwickelt die Geschichte rein situativ, es gibt keine erklärenden Rückblenden. Die immer unbewegte Kamera beobachtet Noura, verharrt dabei in Totalen oder Halbtotalen. Der Regisseur schneidet nur, wenn es sein muss. Gespräche zum Beispiel werden nie im typischen Schuss-Gegenschuss-Verfahren aufgelöst, vielmehr bleibt die Kamera meist bei Nouras Gesicht. Lange Plansequenzen zeigen ungeschnitten, wie demütigend ihr Alltag ist. Einmal durchsucht die Geheimpolizei ihre Wohnung. Rasoulof bleibt mit der Kamera in einer Totalen im Wohnzimmer, wo Noura von einem der Polizisten bewacht wird, während sein Kollege, nur im Off hörbar, in den anderen Zimmer stöbert. So entsteht das Bild eines Staates, der nicht offen terrorisiert – selbst die beiden Polizisten geben sich ruhig und zurückhaltend – sondern seine selbst erklärten Feinde mit subtilen Methoden, wie durch einen unsichtbaren Vorhang, schikaniert und isoliert. Immer wieder liegen in Rasoulofs Einstellungen die Bildfluchten in der Unschärfe, Noura wirkt wie abgeschnitten von ihrer Umgebung. Ihre totale Einsamkeit wird markiert durch Wartezimmer, geschlossene Türen, Dunkelheit, Kälte. Obwohl Auf Wiedersehen das Geschehen nie dramaturgisch forciert, wird der Druck, der auf Noura lastet, immer stärker spürbar. So wird die formvollendete, klaustrophobische Filmsprache selbst zur Metapher für einen Staat, der seine Bürger zu Gefangenen macht.

Die iranische Justiz treibt merkwürdige Blüten. Rasoulof musste seinen Film zwar außer Landes schmuggeln, durfte aber selbst mit seinem Produzenten und der Hauptdarstellerin zur Deutschland-Premiere nach Hamburg reisen. Ein bewegender Moment, als der kleine, schüchterne Herr auf der riesigen Bühne des Cinemaxx stand und sich für seinen in seinen eigenen Worten bitteren und anstrengenden Film entschuldigte. Er hoffe, so sagte er, die Zuschauer seien nicht müde. Dabei hat er dem Filmfest Hamburg in seinem politischen Gewand von 2011 zu einem glänzenden Start geholfen. Und macht Lust, sich in den kommenden neun Tagen mit weiteren politischen Filmen auseinanderzusetzen.

Unsere gesamte Berichterstattung zum Filmfest Hamburg findet sich hier.



Bé omid é didar / Goodbye
R, B: Mohammad Rasoulof
K: Arastoo Givi
D: Leyla Zareh, Fereshteh Sadre Orafaiy, Shahab Hosseini
Iran, 2011, 100 Min.

Gewinnspiel zum DVD und Blu-ray Start von Pina

von Catarina Gomes de Almeida, am 30.9.11


Wim Wenders Film Pina, der für die Oscarnominierung 2012 für Deutschland um den besten nicht-englischsprachigen Film kandidiert, ist eine Hommage an die 2009 verstorbene Tänzerin und Choreographin Pina Bausch. Der Film, der ursprünglich ein gemeinsames Projekt von Regisseur Wenders und von Bausch werden sollte, wurde durch den Tod von Bausch zu einem Film von Wim Wenders für Pina Bausch.

Pina ist ein Tanzfilm in 3D, in welchem die außergewöhnliche Tanzkunst der Titel gebenden Choreographin von dem Ensemble des nach ihr benannten Tanztheaters Wuppertal, dessen Choreographin sie gewesen ist, dokumentiert wird. Dabei holt der Film seine Darsteller von der Bühne herunter und macht Wuppertal und Umgebung zu seiner Kulisse. Die Choreographien, die im Film von den Ensemblemitgliedern getanzt werden, hatte Bausch noch vor ihrem Tod gemeinsam mit Wenders ausgewählt. In den Film miteingebunden sind teilweise auch Bilder und Tondokumente aus Bauschs Leben.

Mehr zum Film erfahrt Ihr auf der offiziellen Homepage sowie auf der Facebook-Seite.
Ein Interview mit Wim Wenders über Pina findet Ihr bei NEGATIV außerdem hier und einen weiteren Artikel zum Film hier.



Seit heute ist Pina als DVD und Blu-ray im Handel erhältlich. Anlässlich des DVD und Blu-ray Starts verlost NEGATIV als 1. Preis eine Blu-ray Special Edition von Pina und ein Fanpaket, bestehend aus einem von Wim Winders signierten Plakat und einem Exemplar des Bildbandes Peter für/for/pour Pina - Die Bühnenbilder von Peter Pabst für die Stücke von Pina Bausch (mit einem Vorwort von Wim Wenders). Als 2. Preis gibt es außerdem einmal die DVD von Pina zu gewinnen.

Um am Gewinnspiel teilzunehmen müsst Ihr nur die untenstehende Frage beantworten. Wir wünschen Euch viel Glück dabei!

Teilnahmeschluss ist der 13. Oktober 2011!

Wir danken NFP für die freundliche Unterstützung!

Leider können nur Teilnehmer mit Wohnsitz in Deutschland akzeptiert werden. Die Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Mit der Teilnahme akzeptiert Ihr automatische die hier einsehbaren Teilnahmebedingungen.


War Requiem

von Elisabeth Maurer, am 29.9.11


Eine Trompete im rostroten Schützengrabenschlamm. Eine Trompete im nicht unschuldig weißen Schlachtfeldschnee. Eine Trompete im schwarzen Tränenregen. In einer Art unterirdischen Zwischenwelt der Toten am Ende hebt ein Junge sie auf, kurz darauf hält ein gefallener Soldat sie an seine Lippen. Musik spielt sie nicht. Weder einen Aufruf noch eine Klage. Im Krieg gibt es keine Musik. Und die Toten können nicht mehr spielen.

Der Krieg spielt eine Melodie, die alle anderen Klänge übertönt, eine, die aus dem menschlichen Leid und der wirkungsvollen Maschinerie komponiert wurde. Ihre Motive sind die immer gleichen - Schmerz, Hoffnungslosigkeit, Sehnsucht, Schuld, Pflicht, Kameradschaft – egal wo sie erklingt. Für die Menschen, die sie hören, ertönt sie geistzerschmetternd laut. Manch einer flüchtet sich in Wahnsinn, ein anderer in Stumpfsinn, und manche versuchen sie festzuhalten. Damit die Menschen nicht vergessen. Obwohl sie es immer tun. Wilfred Owen war 25 Jahre alt als er fiel. Eine Woche vor Ende des Ersten Weltkriegs. Seine Eindrücke als Soldat hielt er in Form von Gedichten fest, womöglich eine der geeignetsten Formen, die Kriegsmelodie auszudrücken.

Welch Grabgeläute denen, die wie Schlachtvieh sterben?
- Die ungeheure Wut nur der Kanonen.
Das schnelle Schnacken nur von stotternden Gewehren
Kann ihre Stoßgebete übertönen.
Jetzt weder Glocken noch Gebete, die sie verhöhnen;
Noch Stimmen sonst der Klage ihnen; nur Gesänge. –
Die schrillen Wahngesänge der Granaten, ihr Stöhnen,
Und fern aus trauervollen Gauen rufend, Hörnerklänge.

1962 präsentierte der Komponist Benjamin Britten sein War Requiem, im Gedenken an die beiden Weltkriege. Er mischte dabei die lateinischen Gesänge des Requiems mit Textauszügen aus Owens Gedichten. Britten gab so dem Krieg eine Musik, die zwar harmonisch und auch stellenweise erhebend ist, aber gleichzeitig durch die Texte Owens und durch das Gegenüberstellen von dramatischen Passagen und solchen der Ruhe oder gar der todesverachtenden Freude versucht, die Kriegserfahrung zu spiegeln. So sind ihre Motive eben jene, die weiter oben als die des Krieges aufgezählt wurden. Diesen nunmehr zweischrittigen Prozess der Übertragung des Krieges in eine Kunstform und die Reflektion über ihn in einer Kunstform führte Derek Jarman mit War Requiem 1989 fort. Der Regisseur begab sich auf die Suche nach den Bildern, die das Werk vervollständigen.

Und nur an den Bildern war es ihm gelegen. Sein Film verwendet als einzige Tonspur diejenige der Originalaufnahme von Brittens Komposition aus dem Jahr 1963, es gibt keinen Dialog, keine Atmosphäre, keine Geräusche. Doch die gefundenen und aneinandergefügten Bilder verleihen der Kriegsmelodie von Owen und Britten Ausdruck. So findet sich relativ gegen Ende eine lange Sequenz, die Originalaufnahmen aus den verschiedensten Kriegen, seien es die Weltkriege, Vietnam, Afghanistan, in schneller Schnittfolge montiert, sie sich überlappen lässt, sie wiederholt. Bilder, Musik und der Text des Gesungenen schwellen zu einer beinahe unerträglichen audiovisuellen Präsentation des Krieges im universellen Ausmaß an. Hier kommt Jarman dem, was die Soldaten als Kriegsmelodie erleben, vielleicht erschreckend nahe. An anderer Stelle verschwimmen Aufnahmen der Ruinen einer zerbombten Stadt mit Farbschlieren - rostroten wie der Schützengrabenschlamm und ekelhaft grünen – und Feuerflackern. Das ist die hinterlassene Zerstörung, die audiovisuell verarbeitet wird. Vielleicht noch stärker als diese beiden Sequenzen wirkt das nach, was man als Ausdruck der Trauer derjenigen, die nicht kämpfen, doch ebenso leiden und vielleicht für immer verlassen sind, verstehen kann. Der Film verfolgt lose den Weg von Owen (Nathaniel Parker) im Krieg, dazu parallel den einer Krankenschwester (Tilda Swinton), mit der er befreundet ist. Diese kümmert sich aufopfernd um ihre Patienten, kann aber oftmals doch nur hilflos an ihrem Sterbebett stehen. In tiefster verzweifelter Trauer sitzt die junge Frau gegen Schluss im leichten Hemd verlassen am Boden, flechtet ihre langen Haare in dünne Zöpfe und schaut in die Ferne. Die lange Plansequenz fängt dann ein, wie sie sich beginnt zur Musik des War Requiems zu bewegen, wie ihre Lippen stumm die Texte mitsprechen. Dabei wird sie von verschiedenen Emotionen bewegt. Zunächst scheint das gesungene Lob auf Christus ihr Frieden zu geben, sie lacht sogar, dann aber nimmt die Verzweiflung überhand.

Mehr noch wie den Versuch einen adäquaten Ausdruck für die Kriegserfahrung zu finden, ist das Werk von Owen, Britten und Jarman davon bestimmt, die Mechanismen des Krieges, seine Auswirkungen, seine Bedeutung zu erkunden – ohne dabei den Anspruch zu erheben, zu einer Lösung oder überhaupt zu einer konkreten Antwort zu kommen. Vielmehr kann wohl der Anstoß zur Reflexion als einziges Ziel dieser Beschäftigung gesehen werden. Der Nutzen einer einfachen Erklärung oder die Existenz einer heilenden Hoffnung wird von Owens Texten auch von vorneherein in Frage gestellt. Die Zeilen sind geprägt von der Auseinandersetzung mit der Religion, die aber keinen Trost spenden kann. Jarman stellt vor allem den Opfergedanken an zentrale Stelle seiner Bilder. Da gibt es die Sequenz, in der sich die Filmfigur Owen in die Rolle von Abrahams Sohn phantasiert. Abraham aber ignoriert das Einschreiten des Engels, opfert den Sohn, wofür ihm dickbäuchige, grotesk geschminkte Anzugträger applaudieren. Wie in einem Laientheater aufgeführt wird die Sequenz von Jarman umgesetzt. Der Engel wird von einem Kind in Kostüm verkörpert. Der Junge stellt immer noch die Unschuld und die Jugend dar, diese wird von den Machthabern - Abraham und den Zuschauern - ignoriert. Owen spricht in seinen Gedichten von den Kriegsverletzungen des Lamm Gottes, Jarman schneidet zwischen Kriegsaufnahmen das Schlachten eines Schafs. Und er zeigt einen toten lockenköpfigen Soldaten, einen Freund von Owen, der zuvor als Frohnatur erschien, tot auf eine Barrikade fallen. Diese erinnert an eine Futterkrippe, gebettet ist der junge Mann jedoch nicht auf Stroh sondern auf Stacheldraht. Owen kniet sich neben ihn, eine Pietaszene, die später in ähnlicher Weise, nur mit Owen als Totem, wiederholt wird. Die Mutter kniet nicht neben dem geopferten Sohn, sondern der Kamerad. Die Liebe zum Nächsten ist das einzig Gute, was hier mitten im Krieg noch zu finden ist. Doch gerade diese ist bedroht. Denn Owens Freund starb durch seine Schuld, eine Schuld, die jeder Soldat zwangsläufig im Krieg auf sich laden muss. Jeder Soldat ist gezwungen zu töten, die Feinde töten seine Freunde. Diese unvermeidbare Schuld ist womöglich das Grausamste, was der Krieg den Menschen antut. Keiner, der in Kriegszeiten lebt, ist unschuldig. Und Aufopferung, wie sie die Krankenschwester verkörpert, steht im Dienste der lebensverachtenden Grausamkeit. Der Krieg untergräbt das Konzept der Nächstenliebe, pervertiert den Opfergedanken, in dem er ständig Opfer einfordert.

Am Anfang des Films ist ein alter Soldat zu sehen (Laurence Olivier in seinem letzten Filmauftritt). In einer Großaufnahme schaut er direkt in die Kamera. Er erinnert sich an sein Kriegserlebnis. War Requiem macht diesen Schritt auch. Er schließt den Kreis zurück zu Owens konkretem Einsatz im Krieg, indem er ihn in Bildern fasst. Um den Krieg zu thematisieren abstrahierte Owen zunächst seine Eindrücke in seinen Gedichten, Britten fügte ihnen eine weitere Ebene hinzu, bewegte sich aber auch etwas zurück zu einem sinnlichen Erleben durch die Musik. Damit stellt der Film heraus, wie man sich an den Krieg erinnert, wie man über ihn nachdenkt oder nachdenken kann oder nachdenken sollte. Dazu verbindet er alle verschiedenen Arten von Bildern, von stereotypen Aufnahmen der leidenden Soldaten, über komplexere Spielszenen oder solchen mit bühnenhaftem Charakter, bis hin zu unterschiedlichsten Archivaufnahmen und Assoziationen. Es ergibt sich kein Ganzes, keine Antwort, der Krieg ist ein Gebilde aus Fragmenten, für immer unverständlich. Und doch schließen sich die unterschiedlichen Kunstformen hier zu einer geschlossenen Auseinandersetzung mit Krieg zusammen.

Salzgeber veröffentlicht den Film erstmals in Deutschland auf DVD. Als Bonus befindet sich ein Kurzfilm von Derek Jarman auf der DVD. Besonderes Extra ist aber ein beiliegendes Booklet, dass den Text von Brittens Werk, die Gedichte Owens und die Verse des Requiems, in deutscher Übersetzung beinhaltet.



War Requiem
B+R: Derek Jarman nach der gleichnamigen Komposition von Benjamin Britten, die auf Texten von Wilfred Owen basiert
K: Richard Greatrex
D: Nathaniel Parker, Tilda Swinton, Laurence Olivier, Sean Bean, Owen Teale
Großbritannien 1989, 92 Min.
Salzgeber
Bildformat: 16:9
Sprachen: Englisch-Lateinisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kurzfilm Delphinium
FSK: 16
Veröffentlichung: 22.8.2011

The Flowers of War mit Christian Bale – Chinas Oscar-Kandidat

von Sabrina Schambeck, am 29.9.11

Zhang Yimou zählt zu den berühmtesten Regisseuren Chinas. Mit seinem neusten Werk The Flowers of War kann er sich dieses Jahr erneut beweisen. Sein Film geht als Chinas Kandidat für einen Oscar in der Kategorie Bester Ausländischer Film in den Wettbewerb. Es ist bereits der fünfte Versuch von Zhang Yimou auf einen Oscar, u.a. nach Ju Dou und Rote Laterne.

The Flowers of War spielt im Jahr 1937 und beschreibt das Massaker von Nanjing. Im Dezember diesen Jahres nahmen die Japaner die chinesische Stadt ein und es kam zu Hinrichtungen von hunderttausenden Zivilisten und Soldaten sowie Vergewaltigungen von Frauen und Kindern. Christian Bale (Batman Begins, The Fighter) spielt John Magee, einen amerikanischen Priester, der vielen Chinesen die Flucht vor dem sicheren Tod ermöglichte.

Der Film basiert auf einem Roman des chinesisch-amerikanischen Autors Yan Geling und wurde von Liu Heng zu einem Drehbuch adaptiert. Es ist der bisher teuerste Film, der in China produziert wurde, was besonders an einigen großen Schlachtszenen liegt.

Quelle: www.filmbiz.asia / Bild: Asim Bharwani at http://www.flickr.com/photos/modenadude/

Eurasia International Film Festival – Gewinner ist The First Rains of Spring

von Sabrina Schambeck, am 29.9.11

Vom 19. bis zum 24. September fand in der ehemaligen kasachischen Hauptstadt Almaty das 7. Eurasia International Film Festival statt. Es ist das größte internationale Filmfestival in Kasachstan und wurde erstmals 1998 veranstaltet.

In der Kategorie Bester Film gewann die japanisch-kasachische Ko-Produktion The First Rains of Spring. Der Film ist eine gemeinsame Regiearbeit von Sano Shinju und Erlan Nurmuhambetov und beschreibt das Leben einer Familie, die in der Wildnis Kasachstans nahe der chinesischen Grenze wohnt.

Der Film wurde von einer internationalen Jury ausgewählt, zu der u.a. der Südkoreaner KIM Ki-duk, der japanische Filmemacher SAI Yoichi, der russische Schauspieler Vladimir Khotinenko und die französische Regisseurin Gilles Marchand gehörten.

Der Preis für die Beste Regie ging an Nariman Turebayev für seinen Film Sunny Days.

Der Film Busong: Palawan Fate des philippinischen Regisseurs Auraeus Solito wurde mit dem FIPRESCI Critics Award geehrt. Der Regisseur stammt selbst von der Insel Palawan und sein Film ist der erste, der die Lebensweise des Inselstammes behandelt. Den Trailer könnt ihr euch hier ansehen.

Quelle: www.filmbiz.asia

45. Internationale Hofer Filmtage - Das Programm mit Trailern

von Holger Weiß, am 29.9.11

Die Internationalen Hofer Filmtage werden am 25. Oktober bereits zum 45. Mal stattfinden. Eröffnet werden die FIlmtage mit Carsten Ungers Spielfilmdebüt Bastard. Unger ist damit bereits zum dritten Mal Gast bei den Hofer Filmtagen, nachdem er zuvor seine beiden Kurzfilmen Zahme Vögel und Der Blaue Affe gezeigt hatte. In Bastard macht sich der adoptierte Leon auf die Suche nach seiner leiblichen Mutter und findet sie und ihre Familie, zu der auch ein achtjähriger Sohn gehört. Der erst 13-jährige Leon entführt das Kind und will dessen Platz einnehmen. Der Polizei bleibt aufgrund Leons Alter nichts anderes übrig, als eine Kriminalpsychologin einzuschalten.

Mit Didi Danquarts Bittere Kirschen, Klaus Lemkes 3 Kreuze für einen Bestseller und Emily AtefTöte mich beinhaltet das diesjährige Programm drei Erstaufführungen.  Die Farbe des Ozeans und Black Brown White sind zwei ebenfalls neue Filme, welche die Unruhen in Afrika und die daraus resultierenden Flüchtlingswellen thematisieren und auf ganz unterschiedliche Art und Weise behandeln.

Auf internationaler Ebene ist Urszula Antoniak bereits zum zweiten Mal bei den Hofer Filmtagen zu Gast und präsentiert ihren neuen Film Code Blue (NEGATIV berichtete). Ebenfalls zum zweiten Mal besucht Valérie Donzelli die Filmtage und zeigt ihren Film La guerre est déclarée, nachdem sie 2009 schon mit La Reine de pommes auf sich aufmerksam gemacht hatte. Auch ein bekanntes Gesicht ist der amerikanische Regisseur Ramin Niami, der diesmal den Dokumentarfilm Babe's and Ricky's Inn zeigt. Eine ganz ähnliche Thematik hat da auch Peter Goedel für seinen Film Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da gewählt, in der er das Nachtleben einer Kneipe im Herzen Münchens einfängt.  In Troubadours wiederum gibt es seltene Archivaufnahmen zu den glänzenden Karrieren James Taylors und Carole Kings aus den 70ern zu sehen.




Sein Debüt bei den 45. Hofer Filmtagen feiert Mike Cahill mit Another Earth, über den NEGATIV bereits berichtete. Die erstaunliche Frage "Was wäre, wenn es uns im Universum ein zweites Mal gäbe?" wird dabei zum Mittelpunkt des Films, nachdem die Hauptfigur Rhoda nach einem Unfall mit dem Schicksal hadert. Eine österreichische Produktion findet mit dem Eifersuchtsdrama Brand - Eine Totengeschichte ebenso seinen Platz in Hof wie Peter Payers Am Ende des Tages und der Thriller Babycall, in dem eine junge Mutter (Noomi Rapace) glaubt, über ihr Babyphone Zeugin eines Mordes zu werden.

Im Porträt zeigen die Hofer Filmtage dieses Jahr den britischen Regisseur David Mackenzie, der vor allem durch seinen Film Young Adam seinen Durchbruch schaffte und 2004 zum British Newcomer des Jahres gewählt wurde. Und Preise werden bei der 45. Ausgabe des Festivals ebenfalls wieder einige vergeben. Unter anderem können die diesjährigen Festivalteilnehmer den Filmpreis der Stadt Hof, wie auch den Förderpreis Deutscher Film und den Eastman Förderpreis der Kodak GmbH für Nachwuchstalente gewinnen.

Weitere Informationen zum Festival gibt es auf der Homepage http://www.hofer-filmtage.com/home/.

Babycall


Die Farbe des Ozeans


Black Brown White


Code Blue



Another Earth


Am Ende des Tages


Young Adam



Text: NEGATIV / Quelle: Blickpunkt Film, hofer-filmtage.com / Bilder: hofer-filmtage.com

 

NEGATIV - Magazin für Film und Medienkultur Gestaltet von Ciprian David und Christian Alt // Log in