Presseschau: Faster, Gamebraincat! Kill! Kill!


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Meinungen

Der Artikel der Woche kommt von Benj Edwards zum Thema Kopierschutz. Edwards argumentiert für Videopiraterie, hauptsächlich aus Gründen der Archivierung, die die Unternehmen wegen Rechtsfragen nicht mehr geregelt zu bekommen scheinen. Von Unternehmensseite ist diese Meinung natürlich höchst fragwürdig, von Nutzerseite erhält der Artikel allerdings Beachtung und Beifall. Dan Cook auf Gamasutra schreibt über eine andere Form der Piraterie. Er behandelt Plagiate und bezeichnet den Diebstahl von geistigem Eigentum als Frage der Moral. Zurecht stellt sich die Frage, warum das eine illegal und das andere nicht ist. Dem geht auch EDGE anhand des Beispiels Zynga nach und zeigt die dreisten Kopien.

Meinungen betreffen meist Modelle, die aus der Mode gekommen sind beziehungsweise laut der Autorenmeinung besser aus der Mode kommen sollten. Nicolas Lovell findet, dass Abonnements der Vergangenheit angehören und John Brindle will eben das nicht für Stealth-Games wahrhaben.

Persönliche Stimme en masse, gab es auch in diversen Interviews. Zunächst von Small-Talk bis sachlich zum Free-2-Play Titel APB Reloaded mit den schottischen Entwicklern von Gamers First. Hier der Trailer des Titels und hier die wunderbar geschriebene, persönliche und sachliche Rezension von RPS, die das Spiel immer auch im größeren Kontext diskutiert.

Außerdem ein Interview mit Mitgliedern des Dragon Commander-Teams Larian, die ihr Spiel selbst herausgeben wollen, und eines mit den Looking-Glass-Studios, die für Innovation im Game Design geliebt werden, und ein Interview mit Minecraft‘s Own Jens Bergenstern. Das Interview mit Dead Space 2 -Story Producer Chuck Beaver geht der Frage nach, wie man eine eigene Religion für ein Spiel entwirft. Zum Thema Narration ebenfalls sehr interessant diese Woche der Artikel “Narrative isn’t usually content either“. Relativ heiter geht es im Gespräch mit Ken Levine zu und selbstverständlich auch wenn Jim Rossignol sich selbst interviewt.

Last but not least müssen wir auch noch eine Meinung abgeben, weil man nicht immer nur meckern darf. Wir zeigen uns begeistert davon, dass HBO den Dokumentarfilm Indie Game in eine Serie verwandeln möchte. Way to go, HBO! Hier der Sundance-Trailer des Films:
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Fragen

Viele Artikel der Woche arbeiten sich an Fragen ab. Grund genug diese einfach einmal zusammenzutragen. Für den Weg der Antworten, folge man dem Link.

What if you had a drama manager for your life?

What do we mean by “elegance” in games?

What is a “WoW Killer?”

Nice To See FIFA 12 On The PC, Now Where Are The Rest?

What makes a masterpiece?

How Are You Managing Your Collection?

Continue?

Wird schrullig-lustig-smarte-Unterhaltung noch schrullig-lustig-smarter, wenn man eine solche Fernsehserie mit einem Jump And Run dieser Kategorie kombiniert? Urteilt selbst:
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Reviews der Woche
Jede Woche entstehen zahlreiche interessante Kritiken zu Spielen. Meistens sind sie deshalb von Reiz, weil sie entweder gut geschrieben sind oder weil sie faszinierende Spiele zum Thema haben. Meistens finden wir viele Reviews zu wenigen Spielen und müssen uns dann entscheiden, welche wir denn hier präsentieren wollen. Dieses Mal haben wir pro Titel je einen Text gefunden. Deshalb ganz schnörkellos die Reviews der Woche nach Titeln sortiert:
Amy: Nick Dinicola ist der Meinung, dass die Fehler des Horror-Spiels genau im richtigen Grad fehlerhaft sind und dadurch das Erlebnis bereichern. Interessant ist, wie Spieler Beziehungen zu Spielen entwickeln und diese teilweise wie Personen beschreiben. Über LA Noire schreibt Seb Wuepper auch von seiner sich verändernden Beziehung zu dem Spiel, das inzwischen ein Liebesverhältnis geworden ist. Kritiker stellen sich mit ihren Analysen immer wieder gegen aktuelle Trends. Es werden eben immer die vorerst Ausgestoßenen sein, die späte Liebe und berechtigten Ruhm erlangen.
Battlefield 3: Chris Gaerig ist begeistert vom Kriegsspiel und analysiert hier den Single-Player-Modus. Dieser sei ein Paradebeispiel für eine gelungene Einzelkampagne. Interessant ist dabei, wie deutlich in der Analyse Einzelspieler- und Mehrspielermodus voneinander getrennt werden. Einen Krieg alleine oder in der Masse zu kämpfen ist eben doch ein tiefer Graben von einem Unterschied.
Driver: San Francisco: Eric Swain schaut sich genauer das Zusammenspiel von Spielmechaniken und Narration an. Das Rad wird hier nicht versucht neu zu erfinden, zeigt aber mal wieder, was man alles aus einem Titel herausholen kann, gerade wenn es nicht der Überflieger-Titel ist.
Final Fantasy xiii-2: GamesTM schreibt enthusiastisch und warmherzig über den neusten Square Enix-Streich.
Katawa Shoujo auf Rock, Paper Shotgun. Damn, those boys can write… 
Mafia: Joel Goodwin schaut zurück auf den ersten Mafia-Teil und ist enttäuscht. Dieses Spiel könne heute nicht mehr überzeugen, auch wenn es nichtsdestotrotz der Don der Cut-Scenes sei.

Zu guter Letzt drei mäßig geschriebene Kritiken zu drei Spielen, die Gefahr laufen, etwas unter dem Radar zu laufen. Das Zombie-Adventure Metal Dead, die Fortsetzung der unendlichen Geschichte Resident Evil Revelation und das süß-gruselige Jump & Run Scarygirl inklusive Videokritik.

Wer sich für Werbung im Gamesbereich interessiert, der hat folgenden Trailer vermutlich sowieso schon gesehen, sollte aber auch Brainy Gamers Beitrag zu Zelda lesen, weil fundiertes Schwärmen für Qualität die beste Werbung sein kann. Für alle anderen:

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Sonstige Themen
 John Vanderhoef schreibt über die Funktionsweisen von kulturellen Massenprodukten und vergleicht dabei Videospiele und Fernsehsoaps. Dabei geht er von Mechanismen aus, die innerhalb einer Gesellschaft zu Schichtbildung führen, schaut aber gleich noch weiter:

The point is what we think of as distinctions between legitimate and illegitimate culture, between Mad Men and General Hospital, between Citizen Kane and Call of Duty, is actually just a way to legitimize power of one group over another. And this works in ways beyond class. Taste distinctions are also formed around categories of gender, race, and age, among others.

Auf den Gender-Aspekt geht Vanderhoef dann noch ein und zieht dafür mehrmals die Thesen der Forscherin Elana Levine mit ein. Die Wissenschaft braucht Playing God von Jenn Frank nicht heranzuziehen, da man in Creatures sowieso gleich selbt zum Darwinist und zu Dr. Frankenstein in Einem gemacht wird. Endlich ein paar Gedanken zu Tod und Mutterschaft für diesen wunderbaren Titel mit Tamagotchi-Effekt.

Ansonsten gab es zwei neue Zombie-Trailer, einen zu Dead Block, 
der endlich einmal wieder einen klassischen Coop-Modus im geteilten Bildschirm verspricht

und den zweiten, viel zu ernsten, zu Dead Island Ryder White Campaign

Zwei große Listen, eine zu magischen Momenten in Spielen (über die sich gestritten werden darf) und eine über “50 Must-Play iOS-Games“. Dann gab es noch die Tops und Flops vom Jugendschutz, eine Abhandlung über die Angst vor dem Scheitern als Hinderungsgrund für hochwertige Spielerlebnisse, einige Gedanken zu den Mechanismen der Immersion und schließlich ein Text zum Grenzgebiet zwischen Realismus und Abstraktion.

Außerdem wurde ein neuer Location-Trailer zu The Secret World veröffentlicht.
Viel Spaß beim Schauen, Lesen und natürlich Spielen!