Nippon Connection 2012 – Erste Programmhighlights


Nippon Connection 2012
Die Nippon Connection findet vom 2. bis 6. Mai 2012 in Frankfurt am Main statt.

Vom 2. bis 6. Mai findet die 12. Nippon Connection in Frankfurt am Main statt. Auf dem weltgrößten Festival des japanischen Films werden Regisseure und Schauspieler ihre neusten Werke präsentieren und durch Premieren, Referaten und eine breite Palette an Veranstaltungen in Austausch mit den Besuchern treten.

Filme nach dem 11.3.

Sektionenübergreifend steht im Fokus der Nippon Connection 2012 das Erdbeben mit dem nachfolgendem Tsunami und der Fukushima-Katastrophe von 2011. Zu diesem filmischen Schwerpunkt gehört unter anderem Memories of a Lost Landscape von Regisseur Yoju Masubayashi. Der Dokumentarfilm zeigt Ausschnitte aus dem Leben der Betroffenen unmittelbar nach der Katastrophe.

Filmische Highlights

Schon jetzt wurden einige der filmischen Festivalhighlights bekanntgegeben: Kotoko, der neueste Film von Shinya Tsukamoto (Tokyo Fist), erzählt von einer alleinerziehenden Mutter eines kleinen Jungen, die nervlich kurz vor einem Zusammenbruch steht. Zusätzlich droht man ihr das Kind wegzunehmen.

Regisseur Takashi Miike wird auch dieses Jahr dabei sein, mit seinem Drama Hara-Kiri: Death of a Samurai (Ichimei), einer durch die Handschrift des Meisters geprägten Neuauflage des 60er Jahre Masaki Kobayashi-Klassikers Samurai Rebellion.

Zu den weiteren Perlen der diesjährigen Ausgabe des Festivals gehört The Woodsman and the Rain von Shuichi Okita. Die Komödie zeigt den Holzfäller Katsuo (Koji Yakusho), der in Jungregisseur Koichis Dreharbeiten für einen Zombiefilm hineingerät.

Weiterhin sind auch politische Filme im Programm vertreten: My Back Page von Nobuhiro Yamashita befasst sich mit den Studentenprotesten im Tokio, zwischen 1968 und 1972.

Auch Toshiaki Toyoda ist dieses Jahr im Programm, mit dem Horror-Drama Monster´s Club, das von Ryoichi als Gesellschaftsverweigerer erzählt. Er seilt sich in einer eingeschneiten Waldhütte ab und verschickt Bomben an Medienkonzerne, bis er eines Tages eine seltsame Begegnung hat.

Politische Retro

Das Deutsche Filmmuseum wird im Rahmen des Festivals das Programm Visual Resistance: Protest-Kultur im japanischen Dokumentarfilm zeigen, welches sich mit den Protesten nach der Katastrophe 2011 auseinandersetzt. In NIPPON RETRO werden in diesem Zusammenhang die politischen Dokumentarfilme der japanischen Filmgeschichte Revue passiert.

Die bereits bekannten Titel des Programms weisen auf eine Betrachtung der studentischen Proteste Ende der 60er Jahre aus einem bisher im Westen wenig bekannten Blickwinkel hin. Ist die japanische Nouvelle Vague sehr vielen Cinephilen ein Begriff, so werden die meisten mit den Dokumentarfilmen der Zeit auf wahre Schätze treffen: A Summer in Narita (Shinsuke Ogawa, 1968) und Minamata – The victims and their world (Noriaki Tuschimoto, 1971) sind die bekanntesten darunter.

Die Auseinandersetzung mit dem Politischen über die Filmform ist in Japan ebenso wichtig gewesen wie der narrative Dokumentarfilm: Filme von Motoharu Jonouchi oder Keiya Ouchida, teilweise zum ersten Mal untertitelt, werden auch Bestandteil der Retro sein.

Rahmenprogramm

Bei Nippon Connection wird auch dieses Jahr neben japanischen Filmen eine breite Palette an kulturellen Veranstaltungen angeboten, im Rahmen von NIPPON CULTURE. Neben den schon traditionellen Angeboten Suppen-Lounge, Spielhölle, Shiatsu Massage, Karaoke-Abenden und den großen Parties gibt es auch hier dieses Jahr einige Besonderheiten.

Regisseur und Autor Jörg Buttgereit wird mit Die Bestie von Fukushima sein neues Hörspiel live mit Schauspieler-Ensemble aufführen.
Aktion-Künstlerin Kodama Kozue wird während des Festivals im Rahmen eines fünftägigen Live-Painting ein großes Bild im Festivalzentrum malen.
Der ausgezeichnete Bühnenkünstler Till Weingärtner wird mit einer Rakugo-Performance die anspruchsvolle japanische Stan-Up-Comedy vorstellen.

Vorträge über den japanischen Animationsfilm und über Gegewartskunst werden das Rahmenprogramm ergänzen, Workshops und Vorführungen bieten Einblicke in die japanische Kultur

Japan für junge Festivalbesucher

Kinder zwischen 6 und 12 Jahren werden in NIPPON KIDS einige Higlights genießen: Dazu gehören nicht nur Filme, die vom Festival-Team für die jüngeren Zuschauer kuratiert wurden, sondern auch ein attraktives Rahmenprogramm.

Interaktiv wird der Nachwuchs im Rahmen eines Kochkurses die japanische Esskultur kennenlernen und dabei das Essen vorbereiten, das japanische Kinder in den Bento-Boxen mit in die Schule nehmen. Origami basteln und sogar einen eigenen Animationsfilm herstellen, gehören ebenfalls zu den angebotenen Workshops für die Kleinen.

Weitere Informationen zum Programm und den Veranstaltungsorten in Frankfurt sind auf der Webseite von Nippon Connection einzusehen.

Bild: Chrishimself

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