Am vergangenen Dienstag, dem 6.03.12, wurden 46 der 90 Filme, die es ins Programm des 11. Tribeca Film Festivals (TFF) 2012 geschafft haben, veröffentlicht. Insgesamt ist eine Rekordanzahl von 5950 Spielfilmen eingereicht worden. Das Tribeca Film Festival, 2001 von Robert DeNiro, Jane Rosenthal und Craig Hatkoff gegründet, soll internationalen und Independent-Filmen sowie deren aufstrebenden Regisseuren und Mitwirkenden eine Plattform bieten. Die Beiträge stammen aus 32 Ländern, darunter auch Kuba und Kenia.
Jeweils 12 Filme werden in den Kategorien »Spielfilmwettbewerb« und »Dokumentarfilmwettbewerb« bewertet, die restlichen 22 Filme stehen in der Sektion »Visions« außerhalb des Wettbewerbs. Die Auszeichnungen werden an folgende Unterkategorien verliehen: Bester Spielfilm, Bester Neuer Spielfilmregisseur, Bester Schauspieler, Beste Schauspielerin, Bestes Drehbuch, Beste Kameraarbeit, Bester Dokumentarfilm, Bester Dokumentarfilm-Schnitt und Bester Neuer Dokumentarfilmregisseur. Gesondert davon wird der Heineken Publikumspreis an jeweils einen Spiel- und einen Dokumentarfilm verliehen. Auch zwei Kurzfilme und ein Film von Schülern bzw. Studenten erhalten eine Auszeichnung.
Das 11. Tribeca Film Festival findet vom 18. bis zum 29. April in New York City statt. Der Film The World Before Her wird den Spielfilmwettbewerb eröffnen, Yossi den Dokumentarfilmwettbewerb. Die Filme der weiteren Kategorien Spotlight, Cinemania und Special screening sollen am 08. März angekündigt werden.
World Narrative Feature Competition
All in (La Suerte En Tus Manos), Regie: Daniel Burmann, Drehbuch: Daniel Burmann und Sergio Dubcovsky (Argentinien). Der professionelle Pokerspieler Uriel hat eine Glückssträhne – mit den Frauen, denn seine Ehe ist kaputt. Während er sich eine Glücksspielseite aufbaut und sich um seine Kinder kümmert, trifft er seine alte Liebe Gloria.
Beyond the Hill (Tepenin Ardi), Regie/Drehbuch: Emin Alper (Türkei, Griechenland). Der alte Förster Faik fühl sich von Nomaden gestört, die sein Land besiedeln. Als er ihnen eine Ziege stiehlt, löst er eine blutige Fehde aus. Hier lest Ihr unsere Kritik des Films von der Berlinale: Tepenin Ardi Kritik.
First Winter, Regie/Drehbuch: Benjamin Dickinson (USA). Ein Gruppe Hipster aus Brooklyn strandet in einem verlassenen Bauernhaus ohne Strom und Heizung. Zunächst wird gefeiert und vor sich hin gelebt, aber dann gehen das Essen aus und die Macht- und Eifersuchtsspielchen los.
The Girl, Regie/Drehbuch: David Riker (USA, Mexiko). Eine alleinerziehende Mutter verliert ihren Job und das Sorgerecht für ihren Sohn. Weil sie kein Geld für das Gerichtsverfahren hat, willigt sie ein, illegale Immigranten über die Grenze zu schmuggeln.
Jack and Diane, Regie/Drehbuch: Bradley Rust Gray (USA). Jack und Diane verlieben sich in einem heißen Sommer in NYC. Doch Diane wird auf eine europäische Schule geschickt.
Nancy, Please, Regie: Andrew Semans, Drehbuch: William Heinrich und Andrew Semans (USA). Paul hat einen Traumjob und zieht mit seiner langjährigen Freundin zusammen. Allerdings hat er etwas höchst Wichtiges in der alten Wohnung vergessen und seine alte Mitbewohnerin Nancy will es ihm nicht zurückgeben.
Postcards From The Zoo (Kebun Binatang), Regie: Edwin, Drehbuch: Edwin, Daud Sumolang, Titien Wattimena (Indonesien). Lana wurde als kleines Mädchen im Zoo von Jakarta zurückgelassen und erkundet endlich die Welt, auch ihre schäbigen Seiten, über die Absperrungen hinaus. Dabei verliebt sie sich in einen Zauberer. Hier findet Ihr unsere Kritik des Films von der Berlinael: Kebun binatang Kritik.
Una Noche, Regie/Drehbuch: Lucy Mulloy (UK, Cuba, USA). Raul und Elio, zwei Teenager, haben genug davon, die Touristen zu bedienen und gehen nach Miami. Als Raul beschuldigt wird, einen Ausländer angegriffen zu haben und flieht, muss Elio sich entscheiden, ob er mitkommt.
Unit 7 (Grupo 7), Regie: Alberto Rodriguez, Drehbuch: Rafael Cobos und Alberto Rodriguez (Spanien). Die halb-offizielle Polizeieinheit Unit 7 bekommt einen Auftrag, einen Drogenring zu zerschlagen und kommt dabei selbst von der rechten Bahn ab.
War Witch (Rebelle), Regie/Drehbuch: Kim Nguyen (Canada). Die 14-jährige Komona hat im kriegszerütteten Kongo bereits schreckliche Erfahrungen machen müssen. Ein Albino-Junge und seltsame mystische Kräfte helfen ihr, weiter zu kämpfen. Hier findet Ihr unsere Kritik des Films von der Berlinale: Rebelle Kritik.
While We Were Here, Regie/Drehbuch: Kat Coiro (USA). Jane und ihr britischer Ehemann reisen nach Neapel in der Hoffnung, ihre Ehe retten zu können. Während eines Ausflugs auf eine einsame Insel lässt sich Jane auf einen jungen Amerikaner ein, der dort lebt.
Yossi (Ha-Sippur Shel Yossi), Regie: Eytan Fox, Drehbuch: Itay Segal (Israel). Yossi ist ein homosexueller Mann, der als Einsiedler in Tel Aviv lebt. Eine Begegnung mit einer Gruppe Soldaten weckt in ihm den Wunsch, ein offenes Leben zu führen.
World Documentary Feature Competition
Ballroom Dancer, Regie/Drehbuch: Christian Bonke und Andreas Koefoed (Dänemark). Slavik wurde im Jahr 2000 der World Champion in Lateinamerikanischem Tanz – seine Karriere schien sicher, doch scheiterte. Vielleicht kann ihm seine neue Liebe Anna bei einem Comeback helfen, doch hält ihre Beziehung dies aus?
Downeast, Regie: David Redmon und Ashley Sabin (US). Eine Stadt in Maine ist hart davon getroffen, dass eine Sardinenkonservenfabrik geschlossen wurde. Die überwiegend 70-jährigen Entlassenen wollen ihre Jobs zurück.
Fame High, Regie/Drehbuch: Scott Hamilton Kennedy (USA). Bewerber und Schüler an der L.A. County High School for the Arts werden dabei gezeigt, wie sie darum kämpfen, etwas aus ihrem künstlerischen Talent zu machen.
The Flat (Hadira), Regie/Drehbuch: Arnon Goldfinger (Israel, Germany). Die Großmutter des Regisseurs hat ihm aufgetragen, nach ihrem Tod die Wohnung in Tel Aviv aufzulösen, die sie seit ihrer Immigration in den 1930er Jahren bewohnt hat. Dokumente erzählen von der schmerzhaften Vergangenheit, die Goldfingers Großeltern hinter sich gelassen haben.
High Tech, Low Life, Regie/Drehbuch: Stephen Maing (USA, China). In China sorgen 40.000 »Internetpolizisten« dafür, dass eine halbe Mio. Websites gesperrt werden. Die Blogger Zola und Tiger Temple begeben sich mit ihrem Kampf gegen die Zensur in die Gefahr politischer Verfolgung.
The List, Regie/Drehbuch: Beth Murphy (USA). Kirk Johnson setzt sich für die wachsende Zahl irakischer Einwanderer in den USA ein. Off Label, Regie/Drehbuch: Michal Palmieri und Donal Mosher (USA). Der Ausdruck »off-label« bezeichnet die der Verschreibung folgende Einnahme von Medikamenten.Der Film zeigt falsch diagnostizierte Patienten, Versuchspatienten und Drogenkonsumenten.
Planet of Snail, Regie/Drehbuch: Seung-Jun Yi (South Korea). Young-Chan, taub und blind, lebt in ihrer kleinen Wohnung in ihrer eigenen Welt. Doch dann tritt die querschnittsgelähmte Soon-Ho in sein Leben und eine Liebesgeschichte beginnt.
The Rivisionaries, Regie: Scott Thurman, Drehbuch: Jawad Metni und Scott Thurman (USA). Einmal im Jahrzehnt treffen sich die Verantwortlichen des Staates Texas für Bildung, um die Schulbücher zu überarbeiten. Der Kreationist Don McLeroy setzt mit seinen Ansichten Standards durch, die sich in den Schulbüchern für Wissenschaft und Geschichte niederschlagen.
The Virgin, The Copts and Me (La Vierge, les Coptes et Moi), Regie: Namir Abdel Messeeh, Drehbuch: Namir Abdel Messeeh, Nathalie Najem und Anne Paschetta (Frankreich, Katar). Der frz.-ägyptische Filmemacher Messeeh geht dem Phänomen von Marienerscheinungen in der ägyptisch-koptischen christlichen Gemeinschaft nach und zeichnet ein persönliches Familienporträt.
Wavumba, Regie: Jeroen van Velzen, Drehbuch: Jeroen van Velzen und Sara Kee (Niederlande). Van Velzen geht seinen Kindheitserinnerungen nach und zeigt die farbenreiche Welt von Fischern in Kenia. Masoud, eine Legende des Haifischens, erzählt aus seinem Leben.
The World Before Her, Regie: Nisha Pahuja (Kanada). Die Wahlen zur Miss India und ein fundamentalistisches Hindu-Camp für Mädchen dienen hier als Beispiele für ein Indien, das zwischen Tradition und Moderne steht.
Benjii, Regie: Coodie und Chike (USA). Das Portrait des 17-jährigen Ben Wilson, welcher der Vorzeigejunge Chicagos war und ein fabelhaftes Leben vor sich zu haben schien, bis er 1984 einen sinnlosen Mord beging.
Burn, Regie: Tom Putnam und Brenna Sanchez (USA). Eine Dokumentation über Detroit, eines Stadt, die die höchsten Brandlegungsquote der Welt hat und die viele bereits abgeschrieben haben.
Caroline and Jackie, Regie/Drehbuch: Adam Christian Clark (USA). Caroline schmeißt eine Geburtstagsfeier für ihre Schwester Jackie, welche alles verändern soll.
Certain People (Katinkas Kalas), Regie: Levan Akin, Drehbuch: Lisa Östberg (Schweden). Eine Gruppe von reichen, der Kunstwelt zugewandten Freunden feiern gemeinsam eine Geburtstagsfeier. Die Moderatorin Linda polarisiert mit ihrer schroffen Art und bringt die verborgenen Vorurteile der Gäste zum Vorschein.
Consuming Spirits, Regie/Drehbuch: Chris Sullivan (USA). Fast 15 Jahre hat die Produktion dieses experimentellen Animationsfilms gedauert, der eine hypnotische, spannungsgeladene Geschichte um drei Menschen erzählt, die für eine Lokalzeitung arbeiten.
Cut, Regie: Amir Naderi, Drehbuch: Amir Naderi, Abou Farman, Shinjii Aoyama und Auichi Tazawa (Japan). Der junge aufstrebende Filmemacher Shuji muss sich seinen Bruder um Geld bitten, um seine Filme zu finanzieren. Jetzt muss er seine Schulden zurückzahlen.
Death of a Superhero, Regie: Ian Fitzgibbon, Drehbuch: Anthony Mc Carten (Irland). Donald ist ein Teenager mit wilden Tagträumen und scheint eine glorreiche Zukunft als Autor von Graphik Novels vor sich zu haben. Als jedoch ein sehr realer Feind es auf ihn abgesehen hat, muss er versuchen, die hellen Seiten des Lebens entdecken.
El Gusto, Regie/Drehbuch: Safinez Bousbia (Algerien, Irland, VAE). In Algerien wurde in den 1940er Jahren von den friedlich zusammenlebenden Muslimen und Juden chaabi-Musik gespielt, erst der Unabhängigkeitskrieg mit Frankreich riss das Lang auseinander. 5 Jahrzehnte später lassen Menschen die Musik über kulturelle Grenzen hinweg aufleben.
Fairhaven, Regie/Drehbuch: Tom O’Brien (USA). Jon hat seine besten Jahre als Footballspieler hinter sich gelassen und sucht nach einem neuen Ziel. Sein Jugendfreund Dave kehrt nach Fairhaven zurück und gemeinsam denken sie über Liebe, Verlust und kleine Erfolge nach.
The Fourth Dimension, Regie: Harmony Korine, Alexey Fedorchenko und Jan Kwiecinski, Drehbuch: Harmony Korine, Alexey Fedorchenko, Jan Kwiecinski, Oleg Loevsky und Yaroslava Pulinovich (USA, Polen, Russland). Drei Kurzfilme über vier höchst unterschiedliche Menschen, die auf der Suche nach der vierten Dimension sind – auch wenn sie es gar nicht wissen.
Francophenia (or: Don’t Kill Me, I Know Where the Baby Is), Regie: Ian Olds und James Franco, Drehbuch: Ian Olds und Paul Felten (USA). Während der Dreharbeiten einer Folge für General Hospital wurden die Backstage-Szenen für diesen Film aufgenommen, die in einen experimentellen psychologischen Thriller verwandelt wurden.
Journey to Planet X, Regie: Josh Koury und Myles Kane (USA). Eric Swain und Troy Bernier wollen als DJs mittleren Alters noch einmal eine Karriere als Filmemacher eines fantastischen Science-Fiction-Films starten, auch ohne viele Mittel.
On The Mat, Regie/Drehbuch: Fredric Golding (USA). Die Lake Stevens High ist führend, was High School Wrestling anbelangt. Der Film zeigt einem Team über eine Saison hinweg.
Resolution, Regie: Justin Benson und Aaron Scott Moorhead, Drehbuch: Justin Benson (USA). Michael will seinen Freund Chris dabei helfen, sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen. Dabei müssen sich beide ihren inneren Dämonen und vergangenen Geschehnissen stellen.
Room 514, Regie/Drehbuch: Sharon Bar-Ziv (Israel). Ein junger, idealistischer Militärermittler konfrontiert einen Elitesoldaten mit Vorwürfen von unnötigem Gewalteinsatz gegen einen Palästinenser, was weitreichende Konsequenzen nach sich zieht.
Rubberneck, Regie: Alex Karpovsky, Drehbuch: Alex Karpovsky und Garth Donovan (USA). Der Wissenschaftler Paul kann die obsessiven sexuellen Gedanken auch Monate nach einem zwanglosen One-Night-Stand mit einer Assistentin nicht abschalten und seinen Impulsen irgendwann nicht mehr widerstehen.
Sexy Baby, Regie: Jill Bauer und Ronna Gradus (USA). Ein Pornostar mittleren Alters, eine junge Frau, die sich einer kontroversen Operation unterzieht, ein 12-jähriges Mädchen – wie erleben diese Menschen die Welt in Amerikas immer stärker sexorientierten Gesellschaft?
Stones in the Sun (Woch nan Soley), Regie/Drehbuch: P. Benoit (USA, Haiti). Haiti ist in den 1980er Jahren Ort einer wachsenden politischen Gewalt. Eine Familie verschlägt es nach NYC und hat dort mit Vorurteilen zu kämpfen.
Supporting Charakters, Regie: Daniel Schechter, Drehbuch: Tarik Lowe und Daniel Schechter (USA). Die Freunde Darryl und Nick, ein Duo für Filmedition, arbeiten neben ihrer Arbeit auch ihre Frauengeschichten auf: eine amüsante Sicht auf moderne Beziehungen.
Town of Runners, Regie: Jerry Rothwell (UK). In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich eine kleine Äthiopische Stadt als die führende Stadt für olympische Langstreckenläufer erwiesen: eine Karriere als Sportler ist der Lichtblick vieler junger Äthiopier.
Turn Off the Lights, Regie: Ivana Mladenovic, Drehbuch: Ivana Mladenovic und Bianca Oana (Rumänien). Drei junge Männer werden aus dem Gefängnis entlassen und müssen sich wieder in der aggressiven, rauen Gemeinschaft der Roma zurechtfinden.




