von Michael Brodski22. Mai 2013
SLUGA, Vadim Abdrashitov, UdSSR 1989
Mein zweiter Film von Vadim Abdrashitov und es kristallisieren sich bereits einige Konstanten heraus. Wie schon in PLUMBUM ODER GEFÄHRLICHES SPIEL scheint sich Adrashitov gemeinsam mit seinem Drehbuchautor Aleksandr Mindadze auch in DER DIENER für ein rückwärtsgewandtes Abtasten der Sowjetzeit nach bestimmten Verhaltens- und Existenzmustern zu interessieren, um diese dann betont überspitzt in den F...
Le Rouge et le Noir: Strahlungen, elan vital, Energie-Filme von Zlotowski und Jodorowsky
"Es ist das Wallhalla des Kinos."
Martin Scorsese über Cannes (in: SEDUCED AND ABANDONED von James Toback)
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Während Cannes haben immer ein paar geschätzte Menschen auf dem Festival Geburtstag. So Verena Lueken aus Frankfurt, der ich nur eine Zigarette schenken konnte, und die den Tag dann damit feierte, dass sie in ihrem, ich glaube recht engen, H...
von Michael Brodski19. Mai 2013
PLYUMBUM, ILI OPASNAYA IGRA, Vadim Abdrashitov, UdSSR 1987
Plumbum, so der lateinische Terminus für Blei. Eine bleierne Aura, jenseits wohlig filmischer Unbehaglichkeit, geht auch von der Fokusfigur dieses Films, Ruslan Chutko (Anton Androsov), aus. Seine Gestalt schreibt sich mit einer seltsamen Ökonomie des Ausdrucks in die Umwelt ein, der Blick stets starr, zielgerichtet, die Körperbewegungen kontrolliert, funktionalisiert. Plumbum, ...
von Elisabeth Maurer19. Mai 2013
Kürzlich berichtete mir jemand von einem Filmwissenschaftler, der die Meinung vertritt, ein jeder gute Film lasse sich auf eines seiner Bilder komprimieren, welches seinen Kern – wohl den inhaltlichen wie den ästhetischen – einfängt. Ich habe es nur erzählt bekommen und vielleicht verstehe ich es ja auch falsch, aber so hingesagt, kann man nichts anderes denken als: Viel mehr Verachtung für das, was Film ausmacht, kann man wohl kaum vorb...
von Simon Born18. Mai 2013
Im Vergleich vielleicht weniger ereignisdicht als seine Vorgänger, bietet THE BEAR AND THE MAIDEN FAIR vereinzelte Höhepunkte und viel Vorbereitung: Eine klassische Übergangsfolge, die erzählt, wie Figuren von A nach B gelangen und somit die Lücken zwischen den großen Handlungselementen füllt.
Was die siebte Folge der dritten Staffel GAME OF THRONES dennoch besonders macht, ist die Tatsache, dass sie von George R.R. Martin geschrieb...
von Diana Kluge17. Mai 2013
Ende April, Anfang Mai dreht sich in Toronto dank Hot Docs alles um den Dokumentarfilm. Das größte Festival dieser Art in Nordamerika feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Was 1994 mit 21 Filmen an vier Tagen begann, hat sich mittlerweile zu einem elftägigen Industrie- und Publikumstreffpunkt entwickelt. In diesem Jahr waren insgesamt 204 Filme in 16 Spielstätten der Stadt zu sehen. Neben 2514 Fachbesuchern wurde mit 180 000 ...
Große Erwartungen: Gestern begannen zum 66. Mal die Filmfestspiele von Cannes mit 20er-Jahre-Glamour auf dem Roten Teppich, aber alles redet nur von Angelinas Busen. Und die Goldene Palme gewinnt Asghar Farhadi
Man könnte jetzt eigentlich nach Saint-Raphaël fahren... Das wäre ein entspannter Urlaub. Fast wie im Grab. Vor fast genau hundert Jahren, im Jahr 1924 verbrachte dort Francis Scott Fitzgerald den Sommer. Genauer gesagt in einem Dorf ...
von Michael Brodski13. Mai 2013
TAKSI-BLYUZ, Pavel Lungin, UdSSR 1990
Bereits beim Filmtitel beginnen die intertextuellen Anspielungen und auch im weiteren Verlauf macht TAXI BLUES keinen Hehl aus einem seiner zentralen Reverenzobjekte. Schon etwas in der Physiognomie von Pyotr Zaychenko sowie vor allem seine Art zu spielen, der starr fixierte, oft ins Fanatische abdriftende Blick und die roh ausgestellte Männlichkeit bilden unübersehbare Parallelen zu Robert De Niros ...
von Michael Brodski10. Mai 2013
Es ist wahr, man kann Filme aus einer längst vergangenen Epoche heute nicht mit denselben Augen wie die damaligen Zuschauer sehen. Dasselbe gilt auch für die polnischen Dokumentarfilme der Schwarzen Serie aus den 50er Jahren. Der zentralen Intention der Regisseure, auf die gesellschaftlichen Probleme im Polen der Nachkriegszeit zu verweisen, kann man als heutiger Zuschauer zumindest auf empathischer Ebene nicht unbedingt folgen, ganz im Geg...
von Simon Born10. Mai 2013
Auf ihrem kühnen Weg nach oben erfuhren in THE CLIMB so manche Figuren aus GAME OF THRONES einen harten Absturz: Träume sind geplatzt, Versprechen wurden gebrochen, Hoffnungen gingen verloren. Statt Erfüllung erwartete die Protagonisten eine Grausamkeit nach der nächsten. Die sechste Folge der dritten Staffel GAME OF THRONES ließ nicht nur ihre Wunschfantasien, sondern auch die der Zuschauer harte Bekanntschaft mit der Realität machen. ...