“Je continue comme j’ai commencé” – Leos Carax im Interview

Der Franzose Leos Carax (Jahrgang 1960) wurde zu Anfang seiner Karriere als Wunderkind gehandelt. Sein Schwarz-Weiß-Debüt BOY MEETS GIRL (1984) wurde in Cannes ausgezeichnet, DIE NACHT IST JUNG(1986) wiederum auf der Berlinale gefeiert. Carax Liebes-Drama DIE LIEBENDEN DES PONT-NEUF (mit Denis Lavant und Juliette Binoche, 1991) galt damals als teuerster französischer Film überhaupt. Nach seinem Flop POLA X (1999) eroberte sich Carax mit s...

New-Horizons in Wrocław: Zwei polnische Filme

Polens größtes Filmfestival „New Horizons“ in Wrocław (Breslau) präsentierte vom 19. bis 29. Juli in seiner 12. Ausgabe knapp 500 Filme, die, wie der Titel des Events erahnen lässt, in künstlerischer, aber auch zwischenmenschlicher Hinsicht neue Horizonte eröffnen sollten – und dies auch taten. Nicht nur die Filme sind sorgfältig ausgewählt, sondern auch Kommunikation wird bei dem Festival in der niederschlesischen Metropole großg...

Men in Black 3 – Live bei der Deutschlandpremiere mit Will Smith, Josh Brolin und Barry Sonnenfeld

Was macht die Men in Black aus? Sie sind unglaublich cool. Was macht Will Smith aus? Er ist eine Frohnatur und der geborene Entertainer. Bei so einer cool-unterhaltsam-fröhlichen Prämisse sollte doch auf einer Pressekonferenz nicht viel schief laufen.Normalerweise ist der Informationsgehalt von Veranstaltungen solchen Kalibers, bei dem die Hollywood-Studios (diesmal Sony) ihre Blockbuster vermarkten, eher übersichtlich. So war es auch am Monta...

Attenberg – Athina Rachel Tsangari im Interview

Neben Yorgos Lanthimos (auch im Film zu sehen) ist Regisseurin Athina Rachel Tsangari die prominenteste Vertreterin des Neueren Griechischen Films. Sie lebt meist in den USA, dreht und produziert ihre Filme aber in Griechenland. Ihr erster Langfilm, The Slow Business of Going (2000), wurde als „Dauererrektion für das Auge“ bezeichnet. Ihr neuestes Drama, der vielfach preisgekrönte Spielfilm Attenberg, handelt von der 23-jährigen Marina, di...

Scharf auf Lola – Die Nominierungen

Die meisten Nominierungen gehen an Barbara von Christian PetzoldAm Freitag wurden die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis, die Lola, bekannt gegeben. Gewählt werden die Gewinner der Lola nach einem dreistufigem Auswahlverfahren von zirka 1350 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie (die Preisverleihung findet am 27. April statt). Die Lola ist mit Preisgeldern von insgesamt 3 Millionen Euro nicht nur die renommierteste Auszeichnung für den...

By the way – Berlinale Kolumne 6: Ein Festival-Rückblick

Die Berlinale ist vorbei, und, um es mit dem Titel eines Wettbewerbs-Films auszudrücken: Was bleibt?Am Sonntag, dem Publikumstag, drängte zur Mittagsstunde ein breiter Strom von Normalos durch die Potsdamer Straße in Richtung Festival-Palast. Einige Techniker bauten vor dem Hyatt Kulissen ab oder brachten Kameras, Kabel und anderes Material in Sicherheit. Während des Festivals waren hier, auf dem Boulevard der Berlinale, noch zwei Tage zuvor ...

By the way – Berlinale Kolumne 5: Energiebündel introvertiert: Lars Eidinger

Lars Eidinger ist in Berlin ein Theater-Star. Auf den Brettern der Schaubühne fällt der 1,90 Meter große Publikumsliebling durch seine Körperlichkeit und mimische Wandlungsfähigkeit, aber auch durch eine gewisse Freude am Exhibitionismus auf, die jedoch nie peinlich wirkt. Umso mehr erstaunt es, dass der 36-Jährige, der auf der Bühne so gern die Sau (und auch sein Gemächt) rauslässt, im Film eher introvertierte Figuren gibt. Nach seiner ...

By the way – Berlinale Kolumne 4: Berlinale-Kinos zwischen Komfort, Tortur und Akrobatik

Der Berlinale-Palast (außerhalb der Festivalzeit heißt er offiziell „Theater am Potsdamer Platz“) dient eigentlich als Veranstaltungsort für Musicals und Performance-Künstler wie die „Blue Man Group“, nicht als Kino. Seine Sitzreihen sind nicht versetzt und der nicht eben üppige Abstand zwischen ihnen bereitet langbeinigen Menschen während der Vorstellungen manche Qualen. Warum sich die Erbauer gedacht haben, dass schöne Melodien M...

By the way – Berlinale-Kolumne 3: Frauenpower: Angelina und Juliette

Drängel-Alarm vor dem Pressekonferenzen-Saal im Hyatt: Mit Schubsen, Ellenbogenchecks und Meckern versuchen sich die Journalisten Zugang zur PK zu verschaffen. Verbalinjurien prasseln auf die armen Saaldiener ein, die aus Sicherheitsgründen die Schotten dicht machen. Ein letzter Schub (inklusive der Schreiberin) wird noch hineingelassen, dann ist Schluss. Und warum dieser Kräfte zehrende Nachmittagsringkampf? Weil SIE ihren ersten Film als Reg...

By the way – Berlinale Kolumne 2: Friede, Freude, Berlinale-Jury

Wer sich am Donnerstagmorgen am Seiteneingang des Hyatt-Hotels auf den verschneiten Bürgersteigen postiert hatte, seien es die Fotografen auf ihren Leitern oder die Autogrammjäger in wetterfesten Outfits, konnte auf geballte Star- und Talentpower hoffen. Denn im Inneren des Gebäudes lud die internationale Jury zur Eröffnungs-Pressekonferenz. Als unangefochtener Leitwolf tat sich Jury-Präsident Mike Leigh hervor. Mit britischer Höflichkeit, ...
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