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Albuquerque, die Stadt aus der das blaue Meth kommt. Umgeben von der ariden Landschaft New Mexicos, die wir in Breaking Bad als eine große Küche kennengelernt haben. Gebadet in Sonne, Hitze und irgendwie verlassen. Eine Stadt von Menschen wie Jesse Pinkman, Brandon und seinen anderen Freunden, Hank und seinen DEA Kollegen, von Skylers und Maries, dann noch die Pollos Hermanos und Gus. Die Stadt, in welcher sich ein „criminal lawyer“ wie Saul Goodman täglich ein vollbesetztes Foyer leistet, mit Menschen, die dem berühmten Slogan „better call Saul“ folgten. Und alle diese Figuren dürfen in Breaking Bad ein wunderbares Abenteuer erleben, das langsam Konturen fasst, um dann im krassen Gegensatz zur monotonen, unwirtlichen Landschaft der Gegend zu stehen.

Musik:

Bad Posture zeigt uns was Albuquerque wäre, wenn es Walter White nicht gäbe, und seine Figuren sind die Pinkmänner. Ein Flo (Florian Brozek, der Drehbuchautor des Films) und ein Trey – der eine arbeitet(-e, bis er wegen zu viel Rauchen gefeuert wurde), der andere verkauft Gras, der eine zurückgezogen, der andere jeden Abend mit einer anderen „bitch“ – wohnen zusammen und leben einen monotonen Alltag, ohne Inspiration und ohne Aussicht. Und wie ihre Gegenwart keine Vergangenheit und keine Zukunft hat, so ist es auch mit der Gegend, der Stadt mit ihren leeren Straßen.

Flo baggert ein Mädchen an, Trey klaut ihren Wagen, Flo sorgt dafür, dass sie es zurückbekommt und dass sie auf seiner Hausparty landet. Davor sprayen sie ihre Wohnung zusammen mit den lokalen Homies. Und sprechen die ganze Zeit irritierend blöde Zeilen. Aber das fügt sich irgendwie zusammen, und Bad Posture ist ein unglaublich fader Film, doch weil er in Albuquerque spielt, wäre er gut, würde sich die Kamera nicht so sehr bemühen, die Gesichter der Protagonisten so offensichtlich zu verfolgen, zu lesen, zur Schau zu stellen. Einige Titel von Isobel Campbel (Ex Belle and Sebastian) und Mark Lanegan im Soundrack kommen eher kurios daher, im Versuch, die Stimmung mit einer Nuance Sehnsucht zu ergänzen, wie das Graffiti sich weigert, für Kunst durchzugehen, wie die Tattoos der Homies und die B-Boys auf der Tanzfläche nur eine fader Hinweis darauf sind, wie trist und bezugslos der Alltag dieser Menschen ist. Immer wieder denkt man an Blood in Blood out, wegen der Gegend, denn das mexikanische Epos der frühen Neunziger spielte nicht weit entfernt, auf der anderen Seite der Grenze. Und man stellt fest, wie apathisch alles auf der Nordseite ist. Dann sehnt man sich doch nach Mr. White und nach seinem Drama.

Hier finden Sie alle Berichte vom exground filmfest 2011.

Hier der Trailer:

Bad Posture
R, K: Malcolm Murray
B: Florian Brozek
D: Florian Brozek, Trey Cole, Tabatha Shaun
USA, 2011, 93 Min.