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Feuer trifft Eis – GAME OF THRONES: THE QUEEN’S JUSTICE (S07E03)

von | 1 Aug 2017 | Game of Thrones | 4 Kommentare

Hoch schlagen die Wellen zu Dragonstone. Gerade mal drei Folgen in Westeros, und schon steht Daenerys Targaryen das Wasser bis zum Hals. Ihr Eroberungsfeldzug ist bisher ein einziger Reinfall. Im Krieg gegen die Lannisters hat die Homecoming Queen ihren immensen Stärke-Vorteil durch inkonsequentes Handeln und falsche Ratschläge eingebüßt. Mit dem Fall von Haus Tyrell in THE QUEEN’S JUSTICE ist nun auch ihr letzter Verbündeter aus Westeros dahin. Die eigene Unsullied-Armee hält auf der anderen Seite des Kontinents eine wertlose Burg in den Westerlands, umzingelt von Feinden. Währenddessen sitzt die Drachenmutter mit den wasserscheuen Dothrakis aber ohne Schiffe auf einer Dracheninsel fest und darf in den Grübel-Wettbewerb zwischen Tyrion und Jon einsteigen. Nüchtern stellt man sich die Frage: How do you f**k that up??

 

 Diese Folge in Zahlen:

 

 

Hauptfiguren

Orte

Erste Auftritte

Letzte Auftritte

THE QUEEN’S JUSTICE hält die Erzählgeschwindigkeit von STORMBORN und eilt von einem plot point zum nächsten. Jon und Dany treffen zum ersten Mal aufeinander, Winterfell feiert ein weiteres Stark-Wiedersehen und im Krieg um den Eisernen Thron wechseln gleich zwei große Familiensitze auf blutige Weise ihren Besitzer. So vielversprechend das klingt, verliefen die Szenen doch nicht ganz wie erwartet. Die Schlachten um Casterly Rock und Highgarden werden rasch abgefertigt, die Begegnung zwischen Bran und Sansa endet in Tränen und auch das große Treffen zwischen Eis und Feuer fällt eher lauwarm aus. Wieder einmal begleitet die Szenen jene funktionale Kälte, die sich bereits in den vorangegangenen Folgen bemerkbar machte. Figuren wollen nicht richtig warm werden. Fehlt es den Autoren ohne Martins Vorlage an Raffinesse? Haben sie die Kunst der Dialogszene verlernt? Nicht unbedingt. Schließlich steckte der Abschied zwischen Ser Jorah und Samwell Tarly in Oldtown voller Wärme. Zwei Fremde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zusammengeführt durch bittere Not, geben sich respektvoll die Hand. Eine kleine Geste mit viel Bedeutung: Sam vertraut auf Jorahs Heilung, gibt ihm neuen Lebensmut und die Gabe der Zuwendung, damit dieser die Krankheit endgültig hinter sich lassen kann. Was ist es dann? Warum hinterlassen die großen Ereignisse aus THE QUEEN’S JUSTICE einen faden Beigeschmack?

When Ice met Fire

Ungeahntes Familientreffen: Dany und Jon treffen zum ersten Mal aufeinander, ohne zu wissen, dass sie die beiden letzten Targaryens sind. Ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

 

Manchmal sind die Erwartungen zu groß. Seit Beginn der Geschichte hat man sich das Aufeinandertreffen von Hauptfiguren ausgemalt, die aufgrund der Erzählung in großer räumlicher Distanz zueinander stehen. Neben Tyrion und Dany war das Treffen zwischen ihr und Jon ein lang ersehntes Ereignis. Es ist verbunden mit Vorfreude, Hoffnung, und einer Menge Fan-Theorien, die seit Erscheinen der Bücher im Umlauf sind. Dass ausgerechnet Melisandre für die Zusammenführung von Eis und Feuer, wie sie es nennt, verantwortlich ist, weist auf die Schicksalshaftigkeit der Szene hin. Immerhin hat sie mehrmals die Bedeutung von Jon Snow für kommende Ereignisse an der Mauer betont und auf die Prophezeiung des Lichtbringers Azor Ahai hingewiesen, die für beide zutrifft. Zudem verweist die Eis-und-Feuer-Metapher auf den vieldeutigen Titel von Martins Buchreihe A Song of Ice and Fire, welcher der Serie zugrunde liegt. Dany und Jon gehören zu den Figuren, deren Startposition im großen Endspiel der letzten Staffel nie angezweifelt wurde. Diese Szene MUSS einfach bedeutsam sein.

 

So wichtig also das Aufeinanderprallen zweier Sympathieträger der Serie für den Zuschauer war, so unwichtig war es für die Figuren selbst. Ohne sich richtig zu kennen, begegnen sie aneinander, beschnuppern sich misstrauisch und wollen keine richtige Chemie finden. Befremdlich, aber auf dem zweiten Blick nur verständlich. Immerhin stoßen im Thronraum von Dragonstone zwei stolze wie auch sture Individuen aufeinander, deren politische Agenda und mangelnde Diplomatie-Fähigkeit einer sofortigen Annäherung im Wege stehen. Dany betrachtet die Unabhängigkeitserklärung des Nordens als offene Rebellion gegen ihren Herrschaftsanspruch auf den Iron Throne und verlangt von dem King in the North auf die Knie zu fallen, wie einst sein Vorfahre Torrhen Stark sich Aegon dem Eroberer ergab. Jon weigert sich und versucht den Blick auf die weitaus größere Bedrohung der White Walker zu lenken, eine unbekannte Gefahr, an deren Existenz Dany nicht glauben kann. Wie auch bei dem ersten Treffen zwischen Dany und Tyrion in HARDHOME (S05E08) folgt auf die lauwarme Begegnung im Thronraum eine weitere Begegnung unter zwei Augen, ohne Vasallen, ohne Fassade, ohne Druck. Hier geben sich beide etwas versöhnlicher, aber immer noch skeptisch. Immerhin gewährt Dany dem Nordmann, das Drachenglass abzubauen und weiterzverwerten.

Die Orte dieser Folge

Generell ist die Ähnlichkeit zum ersten Treffen zwischen Dany und Tyrion frappierend. Beide Male müssen sie sich zunächst mit der Erblast der Vergangenheit auseinandersetzen, die zwischen ihnen steht. Vor allem sind es die Taten der Väter, an denen sie gemessen werden: Dany ist die Tochter des Mad King und Jon der Bastardsohn des starrhalsigen Rebellen Ned Stark. Doch sind sie weder die Kinder ihrer Väter, noch für deren Fehler verantwortlich: „Don’t judge a daughter by the sind of her father.“ Jon stimmt zu, hat er doch selbst in DRAGONSTONE (S07E01) den Nachkommen von Haus Umber und Karstark vergeben. Hier endet allerdings ihre Gemeinsamkeit. Tyrion und Davos können sich noch so viel Mühe geben, die Vorzüge ihrer jungen Herrscher zu preisen, bei so pragmatisch ehrlichen Charakteren wie Dany oder Jon bleibt es eine leere Behauptung. Der wahre Beweis liegt in der Tat, nicht im Wort. Da jedoch Jon und Co noch etwas länger auf Dragonstone verweilen werden und die Situation der Drachenkönigin sich von Folge zu Folge verschlechtert, könnte das zusammenschweißende Ereignis nicht mehr weit sein.

Während Jons Abwesenheit leitet Sansa die Geschäfte im Norden mit überzeugender Souveränität. Vielleicht zu souverän?

 

Auch das überraschende Wiedersehen zwischen Sansa und Bran in Winterfell fiel heißkalt aus. Mit freudigen Tränen fällt Sansa dem unerwartet wiederkehrenden Bruder am Burgtor um den Hals- Beide haben so viel erlitten, so viel durchgemacht, seit sie sich vor sieben Staffeln das letzte Mal sahen. Vielleicht zu viel, dass sie nun aneinander fremd geworden sind. Als sie sich am heart tree in vertrauter Zweisamkeit austauschen, erkaltet langsam ihr Wiedersehen. Die Rückkehr zum Stark-Familien-Idyll aus der allerersten Folge scheint unmöglich, da sich ihre Kinder zu sehr verändert und einige sogar mit ihrem früheren Leben abgeschlossen haben. Arya ist nach langer Reise zu einer faceless woman in eigener Sache geworden, deren weiterer Weg von Leichen gepflastert ist. Auch Bran lässt sein altes Leben hinter sich, verzichtet auf den rechtmäßigen Anspruch, Herr von Winterfell zu sein, und erzählt Sansa mit selbstgefälliger Abgeklärtheit von seiner neuen Bestimmung als Three-eyed Raven. Als Kostprobe seiner Sehergabe rekapituliert er Sansas Hochzeitsnacht, die sich in UNBOWED, UNBENT, UNBROKEN (S05E06) unter eben jenem heart tree ereignete und schreckliche Erinnerungen in Sansa hochholt. Aufgelöst und leicht erschreckt verlässt Sansa ihren Bruder. Verliert der Seher Bran bei der Gleichzeitigkeit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus dem Blick, wie Menschen sich dabei fühlen?

Die Figuren der Folge

Hauptfiguren
Nebenfiguren
Letzte Auftritte

Brans Rückkehr nach Winterfell ist nicht ganz nachvollziehbar. Die Handlung verlangt, dass er im Sitz der Starks auf Jon wartet, um ihn von dessen wahren Abstammung zu erzählen. Doch hätte er im Kampf gegen den Nightking die Magie der Mauer gut nutzen können. Auch andere Figuren agieren in THE QUEEN’S JUSTICE etwas out of character. Sie brechen mit ihrer Motivation, um der großen (Retardierung der) Handlung zu dienen. Auf der Zielgeraden zum Finale erfüllen sie nur noch ihren Zweck, ehe sie getötet werden oder ziehen sich wie Melisandre aus der Handlung zurück, bis sie wieder gebraucht werden. Dies ist insbesondere ärgerlich, wenn für das Hinauszögern der Handlung Figuren genötigt werden, wirklich dumme Entscheidungen zu treffen. Danys gesamter Feldzug ist von fundamentalen Fehlentscheidungen geprägt, die sie – umgeben von so klugen Ratgeberinnen und Ratgeber wie Varys, Tyrion oder Lady Olenna – nie getroffen hätte. Aus der Distanz betrachtet ist es wenig plausibel, dass sie zur Eroberung von Westeros in Dragonstone landet statt im logisch wie auch logistisch näherliegendem Dorne. Von Dorne aus hätte sie sich langsam in den Norden vorarbeiten können, unterstützt von den benachbarten Tyrells und ihren Bannersleuten, die sie von Angesicht zu Angesicht von ihrer Sache überzeugt hätte. Dadurch hätte sie auch Highgarden mit seinen Reichtümern und Ressourcen sichern können, statt die Burg für die strategisch viel unwichtigere Lannisterburg Casterly Rock zu verlieren. Schließlich hätte sie eine viel bessere Position, King’s Landing relativ friedlich einzunehmen und den Krieg zu beenden. Aber nein, wie im Horrorfilm muss die Fähigkeit der Protagonisten zum rationalen Denken aus dramaturgischen Gründen kurzzeitig aussetzen, um die Spannung zu steigern. Mysteriöse Geräusche kommen aus dem Gruselhaus. Lasst uns aufteilen und nacheinander nachsehen! Wir sitzen vor King’s Landing. Lasst uns die Armee über unsichere Seewege aufteilen! Seufz. Man kann Team Targaryen auch straucheln lassen, ohne sie wie die letzten Deppen dastehen zulassen.

Prahlhans Euron Greyjoy übergibt Königin Cersei sein Geschenk, die Gefangenen Ellaria und Tyene Sand. Ihre Allianz scheint nun besiegelt. Doch wie lang wird sie halten?

 

Ironischerweise steht Tyrions erstaunlich schlechten Kriegsratschlägen der militärische Scharfsinn seines Bruders Jaime gegenüber, der sich vom wagemutigen Krieger zum taktierenden Kriegsherr gemausert hat. Der Königsmörder hat aus den Fehlern seines Feldzuges gegen Robb Stark gelernt und sogar jene Finte angewandt, mit der ihn Robb einst in der Schlacht in den Whispering Woods geschlagen hatte (BAELOR, S01E09). Statt die Unsullied in Casterly Rock zu empfangen, lässt er sie die Burg erobern und marschiert mit dem Löwenanteil seiner Armee (heh) nach Highgarden, um Haus Tyrell zu zerschlagen. Eine willkommene Charakterentwicklung, da Jaime in den letzten Staffeln ansonsten gerade was Cersei betrifft in alte Verhaltensmuster zurückgefallen war. Dass allerdings Euron Greyjoy mit seiner Instant-Flotte relativ unbeschadet so viele Siege verbuchen konnte, ist wiederum unglaubwürdig. Auf magische Weise wechselten seine Schiffe von einem Ufer des Kontinents zum anderen und konnten sich wieder einmal unentdeckt an den Feind heranschleichen und ihn versenken. Vielleicht ist aber auch ein (nicht unerheblicher) Teil seiner Flotte bei den Iron Islands geblieben und zum rechten Zeitpunkt nach Süden zu den Westerlands gesegelt, was aber wiederum bedeuten würde, dass er in kürzester Zeit auf einer Insel mit bescheidenem Holzvorrat eine gigantische Seemacht aufgebaut haben muss. In jedem Fall ist der unterstörbare Krakenlord ein purer Deus Ex Machina, der Cerseis unausweichlichen Niedergang nur hinauszögert.

 

Diese ungünstige Kombination von nicht nachvollziehbaren Charakterentscheidungen und kleinen plot holes ist ärgerlich, überschattet sie doch die vielen guten Momente von THE QUEEN’S JUSTICE. Lady Olennas Sterbensszene etwa, in der sie sich ihrem Schicksal stellt, Jaimes Todesurteil durch den Giftbecher akzeptiert und mit ihren letzten Atemzügen gegen die Lannisters ihr eigenes Gift versprüht, indem sie Jaime offenbart, für Joffreys Tod verantwortlich gewesen zu sein. Eine dornige Rose bis zuletzt. Oder das kurze Wiedersehen zwischen Tyrion und Jon in Dragonstone, in der sich die Männer ihrer Narben beschauen, mit denen sie von der Geschichte gezeichnet wurden. Und nicht zu vergessen die grausame Gerechtigkeit von Königin Cersei, deren Rache an Ellaria Sand ebenso perfide wie auch poetisch ist. Eingesperrt im Kerker, gab sie Tyene jenen giftigen Kuss, mit der Ellaria in MOTHER’S MERCY (S05E10) Myrcellas Schicksal besiegelte. Cersei lässt die Herrscherin von Dorne im Verlies zurück, dazu verdammt, ihrer todgeweihten Tochter beim Sterben zuzuschauen. Insgesamt war THE QUEEN’S JUSTICE eine gelungene Folge, müsste man sich nicht ständig fragen, wie etwa Jaime die gut gesicherte Wehranlage von Highgarden so mühelos einnahm oder ob das Geheimnis von Sams Behandlung einer nahezu unheilbaren Krankheit wirklich darin bestand, den Instruktionen eines für jedermann verfügbaren Buches zu folgen. Das könnt ihr doch besser, Jungs!


 

Don’t fight in the North, or the South. Fight every battle, everywhere, always. In your mind. Everyone is your enemy. Everyone is your friend. Every possible series of events is happening, all at once. Live that way, and nothing will surprise you. Everything that happens will be something that you’ve seen before.

 

 

Littlefinger

Andere Gedanken:

  • The Queen’s/King’s Justice. Der Episodentitel bezieht sich auf die Position des royalen Scharfrichters, der das königliche Todesurteil vollstreckt.
  • Indira Varma, die Darstellerin von Ellaria Sand, hat in einem Entertainment Weekly-Interview bestätigt, dass diese Folge der letzte Auftritt von Ellaria Sand war. Was bedeutet, dass sie bis zu Danys Angriff auf King’s Landing im Verlies verrotten wird (scheint momentan plausibel), der Angriff nicht stattfindet oder sie bei dem Angriff mit dem Red Keep in Schutt und Asche verwandelt wird..
  • Cerseis schlaflose Nächte, in der sie sich die Rache an ihren Feinden ausmalt, haben sich bezahlt gemacht. Ihre Todesurteile für Lady Olenna und Ellaria Sand hatten eine gewisse Poesie. Eine weitere Sache, die Arya und Cersei verbindet. Wird sie wie schon bei ihrem Mordauftrag auf die Cersei-Darstellerin Lady Crane in BLOOD OF MY BLOOD (S06E06) tatsächlich Skrupel bekommen, wenn sie in King’s Landing ihre Ähnlichkeit mit der verhassten Königin herausfindet?
  • King’s Landing ist die reine Mode-Hochburg, angeleitet von der Königin als Trendsetterin. Nachdem Margaery eine etwas luftigere Garderobe mit ausgefeilten Haararrangements am Hof kultivierte, orientiert man sich nun an Cerseis strengen Kurzhaar-Look, wie man an der Zofe Bernadette erkennen konnte. Machen sie das aus Fashiongründen oder einfach nur aus Furcht vor der Königin?
  • Call it: Arya wird sich das Gesicht der Zofe für ein königliches Attentat überstreifen!
  • Farewell, oh Queen of Thornes. Viele Folgen hast du uns mit deinem rasiermesserscharfen Witz amüsiert. Selbst aus der eigenen Todesszene ist sie wie eine Gewinnerin hervorgegangen. Wir werden dich und das hervorragende Schauspiel von Dame Diana Rigg vermissen!
  • Was wird Jaime mit der Information, dass Tyrion NICHT der Mörder von Joffrey ist, umgehen?
  • Theon wurde von einem der wenigen Ironborn-Schiffe aufgesammelt, welche den Angriff von Euron überstanden haben. Dass er im Kampf um Yaras Leben über Bord ging, kauft ihm keiner ab. Wird seine Stunde des Heldentums noch kommen? Was wird aus Yara?
  • „This is Jon Snow. He’s King in the North.“ Unbezahlbar. Ser Davos kommt ohne Schnörkel zum Punkt. Vielleicht kann sich Dany davon etwas abgucken. Viele Titel machen noch keinen guten Herrscher!
  • Wieder einmal war Pyke im Karten-Vorspann zu sehen, auch wenn der Greyjoy-Sitz nicht physisch in Erscheinung trat. Dafür bekam man endlich die oft erwähnten Burgen Casterly Rock und Highgarden zu Gesicht. Gerade Highgarden war sehr enttäuschend, die  von labyrinthähnlichen Gärtenhängen und dem Komplex aus weißen Mauerringen, Innenhöfen, Kolonnaden und Statuen, welche die Burg umringen, versprechen eines der schönsten und auch bestgesicherten Bollwerke in ganz Westeros. Am Ende war die Burg so jämmerlich wie ihre Verteidiger selbst.
  • Der rasche Fall von Highgarden gab uns immerhin den ersten Auftritt von Bronn in der siebten Staffel, auch wenn er nur kurz und auch ohne jegliche Interaktion ausfiel. Werden wir den ehemaligen Söldner in der nächsten Folge wenigstens über die Tyrellkrieger als die größten Schluffis der Sieben Königreiche witzeln hören?
  • Und auch Lord Randyll Tarly war an Jaimes Seite, was ihn nun zum neuen Lord Protector of the Reach macht. Der Sack hat sich wirklich von den Lannisters kaufen lassen. Keine gute Idee, mein Freund!
  • Your Father’s Daugther: Wieder einmal spielt die Auseinandersetzung mit dem Erbe der Eltern eine große Rolle in der Folge. Jon und Dany haben es schwer, das Bild ihrer Väter abzuschütteln, während Cersei von Tycho Nestoris anerkennend mit Tywin Lannister verglichen wird.
  • Apropos: Die Iron Bank tritt mit ihrem einzigen Vertreter seit THE DANCE OF DRAGONS (S05E09) wieder in Erscheinung. SHERLOCK-Darsteller Mark Gatiss gibt sich als Tycho Nestoris gewohnt verschlagen und ähnelt Mycroft mehr denn je. Doch scheint es ein wenig unglaubwürdig, dass die Iron Bank ausgerechnet Cersei weiter unterstützen würde im Krieg um den Iron Throne. Trotz des momentanen Triumphs ist die Herrschaft der Lannisters langfristig mit allerlei Problemen behaftet („Bist du oben auf in Folge drei, kommt sobald der Tod herbei“, alte valyrische Bauern-Weisheit), so dass sie keine gute Investition verspricht.
  • Cersei erwähnt, dass Danys Bemühen, den Sklavenmarkt abzuschaffen, die Investitionen der Iron Bank erschüttert hätten. Braavos wurde von Ex-Sklaven gegründet und fährt noch stärker als Westeros eine strikte Anti-Sklaverei-Kampagne. Macht die Iron Bank heimlich Geschäfte mit Sklavenhandel oder sind ihre Investitionen nur indirekt von Danys Aktionen betroffen worden?
  • Wo wir noch bei der Bank und ihren hervorragenden Investitionen sind: Wer zahlt eigentlich Stannis‘ Zeche?
  • Euron will sich für die Hochzeitsnacht mit Cersei Sex-Tipps von Jaime holen. Der Krakenlord weiß, welche Knöpfe er zu drücken hat. Diese Szene und der over-the-top-Einzug in King’s Landing haben gezeigt: Der Kerl ist ein Drecksack ersten Ranges, aber es macht verdammt Spaß, seinen Widerlichkeiten zuzuschauen. Aufgepasst Joffrey und Ramsay, hier kommt der Neuzugang zu eurer Arsch-Liga der Bastarde we love to hate.
  • Scheitern am Grübeln über Scheitern: Als nette metareflexive Referenz verweist Tyrion auf Jons außerordentliche Gabe, besonders gedankenschwer und grüblerisch dreinblicken zu können. Ein Gesichtsausdruck, auf den Kit Harringtons Schauspieltalent gerade in den ersten Staffeln allzuoft reduziert wurde.
  • Sam darf als Belohnung für seine erfolgreiche Behandlung („Ich folgte nur den Instruktionen“) in der Zitadelle bleiben und alte Schriftrollen kopieren. Ob die Leseratte da wohl wieder etwas Brauchbares findet? Etwa die Beschwörungsformel für einen Drachenglassdrachen? Das Rezept für den Stein der Weisen? Die Bauleitung für einen Flux Kompensator? Oder gar den wahren Mörder von JFK?
  • Jons Aufklärungsarbeit zur Existenz der White Walkers lässt noch zu wünschen übrig. Was er braucht, ist ein frisches Werbe-Gesicht, das Westeros über die Gefahren der Eiszombie-Plage aufklärt. Wer wäre da besser geeignet als Chris Traeger („White Walkers. Fight it!“)?
  • Littlefingers Rat an Sansa, jedes mögliche Szenario im Kopf durchzuspielen, um auf alles gefasst zu sein, war… ein erstaunlich guter Rat. „Everything that happens will be something that you’ve seen before.” – „Time is a flat circle.” Ist Littlefinger eine frühere Reinkarnation von TRUE DETECTIVE Rust Cohle (Matthew McConaughey)?
  • Melisandre hat guten Grund, sich vor Jon und Davos zu verstecken. Bevor sie Westeros nach Volantis verlässt (um sich vielleicht mit Kollegin Lady Kinvara auszutauschen?), haut sie für Varys eine letzte Prophezeiung raus, in der sie ihren eigenen Tod und den Tod der Spider in Westeros vorhersieht. Melisandre out!
  • Die Dorne-/Greyjoy-Flotte dahin, die Unsullied-Flotte dahin, wie gut, dass Dany Jons Boot beschlagtnahmt hat!
  • Jaime trägt also wirklich Joffreys Schwert Widow’s Wail, welches, wir erinnern uns, in TWO SWORDS (S04E01) aus dem Stahl von Eddard Starks Riesenschwert Ice neugeschmiedet wurde – eine valyrische Klinge…
  • Momentan sind alle drei Drachen auf Dragonstone, und neben Dany die beiden heißesten Kandidaten für die noch offenen Stellen der zwei übrigen Drachenreiter: Tyrion und Jon. Zufall? ZUFALL??

Die aktuelle siebte Staffel GAME OF THRONES ist in Deutschland exklusiv auf Sky zu sehen. Weitere Infos unter: www.sky.de.

© HBO

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