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Fire and Blood – GAME OF THRONES: THE DANCE OF DRAGONS (S05E09)

von | 9 Jun 2015 | Game of Thrones | 5 Kommentare

NEGATIV_GAME OF THRONES_THE DANCE OF DRAGONS_Daario Naharis, Tyrion Lannister, Daenerys Targaryen, Missandei, Ser Jorah Mormont

In der Kolosseum-ähnlichen Great Pit of Daznak kommt es zum Showdown zwischen Dany samt ihren Gefährten und den Sons of the Harpy

Die verflixte Neunte. Jede GAME OF THRONES-Staffel findet ihren Höhepunkt in der neunten Folge: Große Ereignisse lenken das Geschick in Westeros in neue Bahnen und Hauptfiguren überstehen ihre bislang schwerste Prüfung (Tyrion in BLACKWATER, Jon in THE WATCHERS ON THE WALL) – oder gehen an ihr zugrunde (Eddard in BAELOR, Robb und Catelyn in THE RAINS OF CASTAMERE). Ein Leuchtfeuer an Spannung und Production Value wird entfacht, Die Serienmacher spielen ihre Trümpfe aus und bescheren uns mit den Momenten der Serie, die wir am allerwenigsten vergessen werden. Nach HARDHOME habe ich mich gewundert – wie wollen Benioff und Weiss das eisige Spektakel der vorherigen Folge überbieten? Mit Feuer, was auch sonst.

A Song of Ice and Fire. Nachdem das Bild der unheilvollen Nacht und der nahenden, tödlichen Kälte in Form der White Walker die zweite Hälfte von HARDHOME dominierte, durchzieht THE DANCE OF DRAGONS das Motiv des Feuers. Wie der Titel von Martins Buchreihe verrät, scheint das Gegenüber von Eis und Feuer der epischen Erzählung als Hintergrund zu dienen. Doch so einfach, wie beide Elementtypen voneinander zu unterscheiden sind, lassen sich Gut und Böse in GAME OF THRONES nicht trennen. Das in vielen Glaubenssystemen von Westeros heraufbeschworene duale Weltbild aus Leben und Tod, Gut und Böse, Tag und Nacht findet in der Feuer- und-Eis-Symbolik nur bedingt seine Entsprechung. Der Winter naht und die White Walker sind böse, aber ist das Feuer wirklich das Gute?

In GAME OF THRONES ist Feuer eine ambivalente Metapher. In der Serie überwiegt seine destruktive Kraft. Feuer bringt Tod, Qual und Zerstörung. Es ist eine mächtige Waffe im Kampf: Tyrion besiegt Stannis in BLACKWATER mit Wildfyre, die Targaryens eroberten Westeros mit dem Feuer ihrer Drachen, welches auch Dany mehr als einmal für ihre Zwecke einsetzt. Und doch wird mit Feuer das Rad der Gewalt nicht gebrochen, sondern nur stärker angetrieben. So erleuchtet zweimal in THE DANCE OF DRAGONS ein Feuer das verschneite Lager von Stannis Baratheon und verzehrt beim ersten Mal die Vorräte des Königs und beim zweiten Mal seine Menschlichkeit. In Meereen befreit Drogons reinigendes Feuer indes die umzingelte Dany von ihren Feinden und verbrennt zahlreiche Sons of the Harpys bei lebendigem Leib. Stannis und Daenerys als Lichtbringer in dunkler Not: Sind das die Helden, auf deren Seite wir stehen?

 Diese Folge in Zahlen:

Hauptfiguren

Orte

Erste Auftritte

Letzte Auftritte

Feuer mit Feuer bekämpfen

NEGATIV_GAME OF THRONES_THE DANCE OF DRAGONS_Melisandre

Die schlimmsten Befürchtungen wurden wahr: Melisandre hat in THE DANCE OF DRAGONS ihr Blutopfer bekommen, Shireen stirbt in den Flammen des fanatischen R’hllor-Kultes.

THE DANCE OF DRAGONS folgt der gleichen Dramaturgie wie HARDHOME. Die erste Hälfte besteht aus dem gewohnten Intercut verschiedener Handlungsstränge, während sich das fulminante Set Piece der zweiten Hälfte an einem einzigen Schauplatz ereignet. Die Handlung wechselt zwischen Braavos, Dorne, der Mauer und Stannis‘ Camp hin und her, bevor sie schließlich in der großen Kampfarena von Meereen, Daznak’s Pit, Halt macht. Anders als in HARDHOME bauen die einzelnen Erzählstränge das finale Spektakel der zweiten Hälfte nicht auf, sondern scheinen es vielmehr zu überschatten. Eine Szene im Besonderen lässt den Zuschauer nach dem als Befreiungsschlag gedachten Auftritt von Drogon nicht in Jubel ausbrechen – Shireens Tod. Ein Ereignis, so grausam, so schrecklich, dass ich kaum an etwas anderes denken, geschweige denn über etwas anderes schreiben kann.

Mit dem Aufflammen von Shireens Scheiterhaufen ist Westeros ein noch düsterer Ort geworden. Stannis opfert seine eigene Tochter dem Lord of Light, um seine Männer, um seinen Anspruch auf den Thron zu retten. Wie kann das vage Versprechen auf einen möglichen Sieg so eine scheußliche Tat nur rechtfertigen? Wie konnte es nur dazu kommen? Blicken wir zurück. Interessanterweise stand schon immer das Feuer am Anfang von Stannis‘ Erzählstrang. In THE DANCE OF DRAGONS hat ein Feuer die Katastrophe eingeleitet – Ramsays Spezialtruppe hat in Stannis‘ Camp die Vorräte in Brand gesetzt. Der König der Meerenge sah sich in einer hoffnungslosen Situation. Durch den fortgeschrittenen Schneesturm schafft es seine frierende Armee weder vor nach Winterfell noch zurück nach Castle Black. Der Verlust der Vorräte hat endgültig ihr Schicksal besiegelt: Wenn Stannis nichts unternimmt, werden sie vermutlich im Schnee sterben. Er greift nach dem letzten ihm bietenden Strohhalm, er wendet sich an Melisandre und reagiert auf das erste Feuer mit einem zweiten Feuer.

So unnatürlich diese Entscheidung auch sein mag – hat uns doch die fünfte Staffel noch einmal an die Liebe von Stannis zu seiner Tochter erinnert – sie ist, wenn man ehrlich ist, nicht überraschend. Man darf nicht vergessen, wie Stannis, seine Frau Selyse und Melisandre zu Beginn der zweiten Staffel in THE NORTH REMEMBERS eingeführt wurden. Als Anhänger eines fanatischen Gotteskultes, die am Strand von Dragonstone Statuen der Sieben Götter verbrennen. In dieser Zeremonie beschwört Melisandre Stannis als Champion of Light, der mit seinem brennenden Schwert Lightbringer die Prophezeiung erfüllen und die dunkle Nacht besiegen wird. Zwei Staffeln später werden in THE LION AND THE ROSE nicht mehr Statuen verbrannt, sondern Menschen. Unter ihnen Axell Florent, der leibliche Bruder von Stannis‘ Frau Selyse, die dem Opfer mit ekstatischer Freude beiwohnt. Stannis ist jedes Mittel recht, um seinem Ziel, dem Eisernen Thron, näher zu kommen. Im Spiel der Throne ist Melisandres Blutmagie dabei sein Joker –Die mit der Roten Priesterin gezeugte Schattenkreatur hat seinen Bruder Renly ausschaltet (GARDEN OF BONES), das Blutegel-Opfer mit Gendrys Königsblut in SECOND SONS hat wahrscheinlich den Tod von Robb Stark und Joffrey Baratheon eingeleitet (auch wenn Andere dabei die Hand führten). Wer da nicht an die Wunder des Lord of Light glaubt, der ist kein Realist.

Die Orte dieser Folge

NEGATIV_GAME OF THRONES_THE DANCE OF DRAGONS_Selyse Baratheon, Stannis Baratheon

Shireens Todesschreie lassen mich noch lang mit Alpträumen zurück, der Anblick von Stannis und Selyse dagegen mit unbändiger Wut. Wie konnten sie es nur zulassen?

Shireens Tod wurde also mit der Sekunde bereits vorbereitet, als wir Stannis Baratheon das erste Mal sahen. Sie ist die menschliche Katastrophe, die am Ende seines Erzählstranges steht. Egal, ob Stannis nun den Schneesturm übersteht oder nicht, die Boltons besiegt, Winterfell einnimmt und den Eisernen Thron erklimmt, mit Shireens Tod hat er bereits verloren. Shireen repräsentiert das letzte Stückchen Güte in ihrem Vater, welches nun erloschen ist. Fast hätte es die fünfte Staffel geschafft, dass wir den gefühlsarmen Lord von Dragonstone gemocht hätten – Jetzt ist seine Gunst beim Zuschauer für immer verloren. In gewisser Hinsicht ist er noch schlimmer geworden als die Boltons. Denn das schlimmste an Shireens Todesszene sind nicht nur ihre verzweifelten Hilfeschreie gewesen, die sich in grässliche Schmerzensschreie wandelten, bis sie ganz in Schweigen übergingen. Nein, wirklich schlimm war auch das Bild zu dieser unerträglichen Tonspur: Der Anblick ihrer Eltern, die mit eiserner Miene dem Tod ihrer Tochter zuschauen, bei denen diese unvergesslichen Schreie auf taube Ohren stoßen. Stannis leidet innerlich und rührt sich doch keinen Zentimeter, um seine Shireen zu retten. Ausgerechnet Selyse hat einen überraschenden Ausbruch von Menschlichkeit. Zunächst überzeugt sie Stannis und sich selbst mit hohlen Worten davon, das einzig Richtige zu tun. Doch als die Hilferufe ihrer Tochter ihren schrecklichen Höhepunkt erreichen, erwacht in der fanatischen R’hllor-Anhängerin endlich die Mutter. Verzweifelt will sie ihrem sterbenden Kind zur Hilfe eilen, wird aber von den Soldaten solange zurückgehalten, bis sie zusammenbricht. Ihre Menschlichkeit kommt zu spät, viel zu spät.

Mit dem grausamen Tod dieses unschuldigen, herzensguten Mädchens hat GAME OF THRONES ein neues Tief erreicht. Ein Teil von mir ist gestorben, als ich diesen wunderbaren Charakter dort auf dem Scheiterhaufen hinscheiden sah. Auch wenn einem der Anblick ihres verbrennenden Körpers erspart blieb, die Schreie gingen doch durch Mark und Knochen. Es war für mich zu viel. Der Moment, in dem das unsichere Mädchen zum Scheiterhaufen geführt wurde, im Anblick von Melisandre ihr Schicksal erkannte und verzweifelt nach ihrem Vater rief, ließ mich erschaudern. Beim Auftritt von Stannis, der in seiner entschlossenen Miene stumm verkündete, seine Tochter wirklich töten zu wollen, blieb mein Herz schließlich für einen Augenblick stehen. Noch stärker als bei jeder anderen GAME OF THRONES-Szene stellte ich mir die ernsthafte Frage: Will ich mir das ansehen? Kann ich diese Serie wirklich weitergucken?

Die Figuren der Folge

Hauptfiguren
Nebenfiguren
Erste Auftritte
Letzte Auftritte

 Fire and Blood

NEGATIV_GAME OF THRONES_THE DANCE OF DRAGONS_Drogon, Daenerys Targaryen


Draco ex Machina: Dany wird in letzter Sekunde von Drogon vor den Sons of the Harpys gerettet und fliegt mit ihrem Drachen davon. Wird sie jetzt zum brutalen Gegenschlag ausholen? War das eine zweite Feuertaufe für die Drachenkönigin?

Wie weit bin ich bereit, zu gehen? Nicht nur die Figuren, auch die Zuschauer von GAME OF THRONES müssen sich diese Frage immer wieder stellen. In THE DANCE OF DRAGONS diskutieren Hizdahr und Tyrion, in wieweit Grausamkeit ein nötiger Bestandteil für Großartigkeit ist. Jede große Zivilisation in Westeros ist auf Gewalt, Tod und Grausamkeit aufgebaut. Die Sieben Königreiche ebenso wie die mächtigen Städte in Essos. Die fighting pits sind ein Teil von Meereens reicher Kultur. Doch ist die Bewahrung dieser grausamen Tradition wirklich nötig? Muss der Eroberer des Eisernen Throns, der Herrscher über Westeros, bis zu einem gewissen Grad grausam bleiben, um seine Macht zu erhalten? Während Hizdahr und Tyrion weiter debattieren, jubelt eine Masse begeistert dem blutrünstigen Schauspiel in der Gladiatorenarena zu. Eine Arena, die dem Kolosseum verdächtig ähnlich aussieht. Auch im Römischen Reich, zu seiner Zeit eine der fortschrittlichsten Zivilisationen der Welt, war Grausamkeit Teil der alltäglichen Unterhaltung. Hätte die Römische Macht auch ohne das bestanden?

In der Auseinandersetzung mit Herrschaft und Grausamkeit, Macht und Gewalt, war die Familiengeschichte der Targaryens einmal mehr ein Thema. In THE DANCE OF DRAGONS liest Shireen die titelgebende Geschichte vom innerfamiliären Zwist zwischen Rhaenerya Targaryen und ihrem Halbbruder Aegon II. Ihr Kampf um den Eisernen Thron führte ganz Westeros ähnlich dem Krieg der Fünf Könige in einen fürchterlichen Bürgerkrieg, von dem sich Haus Targaryen nie wirklich erholen sollte. Für wen hättest du dich entschieden, fragt ihr Vater Stannis. Für keinen, antwortet die kluge Shireen. Denn es war gerade das Wählen einer Seite, die Bruder gegen Bruder und Drache gegen Drache kämpfen ließ und das Land in Tod, Verderben und Unglück stürzen sollte. Manchmal muss man sich entscheiden, auch wenn man nicht will, murmelt Stannis daraufhin und hat seine Tochter in Gedanken bereits zum Tode verurteilt. Ebenso sagt Dany, keine Wahl zu haben – Auch wenn Tyrion das Gegenteil behauptet. Wie Stannis schaut sie unbeteiligt dabei zu, wie Ser Jorah für sie in der Kampfarena sein Leben riskiert. In HARDHOME hat Dany davon geredet, das Spiel der Throne zu durchkreuzen, das Rad zu brechen – und doch wählt sie am Ende von THE DANCE OF DRAGONS den Weg ihrer Familie und stellt ihr Familienmotto über die Ratschläge von Tyrion und Selmy: Fire and Blood statt Vergebung und Liebe.

NEGATIV_GAME OF THRONES_THE DANCE OF DRAGONS_Davos Seaworth, Shireen Baratheon

Sadistische Serie: In ihrer letzten gemeinsamen Szene amüsieren sich Davos und Shireen über die Geschichte eines unglückseligen Ritters, der glaubt, es mit einem Drachen aufnehmen zu können und prompt geröstet wird – Nicht ahnend, dass Shireen nur kurze Zeit später auf dem Scheiterhaufen brennen wird.

Gut sein in GAME OF THRONES heißt: Sterben. „You have a kind heart, Jon Snow. It’ll get us all killed“, knurrt Ser Alliser Thorne seinem Lord Commander bei dessen Rückkehr in THE DANCE OF DRAGONS entgegen. Und er scheint Recht zu haben: Güte und Vergebung wird in GAME OF THRONES mit dem Tod bestraft. Von Eddard Stark über Robb und Catelyn bis hin zu Ser Barristan Selmy sind gerade diejenigen ein leichtes Opfer gewesen, die ihrem Gewissen gefolgt sind. Auch Dany wäre fast für ihre Politik der Nachsicht in Meereen gestorben, hätte ihr wilder Drache sie nicht gerettet. Wird sie jetzt auf Daario hören und in einem gnadenlosen Gegenschlag sämtliche Familienoberhäupter von Meereen exekutieren? Die unterdrückte Grausamkeit der Drachenmutter, versinnbildlicht in ihren eingekerkerten, unkontrollierbaren Drachen, bricht in Form des frei rumfliegenden Drogon wieder aus. Gibt sie sich jetzt ihrer Natur als Targaryen hin? Werden Rache, Tod und Brutalität das letzte Wort haben?

There’s always been enough death in the world for my taste. I can do without it in my leisure time.

Tyrion Lannister

Counsellor

Kehren wir zu Hizdahr und Tyrion zurück. Ich weiß, wie schlimm unsere Welt ist, schließt der Gnom seine Argumentation. Also muss ich in meiner Freizeit nicht auch noch daran erinnert werden. Ihr Gespräch wird zum Metadiskurs der Serie: Wieviel Tod und Grausamkeit ist man als Zuschauer eigentlich gewillt, hinzunehmen? Sind wir so masochistisch, dass wir uns dem wachsenden Sadismus der Serie Folge für Folge weiter aussetzen? Natürlich ist jede der schlimmen Szenen bereits in der Buch-Vorlage vorgeschrieben. Aber ist etwas anderes, die Schreie zu hören und das Leiden zu sehen, als es nur zu lesen. Und: Bei all dem düsteren „Realismus“ schafft Martin es in den Büchern immerhin noch, kleine Momente der Hoffnung mit einzubauen, damit der Leser nicht völlig in der depressiven Stimmung versinkt.

Diese Balance aus dunklen und aufhellenden Szenen scheint der Serie gerade in der fünften Staffel zu fehlen. Die Serie schießt über ihr Ziel, das Schreckliche so eindrücklich wie möglich darstellen zu wollen, hinaus. Wieder einmal hat man sich bei vielen Szenen gedacht: War das wirklich nötig? Wir wissen, dass Ramsay ein Monster ist und die Mauer fast nur noch von Mördern und Triebtätern bevölkert wird. Doch muss ausgerechnet Vergewaltigung als wiederkehrendes Schockmittel dafür eingesetzt werden, um uns das Bekannte noch einmal deutlich zu machen? Oder Meryn Trant: Wir wissen, dass er ein schlechter Mensch ist. Muss er in THE DANCE OF DRAGONS wirklich auch noch ein Pädophiler sein? Vielleicht aber hasst man die Serie wegen ihres Sadismus auch nur deswegen, weil sie als eskapistische Fantasy keinen positiven Gegenentwurf zu unserer Welt bietet, sondern nur unsere Nase in ihre Verdorbenheit weiter reindrückt. So wurden die Gladiatorenszenen aus THE DANCE OF DRAGONS im spanischen Ort Osuna gedreht – im Plaza de Toros, einer jahrhundertalten Arena aus Sandstein, in der heute noch immer die heftig umstrittenen Stierkämpfe ausgetragen werden. Ob nun fürchterliche Unaufmerksamkeit oder bewusstes Statement, GAME OF THRONES ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

Zitat der Folge


Sometimes a person has to choose. Sometimes the world forces his hand. If a man knows what he is and remains true to himself, the choice is no choice at all. He must fulfill his destiny and become who he is meant to be, however much he may hate it.

Stannis Baratheon

Father

Andere Gedanken:

  • Ein GAME OF THRONES ohne Shireen kann ich mir nicht vorstellen. Kerry Ingram hat eine unglaubliche Leistung abgegeben, sie war das perfekte Gegengewicht zu all dem Tod und Unglück in der Serie. Mein Glauben an das Gute in Westeros ist nun endgültig zerstört. Sollte am Ende doch Ramsay Recht behalten: „If you think this has a happy ending, you haven’t been paying attention.
  • Rest in Peace, Hizdahr zo Loraq. Du warst zur falschen Zeit am falschen Ort mit der falschen Frau verheiratet. Interessanterweise lebt die Figur in den Büchern noch – dort wird sogar mit der Möglichkeit gespielt, dass er der wahre Anführer der Sons of the Harpy ist.
  • Wie geht es weiter in Meereen? Kehrt Dany mit ihrem Drachen zurück? Wird sie die Sons of the Harpy endlich besiegen können? Und ist Ser Jorah begnadigt?
  • Your rebellion is over. Der Konflikt in Dorne findet sein unspektakuläres Ende: Doran Martell klopft Ellaria Sand und den Sand Snakes auf die Finger, gewährt Jaime Lannister, Myrcella mit nach King’s Landing zu nehmen (mit der Bedingung, dass Trystane seine Geliebte begleiten darf und einen Platz im Small Council bekommt) und erklärt die Sache als gegessen. Echt jetzt? Wenn in der letzten Folge nicht noch ein cooler Monolog von Alexander Siddig kommt, war dieser Erzählstrang tatsächlich eine bedauerliche Verschwendung von Talent und Zeit.
  • Arya lässt in der Folge unvermittelt von ihrem Mordaufrag ab, da ihr eine alte Nemesis aus der Vergangenheit über den Weg läuft: Ser Meryn Trant, der Mörder ihres Lehrers Syrio Forel in der ersten Staffel und wiederkehrender Name in Aryas Rache-Litanei, belgeitet Lord Mace Tyrell auf seiner Reise zur Iron Bank. Arya verpasst ihre Möglichkeit, den Thin Man die Gabe des Many-faced Gods zu geben, weil sie den Tag über Trant beschattet. Bei ihrer Rückkehr in den Tempel lügt sie auch noch Jaqen H’ghar an. Keine gute Idee. Wird Arya ihre Rache-Obsession zum Verhängnis?
  • Es war ein spannender Moment, als Jon mit den Wildlingen an die Mauer zurückkehrte und vor verschlossenem Tor stand, bis Alliser Thorne sie schließlich doch passieren ließ. Doch macht er keinen Sinn. Wenn sie mit den Schiffen aus Hardhome zurückgekehrt sind, wären sie vermutlich wieder in Eastwatch-by-the-Sea eingelaufen (von wo sie auch gestartet sind). Eastwach-by-the-Sea liegt jedoch südlich von der Mauer.
  • Ein schönes Wiedersehen mit SHERLOCK-Schöpfer– und Schauspieler Mark Gatiss in der Rolle des Iron Bank-Repräsentanten Tycho Nestoris. Seine Reaktionen auf die gar nicht mal so lustigen Witze von Mace Tyrell waren grandios. Was für ein tolles Paar. Bitte mehr!
  • Die eingeführte Pädophilie von Meryn Trant ist eine widerliche Komponente, die für mich zu viel war – gerade in Anbetracht dessen, dass es kleinen Mädchen in der Folge generell nicht gerade sehr gut erging. Tatsächlich aber hat es einen Bezug zu den Büchern (bzw. zu einem Arya-Kapitel aus THE WINDS OF WINTER, das Martin auf seiner Seite veröffentlichte). Dort ist es zwar nicht Meryn Trant, sondern Raff the Sweetling, der den Master of Coin zur Iron Bank begleitet, doch zeigt Raff großes Interesse an kleinen Mädchen, was Arya für sich nutzt, um ihn umzubringen. In der Serie ist Raff mit der Figur des Polliver zusammengelegt worden und fällt Arya bereits in TWO SWORDS zum Opfer.
  • Apropos Bücher: Fans dürften sehr aufgebracht sein, da Shireens Tod nicht in den Büchern vorkommt. Noch nicht jedenfalls – in der INSIDE THE EPISODE-Featurette erzählt David Benioff davon, wie Martin sie davon in Kenntnis setzte, dass Shireen von Melisandre in einem der kommenden Bücher geopfert wird. Also geht dieser Tod doch auf Georges Kappe.
  • Wo hat Stannis eigentlich diese tollen Armee-Figuren für seine Tabletop-Miniatur von Westeros her? Reist in seiner Armee ein Spielzeugmacher mit, der diese bei Bedarf herstellt? Lord Mattel von Hasbro?
  • GAME OF THRONES – The Musical. Vielleicht darf man den Traum an die wahrscheinlich depressivste Revueshow aller Zeiten doch nicht ganz aufgegeben. Nach Bronns Gesangseinlage in THE GIFT gab nun Lord Mace Tyrell in seiner bekannt trotteligen Art ein Ständchen von sich. Das Talent ist da, man muss es nur nutzen! Als Höhepunkt des Musicals tritt dann die drachenreitende Daenerys Targaryen auf mit einer Cover-Version von One Day I’ll Fly Away aus MOULIN ROUGE!

Fotos: © HBO