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GAME OF THRONES_The Wars To Come_Cersei Lannister

Mit Tyrion und Varys auf der Flucht nach Pentos, Littlefinger und Sansa im Tale der Vale sowie dem Ausscheiden von Joffrey und Tywin wird Cersei zur vielleicht wichtigsten Hauptfigur in King’s Landing.

Warten auf Westeros. In den vergangenen Wochen wurde die Aufregung um den Start der neuen Staffel GAME OF THRONES immer größer. Verschiedenste Aktionen und Reaktionen im Internet haben gezeigt, dass das erfolgreiche Fantasy-Drama zum festen Bestandteil der Popkultur geworden ist. HBO und Sky fuhren offensive Werbekampagnen und machten Fans mit Bildern, Videos und Trailern einmal mehr die Mäuler wässrig. Auf Sky startete sogar der der exklusive Sender „Sky Thrones HD“, auf dem rund um die Uhr alle bisherigen GAME OF THRONES-Folgen zu sehen sind. Daneben war GAME OF THRONES auch das Thema anderer US-Shows: So killte Jon Snow Seth Meyers Dinnerparty in einem Sketch aus dessen Late Night-Show, in der SESAME STREET wurde im Game of Chairs um die Herrschaft über Jesteros gekämpft und Comedy Centrals Komikerduo Key & Peele präsentierten ihr eigenes Recap der HBO-Hitserie.

Dann endlich war es soweit: Mit THE WARS TO COME kehrte GAME OF THRONES auf den Bildschirm zurück. Der Auftakt der fünften Staffel wurde seinen Erwartungen gerecht und eröffnete spannungsgeladen in eine neue Runde Intrigenspiele und Charakterdrama in Westeros. Dabei setzte die erste Folge weniger auf markante plot points oder visuelle Knalleffekte, sondern konzentrierte sich mehr darauf, die Geschehnisse des vorangegangenen Staffelfinales nachklingen zu lassen, um die damit verbundenen Veränderungen des Figuren- und Konfliktgeflechtes Stück für Stück zu entfalten. Die vierte Staffel war für viele Charaktere ein Wendepunkt. Nun geht es darum, welche Wege sie wählen und wie sie von dem Ort aus weitermachen, an dem sie gelandet sind. Immerhin sind noch so einige Schlachten zu schlagen, sowohl auf politischer, wie auch persönlicher Ebene.

Kontraktion statt Expansion. In THE WARS TO COME greifen Serienschöpfer Daniel B. Weiss und David Benioff auf das Erfolgsrezept der vergangenen Staffel zurück, indem sie bekannte Welten miteinander kollidieren lassen, statt ´weitere aufzumachen. Der Erzählkosmos wird nicht sonderlich durch die Einführung neuer Figuren oder Handlungsorte vergrößert, sondern verdichtet sich weiter in der Wegnahme wesentlicher Schlüsselfiguren und der ungewöhnlichen Zusammenführung entgegengesetzter Charaktere: So wappnen sich Cersei und Jaime auf ein King’s Landing ohne Tywin Lannister. Jenseits der Narrow Sea will Varys in Begleitung von Tyrion die Drachenkönigin in Meereen aufsuchen. An der Mauer prallen die Dickschädel von Jon Snow und Stannis Baratheon aufeinander. Und im Tal der Vale kreuzen sich beinahe die Wege von Brienne und Sansa.

The future is shit. Just like the past

THE WARS TO COME wartete gleich zu Beginn mit einer kleinen Überraschung auf: Statt einem cold open eröffnete die Episode nach dem Titelvorspann mit dem ersten Flashback der Serie: Eine jugendliche Cersei Lannister sucht im Wald die Hexe Maggy auf, um sich – entgegen der Sorgen ihrer zögerlichen Begleiterin und der Warnung der Hexe selbst – die Zukunft vorhersagen zulassen. Was sie zu hören bekommt, ist mehr, als sie sich versprochen hatte. Ja, sie werde wie gehofft Königin werden. Aber: Jedes ihrer drei Kinder werde eine Krone haben so golden wie sein Leichentuch. Und: Eine schönere und jüngere Frau werde bald ihren Platz einnehmen.

Cerseis Figur gewinnt durch diesen Flashback an Konturen. So einiges macht jetzt mehr Sinn – die besitzergreifende Liebe zu ihren Kindern, der Hass auf die junge Königin Margaery Tyrell, das daraus resultierende, irrationale Verhalten. Der Flashback bringt jedoch keine Absolution. Wie schon bei Jaimes augenöffnenden Monolog aus KISSED BY FIRE rechtfertigt der Blick in die Vergangenheit nicht das getane Übel, sondern fügt ihm lediglich eine tragische Note hinzu. Er offenbart die Tragweite der Melancholie, welche Lena Headey in ihrem Spiel der Queen Regent gelegentlich mitschwingen lässt. Es hat schon etwas Poetisches: Cersei ist zur Mythengestalt der bösen Königin geworden, die zur Strafe ihrer Eitelkeit und Hybris den eigenen Untergang erkennen muss, dessen Vollstreckerin sie selbst ist. Denn Vorhersagen wie diese sind immer eine self-fullfilling phrophecy. Nicht Schneewittchen ist verantwortlich für den Fall der bösen Königin, sondern die Worte: „Spieglein, Spieglein an der Wand…“

GAME OF THRONES_The Wars To Come_Magaery Tyrell


Wird sie Cersei zu Fall bringen? Hinter der Maske der unschuldigen Schneewittchen-Schönheit verbirgt Margaery Tyrell die Skrupellosigkeit einer bösen Königin.

Vieles in THE WARS TO COME drehte sich um den Tod von Tywin Lannister aus THE CHILDREN und seine sich anbahnende Folgen. Wie die Wellen, die ein Stein beim Aufprall im Wasser verursacht, ist das Ausmaß des Ereignisses erst in der Darstellung seiner Konsequenzen begreifbar. Zunächst hat der Tod des Lannister-Patriarchen weitläufige politische Folgen: Haus Lannister hat an Macht und Einfluss eingebüßt, es ist so verletzlich wie noch nie. Wurde zu Beginn der vierten Staffel in TWO SWORDS noch der Triumph von Tywin Lannister über die Starks durch das Neuschmieden von Neds Schwert imposant in Szene gesetzt, ist beim Anblick von Tywins Leichnam in THE WARS TO COME von der einstigen Größe nichts mehr übrig. Mit den Tyrells in den Startlöchern wird es in King’s Landing zum Machtkampf kommen. Auch der Rest von Westeros wird Tywins Tod ausnutzen. Stannis ist bereit, gegen die Boltons zu ziehen und den Norden unter seine Herrschaft zu bringen. Wer sollte ihn daran hindern?

Die Lannisters stehen mit dem Rücken zur Wand. Doch nicht genug: Tywins Tod hat auch innerfamiliäre Folgen. Schließlich ist das plötzliche Ableben des Familienoberhauptes eine direkte Konsequenz des inneren Verfalls des Hauses. Die Lannisters sind als Familie gescheitert. Tywin wurde von seinem eigenen Sohn ermordet. Das Band der Geschwister ist zerrissen. Cersei macht Jaime für den Tod des Vaters mitverantwortlich – hat er doch Tyrion zur Flucht verholfen. Jaime ist von Tyrions Tat fassungslos. Mit dem Auftauchen von Tywins Bruder Kevan und dessen Sohn Lancel stellt sich außerdem die Frage, wie sich der Rest der Familie verhalten wird. Gerade Lancel hat sich zum unberechenbaren Faktor entwickelt – Cerseis einstiger Liebhaber hat sich nach seiner Verwundung in der Schlacht am Blackwater zurückgezogen und der aufblühenden, religiösen Bewegung der Sparrows angeschlossen. Zu Tywins Bestattung ist er auf Cersei zugekommen und hat sie um Vergebung gebeten – für deren schändliche Affäre wie auch dafür, König Robert auf der Jagd am Tag seines Todes so betrunken gemacht zu haben. Von beidem will Cersei natürlich nichts gewusst haben und kehrt ihrem Cousin den Rücken. Wem hat der spirituell erwachte Lancel sein Geheimnis wohl noch anvertraut?

GAME OF THRONES_The Wars To Come_Tyrion Lannister, Varys

Abra Kadabra! Beim Öffnen gibt Varys‘ Holzkiste einen völlig anderen Tyrion preis. In der Reminiszenz zur Szene aus AND NOW HIS WATCH IS ENDED steht Varys‘ magic box wieder für die geduldige, horizontale Erzählweise der Serie. Tyrion hat einen langen Weg hinter sich, und ebenso weit ist der Weg, der vor ihm liegt.

Schließlich Tyrion. Tywins Tod hat für seinen Mörder ganz persönliche Folgen. Als Varys die Holzkiste öffnete, in der er den Gnom von King’s Landing bis nach Pentos geschmuggelt hatte, kam eine erbärmliche Gestalt zum Vorschein. Tyrion ist ein Schatten seiner selbst. Vom sorgelosen Lebemann, vom verantwortungsbewussten Anführer, ja nicht einmal vom rachsüchtigen Monster ist noch etwas übrig geblieben. Zersaust, unrasiert, betrunken und zerfressen von Schuldgefühlen kann sich die Gestalt kaum mehr auf den Beinen halten. Nicht nur Tywins, sondern auch Shaes Blut klebt noch zu frisch an seinen Händen. Tyrion hat alles verloren: Seine Position in King’s Landing, die Vorteile seines mächtigen Familiennamen, die Treue seines Bruders, sein Gold, seine Liebe, sein reines Gewissen. In seiner Verzweiflung kann er gar nicht so viel kotzen, wie er trinken möchte.

Einzig Varys ist geblieben. Der Eunuch hat sein Leben riskiert, um das von Tyrion zu retten. Warum? For the Realm, lautet Varys‘ bekannte Antwort. Er sieht in Tyrion nach wie vor den kleinen Mann mit dem großen Schatten. Jemanden, der die Geschicke von Westeros zum Guten lenken würde. Eine unverzichtbare Figur in den wars to come. Varys überredet Tyrion, ihn auf der Reise zu Daenerys Targaryen zu begleiten. Seit Jahren plante der Eunuch zusammen mit Illyrio die Rückkehr des Hauses Targaryen. In Dany sieht er die ideale Herrscherin für Westeros. Stärker als Tommen, gütiger als Stannis, nicht in die Macht geboren, sondern zu ihr durch harte Arbeit gekommen. Varys bietet Tyrion die Chance, sich aus seinem Loch zu befreien und noch einmal den Aufstieg zu wagen. Wie passend, dass sie dafür auf Danys Spuren wandeln – von Pentos nach Meereen, von der unschuldigen Prinzessin zur Drachenkönigin.

Die Freiheit auf Fehlbarkeit

GAME OF THRONES_The Wars To Come_Daenerys Targaryen


Mutter in Nöten: In Meereen muss sich Daenerys nicht nur vor den Sons of the Harpy fürchten, sondern auch den eigenen Drachenkindern.

Doch ist das der richtige Weg? Immerhin ist Danys Triumphmarsch in Meereen langsam zum Halten gekommen. Von ihrem ursprünglichen Weg, nach Westeros überzusiedeln und den Eisernen Thron für sich zu erobern, ist sie mittlerweile abgekommen. Aber auch ihre neue Herrschaft über die Slaver’s Bay gerät ins Wanken. Wie schon in Astapor und Yunkai hat sie auch in Meereen die Kaste der Sklavenmeister entthront und durch eine volksbasierte Ersatz-Regierung ersetzen lassen. Bildgewaltig wird die große Harpyien-Statue als Signum der besiegten Sklavenmeister zu Fall gebracht. Die Harpyie von Meereen ist bezwungen, doch ihre Kinder leben weiter. Mit Attentaten auf die Unsullied verbreiten die maskierten Sons of the Harpy gezielten Terror in den Straßen von Meereen und machen deutlich, dass sie Danys Fremdherrschaft nicht dulden. Dany nimmt den Kampf auf und lässt nach den Mördern fahnden. Statt das Problem an der Wurzel anzupacken, bekämpft sie nur dessen Symptome.

Wieder einmal ist die politische Allegorie mehr als deutlich. Im Sturz der Harpyien-Statue schwingen die Bilder vom Herunterreißen der Hussein-Figur aus dem Irak mit. Danys Befriedung der Sklavenbucht scheint sich ähnlich zu verkomplizieren wie der zweite Golfkrieg. Die Drachenkönigin ist sich bewusst, dass Meereen ins totale Chaos stürzen würde, zöge sie mit ihren Truppen ab. Also bleibt sie, um Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig genießt sie nicht den ungeteilten Zuspruch der Einheimischen. Dany ist in die Stadt eingefallen, um sie mit ihren Werten von Freiheit und Gleichheit zu missionieren. Ja, Sklavenhaltung ist Barbarei. Doch will Dany mit Gewalt eine Kultur ändern, die sie nicht kennt, nicht kennenlernen will. Die Legitimation von Meereens neuer Regierung sieht sie im Willen des Volkes, doch nimmt sie sich selber davon aus: I am a queen, not a politician.

Jedoch: A queen without dragons is no queen. Danys Macht bröckelt. Nicht nur mit den Sons of the Harpy hat sie Probleme, auch die eigenen Drachenkinder bereiten der Mhysa Schwierigkeiten. Nachdem sie zwei der Drachen in THE CHILDREN in die Katakomben der Stadt hat sperren lassen – der dritte war ausgebüxt – zeigen diese sich jetzt sichtlich unzufrieden mit ihrer Gefangenschaft. Bei ihrem Versuch, ihnen einen Besuch abzustatten, muss Dany um ihr Leben fürchten. Die Drachen haben sich gegen sie erhoben. Nachdem die Mutter ihre Kinder verstoßen hat, verstoßen die Kinder jetzt die Mutter. Nicht nur ein Symbol für das Volk von Meereen, das sich langsam gegen ihre Unterdrückerin wendet, sondern auch ein realpolitisches Problem: Kann die Drachenmutter die Stadt auch ohne Drachen halten?

GAME OF THRONES_The Wars To Come_Jon Snow, Mance Rayder

The freedom to make my own mistakes is all I ever wanted. Die Szene zwischen Jon Snow und Mance Rayder war ein starker Abschied zweier Feinde, die unter anderen Umständen gute Freunde gewesen wären.

Die Perspektive auf eine mögliche Begegnung zwischen Dany und Tyrion lässt hoffen, dass die Drachenkönigin aus ihrer erzählerischen Isolation heraus den Anschluss zu den anderen Handlungssträngen findet. So wie Jon Snow. Während er in den letzten Staffeln fernab der großen Kriege in Westeros auf und jenseits der Mauer seine eigenen Abenteuer erlebt hat, wird er nun von den Konflikten der Sieben Königreiche in Form von Stannis Baratheon eingeholt. Obwohl der Lord von Dragonstone die Bedrohung der Wildlinge – Jons Hauptkonflikt der vierten Staffel – bannen konnte, zieht er nun Ned Starks Bastard in den Krieg um Westeros hinein. Stannis plant die Wildlinge zu rekrutieren, um Roose Bolton in Winterfell zu schlagen. Im Gegenzug werden sie begnadigt und dürfen sich in Westeros niederlassen. Jedoch nur, wenn sie Stannis als ihren Herrscher anerkennen. Dafür soll Jon Snow Mance Rayder davon überzeugen, vor Stannis auf die Knie zu gehen. Doch der Anführer des Freien Volkes nimmt eher den Scheiterhaufen in Kauf, als seine Freiheit aufzugeben.

Eine vertrackte Zwickmühle. Jon Snow ist zwischen den Prinzipien zweier Könige gefangen. Dabei sind sich alle drei Figuren in ihrer strikten Pflichtethik sehr ähnlich, auf der moralischen Skala von Westeros kommen sie Ned Stark am nächsten. Dafür respektieren sie sogar aneinander. Die Auseinandersetzung verschiedener Werte findet jedoch aufgrund der sturen Rigorosität ihrer Vertreter keine Versöhnung. Jeder beharrt auf sein Recht – und wenn es das Recht ist, große Fehler zu machen. Also muss Mance Rayder brennen. Doch bevor der Wildling den Grausamkeiten einer Verbrennung beim lebendigen Leib erliegt, erlöst Jon Snow den Wildling mit einem gezielten Pfeilschuss von dessen Qualen. Remember where the heart is. Nicht nur ein Akt der Menschlichkeit, sondern auch Geste der Anerkennung für den Mann, der Jon Snow in gewisser Weise ein ebenso wichtiger Lehrmeister war wie der verstorbene Lord Commander Mormont. Gleichzeitig bedeutet Jons Pfeil jedoch eine Kampfansage an Stannis – Gute Taten kommen Westeros eben selten ungeschoren davon.

Back in Westeros

Der Handlungsstrang in Castle Black hat veranschaulicht, dass die Stärke von GAME OF THRONES nicht allein in den Figuren liegt, sondern deren spannungsvolle Konstellation. Für sich genommen sind Jon Snow, Stannis Baratheon und Mance Rayder interessante, aber leicht durchschaubare Charaktere, die in ihren einzelnen Handlungssträngen durch ihre Dickköpfigkeit oft ein wenig dumpf wirkten. Lässt man sie jedoch aufeinander los, blühen sie in ihrer Konfrontation geradezu auf. THE WARS TO COME verspricht für die kommende Staffel großes Potenzial. Die Auflösung von King’s Landing als Hauptumschlagpatz der Handlung und die Streuung und Rekombination der Spielfiguren auf der Weltkarte von Westeros eröffnet neue Wege. Viele Charaktere müssen sich durch die ereignisreichen Wendungen und Konfrontationen der vierten Staffel in einer neuen Situation zurechtfinden: Cersei und Jaime ebenso wie Tyrion und Varys, Brienne und Podrick oder Sansa und Littlefinger. Wohin wird ihre Reise gehen?

Gleichzeitig ist die Exposition der fünften Staffel noch nicht durch. Diese wird erst in der zweiten Folge geschlossen, wenn auch die Handlungsstränge von Arya in Braavos, Theon/Reek und die Boltons in Winterfell und die Martells in Dorne aufgegriffen werden. Wie immer nimmt sich GAME OF THRONES viel Zeit, um sein komplexes Erzählgeflecht aufzustellen. Mit THE WARS TO COME beginnt die fünfte Staffel also nicht mit einer Explosion, dafür aber mit dem Legen einer langen Lunte. So etwas erfordert Geduld, doch der geübte GAME OF THRONES-Zuschauer weiß: Einmal angezündet, darf man sich auf ein großes Feuerwerk freuen. Willkommen zurück in Westeros!

Andere Gedanken:

  • Einen Tag vor der Premiere von THE WARS TO COME sind die ersten vier Folgen der fünften Staffel bereits zum illegalen Download im Internet aufgetaucht. Der massive Leak wird sämtliche Social Media-Plattformen zur Spoiler-Gefahrenzone verwandeln. Ein herber Schlag für HBO: Nicht genug, dass GAME OF THRONES ohnehin die am meisten illegal heruntergeladene TV-Serie ist; grade die fünfte Staffel war als wesentliches Zugpferd für den neuen Streaming-Service HBO Now des Pay TV-Senders angedacht, der vor wenigen Tagen online ging. Wie hoch der tatsächliche Schaden ausfallen wird, bleibt in den nächsten Tagen abzuwarten. Ich möchte mich aber entschieden gegen den Download aussprechen und die( verständlicherweise) ungeduldigen Fans dazu aufrufen, die Serie so zu schauen, wie sie auch gedacht war, geschaut zu werden.
  • Für THE WARS TO COME kehrte der großartige Charles Dance ein letztes Mal zurück, um den Leichnam von Tywin Lannister zu spielen. Was für ein Gefühl muss das sein?
  • Wie schon angekündigt wird die fünfte Staffel komplett ohne Bran und seine Gefolgschaft auskommen müssen, da die Serie für Brans Handlungsstrang bereits den Erzählstand der Bücher erreicht hat. An dieser Stelle sei deswegen gesagt: Hodor!
  • Der Prolog mit der jungen Cersei ist der erste und hoffentlich einzige Flashback, der in GAME OF THRONES benutzt wurde. Obwohl in den Büchern es durch die Point-of-View-Erzählweise häufiger zu Erinnerungsszenen kommt, finde ich doch die Entscheidung der Showrunner gut, ähnliche Szenen in der Serie nicht zu benutzen. Sonst wären wir um so einige grandiose Monologe etwa von Peter Dinklage, Nikolaj Coster-Waldau oder auch Pedro Pascal ärmer gewesen.
  • in Applaus für Nell Williams, die junge Schauspielerin, die eine perfekte Teenage-Version von Lena Headeys Cersei hingelegt hat!
  • Selten dagewesen, und jetzt schon wieder weg: Lebe wohl Ciarán Hinds! Dein Mance war zwar nicht die charismatische Figur aus dem Buch, doch nichtsdestotrotz eine hervorragende Ergänzung zum GAME OF THRONES-Ensemble.
  • Zum ersten Mal werden auch die verbliebenen Drachen von Dany beim Namen genannt: Rhaegal und Viserion. Beängstigend, wie groß sie geworden sind und perfekt ihre Animation ist.
    *Immer diese fast-Begegnungen: Während Brienne über ihr Versagen schmollt, Arya Stark durch die Finger gleiten lassen zu haben, reitet die weitere Stark-Tochter (Sansa) in einer Kutsche quasi vor ihrer Nase vorbei. Schon grausam, die GoT-Götter. Kein Wunder, dass die einstmals so überzeugte Lady of Tarth von ihrem Idealismus abfällt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie mit Sandors Ohr auch ein wenig von dessen Zynismus aufgenommen hat…
  • Im Titelvorspann war nun erstmals eine dritte Variante von Winterfell zusehen. Der Sitz der Starks steht jetzt nicht mehr in rauchenden Trümmern, sondern ist mit dem gehäuteten Mann des Hauses Bolton versehen. Ich weiß nicht, was schlimmer ist.
  • Loras Tyrell befindet sich immer noch in der schlechten Gesellschaft seines Liebhabers Olyvar, Littlefingers Spion und kommissarischer Leiter von dessen Bordell. In vielerlei Hinsicht ist er die männliche Variante von Ros: Wie sie ist er eine für die Serie erfundene Figur und hat in der Doppelfunktion von Prostituierter und Spitzel Anteil an den Ränkespielchen in King’s Landing. Ob er wohl auch das gleiche Ende nimmt wie sie?
  • Kopf hoch, Sweetrobin: Ein paar Trainings-Montagen hier, ein aufpäppelnder Song da, und du wirst sie alle als furchtloser Krieger überraschen: Be a Man!
  • Unter den Regisseuren der fünften Staffel hat sich die Zahl der BREAKING BAD-Alumni auf eins reduziert. Doch konnte Michael Slovis in seinem GAME OF THRONES-Debüt mit brillanten visuellen Einfällen wie etwa Tyrions Blick durch ein Loch seiner Kiste seine Kameraarbeit für die AMC-Serie aufleben lassen. Yeah, art, bitch!
  • Für diese Staffel werden Benioff und Weiss durch die Autoren Bryan Cogman und Dave Hill unterstützt. George R.R. Martin wird für diesmal keine Folge schreiben, um sich ganz der Fertigstellung des sechsten Buches The Winds of Winter zu widmen…

Fotos: © HBO

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