Die Schwarze Serie: Filmsprache und Politik

Es ist wahr, man kann Filme aus einer längst vergangenen Epoche heute nicht mit denselben Augen wie die damaligen Zuschauer sehen. Dasselbe gilt auch für die polnischen Dokumentarfilme der Schwarzen Serie aus den 50er Jahren. Der zentralen Intention der Regisseure, auf die gesellschaftlichen Probleme im Polen der Nachkriegszeit zu verweisen, kann man als heutiger Zuschauer zumindest auf empathischer Ebene nicht unbedingt folgen, ganz im Geg...

Wir wollen alle mittanzen

Gestern Nacht, nach 100 Seiten Bazin-Bashing von Modernisten und Postmodernisten, und nach einigen Zeilen zu Renoirs DIE SPIELREGEL, habe ich mehrmals dieses Video angeschaut. Vor allem die Passage, in welcher Tilda Swinton anfängt zu tanzen und das Kino betritt (Timecode 1:17). Ihre Bewegungen und ihr Gesichtsausdruck dabei zählen zum Schönsten, das ich, selbst in diesem vollen Kinoapril, gesehen habe. Ich musste an das denken, was Stefan i...

Geburt

SCHIRN MAG ...

Sorry!

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exground, icke und die Enten

Eine Kurzfilmreihe und drei Langfilme; das ist alles, was ich schließlich auf exground gesehen habe. Denn letzte Woche fand ein Workshop in der Mainzer Filmwissenschaft statt, zum Hyperrealismus, was sich für mich als ein sehr spannendes und vielseitiges Themengebiet entpuppt hat. Dabei habe ich versucht, mich in meinem Vortrag dem Thema aus der Ecke der Virtualität zu nähern, und entdeckte dabei, wie eingeschränkt mein Virtualitätsbe...

Warum ist es lustig?

Gestern dürfte dank IndieWire das 13-Sekunden Video von Terrence Malick seine große Runde durch das Internet angefangen haben. Terrence Malick, von dem man bis 2011 nicht mal ein gescheites Foto finden konnte, der nie Interviews gibt und sich somit unweigerlich mit einem Mythos umgibt, tanzt fröhlich auf Country-Musik in einem Lokal. 13 Sekunden lang. Blablabla Das Video habe ich auch bei Facebook gepostet, und dazu geschrieben: Leider kein...

Die Illusion, dass Kino wichtig ist

[gallery link="file" columns="4"] Die Wand des Caligari Kinos wird zu einer Wand, die eine Kamera so mühsam erklimmt, dass ihr Atem immer hektischer wird. Dann blickt sie zurück auf das Dorf, aus dem sie kommt und macht die Augen zu. Der Vorhang geht auf für eine Performance, vermutlich just während im Kino selbst ein Projektor die Augen zumacht und Konsuln, Beamten, Geldgeber, Journalisten und Zuschauer rauskommen, um auf der Außenwand d...

exground à la minute

Mannheim, wie wir das IFFMH immer bei NEGATIV nennen, hat sich immer mit exground überlappt, und der Zeitplan im November war entsprechend immer etwas strack gewesen, weil ich beide Festivals besuchte. Was sich dieses Jahr verändert hat, ist, dass die BCBG-Stimmung in Mannheim für mich zu einem mentalen Hindernis wurde, das mich erfolgreich fern hält. Obschon ich dort einige gute Filme gesehen habe, etwa den georgischen RENE GOES TO HOLLY...

Noch mehr Kurzformen, diesmal geringerer Nachhall | Diagonale 2012

Empty RoomsNun kann nicht alles immer gefallen, der zweite Experimentalfilmblock war für mich eine Enttäuschung. Es war eine Ansammlung an Klischees, die man vom Experimentalfilm so hat: Dröhnen, Flimmern, Schwarz-Weiß-Bilder, Rauschen und so weiter. Viel Qualen für Ohren und Augen, ohne dass es sich der Ästhetik wegen lohnt (natürlich kann man hier anderer Meinung sein!). Alles in Assoziationsketten, die sich der Zuschauer selbst zusammen...

Weitere Kurze Formen mit langem Nachhall | Diagonale 2012 – Tag 3

Baumaxx inspired by BauhausAuch am dritten Tag in Graz, den zweiten Tag des laufenden Programms, habe ich viele Experimental- und Kurzfilme gesehen. Alle setzen ihre Grundidee konsequent um. Natürlich hat mir nicht jede Idee gefallen, aber mich überrascht und begeistert der Einfallsreichtum der gezeigten Filme. Da gibt es formale Spielereien und tolle zeichnerische Assoziationsketten - wie in White Light/White Heat von Rainer Kohlberger und Wil...
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