von Simon Born16. Februar 2013
Shia LaBeouf hört tote Menschen, Matt Damon zieht US-Farmer übers Ohr, Jeremy Irons versteht in Portugal nur Englisch und Jury-Präsident Wong Kar Wai digitalisiert das Weltkino. Viele Worte wurden über diese vier Filme des diesjährigen Berlinale-Wettbewerbs verloren, wenige davon waren positiv. Nun, zurecht. Doch woran sind diese Filme gescheitert? Und: Kann man ihrem Scheitern auch etwas Gutes abgewinnen?
Zu uneinig: THE NECESSARY DEAT...
von Dennis Vetter16. Februar 2013
DAS MERKWÜRDIGE KÄTZCHEN, einer der großen Hype-Filme des diesjährigen Berliner Festivals, erinnert daran, wie spannend es doch immer wieder ist, sich auf ästhetische Experimente und Modelle der Welt einzulassen. Dieser kleine, unscheinbare Debütfilm ist ein Film, der in seiner stilistischen Geschlossenheit und Ausgereiftheit nicht nur für sich stehend hervorragend funktioniert, sondern der hilft, die eigene Perspektive auf das Kino ne...
von Dennis Vetter13. Februar 2013
Gesellschaft ist die Summe von Menschen und Menschen sind die Summe von Eindrücken und Erinnerungen. Was am Kino so verzaubert und entwaffnet, ist die wundersame Intensität, mit der es uns dies immer wieder vor Augen führt. Es erschließt sich die Welt, gemeinsam mit uns, aus kleinen Bausteinen heraus, aus Schicksalen, aus Schicksalsmomenten. Fast alle der wenigen herausragenden Filme, die ich in Berlin und Rotterdam sah, beschränken sich...
von Simon Born13. Februar 2013
Sexvideos in Dauerschleife, James Franco am Hörer, Regieanweisungen via Skype und ein strippender Rabbi. Die Panorama-Sektion der 63. Internationalen Filmfestspielen Berlin steckt voller Entdeckungen, Enttäuschungen und ungewöhnlicher Außenseitergeschichten. Aufsteigend vom Schwächsten zum Besten präsentiere ich zwischen Tür und Kinosaal meine bisherigen Filmerfahrungen in dieser Festivalsparte. To be continued!
SOMETHING IN THE...
von Simon Born12. Februar 2013
Fallen die Funktionen des Hauptdarstellers, Drehbuchautors und Regisseurs in einer Person zusammen, läuten zunächst alle Alarmglocken. Zu tief sitzt beim deutschen Kinogänger der Schweiger-, neuerdings auch der Schweighöfer-Schreck. Wenn Schauspieler sich die eigenen Zeilen in den Mund legen, kann das manchmal böse enden. Gott sei Dank nicht bei diesem hier: DON JON‘S ADDICTION, das Regiedebüt von Schauspieler Joseph Gordon-Levitt, ist ...
von Simon Born9. Februar 2013
Adam ist Priester. Seine Gemeinde liegt irgendwo im polnischen Nirgendwo. Er bietet ein Auffanglager für junge Männer mit schwieriger Vergangenheit, die mit ihrer Gewalt, mit ihrem Leben nicht viel anzufangen wissen. Ewa ist verheiratet. Sie ist einsam. Ihr Mann, Michal, unterstützt Adam als Lehrer. Michal wäre selbst Priester geworden, wäre ihm nicht seine Frau begegnet. Über die Zeit sorgen so manche Gefühlswirrungen im Dorf für Kon...
von Verena Schmöller9. März 2012
„Pino y queso“, so erklärt die 17-jährige Daniela ihr Liebesleben. Weder mag sie die eine Sorte Empanada (eine empanada de pino ist gefüllt mit Fleisch, Zwiebeln und Ei) noch die andere, sondern beide zugleich. Und genauso ergeht es ihr mit Antonia und Tomás. Sie lacht mit beiden, küsst beide, und sie schläft mit beiden. Sowohl die Arbeitskollegin als auch ihr offizieller Freund erfüllen verschiedene Aspekte ihrer Bedürfnisse. D...
von Elisabeth Maurer1. März 2012
Mit einer kleinen Provokation fängt Francine an. Bilder, die nackte Körper komplett zeigen, sind immer noch eine Attraktion, vor allem dann, wenn sie bekannte Schauspieler zeigen – zumal wenn sie dabei nicht im besten Licht erscheinen. Melissa Leo erhielt den Oscar für ihre Rolle in The Figther – zugegebenermaßen auch keine Glamourrolle. Dass sie am Anfang von Francine völlig nackt vor der Kamera steht, überrascht trotzdem. Es ist aller...
von Ciprian David26. Februar 2012
Das dritte große Festival des Jahres, nach Sundance und Rotterdam, ist nun vorbei. Eine Veranstaltung, die inzwischen als jährliches Ritual der Enttäuschung für die Kritiker gilt, schaffte es dieses Jahr doch, die meisten Kollegen durch den einen oder anderen Aspekt des Programms zufrieden zu stellen. Wir blicken auch zurück auf das, was uns beinahe zehn Tage rund um die Uhr beschäftigt und unsere – auch niedrigen – Erwartungen übertro...
von Kira Taszman21. Februar 2012
Die Berlinale ist vorbei, und, um es mit dem Titel eines Wettbewerbs-Films auszudrücken: Was bleibt?Am Sonntag, dem Publikumstag, drängte zur Mittagsstunde ein breiter Strom von Normalos durch die Potsdamer Straße in Richtung Festival-Palast. Einige Techniker bauten vor dem Hyatt Kulissen ab oder brachten Kameras, Kabel und anderes Material in Sicherheit. Während des Festivals waren hier, auf dem Boulevard der Berlinale, noch zwei Tage zuvor ...