Rock’n’ Roll Mumblecore 101

von Sarah Böhmer, Ciprian David und Leander Ripchinsky Beim Nicht-Mögen eines Filmes bringt man sich bei der Begründung rasch zwischen zwei unschöne, trügerische Positionen: Einerseits das Sich-Selbst-Verteidigende und andererseits das Normierende, Es-Besser-Wissende. Beides befruchtet einen Diskurs über die Sache selbst leider allzu wenig. Einen Ausweg kann das Perlen-Suchen darstellen. Wir machen ein bisschen von beidem. Bei der 25....

exground, icke und die Enten

Eine Kurzfilmreihe und drei Langfilme; das ist alles, was ich schließlich auf exground gesehen habe. Denn letzte Woche fand ein Workshop in der Mainzer Filmwissenschaft statt, zum Hyperrealismus, was sich für mich als ein sehr spannendes und vielseitiges Themengebiet entpuppt hat. Dabei habe ich versucht, mich in meinem Vortrag dem Thema aus der Ecke der Virtualität zu nähern, und entdeckte dabei, wie eingeschränkt mein Virtualitätsbe...

Die Illusion, dass Kino wichtig ist

[gallery link="file" columns="4"] Die Wand des Caligari Kinos wird zu einer Wand, die eine Kamera so mühsam erklimmt, dass ihr Atem immer hektischer wird. Dann blickt sie zurück auf das Dorf, aus dem sie kommt und macht die Augen zu. Der Vorhang geht auf für eine Performance, vermutlich just während im Kino selbst ein Projektor die Augen zumacht und Konsuln, Beamten, Geldgeber, Journalisten und Zuschauer rauskommen, um auf der Außenwand d...

exground à la minute

Mannheim, wie wir das IFFMH immer bei NEGATIV nennen, hat sich immer mit exground überlappt, und der Zeitplan im November war entsprechend immer etwas strack gewesen, weil ich beide Festivals besuchte. Was sich dieses Jahr verändert hat, ist, dass die BCBG-Stimmung in Mannheim für mich zu einem mentalen Hindernis wurde, das mich erfolgreich fern hält. Obschon ich dort einige gute Filme gesehen habe, etwa den georgischen RENE GOES TO HOLLY...

exground filmfest 2011: (Shocking) Shorts aus dem Iran und das intime Porträt eines Homosexuellen in Israel

Bitter MilkVon dem imposanten Saal der Caligari Filmbühne führte es mich am 17.11. in eine ganz andere Umgebung und zwar in den, irgendwo in einem Hinterhof verborgenen und ironischerweise mit dem Beiwort "Palast" betitelten, Wiesbadener Kulturpalast. Und für alle diejenigen, die wie ich vor jenem Abend diesen Ort noch nicht kannten: auch wenn er wirklich nicht gerade leicht zu finden ist, gebt nicht auf und sucht weiter, es gibt ihn wirk...

exground filmfest 2011: Sichten der Straße. Urbanität in den deutschen Dokumentarfilmen „9 Leben“ und „Pushed“

Der Blick zum Himmel ist gesäumt mit steilen, sterilen Glasfronten, wie ein Zeltgestänge umringen die Hochhäuser den öffentlichen Raum am Boden, auf dem sich zahlreiches Leben tummelt. Das Getöse der Straßenbahnen um die Ecke durchbricht gelegentlich das geschäftige Treiben der Aktentaschen tragenden Männer und Frauen, der Konsum gelenkten Menge und der sich in Cafés entspannenden Großstädter. Das Durchdringen der Menschenmasse ist sc...

exground 2011: A Stone’s Throw Away

Ein staubiger Platz im Nichts, auf dem sich die verrosteten Überreste zweier Basketballkörbe gegenüberstehen. Braune Bergketten am Horizont, vereinzelte farblose Grasbüschel im Sand. Hier dreht Jacinto Medina (Gabino Rodríguez) auf einem klapprigen Drahtesel ohne Sattel seine Kreise. Er ist Hirte und das Land, auf das er seine Ziegen führt, so dürr, dass er den einzigen mickrigen Baum in Sichtweite opfern muss, um ihnen ein paar grüne StÃ...

exground 2011: US-Independents The Off Hours und Bellflower

"Kunst darf kein Balsam, sie muss Alkohol sein." So lautet eine - für mich auch heute noch ziemlich brauchbare - Kunstauffassung des Futuristen Marinetti. Jedenfalls lässt sich mithilfe dieses Credos der enorme Unterschied zweier Filme illustrieren, die beim exground filmfest am Donnerstag in der Sektion American Independents vorgestellt wurden. Dabei sind The Off Hours und Bellflower auf den ersten Blick gar nicht so unähnlich. Im Zentrum bei...

exground filmfest 2011: Die Preisträger

Am Sonntagabend nahm das 24. exground filmfest, das vom 11. bis 20. November stattfand, seinen feierlichen Abschluss mit der Prämierung aller diesjährigen Gewinnerfilme aus sämtlichen Wettbewerben des Festivals.Zum Siegerfilm des Deutschen Kurzfilm-Wettbewerbs wählten die Zuschauer Sebastian Markas Interview. Auf den zweiten Platz schaffte es Till Nowak mit The Centrifuge Brain Project, der zudem mit dem in diesem Jahr erstmals vergebenen Sac...

exground filmfest 2011: Am Puls der Zeit mit den politischen Dokumentationen Jaffa – The Orange’s Clockwork und No More Fear

Zu ergründen, wie viel politischer Gehalt sich in unseren Nahrungsmitteln versteckt, hat sich das Kino in den letzten Jahren zur Aufgabe gemacht. Dokumentationen wie We feed the World, Food Inc. und Unser täglich Brot haben vorgeführt, wie jeder Barcode, der an der Supermarktkasse über den Scanner gezogen wird, eine Stimme für oder gegen industrialisierte Massenproduktion und Monopolbildung abgibt, und wie sehr die westlichen Staaten durch S...
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