Interview: Thomas McCarthy (Win Win)

Am 21. Juli 2011 ist in den deutschen Kinos Win Win angelaufen, der dritte Spielfilm des Schauspielers, Drehbuchautors und Regisseurs Thomas McCarthy. McCarthys Karriere im Filmbusiness begann vor der Kamera, er hatte Gastauftritte in diversen TV-Serien von Ally McBeal über Boston Public bis zu Law & Order. Zuletzt war er im TV in der letzten Staffel von HBOs monumentaler Stadt-Anatomie The Wire zu sehen, wo er den etwas zu fantasievollen Ze...

Filmfest München: Nachlese (1) Neues von alten Meistern

[Bild: Filmfest München]Ungeachtet des kürzlich hier und andernorts entbrannten Disputs hinsichtlich der (künstlerischen und/oder filmpolitischen) 'Daseinsberechtigung' des Münchner Filmfests hier der erste Teil einer kurzen (unumwunden subjektiven) 'Nachlese' mit herausragenden filmischen Momenten aus dem diesjährigen Angebot dieses bunt bestückten 'Gemischtwarenladens'.Ein Film, der alle anderen Filme auf dem Festival aus dem Rennen ...

Provinzfestival zwischen Nachspielleinwand und Gemischtwarenladen

Was vom Münchner Filmfest übrig bleibt - nach acht Jahren verabschiedet sich Andreas Ströhl als Direktor des zweitteuersten und zweitgrößten deutschen Filmfestivals und hinterlässt viele ProblemeSeit fast auf den Tag genau 13 Jahren, seit dem 8.Juli 1998 ist Peter Buchka jetzt tot. Als Filmkritiker der "Süddeutschen" war er eine Institution. Das nur als Erinnerung. Mit dem Filmfest hat es nichts zu tun, außer dass es der Zufall wollte, da...

Filmfest München: Deine Frau, das unbekannte Wesen – Sion Sonos Guilty of Romance

"Sicherlich werde ich kein Mittel scheuen, um sie zu pervertieren, um in ihr all die falschen moralischen Prinzipien zu zerstören, umzustoßen, mit denen man sie vielleicht schon verdummt hat; ich will sie in zwei Unterrichtsphasen ebenso ruchlos machen, wie ich es bin … ebenso gottlos … ebenso verderbt." (Madame de Saint-Ange in "Die Philosophie im Boudoir")Ein neuer Sono ist grundsätzlich immer ein mit Spannung erwartetes Ereignis. Da man...

Filmfest München: Augustí Villarongas Goya-Gewinner und zwei Terror-Clowns

Filmfest München, Kapitel 6: Black Bread von Augustí VillarongaBlack Bread (katalanischer Originaltitel: Pa negre) von Augustí Villaronga war bei den spanischen Goya-Awards in 14 Kategorien nominiert und hat neun Preise gewonnen. Vielversprechend – sofern sich die Qualität eines Film überhaupt von derlei Auszeichnungs-Meriten ableiten lässt. In der Tat beginnt der Film mit einer wuchtig-grimmigen Note, die einem durch Mark und Bein g...

Filmfest München: Wenn es dunkel wird… Tim Fehlbaums "hell"

Exposition: Ein französisches Pärchen kommt von der Straße ab. Im ersten Moment froh, den Sturz überlebt zu haben, sehen sie sich schon einer neuen Bedrohung ausgesetzt: vermummte Figuren tauchen auf, trachten ihnen offenbar nach dem Leben. Die ebenso hektisch gefilmte wie geschnittene Verfolgungsjagd durch den dämmrigen Wald soll uns in Alarmbereitschaft versetzen, ein latentes Gefühl der Bedrohung über die kommenden Szenen legen: seid au...

Filmfest München: Zweimal Südkorea, zweimal Seoul

Seong-joon (YU Jun-sang, re.), sein guter alter Freund und eine attraktive Bekannte. Neues Festival, neuer Hong. Auch dieses Jahr findet sich mit The Day He Arrives (Book-chon bang-hyang, 2011) ein neuer Film des unermüdlichen südkoreanischen Autorenfilmers Hong Sang-Soo im Programm (es ist bereits sein dreizehnter Langfilm und bereits der dritte seit Like you know it all (2009), der letztes Jahr zu sehen war). Und erneut wird viel geredet...

Filmfest München: Von Häusern und Menschen

Leonard (Michael Mcinley) am Bett von Mary (Donna Koszloskie).Dass man für seinen ersten Langfilm beileibe keine Millionensumme oder ein riesiges Team braucht, beweist Brent Green mit Gravity was everywhere back then (2010). Green, als Filmemacher Autodidakt, war mit seinen experimentell-verspielten Kurzfilmen nicht nur bereits auf zahlreichen bedeutenden Festivals (Sundance, Rotterdam) vertreten, seine Arbeiten waren überdi...

Filmfest München 2011: Der Western, den Kubrick nie gedreht hat

Filmfest München, Kapitel 5: Meek’s Cutoff von Kelly Reichardt.An diese Stelle würde eigentlich das chronologisch folgerichtige 4. Kapitel gehören, das den Titel Blue Valentine (Regie: Derek Cianfrance) trägt. Blue Valentine ist ein sehenswerter Film, die Anatomie einer Beziehung, deren Entstehungs- und Zerfallsprozess parallel montiert wird – ein Strukturprinzip, das bemerkenswerte emotionale Effekte erzielt. Michelle Williams und Ryan G...

Filmfest München 2011 – Cormans Welt

Fast ist man geneigt, die werten Kollegen zu beneiden, die von Berufs wegen die großen Festivals in Cannes, Venedig & Co abklappern und – einem ungeschriebenen Gesetz folgend – zuvorderst die als wettbewerbswürdig erachteten Filme von zumeist namhaften Regisseuren aufsuchen. Noch am selben Abend oder am nächsten Morgen sitzen sie an ihren Notebooks, versuchen ihre noch frischen Eindrücke in einen lesbaren Text zu verwandeln und ein Ma...
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