IFF Mannheim-Heidelberg: Un Amor und Lęk Wysokości – oder das schönste an einem Festival ist der Heimweg

Lęk Wysokości (R: Bartosz Konopka)Bei Filmfestivals wird viel diskutiert, zwischen den Filmen bei kleinen Pausen, morgens bei der Hinfahrt, abends bei einem Drink, natürlich auch auf den Festivalparties. Es geht ja auch darum, das Kino zu feiern. Viele klare Einsichten gewinnt man dabei, in jedem Fall lernt man dabei den eigenen Geschmack kennen. Wenn einem die Argumente ausgehen und man einen Film trotzdem grandios findet, macht das schon mal...

IFF Mannheim-Heidelberg: Industria Argentina und Le Vendeur werfen bewegende Blicke hinter den Kapitalismus

Le Vendeur (R: Sébastien Pilote) Ein Arbeiter, eingehüllt in eine dicke Winterjacke, sitzt in Marcels Verkaufsbüro. Es ist früher Abend und draußen bereits halb dunkel. Auf den Autos im Vorhof liegt Schnee. Das Autohaus schließt bald. Neben ihm seine Kinder, sie scheinen wenig Spaß zu haben, doch er bringt sie mit, als ständen sie repräsentativ für seine Hoffnung, mit dem Kauf etwas Positives und Optimistisches zu bewirken. Auch die Fra...

IFF Mannheim-Heidelberg: Preise und Gewinner

Mit der Preisverleihung ging gestern das Iff Mannheim-Heidelberg zu Ende. Da wir gerade über Silver Tongues redeten, als die Pressemitteilung reinkam, haben wir die Preise und Gewinner als Podcast kommentiert. Weiter unten könnt ihr Euch Christians und meine Meinungen anhören, doch davor eine Gegenüberstellung von Jurybegründungen und Auszüge aus unseren Texten zu den jeweiligen Filmen:Großer Preis von Mannheim-Heidelberg: Parked von Darra...

IFF Mannheim-Heidelberg: Persönliche Entdeckungen in „Internationale Entdeckungen“ – Here I Am, Generation P und MIA

Here I Am Es gibt viele Möglichkeiten, das Entlassenwerden aus dem Gefängnis zu inszenieren, aber selten spürt man die Einsamkeit der Entlassenen so intensiv, wie im Fall von Karen, der jungen Aborigine in Beck Coles Here I Am. Der Kumpel, der auf einen warten soll, ist nicht da, nicht mal ein Wächter ist bei der Außentür zu sehen, nur sie und der Stacheldrahtzaun des Innenhofes, mit seinen strukturverleihenden, klaren Linien. Kein Win...

IFF Mannheim-Heidelberg: Familienenprobleme in Nahost – Bein Hashashot und Mudon Al Tranzit

Eine Frau findet ihre leibliche Mutter, eine Mutter verliert ihre Tochter, eine Tochter leugnet ihre Mutter, ein Junge wird von seinem Vater verlassen, eine Tochter entfernt sich von ihrem Vater, ein Mann lehnt seinen Vater ab – einige Handlungsstränge habe ich dabei nicht erwähnt, doch wichtig ist, dass sie in Bein Hashmashot alle miteinander verknüpft werden - ob über Personen, Handlungen oder Räume -, und dass sie bebildern, wie Familie...

IFF Mannheim-Heidelberg: Dos cuentos chinos

Dieses Jahr lief auf goEast Kinder des Grünen Drachen, die Geschichte eines Chinesen ohne Papiere, der sich mit einem einsamen Ungarn anfreunden wird, trotz Sprachbarrieren. Ein typische Culture-Clash-Komödie, die sehr unterhaltsam war. Denselben Film durfte man in Mannheim sehen, diesmal aus Argentinien. Und diesmal hat der Chinese Papiere, und der Ungar wird zu einem Argentinier, ebenfalls einsam, doch mit einer zusätzlichen Prise Slapstick...

IFF Mannheim-Heidelberg: Tatal Fantoma spielt mit den Klischees und verliert

Die rumänischen Filme sind diejenigen, denen ich am meisten abgewinnen kann. Die einzigen, bei denen für mich überhaupt keine Simplifizierungen oder Bedeutungsverschiebungen in der Übersetzung entstehen, die Filme, bei welchen es mir am leichtesten fällt, sie zu lieben, sobald sie gut sind. Und glücklicherweise gibt es viele gute rumänische Filme. So bin ich immer gespannt, wenn ein neuer rumänischer Film während seiner Festivaltour auch...

IFF Mannheim-Heidelberg: Belgische Väter und iranische Fußballtrainer

Väter haben es nicht leicht, zumindest nicht im belgischen Kino. Das 60. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg hat in diesem Jahr gleich zwei belgische Filme im Wettbewerb, die das schwierige Verhältnis zwischen Kindern und ihren Vätern aufarbeiten. Doch während man mit Elle ne pleure pas, elle chante ein faszinierendes Seelen-Kammerspiel sehen konnte, begab sich Fils Unique auf die Spuren des gegenwärtigen Indiekinos irgendwo zwis...

IFF Mannheim-Heidelberg: Irland im Wettbewerb mit Nutten vom Land und obdachlosen Männern

Colm Meaney in Parked von Darragh ByrneWie letztes Jahr läuft das Internationale Festival Mannheim-Heidelberg (inzwischen bei der 60. Edition) parallel zum exground filmfest in Wiesbaden. Und wie letztes Jahr schreibe ich von beiden. So kam es dazu, dass heute mein erster Tag in Mannheim war, kurz vor dem Festivalende. Den Großteil der Veranstaltungen, besonders um das Jubiläum, habe ich inzwischen verpasst, das Erlebnis steht im Zeichen der Z...

IFF Mannheim-Heidelberg: Nordische Temperamente

Während der Frankfurter Buchmesse sprachen alle vom literarischen Partnerland Island. Die Einwohner seien wahre Poeten, so hörte man, und das am literarisch produktivste Volk der EU. Im Vergleich zum Literaturbetrieb steckt da die isländische Filmindustrie noch in den Kinderschuhen - 2010 war für die kleine Industrie das stärkste Jahr mit neun veröffentlichten Langfilmen, dieses Jahr werden es sogar zehn. Einer dieser zehn Filme eröffnet...
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