Filmfest Oldenburg 2011: Abschlussbericht

Shannon Sossamon in Mone Hellmanns Road to NowhereRückblickend war das Filmfest Oldenburg ein durchwachsenes Erlebnis. Es war sehr schade, dass trotz des kleinen Rahmens programmtechnisch nicht die Möglichkeit geboten wurde, mehr als die Hälfte aller Filme sehen zu können. Die Pressevorführungen konnte man an einer Hand abzählen, obwohl es nicht danach aussah, als hätten Kapazitäten gefehlt (drei Räume im Cinemaxx, zwei kleine Programmki...

Filmfest Oldenburg 2011: Gandu

Erwartungen können Filme mitgestalten. Sie können im Voraus entstehen, durch das was man über einen Film hört und liest, sie bilden sich aber auch während eines Films. Verwendete Stile, Innovationen und natürlich der Geist eines Films, die verbreitete Stimmung, tragen zu dem bei, was man sich erwartet und erhofft. Wenn diese Erwartungen unterlaufen werden, kann dies in absurder Weise ein besonders befriedigendes Erlebnis darstellen, schlieÃ...

Filmfest Oldenburg 2011: John Carpenters "The Ward"

Seit fast zehn Jahren hat John Carpenter keinen Spielfilm mehr in die Kinos gebracht. Man könnte meinen, da sei genug Zeit, sich etwas Neues auszudenken oder zumindest eine neue Sichtweise auf Altes zu entwickeln. Weit gefehlt. The Ward ist standardisierte Massenware ohne Gruselfaktor, der seinen Pep aus Schreckmomenten bezieht.Kristen (Amber Heard) wird ohne Erinnerung in eine Psychiatrie gebracht, weil sie ein Haus abgefackelt hat. Dort kommt ...

Filmfest Oldenburg 2011: The Maiden Danced To Death

The Maiden Danced to Death ist die erste alleinige Regiearbeit des ungarisch-stämmigen Hollywood-Schauspielers Endre Hules. Wie bei dem Ballettfilm The Red Shoes von Michael Powell und Emeric Pressburger aus dem Jahr 1948 steht auch hier eine Tanzinszenierung des Hans Christian Andersen Märchens Die roten Schuhe im Mittelpunkt der Erzählung. Im Ungarn nach der Wende kehrt der Tanzshow-Produzent Steve Court (Endre Hules) zum ersten Mal seit 20 ...

Filmfest Oldenburg 2011: Interview mit Pat Tremblay

In Oldenburg kamen wir nach der Vorführung von Hellacious Acres: The Story Of John Glass ins Gespräch mit dem kanadischen Regisseur Pat Tremblay. Dieser erwies sich als großer Fan des italienischen Kinos der 70er und 80er, weshalb wir ihn gleich zu einem Interview überredeten, um vielleicht noch den ein oder anderen Filmtipp und die ein oder andere Information über seine Ansichten zu seinem eigenen Film zu erhalten.***Negativ: What were...

Filmfest Oldenburg 2011 – Monte Hellmans Road to Nowhere

Monte Hellman liefert mit Road To Nowhere einen Neo-Noir und einen Film übers Kinomachen ab. Zu Beginn wird die DVD Road to Nowhere eingelegt, die Kamera fährt auf den Bildschirm, bis dieser die Leinwand ist. Der Film beginnt, die Credits sind zu sehen, sie sind die des Films im Film. Nach einiger Zeit sehen wir wieder das Geschehen um den Laptop und sehen es am Ende doch anders als zu Beginn. Oder auch nicht. Denn selbstverständlich ist hier ...

Filmfest Oldenburg 2011: For Lovers Only

Nach dem Trailer hatte ich mich eigentlich auf For Lovers Only von dem Writer-Director-Duo Mark and Michael Polish gefreut: Er zeigt eine Aneinanderreihung von filmischen Zitaten berühmter Liebesszenen. Eine „Hommage an das Kino der französischen Nouvelle Vague“, hieß es im Programmheft, mit einer „Atmosphäre, die von Melancholie, Inspiration, Lebensfreude und Emotion nur so flimmert“. Ein imdb-User schrieb sogar „It simply feels li...

Filmfest Oldenburg 2011: Finisterrae

FinisterraeFilme auf Festivals entwickeln ein Zwiegespräch, das Publikum eine Eigendynamik. In Oldenburg 2011 führen die Filme untereinander verschiedene Debatten über, und die Darstellung von Themen wie Laufen, Geister und Kotzen in der Kunst. Das Publikum entscheidet sich ganz bewusst dazu, Filme zu verlassen und auf sie zu reagieren. In kleinen Säälen wird es schnell unruhig bis laut, reden scheint zur Normalität zu werden. Lediglich bei...

Filmfest Oldenburg 2011: Die Postapokalypse – Hellacious Acres

Die internationale Premiere von Hellacious Acres: The Case of John Glass.Nachdem Regisseur Pat Tremblay für Fragen nach dem Film bereits handgebastelten Merch versprochen hatte, war die Stimmung im Kino besonders konzentriert. Mit dem ersten Bild auf der Leinwand war die Welt bereits durch den dritten Weltkrieg zerstört worden und einer Alien-Invasion zum Opfer gefallen. Dies bekommt der Held John Glass, der den ganzen Film lediglich in seinem ...

Filmfest Oldenburg 2011: Freitag, Teil 1

Wake in FrightDas Festival in Oldenburg zeichnet sich durch hervorragende Retrospektiven aus, die ihrer Aufgabe gerecht werden und Filme sprichwörtlich ausgraben. Häschen in der Grube von Roger Fritz gestern lag in einer Kopie vor, die laut dem Regisseur seit 25 Jahren niemand mehr gesehen hatte. Der bei Fritz sowieso gegebene archäologische Charme wurde durch die Filmrollen noch verstärkt. Ein enormer Rot/Rosa-Stich durchzog den 68er. Im Nac...
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