Viennale 2011 – „Mildred Pierce“ und Kurzbilanz

Als professionelle Besucherin eines Filmfestivals gehört man einer eingeschworenen Gemeinschaft an. Sich tagein tagaus in dunkle, zum Teil schlecht belüftete, Räume sperren lassen, grenzt für Außenstehende wahrscheinlich an Idiotie. Besessenheit trifft es wohl eher, denn der Dämon Kino lässt sich nicht einmal von einer Prachtstadt wie Wien exorzieren, die sogar bei leicht diesigem Nieselwetter mehr Grandezza verströmt als die meisten deu...

Viennale 2011 – Fünf Dokumentarfilme

von Kira TaszmanÜber Spurensuchen, Kriegsberichterstattung, industrielle Brachlandschaften und einen formidablen Regie-SonderlingManchmal hat man im Kino Aha-Erlebnisse. Etwa, wenn man sich während eines Festivals in dessen Austragungsort allmählich zurechtfindet – und ihn dann plötzlich auf der Leinwand wieder entdeckt. So spielt Gretchen Mornings und John Mornings Dokumentation Gone hauptsächlich in Wien, nur leider ist der Anlass fü...

Viennale – Vier Spielfilme

Der gute Mensch von MarseilleEs gibt sie noch – Regisseure mit einem festen Weltbild. Der aus Marseille stammende Robert Guédiguian glaubt an die Arbeiterklasse und an Werte wie Güte und Solidarität, wogegen a priori nichts einzuwenden ist, wenn man diese Ideale wie ein Ken Loach überzeugend in seine Filme einbinden kann.Die Helden Guédiguians sind so genannte kleine Leute – Arbeiter oder kleine Angestellte – und ihre Geschichten ereig...

Viennale-Tag 3: Harry Belafonte und Mathieu Demy

Pressekonferenz Harry BelafonteEin wahrer Star hat keine Allüren. Jedenfalls kann man das von der Showbusiness-LegendeHarry Belafonte behaupten. Gleich zu Anfang der samstäglichen Pressekonferenz anlässlich desViennale-„Tributes“ mit sechs Filmen des legendären Sängers und Schauspielers, erkundigte sichdieser fürsorglich, ob denn auch jeder der Anwesenden Englisch verstehe. Als dies bejaht wurde,gab der mittlerweile 84-Jährige Anekdote...

Viennale – Tag 2: The Artist und This Is Not a Film

Historienfilme bemühen sich meist redlich um geschichtliche Authentizität: Sei es durch akribisch nachgestellte Kulissen, Kostüme oder Requisiten. Doch was passiert, wenn man einen Film, der in den 1920er Jahren spielt, heutzutage als Stummfilm dreht? Kann man solch ein, durchaus originelles, Projekt angehen, ohne das Publikum zu vergraulen? Man kann. Michel Hazanavicius beweist es mit seinem stummen Schwarzweiß-Opus The Artist, der im Wettbe...

Viennale – Tag 1: Chantal Akerman Retrospektive

Eine Couch in New YorkWien ist eine schöne Stadt, keine Frage, doch leider bekommen gehetzte Viennale-Berichterstatter – berufsbedingt – von der königlich-kaiserlichen Pracht da draußen nicht viel mit. Immerhin nimmt man beim Sprint von einer Spielstätte zur nächsten auch bei Nacht gut beleuchtete majestätische Gebäude, Reiterstatuen oder Kirchen wahr und auch die Kinosäle, etwa im „Künstlerhaus“ oder im „Gartenbaukino“, punk...
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