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Ein Triumph für das schwedische Kino, verdiente und weniger verdiente Jury-Entscheidungen

Eine seiner größten Stunden erlebte am Samstagabend das schwedische Kino: Für seinen Film EINE TAUBE Saß AUF EINEM AST UND DACHTE ÜBER DIE EXISTENZ NACH gewann der 1943 geborene Schwede Roy Andersson den Goldenen Löwen.
Anderssons Vorgänger und Kollege Ingmar Bergman hatte seine Filme zwar regelmäßig auf den Festivals von Venedig, Cannes, Berlin gezeigt, aber nie einen großen Preis gewonnen, weil er seine Filme immer außer Konkurrenz gezeigt hatte.

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Weitere wichtige Preise gingen an THE LOOK OF SILENCE von Joshua Oppenheimer (Großer Preis der Jury), Andrei Kontschalowskij (Beste Regie), den türkischen Film SIVAS von Kaan Müjdeci (Spezialpreis der Jury). Die Darstellerpreise bekamen mit Adam Driver und Alba Rohrwacher zwei Darsteller des Films HUNGRY HEARTS.

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Dass mit Oppenheimer und Kontschalowskij gleich beide Dokumentarfilme im Wettbewerb wichtige Preise gewannen, könnte dem Festival langfristig schaden. Denn wo Fiktion mit Fakten wetteifert, ist das kein Wettbewerb unter Gleichen, erst recht nicht, wenn die Dokumentarfilme so formbewusst auftreten wie in diesem Fall.
Auch fällt auf, dass weder ein amerikanischer, noch ein asiatischer Film irgendeinen Preis bekamen. Die Jury war in diesem Jahr extrem auf Europa fixiert – und ihre ein wenig einfallslose, weder bestimmte Tendenzen noch aufregende Debatten oder produktiven Dissens ausdrückende Entscheidung spiegelte einen etwas lahmen, einfallslosen Wettbewerb in einem durchschnittlichen Mostra-Jahrgang.

 

Bild-Copyright: Venedig Filmfestival 2014, Neue Visionen

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